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How Many Parts To Make At Once

Die Bestimmung der optimalen Losgröße nach Ford W. Harris

Seminararbeit 2010 22 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1. Einführung
1.1. Hintergründe und Geschichte der LOSGRÖßENBESTIMMUNG
1.2. Lebenslauf von Ford W. Harris

2. Problemdarstellung

3. Ermittlung der optimalen Produktionsmenge nach Harris
3.1. Zu berücksichtigende Faktoren zur Ermittlung der optimalen Produktionsmenge
3.2. Aufstellen der Formel der optimalen LOSGRÖßE nach Ford W. Harris
3.3. Anwendungsbeispiele und grafische Darstellung des Problems

4. Vergleich der Lösungsansätze von Ford W. Harris und Kurt Andler

5. Kritische Würdigung der bekannten Ansätze von Harris und Andler

Literaturverzeichnis

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung

1.1. Hintergründe und Geschichte der Losgrößenbestimmung

Die Bestimmung der optimalen Losgröße ist in der heutigen, aber auch in der damaligen Wirtschaft von großer Bedeutung und aus diesem Grund befasse ich mich auf den folgenden Seiten näher mit diesem Thema. Die zentralen Ansätze stammen von Ford W. Harris und Kurt Andler, dennoch sind dies nur zwei Namen in der Geschichte der optimalen Losgrößenbestimmung, die jedoch in diesem Rahmen ausreichen sollten. Besonderes Augenmerk soll hier auf die Methode von Ford Whitman Harris eingegegangen werden, dessen Lebenslauf im Folgenden ebenfalls kurz beschrieben wird, um eine grobe Vorstellung seines Lebenswerkes zu erhalten und seine persönliche Methode zur Bestimmung der optimalen Losgröße besser einordnen zu können.

Erstmals präsentierte Ford W. Harris sein Economic Order Quanitity Modell (EOQ- Modell) im Jahre 1913. Obwohl seine Arbeit in den Anfängen des zwanzigsten Jahrhunderts veröffentlicht wurde und in relativ großer Auflage gedruckt wurde, fand es in den Folgejahren eher wenig Anerkennung, bis es etliche Zeit später im Jahre 1988 wieder entdeckt wurde. In dieser langen Zeit gab es viele Uneinigkeiten, da sich niemand im Klaren über den Ursprung von Harris Annahmen seines EOQ- Modells war. Es existierte eine Vielzahl an Rezensionen und Diskussionen frühzeitiger Modelle zur Bestimmung der optimalen Produktionsmenge, aber dennoch blieb die große Verbreitung der Formeln und Methoden in der geschichtlichen Entwicklung aus.[1]

Ford W. Harris war der erste, der 1913 versuchte eine Methode zur Losgrößenbestimmung in eine Formel zu fassen. Er schrieb dies alles nieder in dem Aufsatz „How many parts to make at once“, der dann in der „Factory, The Magazine of Management“ veröffentlicht wurde. Diese Zeitschrift war derzeit mit einer Leserschaft um die 10.000 Personen sehr weit verbreitet, wobei die Zielgruppe vor allem Manager aus der Fertigungsindustrie waren. Der Herausgeber der Factory, A.W. Shaw, war sogar sehr eng verbunden mit der Harvard Business School. Trotz dieser eigentlich sehr guten Voraussetzungen, verschwand seine Arbeit und somit auch das erste Economic Quantity Modell von der Bildfläche.

Das EOQ-Modell von Harris wird in diesem Aufsatz thematisiert und erläutert, sowie Stärken und Schwächen des Modells aufgezeigt. Zunächst wird generell das vorliegende Problem der optimalen Produktionsmenge geschildert und anschließend Harris‘ Formel auseinandergenommen, bis dann letztendlich ein Vergleich zum Modell der optimalen Losgrößenbestimmung von Kurt Andler stattfindet.

1.2. Lebenslauf von Ford Whitman Harris

Ford W. Harris ist eigentlich jedem nur bekannt als der Herausgeber des EOQ- Modells, dennoch hatte er eine lange Karriere als Ingenieur und Patentanwalt. Interessant an seinem Leben ist, dass Harris bis zu seinem 17. Lebensjahr keinerlei Schuldbildung genossen hatte. Obwohl er sich sein Wissen größtenteils selbst aneignete, hatte er später Rechte für mehr als 100 Patente neuer Erfindungen.

Harris wurde am 8. August 1877 in Deering, Maine als Sohn des Ehepaars Fred Ford und Harriet Whitman Harris geboren. Er hatte drei jüngere Brüder und eine jüngere Schwester. Seine Kindheit verbrachte Harris in dem Gebiet um Portland, Deering und South Portland. 1896 wurde er in der „Belknap Motor Company“ als Lehrling für Maschinentechnik eingestellt und schon drei Jahre später wurde er Maschinenzeichner für die „Maine Electric Company“. Von 1904 bis 1912 war Harris angestellt bei „Westinghouse Electric and Manufacturing Company“ in East Pittsburgh als Maschinist und Maschinenzeichner. Am 4. November 1905 heiratete Ford W. Harris Eugenia Mellon, mit der er später zwei Kinder hatte, Ford Whitman Jr. und Jean Knox Harris. Im Jahre 1912 wurde er Berater für Maschinen in Los Angeles, wo er in die Thematik des Patentrechts einstieg. 1916 wurde er Mitglied der „California Bar“ und sechs Jahre später erhielt er sogar das Recht vor Gericht praktizieren zu dürfen.

Zusätzlich zu seinen beruflichen Tätigkeiten, verfolgte er noch weitere geschäftliche Interessen. Beispielsweise war er Präsident der „Big Rock Ranch Co.“ und Vize­Präsident der „Wulff Process Co. And Patco, Inc.“. Harris starb in Los Angeles am 27. Oktober 1962 in einem Alter von 85 Jahren.[2]

2. Problemdarstellung

Vorerst sollte gesagt werden, dass die optimale Losgrößenbestimmung von der Branche und dem Beschaffungswesen unabhängig ist. Die Frage der optimalen Bestellmenge kann sowohl in der externen Beschaffung, als auch in der Produktion als interner Kunde Anwendung finden. Produziert man für sich selber als interner Kunde, so ist das Auftragslos optimal und es existiert eine geteilte Fertigung mit entsprechend einer „upstream“ und einer „downstream“ Phase. Es wird gesucht nach der optimalen Losgröße beziehungsweise der optimalen Bestellmenge und es muss eine große gegen eine kleine Bestellmenge abgewogen werden, wobei auch hier wieder zu wählen ist, ob die Produktion letztlich „just-in-time“ oder auf Lagerhaltung ausgerichtet sein soll. „Just-in-time“ verursacht natürlich keine Lagerkosten, aber dennoch besteht natürlich ein Risiko für die Kontinuität des Produktionsprozesses. Im Gegensatz dazu ist man bei Lagerhaltung flexibel, jedoch fallen zusätzliche Lagerkosten an und es ist zu erwarten, dass sie die Stückkosten erhöhen. Die eben genannten Dinge sind abzuwägen, denn das Ziel ist es, die Gesamtkosten niedrigsten zu halten. Die Ersparnisse durch das Bestellen einer großen Menge sollte möglichst maximal werden, wobei immer noch ein gewisser Mindestbestand berücksichtigt werden müsste.

Die sehr reduzierte Formel von Harris für die optimale Bestellmenge setzte voraus, dass es eine kontinuierliche und konstante Verbrauchsmenge des herzustellenden Einzelteils gibt. Harris‘ Modell definiert Kosten pro Stück und nicht wie es sonst noch üblich war den Durchschnitt einer bestimmten Stückzahl in einer bestimmten Zeit. Aufgrund dessen war seine Formel in den folgenden 40 Jahren sehr prägend für jegliche Bestellmengenanalysen.[3]

Jeder Hersteller wird mit dem Problem konfrontiert, dass er bei einem Bestellvorgang die möglichst ökonomischste Lösung für die Bestellmenge finden muss. Dies stellt also ein generelles Problem dar, wobei dort natürlich nach einer ebenfalls allgemeinen Lösung gesucht werden sollte. Natürlich wäre es ratsam für jeden Fall eine spezielle und optimierte Lösung zu suchen, doch hier kann man dann sehr gut an eine generell gültige Lösung anknüpfen.

Jedoch ist es laut Harris nicht nur von mathematischen Formeln abhängig, wie hoch der Lager- oder Sicherheitsbestand sein sollte oder welche Menge durch die Produktion gedrückt werden sollte. Hierzu gehören eine Vielzahl von Kriterien, die bestmögliche Bestellmenge zu ermitteln. Der Verantwortliche muss möglichst alle Faktoren mit einbringen und gegeneinander abwägen, denn jeder Fehler kostet Zeit und somit auch Geld. Es wird auch angeführt, dass eine mathematische Formel lediglich der Kontrolle dienen sollte und keinesfalls ein hundertprozentiges Entscheidungskriterium darstellt.[4]

„Im klassischen, statischen Einprodukt-Losgrößenmodell mit unendlicher Produktionsgeschwindigkeit wird davon ausgegangen, dass eine immer gleich große Menge an Teilen - die Losgröße - in konstanten zeitlichen Abständen den Bestand des betrachteten Lagers erhöht, während eine immer gleich große Menge an Teilen - die Entnahme- oder Bedarfsmenge - in konstantem zeitlichen Abständen den Lagerbestand reduziert.“[5] Es ist also von Relevanz, dass die Lagerentnahme über den gesamten Zeitraum ungleich- oder gleichmäßig verläuft. Ist sie gleichmäßig, heißt das, dass es sich jeweils um die gleichen Mengen in den jeweils gleichen zeitlichen Abständen handelt.

Im Folgenden wird nun das EOQ-Modell von Ford W. Harris mit deren Einflussfaktoren beschrieben und schlussendlich die eigentliche Formel zur Bestimmung der optimalen Losgröße nach Anleitung von Harris ermittelt.

3. Ermittlung der optimalen Produktionsmenge nach Ford Whitman Harris

3.1. Zu berücksichtigende Faktoren zur Ermittlung der optimalen Produktionsmenge

Um letztendlich eine Formel für die Bestimmung der ökonomischsten Losgröße zu erhalten ist es notwendig, mehrere Faktoren zu definieren und zu betrachten. Die Bestimmung eines Loses ist abhängig von mehreren verschiedenen Einflussgrößen, wobei allerdings einige Faktoren als konstant angesehen werden, die dann nicht weiter berücksichtigt werden müssen. Der Faktor „Arbeiter“ kann im Allgemeinen als konstant angesehen werden, genau wie das „Werkstück“ an sich, sofern sich nicht eine andere Ausführungsform des Werkstücks als zweckmäßig erweist. Veränderlich hingegen sind entsprechend beeinflussbare Faktoren wie Maschinen und Werkzeuge und die dazu gehörigen Arbeitsverfahren, nicht zu vergessen die Organisation des ganzen Prozesses.[6]

[...]


[1] Vgl. Erlenkotter, S. 937

[2] Vgl. Erlenkotter, S. 941

[3] Vgl. Erlenkotter, S. 938

[4] Vgl. Harris, S. 947

[5] Vgl. Krieg, S. 2

[6] Vgl. Andler, S. 36

Details

Seiten
22
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656028369
ISBN (Buch)
9783656028253
Dateigröße
548 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v180079
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,7
Schlagworte
many parts make once bestimmung losgröße ford harris

Autor

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Titel: How Many Parts To Make At Once