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Die Schlacht bei Poitiers im Jahre 732 - Verteidigung oder Zusammenprall zweier Kulturen?

Seminararbeit 2002 12 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Franken im 8. Jahrhundert: Beginn der Karolingerdynastie

III. Arabische Expansion: Ausgreifen von Afrika nach Europa

IV. Die Schlacht bei Poitiers 732

V. Zusammenfassung

VI. Literatur/Quellen

I. Einleitung

Bei der Auseinandersetzung mit der Geschichte Europas des beginnenden Mittelalters, trifft man auf einen Zeitraum, der meist nur auf die frühmittelalterliche Staatenbildung gerichtet ist. Besonderer Wert wird hier der Entwicklung der Herrschaftsgebilde beigemessen, die in unmittelbarer Nachfolge des Römischen Reiches zu suchen sind. So wird bei Untersuchungen, ganz gleich welcher Art, die Person des Karl Martell sowie sein Wirken, und hier insbesondere die Gründung einer der wegweisenden Dynastien, keineswegs ignoriert oder ‚übergangen‘ werden können. Es ist viel bekannt über den austrischen Hausmeier, der sich nur in Ausnahmefällen nicht auf ‚Kriegszug‘ befand, über einen Herrscher, der zwar kein König war, aber beinahe wie ein solcher agierte, über den ‚Verteidiger Europas‘, über ‚Karl der Hammer‘, um nur einige seiner geläufigen Beinamen zu nennen.

Folgende Arbeit wird sich insofern auch teilweise mit dem ‚Phänomen Karl Martell‘ auseinandersetzen, soll aber vielmehr die Rahmenbedingungen für die Ursachen der ‚Schlacht bei Poitiers 732‘ aufzeigen. Die Themengrundlage basiert demnach auf der Multiperspektivität der Beteiligten, die folgend sehr vereinfacht in zwei agierende ‚Parteien‘ unterteilt werden: in ein ‚europäisches Christentum‘ und einen ‚arabischen Islam‘. Folgende Arbeit will untersuchen, ob die Schlacht von Poitiers ein bewusster Zusammenprall zweier Kulturen war, oder ob vielmehr die Expansionsbestrebungen einem Machterhaltungswillen gegenüberstanden und somit entscheidend waren; inwieweit Karl Martell Gründe und ein Interesse besaß, in Burgund einzugreifen und ob es sich bei der Schlacht um die so oft zitierte „Entscheidungsschlacht“ handelte. Genannte Aspekte werden möglichst wenig vergleichend dargestellt und sollten im Kontrast gesehen werden. Die ersten beiden thematischen Kapitel werden einen Einstieg in das Thema geben, das folgende ist der Schlacht an sich vorbehalten. Daten und Fakten sind zwar meist sehr punktuell dargestellt, können dadurch aber auch die kultur-historische Brisanz des Themas besser im Gesamtzusammenhang verdeutlichen. Erstmals aufgeführte Personen sind der Übersicht halber kursiv hervorgehoben.

II. Franken im 8. Jahrhundert: Beginn der Karolingerdynastie

In den Jahren 629 bis 639 regierte der letzte starke Frankenkönig aus der Dynastie der Merowinger: Dagobert I. Nach seinem Tod ging die Macht, bedingt durch Streitigkeiten der Nachfolger, immer mehr auf den Adel über. Hier taten sich besonders zwei Geschlechter hervor: eines stammte aus den traditionell fränkischen Gebieten des Ostens (Austrien), das andere hingegen aus dem ‚neu erworbenen‘ Gebiet nördlich der Loire (Neustrien). Den Konflikt konnte das Geschlecht des austrischen Hausmeiers Pippin von Herstal zu seinen Gunsten entscheiden.1

Die Hausmeier waren ursprünglich Vorsteher des königlichen Haushalts und der königlichen Güter. Daher übernahmen sie schon im frühen 7. Jahrhundert auch die Führung des Heeres und gewannen in der Folge bestimmenden politischen Einfluss. Sie führten de facto die Regierung, während die Könige zu bedeutungslosen Schattenkönigen absanken. Als Pippin 714 starb, wurde sein Sohn Karl Martell bei der Nachfolge übergangen konnte sich aber bis 717 innerhalb seines ‚eigenen Hauses‘ durchsetzen und die Position des Hausmeiers in Austrien erlangen. Von da an stand ihm Raganfried, der größte Widersacher des Hauses der Pippiniden gegenüber, gegen welchen er ein Jahr später einen entscheidenden ‚Schlag‘ in der Schlacht vor Soissons ausführen konnte: „Chilperich und Raganfred wurden besiegt, wandten sich zur Flucht und entkamen; bei ihrer Verfolgung drang Karl schnell bis Paris vor. […] als König setzte er Clothar ein.“2

Dass er nicht nur siegen konnte, sondern auch sehr geschickt in staatsmännischer Handhabung war, bewies eine seiner wichtigen Reformen: so verschenkte er nicht mehr königlichen Grundbesitz, sondern stellte ihn in Lehensform zur Verfügung. Jene, die ein Lehen bekamen, waren fortan verpflichtet, dem König Kriegsdienste zu leisten, und zwar beritten sowie mit vollständiger Ausrüstung. Der Machtverlust der Merowinger, wird insofern deutlich, als dass die Merowinger in Form der Auslieferung Chilperichs an Karl 718 die letzte Erwähnung in den Metzer Annalen erfahren.3 Genannter Chilperich wurde vom Herzogen Eudo ausgeliefert, der sich so etwas wie ein unabhängiges Reich (Aquitanien) geschaffen hatte, und zuvor ebenfalls gegen Karl aufbegehrte, sich nun nach erneuter Niederlage einen Friedenschluss und damit die Sicherung seiner eigenen Macht erhoffte. In der Zwischenzeit war der König Clothar verstorben, Karl muss nun den ausgelieferten Chilperich als König anerkannt haben, da die nächste Urkunde nach dessen Regierungsjahren zählt.4 Er soll nach Noyon gebracht worden und dort nach insgesamt sechs Regierungsjahren gestorben sein (720/721). „Nach seinem Tode setzten sie den König Theuderich auf den Thron des Reiches, der auch jetzt noch diesen Thron behauptet und noch viele Jahre vor sich hat“ - stellt die damals gegenwärtige Geschichtsschreibung fest.5 Karl Martell kontrollierte von nun an nicht nur den austrischen, sondern auch den neustrischen Reichsteil. Parallel dazu führte er mehrfach erfolgreich Krieg gegen die Sachsen, unterwirft 725 die Bayern6 und baute so seine Machtposition nach innen wie nach außen weiter aus.

III. Arabische Expansion: Ausgreifen von Afrika nach Europa

Dem Propheten Mohammed gelang es noch vor seinem Tod 632 die Araber zu einen, da fast die gesamte arabische Halbinsel zu dem von ihm proklamierten Glauben des Islam übertrat. Es folgten militärische Auseinandersetzungen mit Byzanz und Persien, die den Weg zu einer politischen, geographischen als auch religiösen Macht ebneten. Dem Kalifen Omaijade Muawija gelang es, die Ära der Kalifenwahl zu beenden und damit die Dynastie der Omaijaden zu begründen, die bis 750 regierte. Schon siebzig Jahre nach dem Tod Mohammeds dehnte das neue Reich seinen rasant wachsenden Machtbereich auf Nordafrika aus. Ihre Unabhängigkeit von Ägypten erlangte die Provinz Ifrīqiya durch Mūsā b. Nusayr im Jahre 705; sicherlich war auch er es, der daran dachte ‚den Sprung nach Europa‘ zu wagen.7

Nach dem Tod Witizians im Jahre 710 wurde Roderich zum König des westgotischen Reiches bestimmt (mit Sitz in Cordoba). Auf afrikanischer Seite beherrschte der Graf Julianus von Septem das Gebiet um Ceuta, die letzte byzantinische Enklave auf dem afrikanischen Kontinent. Er hatte sich mit dem Sohn Witizians verbündet, der ebenfalls Machtansprüche auf den Posten von Roderich stellte.

Ibn Al-Athîr berichtet: „Als Roderich König geworden war, empfing er eine Tochter Julianus`, des Gouverneurs von Algericas, Ceuta und anderer Orte. Sie gefiel ihm und er tat ihr Gewalt an. Die Nachricht von der Vergewaltigung, die die Tochter ihrem Vater mitteilte, erzürnte diesen. Er nahm mit Mûsâ ibn Nusayr, dem von al-Walîd ibn `Abd al-Malik in Ifriqiya ernannten Gouverneur, Kontakt auf und erbot sich, sich seiner Macht zu unterwerfen, wenn dieser ihm seine Bitte erfülle. Mûsâ war einverstanden und Julianus machte ihm den Weg in die ihm unterstellten Gebiete frei, nachdem er von dem Neuankömmling für sich und die Seinen zufrieden stellende Zusicherungen erhalten hatte. Julianus händigte ihm dann eine Beschreibung Spaniens aus und verlangte von ihm den Überfall auf Spanien. Das geschah am Ende des Jahres 90 [im November 708].“8 Wahrscheinlicher, als in der Quelle beschrieben, ist, dass der Gouverneur Julianus mit der umstrittenen Wahl Roderichs zum König - im Westgotenreich Toledo wurden die Könige durch Wahl bestimmt - nicht einverstanden war und deshalb entsprechende Informationen über das westgotische Reich lieferte. So erhoffte er sich, dass die Invasoren den unliebsamen Gegner beseitigen und mit ihrer ‚Beute‘ wieder abziehen und somit das Land ihm und seinen Interessen überlassen würden.

Im Ramadan des ‚Jahres 91‘ (Juli 710) landeten erstmals muslimische Truppen, allerdings unter dem Befehl eines Berberoffiziers namens Tarif ibn Malluk, auf der iberischen Halbinsel. Später wurde das Kommando dem Freigelassenen Sklaven Tariq ibn Ziyād - ebenfalls ein Berber - übertragen. Schließlich ist auch er es, der dem Berg auf europäischer Seite seinen Namen verleiht: Gebel al-Tarik (Berg des Tarik).9 Zunächst gelang es ihm, das Heer des Benecius (ein Vetter des Königs Roderich) und schließlich im Juli 711 das Heer des Königs Roderich selbst zu schlagen. Toledo und Cordoba ergeben sich im Jahre 712, acht Jahre später folgt Barcelona; mittlerweile ist nahezu die gesamte Halbinsel besetzt bzw. erobert. Der Kalif ernennt den Feldherrn Abd ar-Rahman zum Statthalter von Spanien, der ihm zum Dank 6000 westgotische Jungfrauen nach Damaskus geschickt haben soll. Es ist auch Abd ar- Rahman, der den Kalifen überzeugen kann, Byzanz vom Westen her anzugreifen, da er schneller zu Fuß von den Pyrenäen zur Donau gelangen würde, als die ‚Oströmer‘ ihre Truppen von der Süd- zur Nordgrenze verlegen könnten.10

Es folgten ständig wechselnde Gouverneure im Gebiet Hispaniens. Grund hierfür waren die anhaltenden Konflikte und Machtstreitigkeiten zwischen den Berbern und Arabern, aber auch innerhalb der arabischen Bevölkerung: zwischen Jemeniten und Mudariten, Kalbiten und Qasiten, Syrern und Medinesern.11 Trotz vergleichsweise geringer Heeresstärke der ‚neuen‘ iberischen Machthaber vermag niemand oder ist niemand seitens der ‚Europäer‘ gewillt, die noch immer nordwärts strebenden ‚Moslems‘ wirksam aufzuhalten. So ziehen sie in Narbonne (720), Carcassone und Nîmes (725) ein und können parallel dazu ihre Macht auf der iberischen Halbinsel festigen.12

IV. Die Schlacht bei Poitiers 732

In den Regesta Imperii ist von einer „Heerfahrt gegen den treubrüchigen Eudo“ die Rede. Noch 721 verhinderte er die Einnahme der Stadt Toulouse durch die Araber. Sein Sieg wurde selbst in Rom hoch geschätzt. Durch seinen Erfolg gestärkt, versuchte er seine Stellung unter anderem dadurch zu festigen, dass er ein Bündnis mit einem Berberfürsten einging. Dieser Vertrag wird in den Fredegar-Fortsetzungen nur nebenbei erwähnt, ohne ihn aber zu konkretisieren. Der Herzog von Aquitanien war seit der Auslieferung Chilperich II. mit Karl Martell verbündet, erhielt dafür die Anerkennung seiner Stellung als ‚dux und princeps‘ - als erblicher Herrscher mit Autonomieansprüchen - bestätigt.13

So nutzte er diese auch aus, indem er ‚Feinde‘ Karl Martells in seinem Herzogtum aufnahm, sp beispielswiese den ehemaligen neustrischen Hausmeier Raganfred und Bischof Rigobert von Metz.14

Vielleicht ist dies der erwähnte Treuebruch, der Karl veranlasste gegen ihn in den Krieg zu ziehen. Eine spanische Chronik aus dem Jahre 754 berichtet hingegen, dass Eudo Karl Martell nach der Niederlage gegen die Sarazenen gerufen habe, und dass dieser sich erst nach der Niederlage und den Verwüstungen bei Bordeaux auf die ‚Heerfahrt‘ nach Burgund begab.15

In den Regesta Imperii heißt es weiter, dass nach der Heerfahrt gegen den treubrüchigen, dieser geflohen war und in diesem Jahr das Land jenseits der Loire zweimal verwüstet wird;16 und in den Fredegar-Fortsetzungen dazu: „Als der Herzog Eudo sah, dass er besiegt und dem Spott preisgegeben war, stachelte er das treulose Volk der Sarazenen auf, ihm gegen den princeps Karl und das fränkische Volk beizustehen.“17

Riché spricht gar von ‚Verleumdung‘ seitens der ‚karolingischen Propaganda‘ und wehrt sich entschieden gegen diese Quellenlage, er sieht vielmehr in Eudo den treuen Bundesgenossen, der Karl um Hilfe bat, als der Statthalter Abd ar-Rhaman in Aquitanien einfiel und plündernd gegen Bordeaux zog.18

Eine Synthese der Fredegar-Fortsetzungen und der spanischen Chronik von 754 würde folgendes Bild ergeben: Der Berber-Fürst Munnuza, verbündet mit dem Herzogen Eudo, lehnte sich gegen die Zentralgewalt Hispaniens auf - ähnlich dem Versuch den einst Eudo gegen Karl Martell unternahm. Nach dessen Niederlage griff Abd ar-Rhaman auch gegen seinen dessen Verbündeten - Eudo - aus. Eudo selbst richtete, während er bereits gegen den obersten Heerführer des islamischen Spaniens kämpfte, einen Hilferuf an Karl, der daraufhin eingriff, um ein weiteres Vordringen zu verhindern, als auch seinem Bündnis mit Eudo treu zu bleiben.

Das Territorium nördlich der Pyrenäen - das alte Settimania (bestehend aus den sieben wichtigen Städten Narbonne, Nîmes, Agde, Beziers, Lodève, Carcassone und Maguelone) - war seit den ersten Streifzügen über die iberische Halbinsel hinaus immer wieder in ‚Mitleidenschaft‘ gezogen worden. Unter den zahlreichen Streifzügen ist nun jener aus dem Jahre 732 der wohl bekannteste geworden. 732 überschritt ein arabisches Heer, dessen Zahl oftmals mit 400.000 Mann angeben wird, die Pyrenäen. Die gesicherte Annahme dieser Zahl ist in Frage zu stellen, nicht aber, dass es sich für das 8. Jahrhundert um ein sehr großes Heer gehandelt haben muss. Fest steht, dass selbst ein ‚normal-großes Heer‘ die These des Feldzuges gegen Byzanz vom Norden und Westen her unterstützt. Es scheint angesichts dessen eher unrealistisch, dass ein solch enormer Aufwand betrieben wird, nur um sich an einem Bundesgenossen eines schon geschlagen Aufrührers zu rächen. So wird im Rahmen dieses Feldzuges sicherlich auch dies mit in Betracht gezogen werden können, aber wohl eher eine gezielte Islamisierung Europas - schon aus der Wesenskultur des Islams heraus - und eine Umzingelung von Byzanz im Mittelpunkt gestanden haben. Auf ihrem Weg dahin stießen die ‚islamischen Eroberer‘ im Jahre 732 zum ersten mal auf erheblichen Widerstand, der seit den Expansionsbestrebungen nach dem Tode des Propheten Mohammed auch zum ersten mal jene selbst stoppen und zurückweisen sollte.

Nachdem die Araber bereits die Hilariusabtei vor Poitiers niedergebrannt hatten und weiter Richtung Tours ziehen wollten, trafen sie nördlich von Poitiers, am Einfluss des Clain in die Vienne, auf das fränkische Heer.19

Unter Karl Martell entstand, wie schon erwähnt im Zuge der Lehenswesen-Reform die Grundlage für die schwere Reiterei. So wandte sich der Adel vorwiegend der Reiterei zu und bildete unter der Bezeichnung Geharnischte (gens d`armes) eine Kavallerie, die eben in einer solchen Art zuerst bei der Schlacht von Poitiers auftrat. Das fränkische Heer bezog zwischen den Flüssen Clain und Vienne seine Stellung, konnte dadurch gleichzeitig seine Flanken schützen, an denen sich die Kavallerie verteilte.

Beide Heere stehen sich sieben Tage gegenüber, bis die Araber sich entschließen anzugreifen. Es gelingt ihnen nicht die ‚unbewegliche Mauer‘ der Franken zu überwinden. Bei diesen Angriffen kommt der arabische Heerführer selbst ums Leben; bei dem Gegenangriff der fränkischen Kavallerie mussten die Kundschafter feststellen, dass das Lager der Araber schon verlassen war, die sich bereits Richtung Spanien zurückgezogen hatten. Weiter heißt es, dass 375.000 Sarazenen und nur 1500 Franken gefallen sein sollen (als Quelle wird genannt: Epistola Francorum).20 Angesichts des damaligen Bevölkerungs- als auch Technikstandes scheinen diese Zahlen, ähnlich der bereits erwähnten 400.000, die schon die Pyrenäen überquert haben sollen, abermals mehr als überhöht. So ist es offensichtlich, dass sie lediglich den Sieg Karl Martells als einzigartig darstellen sollen; seine Herrschaft legitimieren etc. Seine wohl ‚rühmlichste Tat‘ war, dass er die ‚schlimmste Gefahr‘ band: er hielt die Sarazenen auf.21

Den Fredegar-Fortsetzungen zufolge besiegte er nicht nur Abd ar-Rhaman mit Christi Beistand, sondern zog weiter südwärts um jene zu verfolgen und ‚aufständische und ungläubige Völker abzuwehren‘. Als der Herzog Eudo starb (735) soll er kurz zuvor noch die Gegend um Bordeaux unterworfen haben. Abschließend zieht der Schreiber eine Linie von Adam und Eva bis in das gegenwärtige Jahr 735, welches das ‚5937. Jahr‘ nach dem Zyklus des Victorius seit der Welterschaffung sein soll.22 Es unterstreicht aber vielmehr in welche Tradition bedeutender Ereignisse der Schreiber die Person Karl Martells zu stellen versucht.

[...]


1 Vgl. Parker, Goeffrey (Hg.): Historischer Weltatlas, München 1996, S. 106f.

2 Aus: Kusternig, Andreas (Übers.): Quellen zur Geschichte des 7. und 8. Jahrhunderts (Bd. IVa), Darmstadt 1982, S. 283f.

3 Vgl. Nonn, Ulrich: Das Bild Karl Martells in mittelalterlichen Quellen, in: Jarnut, Jörg u. a. (Hg.): Karl Martell in seiner Zeit, Sigmaringen 1994, S. 13.

4 Vgl. Mühlbacher, Engelbert (Hg.): Regesta Imperii. Abt. 1 Die Regesten des Kaiserreichs unter den Karolingern: 751 - 918 (Bd. I), Innsbruck 1908, S. 13.

5 Vgl. Kusternig, Andreas (Übers.): Quellen zur Geschichte des 7. und 8. Jahrhunderts (Bd. IVa), S. 285.

6 Vgl. Mühlbacher, Engelbert (Hg.): Regesta Imperii, S. 13ff.

7 Vgl. Haarmann, Ulrich: Geschichte der Arabischen Welt, München 1994, 265ff. 5

8 Aus: Ibn Al-Athîr: Annales du Maghreb et de L`Espagne, franz. Übersetzung v. Fagnan, E., Algier 1898, S. 41f. , arab. Text S. 444.

9 Vgl. Konzelmann, G.: Die Araber und ihr Traum vom Großarabischen Reich, München 1989, S. 43. 6

10 Vgl. Konzelmann: Die Araber, S. 44ff.

11 Crespi, Gabriele: Die Araber in Europa, Stuttgart; Zürich 1992, S. 39 f.

12 Vgl. Hunke, Siegried: Allahs Sonne über dem Abendland, Stuttgart 1989, S. 194.

13 Vgl. Werner, Karl Ferdinand: Die Ursprünge Frankreichs bis zum Jahr 1000, München 1995, S. 362ff.

14 Vgl. Riché, Pierre: Die Karolinger. Eine Familie formt Europa, München 1992, S. 46ff. 7

15 Vgl. Staudte-Lauber, Annalena: Carlus princepc regionem burgundie sagaciter penetravit, in: Jarnut, Jörg u.a. (Hg.): Karl Martell in seiner Zeit, Sigmaringen 1994, S. 82.

16 Vgl. Mühlbacher, Engelbert (Hg.): Regesta Imperii, S. 16.

17 Vgl. Kusternig, Andreas (Übers.): Quellen zur Geschichte des 7. und 8. Jahrhunderts (Bd. IVa), S. 285.

18 Vgl. Riché, Pierre: Die Karolinger, S. 54ff.

19 Vgl. Mühlbacher, Engelbert (Hg.): Regesta Imperii, S. 16.

20 Ebd., S. 16.

21 Vgl.: Wattenbach, Wilhelm/Levison, Wilhelm/Bucher, Rudolf: Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter: Vorzeit und Karolinger. Die Karolinger vom Anfang des 8. Jahrhunderts bis zum Tode Karls des Großen, Weimar 1952, S. 162f.

22 Kusternig, Andreas (Übers.): Quellen zur Geschichte des 7. und 8. Jahrhunderts (Bd. IVa), S. 287.

Details

Seiten
12
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783656019978
ISBN (Buch)
9783656020608
Dateigröße
523 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v179558
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Mittealterliche Geschichte
Note
1,7
Schlagworte
schlacht poitiers jahre verteidigung zusammenprall kulturen

Autor

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