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Darstellung des Begriffs der Mythologie in den kunstphilosophischen Frühschriften Schellings

Seminararbeit 1980 41 Seiten

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Die Stellung der Kunst im TI

Die Forderung nach der „neuen Mythologie“

im TI im Vergleich zum „Ältesten System-

programm des deutschen Idealismus

Mythologie in der „Philosophie der Kunst“
1. Das Absolute
2. Das Universum
3. Die Mythologie

Die Differenzbestimmung von antiker und

moderner Poesie durch die Mythologie

Einige Abschlussbemerkungen

Literaturverzeichnis

Einleitung

In der folgenden Arbeit soll die Mythologiebestimmung in den kunstphilosophischen Frühschriften Schellings untersucht werden. Hierfür wurden die beiden Schriften“ System des transzendentalen Idealismus“ (1800) und “Philosophie der Kunst“ (aus dem Nachlass 1859) herangezogen, weil in beiden Schriften die Kunst eine herausragende Stellung einnimmt. Interessant erscheint mir ein Vergleich der Konzeption, wie sie im „System des transzendentalen Idealismus“ (abgekürzt: TI) aufgezeigt wird, mit dem sogenannten „ÄltestenSystemprogramm des deutschen Idealismus“, dieses nicht nur, weil die Urheberschaft des Manuskripts unter anderem auch Schelling zugeschrieben wird, sondern auch wegen der Forderung nach einer „Neuen Mythologie“, die den Abschluss beider Schriften bildet.

Hauptgegenstand dieser Arbeit ist dann die „Philosophie der Kunst“ (abgekürzt : PhdK), weil in ihr eine Mythologiekonzeption Schellings voll entfaltet wird, während eine solche im TI nur angedeutet wird. Beide Schriften werden verschiedenen Systemen Schellings zugeschrieben, dem Transzendental- und dem Identitätssystem, darum ist es erforderlich, zu Beginn jeweils einen Teil des Inhaltes der Schriften wiederzugeben. Da aus dem TI nur wenig über den Mythologiebegriff zu entnehmen ist, habe ich hier entsprechend weniger Raum für die allgemeine Darstellung verwendet; dagegen war es in der Behandlung der PhdK erforderlich, hierfür einen verhältnismäßig großen Platz aufzuwenden. Hierzu wurde ich auch bestärkt durch viele Darstellungen in der Sekundärliteratur, die bei der Interpretation der Schellingschen Mythologiekonzeption Kategorien (wie z.B. Ideen, Götter usw.) verwenden, ohne deren genaue Bedeutung und ihre Stellung im System zu bestimmen.

Die Stellung der Kunst im TI

Die Aufgabe, die Schelling sich stellt, ist es, aus der Intelligenz die bewusstlose Natur abzuleiten. Dieses verlangt, als Ursprung eine absolute Identität zu setzen, in der die Antinomien ganz aufgehoben sind. Schelling postuliert diese als ein „absolutes Ich“, das sich in einem Prozess des Selbstbewusstwerdens in drei Hauptepochen zum “empirischen Ich“ entwickelt. Diesen Epochen stehen Epochen der unbewussten Naturproduktion gegenüber, die ursprünglich ebenfalls aus dem “absoluten Ich“ entstanden. Während dieses Prozesses verschwindet im Ich das Wissen von dieser ursprünglichen Einheit, die Natur erscheint als „Ding an sich“. Daraus ergibt sich als Problemstellung der Philosophie,

„als Naturphilosophie die Geschichte der unbewußten Tätigkeit des Selbstbewußtseins, der Natur, und als Transzendentalphilosophie die Entwicklungsgeschichte des Geistes als selbstbewußte Tätigkeit seiner selbst aufzuzeigen“ (STEGELMANN, 54).

Die Kunst erlangt in der Transzendentalphilosophie die Abschlussfunktion als „ewige(s) Organon zugleich und Document der Philosophie“ (TI,627). Die ästhetische Produktion beruht auf einem Gegensatz, einem Widerspruch, „der das Letzte in ihm, die Wurzel seines ganzen Daseyns, angreift“ TI, 616).

Dieser Widerspruch endet

„nach dem Bekenntniß aller Künstler, und aller, die ihre Begeisterung theilen, im Gefühl einer unendlichen Harmonie, und daß diese Gefühl, was die Vollendung begleitet, zugleich eine Rührung ist, beweist schon, daß der Künstler die vollständige Auflösung des Widerspruchs, die er in seinen Kunstwerken erblickt ,nicht allein sich selbst, sondern einer freiwilligen Gunst seiner Natur zuschreibt, …; denn so wie der Künstler unwillkürlich, und selbst mit innerem Widerstreben zur Produktion getrieben wird (…), ebenso kommt auch das Objektive zu seiner Produktion gleichsam ohne sein Zuthun, d.h. selbst bloß objektiv, hinzu.“ (TI, 617)

Der Künstler muss ein Genie sein –

„ das Genie ist dadurch von allem anderen, was bloß Talent oder Geschicklichkeit ist, abgesondert, daß durch dasselbe ein Widerspruch aufgelöst wird, der absolut und sonst durch nichts andere auflösbar ist. In allem, auch dem gemeinsten und alltäglichsten Produciren wirkt mit der bewußten Thätigkeit eine bewußtlose zusammen; aber nur ein Produciren, dessen Bedingung ein unendlicher Gegensatz beider Thätigkeiten war, ist ein ästhetisches und nur durch Genie mögliches“ (TI, 624).

Ihm gelingt die Vereinigung eines unbewusst hervorbrechenden schöpferischen Triebes mit der freien, mit Bewusstsein gestalteten Tätigkeit. Der Kunst gelingt es, das objektiv darzustellen, was dem

Philosophen nur subjektiv darstellbar ist: die ästhetische Anschauung des Ich, „als höchste Potenz der Selbstanschauung des Ich, die ideelle Identität von Subjekt und Objekt“ (KÜSTER, 106) enthaltend, erlangt eine höhere Bedeutung als die intellektuelle Anschauung des Philosophen.

„Die intellektuelle Anschauung vergleicht Schelling mit dem Schöpfungsakt großer Kunstwerke, das heißt, er setzt philosophische Erkenntnis mit künstlerischer Genieleistung (im Sinne der Romantik) gleich. Dadurch wird die philosophische Erkenntnis bei Schelling zur Sache weniger Auserwählter, deren Aussagen sich jeder Nachprüfung entziehen.“ (Buhr in DIETZSCH, 23)

Kunst wird bei Schelling zur “einzige(n) und ewigen(n) Offenbarung“ (TI, 618), das uns von der „absoluten Realität jenes Höchsten“ (TI, 618) überzeugen soll, es unterscheidet sich von allen anderen Produkten gründlich:

„Denn vom organischen Naturprodukt unterscheidet sich das Kunstprodukt hauptsächlich dadurch, daß das organische Wesen noch ungetrennt darstellt, was die ästhetische Produktion nach der Trennung, aber vereinigt darstellt; daß die organische Produktion nicht vom Bewußtsein, also auch nicht von dem unendlichen Widerspruch ausgeht, welcher Bedingung der ästhetischen Produktion ist. Das organische Naturprodukt wird also,,(…) ,auch nicht nothwendig schön seyn, und wenn es schön ist ,so wird die Schönheit, weil ihre Bedingung in der Natur nicht als existirend gedacht werden kann ,als schlechthin zufällig erscheinen, woraus sich das ganz eigenthümliche Interesse an der Naturschönheit, nicht insofern sie Schönheit überhaupt, sondern insofern sie bestimmt Naturschönheit ist, erklären läßt. Es erhellt daraus von selbst, was von der Nachahmung der Natur als Princip der Kunst zu halten sey, da, weit entfernt, daß die bloß zufällig schöne Natur der Kunst die Regel gebe, vielmehr, was die Kunst in ihrer Vollkommenheit hervorbringt, Princip und Norm für die Beurtheilung der Naturschönheit ist.“ (TI,621f)

Kunst ist unabhängig von äußeren Zwecken, sie ist heilig und rein, „welches soweit geht, daß sie nicht etwa nur die Verwandtschaft mit allem, was bloß Sinnenvergnügen ist, welches von der Kunst zu verlangen der eigentliche Charakter der Barbarei ist, oder mit dem Nützlichen, welches von der Kunst zu fordern nur einem Zeitalter möglich ist, daß die höchsten Efforts des menschlichen Geistes in ökonomische Erfindungen setzt, sondern selbst die Verwandtschaft mit allem, was zur Moralität gehört, aussschlägt, ja selbst die Wissenschaft, welche in Ansehung ihrer Uneigennützigkeit am nächsten an die Kunst grenzt, bloß darum, weil sie immer auf einen Zweck außer sich geht, und zuletzt selbst nur als Mittel für das Höchste (die Kunst) dienen muß, weit unter sich zurückläßt.“ (TI, 622f)

Kunst und Wissenschaft haben in ihrer höchsten Funktion dieselbe Aufgabe, „so ist doch diese Aufgabe, wegen der Art sie zu lösen, für die Wissenschaft eine unendliche“ (TI, 623). Kunst bekommt eine Vorbildfunktion für die Wissenschaft: „wo die Kunst sey, soll die Wissenschaft erst hinkommen“ TI,623). In der Wissenschaft gibt es keine Genies, weil die Wissenschaft ihre Aufgaben „mechanisch“ oder “scientifisch“ lösen kann.

„Nur das, was die Kunst hervorbringt, ist allein und nur durch Genie möglich, weil in jeder Aufgabe, welche die Kunst aufgelöst hat, ein unendlicher Widerspruch vereinigt ist.“ (TI, 612)

Die vollendete Philosophie wird wieder in die Poesie zurückfließen, wie sie aus ihr entstanden war, als ein Mittelglied dieser Rückkehr bezeichnet Schelling die Mythologie.

Die Forderung nach der „neuen Mythologie“ im TI im Vergleich zum „Ältesten Systemprogramm des deutschen Idealismus“

Schelling fordert zum Abschluss des TI eine neue Mythologie. Diese Mythologie soll nicht ein Individuum schaffen, sondern soll durch“ nur einen Dichter gleichsam vorstellendes Geschlecht“ (TI, 629) geschaffen werden – über die Art der Entstehung weiß er allerdings keine Aussage zu machen, „dieß ist ein Problem, dessen Auflösung allein von den künftigen Schicksalen der Welt und dem weiteren Verlauf der Geschichte zu erwarten ist.“ (TI, 629).

Eine Mythologie ist erforderlich, um die Identitätserfahrung des Künstlers zum Allgemeingut machen zu können. Ist der Künstler ein Genie, bleibt seine Erfahrung nur für ihn verstehbar, nur wenigen durch Begabung Auserwählten zugänglich. Die Mythologie kann, wenn sie durch die Gattung, als Leistung eines gleichsam zum Individuum gewordenen Menschengeschlechts geschaffen wird, eine Genieleistung der gesamten Gattung werden und damit auch jedem dieser Gattung Zugehörigen verstehbar sein.

Hier scheint ein Vergleich interessant zu sein zwischen dieser Auffassung der Mythologie zu der des „Ältesten Systemprogramms des deutschen Idealismus“. Dort heißt es:

„Die Poesie bekömmt dadurch (durch den ästhetischen Sinn, PK) e(ine) höhere Würde, sie wird am Ende wieder, was sie am Anfang war Lehrerin der Menschheit; denn es gibt keine Philosophie, keine Geschichte mehr, die Dichtkunst allein wird alle übrigen Wissenschaften u(nd) Künste überleben. Zu gleicher Zeit hören wir so oft, der große Hauffen müße eine sinnliche Religion haben. Nicht nur d(e)r große Hauffen, auch derPhil (osoph) bedarf ihrer. Monotheismus der Vern(unft) des Herzens, Polytheismus der Einbildungskraft u(nd) der Kunst. Dis ists, was wir bedürfen! Zuerst werde ich hier von einer Idee sprechen die so viel ich weiß, noch in keines Menschen Sinn gekommen ist – wir müßen eine neue Mythologie haben, diese Mythologie aber muß im Dienste der Ideen stehen, sie mus e(ine) Mythologie der Vernunft werden. Ehe wir die Ideen ästhetisch d(as) h(eißt) mythologisch machen, haben sie für das Volk kein Interesse u(nd) umgek(ehrt) ehe d(ie) Myth(ologie) vernünftigt ist, muß sich der Philos(oph) ihrer schämen. So müssen endl(ich) aufgeklärte u(nd) Unaufgekärte sich d(ie) Hand reichen, die Myth(ologie) muß philosophisch werden, um die Philosophen sinnl(ich) zu machen. Dann herrscht ewige Einheit unter uns. Nimmer der verachtende Blik, nimmer das blinde Zittern des Volkes vor seinen Weisen u(nd) Priestern. Dann erst erwartet uns gleiche Ausbildung aller Kräfte, des Einzelnen sowohl als aller Individuen. Keine Kraft wird mehr unterdrükt werden, dann herrscht allgemeine Freiheit und Gleichheit der Geister! –Ein höherer Geist vom Himmel gesandt, muß diese neue Religion unter uns stiften, sei wird das lezte, größte Werk der Menschhheit seyn.“ (FRANK/KURZ, 111f., in Klammern wurden die Abkürzungen im Original zur besseren Lesbarkeit ergänzt)

Auffallend ist hier, dass das Erziehungsideal der Aufklärung (Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit – Kant) verschwindet. Der Zustand der Unaufgeklärtheit soll nicht mehr beseitigt werden, Aufgeklärte und Unaufgeklärte sollen sich die Hand reichen. Die Frage, warum die philosophischen Ideen für das „Volk“ kein Interesse haben, wird nicht gestellt. Rückkehr zur Poesie ist ein gemeinsames Merkmal der beiden Schriften — Schelling verlangt aber zuerst die Vollendung der Philosophie, für ihn hat die Philosophie noch einen höheren Erkenntniswert als für den (die) Verfasser des Systemprogramms. Die Forderung nach einer neuen Mythologie ist für den (die) Verfasser des Systemprogramms Aufgabe des Augenblicks, für Schelling dagegen ist sie eine zukünftige Aufgabe, deren Lösung er nicht geben kann. Widersprüchlich im Systemprogramm ist die Stellung des Schlusssatzes zu den vorhergehenden: Hier drückt sich die Erwartung einer neuen christlichen Offenbarung („Ein höherer Geist vom Himmel gesandt“) aus, dieses harmoniert nicht mit dem aktiven Moment des Schaffenwollens der neuen Mythologie im oberen Teil des Textes.

Eine Rückkehr zu den zerfallenden Mythologiegestalten der griechischen oder einer anderen der alten) Mythologien wird ausgeschlossen – es soll eine neue “Mythologie der Vernunft“ werden, paradoxerweise als neue Religion. Beiden Schriften ist gemeinsam, dass ihre Forderung nach einer neuen Mythologie irreal und undurchführbar scheint, die spätere Wendung zum Katholizismus ist in der Unerreichbarkeit der Utopie fast schon zwangsläufig vorprogrammiert. Schellings Versuch, „die Enklave der Philosophie aufzusprengen“ (FREIER,173), scheitert:

„Soll die Erinnerungsarbeit, als die transzendentalphilosophisch die Produktion des einzelnen künstlerischen Genies erscheint, sich in einem Werk der Gattung niederschlagen, in dem sich jene so erfährt wie der einzelne Künstler, dann müßte sich vorher ein Dichtungssubjet der Gattung konstituieren. Die Vorstellung der neuen Mythologie ist verdunkelt von der Schwierigkeit, ein Zurechnungssubjet zu denken, das in strikter Analgie zur künstlerischen Produktion Einzelner eine Genieerfahrung der Gattung ermöglichen würde.“ (FREIER,173)

Die Forderung nach einer neuen Mythologie wird auch in der “Philosophie der Kunst“ in veränderter Form wieder auftreten.

Mythologie in der „Philosophie der Kunst“

Wie auch schon im TI ist der Begriff der Mythologie in der PhK in einen Systementwurf eingebaut. Während im TI das Ich das grundlegende Prinzip des Systems war, ist es in der PhK das Absolute, die Einheit aus Subjekt und Objekt. Dieses macht es erforderlich, um das Wesen der Mythologiebestimmung darstellen zu können, einen Abriss des Systems nachzuzeichnen. Im folgendem wird darum dem Schellingschen System folgend der „Allgemeine Theil der Philosophie der Kunst“ dargestellt werden, der Klarheit nach in der von Schelling vorgenommenen Reihenfolge. Hierbei werden zwangsläufig viele Aspekte dieses Systementwurfes nicht oder nur sehr kurz erwähnt werden können – Ziel soll es ja nur sein, die Mythologiekonzeption verständlich darzustellen.

Für Schelling ist die Philosophie unteilbar, alle Gliederungen hiervon können nur Potenzen des einen Absoluten sein. Philosophie der Kunst ist darum die Wissenschaft des unendlichen Absoluten in der Potenz der Kunst, das Besondere (die Kunst) ist nur deswegen Bestandteil philosophischer Untersuchung, weil sie das Besondere als Darstellung des Absoluten ist. Hiermit wird auch eine Abgrenzung zwischen einer Philosophie und einer Theorie der Kunst deutlich: Als Theorie der Kunst bleibt das Besondere nur Darstellung des Besonderen, denn

„ich construire demnach in der Philosophie der Kunst zunächst nicht die Kunst als Kunst, als dieses Besondere, sondern ich construire das Universum in der Gestalt der Kunst, und Philosophie der Kunst ist Wissenschaft des All in der Form oder Potenz der Kunst. Erst mit diesem Schritt erheben wir uns in Ansehung dieser Wissenschaft auf das Gebiet einer absoluten Wissenschaft der Kunst.“ (PhdK,12)

Konstruieren bedeutet für Schelling die Gegensätze zur Einheit aufzuheben, Darstellung der ursprünglichen Einheit als Vereinigung der realen und idealen Welt. „Die Kunst construiren heißt, ihre Stellung im Universum bestimmen“ (PhdK, 17). Der Systementwurf muss folgerichtig in der Bestimmung des Absoluten und des Universums beginnen.

1. Das Absolute (§§1-7)

Gott wird hier definiert als „unmittelbare Affirmation von sich selbst“ (PhdK, 17). Er ist das einzige Wesen, dessen Sein aus dem Begriff folgt. Er wird aufgefasst als die absolute Vernunft, so ist er hier nicht als der Schöpfergott der Religionen zu verstehen, sondern als Einheit aller Realität. Doch diese Einheit ist nicht absolut ununterscheidbares Sein, sondern setzt sich aus drei Momenten zusammen. Diese Momente sind die unendliche Realität (das Affirmierte), die unendliche Idealität (das Affirmierende) und die Indifferenz beider, „er selbst aber ist keine von diesen insbesondere“(PhdK, 18): Gott setzt sich selbst, er wird durch sich gesetzt und begreift sich als sich setzend. Schelling gibt für diesen Sachverhalt folgendes Beispiel:

„Aber er ist selbst keines davon (den drei Momenten, PK) insbesondere, denn er selbst ist nur die unendliche Affirmation, und zwar als unendlich, so daß er jene nur begreift; das Begreifende aber ist nicht identisch mit dem, was es begreift, z.B. Länge=Raum, Breite=Raum, Tiefe=Raum, aber der Raum selbst eben deßhalb nichts davon insbesondere, sondern nur die absolute Identität, die unendliche Affirmation, das Wesen davon.“ (PhdK,18)

Die drei Momente lassen sich unterscheiden, das Absolute ist aber keines von diesen Dreien, sondern die absolute Einheit davon. Diese drei Momente sind für Schelling Grundlage des gesamten Systems, sie werden auch im Weiteren ständig benutzt werden.

[...]

Details

Seiten
41
Jahr
1980
ISBN (eBook)
9783656025825
ISBN (Buch)
9783656027317
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v179983
Institution / Hochschule
Universität Bremen
Note
1,0
Schlagworte
Schelling Idealismus Kunst Kunstphilosophie

Autor

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Titel: Darstellung des Begriffs der Mythologie in den kunstphilosophischen Frühschriften Schellings