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Die Selbstdarstellung des Augustus in den Res gestae divi Augusti

Hausarbeit 2010 14 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen
2.1 Augustus Machtgrundlagen
2.2 Die res gestae divi Augusti

3. Augustus Selbstdarstellung in den res gestae
3.1 Augustus als Mehrer des Reiches
3.2 Die Darstellung von Augustus Feinden
3.3 Augustus Ehrungen, Titel und Leistungen
3.4 Die bescheidene Selbstdarstellung

4. Augustus Selbstdarstellung in Hinblick auf seine Herrschaftsbasis

5. Fazit

6. Literaturliste

1. Einführung

Augustus zählt zu den interessantesten Figuren der römischen Geschichte und vielleicht sogar der gesamten Geschichte. Er war der erste Kaiser des römischen Reiches und vereinte in seiner Person politische Macht, militärische Stärke und Persönlichkeit. Auch heute noch übt Augustus und sein Weg zur Macht große Faszination aus. Besonders die Frage, wie es ein damals 19 Jähriger schaffte, den über Jahrhunderte entstanden Konsens der römischen Republik aufzulösen und die Macht in einer Person zu konzentrieren, ist eine häufig gestellte Frage.

Zu den interessantesten Bereichen der Augustusforschung zählt sein auf Inschriften erhaltener Tatenbericht, die res gestae divi Augusti. Von Theodor Mommsen auch als „Königin aller Inschriften“ bezeichnet. Dieser Bericht stammt von Augustus selbst. Es stellt sich besonders die Frage, wozu dieser Bericht diente? Ist er bloße Selbstdarstellung? Oder ist er von informativer Art? Auch stellt sich die Frage, ob Augustus die historische Wahrheit korrekt wiedergab oder ob er diese verfälschte oder verschönerte?

Hier soll vor allem zwei Fragen nachgegangen werden. Zum einen, wie sich Augustus selbst darstellte? Und zum anderen, warum er sich, im Hinblick auf seine Herrschaftsbasis, so darstellte?

Um diesen Fragen nachzugehen werden zunächst einige Grundlagen vorangestellt. Erstmal einige Aspekte zu Augustus und seiner Herrschaft und dann werden die Charakteristika der res gestea aufgezeigt. Beides ist notwendiges Wissen, um den Analyseabschnitt zu verstehen. Anschließend wird die Selbstdarstellung Augustus in den res gestae in den Mittelpunkt rücken. Hier werden einzelne Abschnitte und Themen aus dem Tatenbericht besprochen, in denen sich die Selbstdarstellung von Augustus konkret zeigt. Anhand dieser wird das Selbstbild des Herrschers gezeichnet. Danach wird die Frage beantwortet, welche Rolle die res gestae für Augustus Herrschaftsbasis spielte? Diese wird anhand der zuvor besprochen Stellen aus dem Tatenbericht beantwortet. Ein Fazit bildet den Abschluss der Arbeit.

Um diesen Fragestellungen nachzugehen, wird weitreichende Literatur verwendet. Die Übersetzung der res gestea von Marion Giebel wird als Grundlage verwendet. Dazu werden einige Aufsätze und Monographien verwendet, die sich speziell mit der Selbstdarstellung Augustus beziehungsweise mit einzelnen Abschnitten des Tatenberichts auseinander setzten. Außerdem werden verschiedene Überblicksdarstellungen zur römischen Kaiserzeit und zu Augustus verwendet, um die historischen Ereignisse zu erläutern.

2. Grundlagen

Um sich der Frage nach der Selbstdarstellung Augustus in den res gestea anzunähem, ist es nötig, einige Grundlagen voranzustellen. Zum Ersten das Fundament, auf dem Augustus Herrschaft beruht. Dieses findet im späteren Verlauf Verwendung und muss deshalb vorangestellt werden. Danach werden die Charakteristika der res gestea herausgearbeitet, um ein besseres Verständnis zu fördern.

2.1 Augustus als Kaiser

Augustus war der erste Kaiser von Rom. Diese machtvolle Stellung gab es vorher im römisch­republikanischen Verständnis nicht.[1] Stattdessen basierte die Herrschaft während der Republik auf einer Aufteilung auf mehrere Organe und einem komplizierten System von Magistraten. Augustus Stellung war komplett neu. Sie fußte zunächst auf seinem Erbe an Vermögen und militärischen Truppen von seinem Adoptivvater Julius Caesar und im späteren Verlauf auf den militärischen Erfolgen und bestimmten republikanischen Vollmachten.[2] Augustus militärische Erfolge waren zahlreich. Dennoch gilt er nicht als der begnadetste Kriegsherr, sondern anderen Figuren um ihn herum werden diese Erfolge zu großen Teil mit angerechnet.[3] Gleichwohl waren die militärischen Triumphe des Augustus sehr zahlreich. Die drei wichtigsten seien kurz genannt. Zum einen die Kriege gegen die Caesar Mörder 42 v. Chr. und damit eine vorläufige Konsolidierung des Reiches.[4] Seine Kriege gegen Sextus Pompieus 36 v. Chr., zur See, die die Bürgerkriege vorläufig beendeten.[5] Sowie die Schlacht bei Actium 31 v. Chr. gegen den ehemaligen Verbündeten Marcus Antonius. Diese Schlacht hatte die endgültige militärische Alleinherrschaft Augustus zur Folge, zudem noch die Einnahme Ägyptens beziehungsweise die Errichtung der Provinz Ägypten kam.[6] Augustus baute seine Macht nicht nur auf seine militärischen Triumphe und die damit verbundenen Ehrungen auf. Stattdessen hatte er auch bestimmte Amtsgewalten inne, die ihn zum mächtigsten Mann im Reich machten. Zum einen die tribunizische Gewalt. Diese war eigentlich die Gewalt des Volkstribuns, der damit in der Lage war, Beschlüsse von anderen Magistraten außer Kraft zu setzten. Das Ungewöhnliche daran war jedoch, dass Augustus das Amt des Volkstribuns niemals bekleidet hatte.[7] Die andere Vollmacht auf die Augustus seine Macht baute war das imperium proconsulare. Diese Gewalt brachte ihm, die Obergewalt über das Herr sowie die Kontrolle über Provinzen ein.[8] Auch dies war eigentlich eine Gewalt, die die Konsule, die Prätoren oder die Statthalter innehatten.[9] Augustus legte das Amt des Konsulsjedoch nieder, behielt aber weiterhin das imperium proconsulare.

Wirklich Ämter besaß Augustus somit nicht. Stattdessen baute er seine Macht auf auctoritas auf. Dieser Begriff bezieht sich auf die Triumphe, die Augustus erreichte, seine Dienste für die er für die res publica, die römische Republik und die Amtgewalten, die er auch ohne Ämter innehatte.[10] Auctoritas beinhaltet jedoch keinen Rechtgehalt, sondern bezieht sich auf das Ansehen durch die Bürger.[11] Deshalb ließe sich die Stellung Augustus eher als die eines Princeps charakterisieren als die eines Kaisers.

2.2 Die res gestea divi Augusti

Die res gestea divi Augusti war der Tatenbericht, der von Augustus nach eigenen Angaben selbst verfasst wurde. Sie kann als Biografie verstanden werden, da Augustus hier die Ich­Form verwendet. Die res gestae wurde an seinem Mausoleum in Rom angebracht, aber auch auf Steintafeln geschrieben und im Reich aufgestellt. Diese Steintafeln wurden sowohl in lateinischer als auch griechischer Schrift verfasst.[12]

Die res gestea unterteilen sich in 35 Kapitel und lassen sich in vier Abschnitte gliedern. Der Erste umfasst die Kapitel 1-14 und beinhaltet die einzelnen Magistrate und Ehrungen die Augustus während seiner politischen Laufbahn zuteil wurden. In den Kapitel 15-25 zählt er die finanziellen Hilfen auf, die er in seinem Leben für den Staat und die Bürger erbracht hat. Der dritte Abschnitt ist die Aufzählung seiner Taten und somit die eigentliche res gestae. Er umfasst die Kapitel 26 - 33. In den letzen beiden Kapiteln befasst sich Augustus mit seiner rechtlich erworbenen Stellung seit seiner Machtübernahme im Jahr 27 n. Chr.[13] Daneben finden sich noch Zusatzkapitel. Diese sind aber wohl nicht von Augustus selbst verfasst, da diese von ihm in der dritten Person erzählen. Sie spielen daher hier keine Rolle.

3. Augustus Selbstdarstellung

Die Selbstdarstellung in Augustus Tatenbericht strahlt in allen Zeilen ein großes Selbstbewusstsein aus.[14] An einigen Stellen lässt sich dieses Selbstbewusstsein, beziehungsweise seine machtvolle Selbstdarstellung, besonders gut festmachen.

3.1 Augustus als Mehrer des Reiches

Augustus stellte sich als Mehrer des Reiches[15] dar. Dies zeigt sich besonders in den Kapiteln 26 -28. In diesen stellte er seine Leistungen, die er für das Imperium erbracht hatte, heraus. Er habe alle Provinzen, die an fremde Volksstämme grenzten, vergrößert; die Provinzen Spanien, Gallien und Germanien habe er befriedet, Ägypten wurde zu einer neuen römischen Provinz gemacht und weiterhin habe er Veteranenkolonien in mehreren Gebieten angesiedelt, darunter Makedonien, Spanien und Afrika. Augustus beschrieb in diesem Kapitel und den Folgenden auch seine Beziehungen zum Ausland. So habe er Beziehungen zu den Königen von Indien gehabt und mehrere Völker haben unter seiner Regierung Bündnisse mit Rom geschlossen.

Zweifelsohne charakterisiert sich Augustus als Kriegsherr und Politiker. Der Zweck der Aufzählung seiner Mehrungen für das römische Reich erschließt sich aus der Vergangenheit beziehungsweise der Tradition. Rom war schon zu republikanischen Zeiten ein Kriegsstaat, der durch Ausbreitungen und Eroberungen lebte. Augustus stellt sich mit seinen Aufzählungen somit in die Tradition dieser Eroberungen. Zum einen, da er der Erbe einer der größten Feldherren der Republik war und da die öffentliche Meinung stets eine Erweiterung des Reiches forderte.[16]

Militärische Misserfolge wurden dennoch verschwiegen.[17] Von den verlustreichen Schlachten im Norden, wie beispielweise die Varusschlacht oder die nur geringen Erfolge im Osten und Süden blieben in den res gestae unerwähnt.[18] Stattdessen fanden vor allem die Siege in Spanien, Makedonien und Gallien Einzug in seinen Tatenbericht. Es ist jedoch eine historische Tatsache, dass Augustus, trotz der propagandistischen Züge der res gestae, das römische Herrschaftsgebiet beträchtlich erweiterte.[19]

[...]


[1] Eck, Werner. Augustus und seine Zeit, München 2000 S. 105.

[2] Schlange - Schöningen, Heinrich. Augustus, Darmstadt 2005 S. 5 f.

[3] Kunkel, Wolfgang. Über das Wesen des augusteischen Prinzipats, in: W. Schmitthenner (Hg). Augustus. Darmstadt 1985 S. 312.

[4] Christ, Karl. Die römische Kaiserzeit. Von Augustus bis Diokletian, München 20 063 S. 57 -59.

[5] Bleicken, Jochen. Augustus. Eine Biografie, Berlin 2000 S.231 - 237.

[6] Christ, Römische Kaiserzeit, S. 74 - 82.

[7] Kunkel, Augusteische Prinzipat, S. 324 - 327.

[8] Christ, Römische Kaiserzeit, S. 87f.

[9] Kunkel, Augusteische Prinzipat, S. 329.

[10] Schlange - Schöningen, Augustus, S.5.

[11] Meister, Klaus. Einführung in der Interpretation historischer Quellen. Schwerpunkt: Antike Band 2, Paderborn 1999 S. 293f.

[12] Ebd. S. 285-288.

[13] Ebd. S. 289.

[14] Vittingdorf, Friedrich. Kaiser Augustus, Berlin-Frankfurt 1959. S. 12.

[15] Eck, Augustus, S. 98.

[16] Ebd. S. 90.

[17] Diesner, Hans-Joachim. Augustus und sein Tatenbericht. Die Res gestae Divi Augusti in der Vorstellungswelt ihrerund unsererZeit, In: Klio 67:1 1985. S. 37.

[18] Eck, Augustus, S. 96.

[19] Schlange - Schöningen, Augustus, S. 126f.

Details

Seiten
14
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656009320
ISBN (Buch)
9783656009511
Dateigröße
430 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v178835
Institution / Hochschule
Universität zu Köln
Note
3,0
Schlagworte
Augustus Res Gestae Selbstdarstellung Römische Kaiserzeit Inschriften Auctoritas Römische Geschichte Antike

Autor

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