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Völker zwischen Germanen und Kelten und die Festlegung der Rheingrenze

Kritik an schriftlichen und archäologischen Quellen

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 40 Seiten

Archäologie

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Forschungsgeschichtlicher Überblick

3. Völker zwischen Germanen und Kelten am Rhein – Quellenlage
3.1.Schriftquellen
3.1.1.G.I. CAESAR – Commentarii de bello Gallico
3.1.2.P.C. TACITUS – Origine et situ Germanorum liber
3.2.Archäologische Quellen

4. Völker zwischen Germanen und Kelten am Rhein – Theorien
4.1. ROLF HACHMANN – Der Rhein wird kulturelle Grenze
4.2. GEORG KOSSACK – Die Verbreitung der Elbgermanen

5. Fazit

6.Verzeichnisse
6.1.Quellen- und Literaturverzeichnis
6.2.Abbildungsverzeichnis

7. Abbildungen

1. Einleitung

„Germanien insgesamt ist von den Galliern, von den Rätern und Pannoniern durch Rhein und Donau, von den Sarmaten und Dakern durch wechselseitiges Mißtrauen oder Gebirgszüge geschieden“.[1] So beschreibt Tacitus die Grenzen des freien Germanien.[2] Der Rhein trennt Germanen und Kelten. Was aber sind Germanen und Kelten ? Sind sie archäologisch nachweisbar? Inwieweit fand diese Thematik Beachtung in der Forschung?

In der vorliegenden Arbeit sollen Antworten auf diese Fragen gefunden werden. Nach einem Überblick zur Forschungsgeschichte folgen die Zusammenstellung und Auswertung der Quellen. Begonnen wird mit den Schriftquellen. Es wird geklärt, welche schriftlichen Überlieferungen erhalten geblieben sind, was im Umgang mit ihnen zu beachten ist und welche Informationen sie zum Thema, Völker zwischen Germanen und Kelten und die Festlegung der Rheingrenze, liefern können. In Verbindung mit den Schriftquellen soll die Begriffsproblematik erläutert werden. Was bedeutet Germane, Gallier oder Kelte ? Wer hat diese Begriffe geprägt und in welchem Kontext sind sie entstanden? Umfassen sie stets das gleiche oder wandelt sich ihre inhaltliche Bedeutung?

Nachfolgend sollen die archäologischen Funde und Befunde in den Gebieten westlich und östlich des mittleren und unteren Rhein vorgestellt und ausgewertet werden. Es wird untersucht, ob die Aussagen beider Quellengattungen synthetisierbar sind oder ob sie ein völlig konträres Bild ergeben. Weiterhin soll das Problem der ethnischen Interpretation beleuchtet werden. Lassen sich archäologische Sachgüter einer sozial und kulturell einheitlichen Gruppe zuordnen? Oder anders formuliert: Was sind Ethnien?

Zur Thematik Germanen und Kelten gibt es unüberschaubare Mengen an Literatur und ebenso viele unterschiedliche Ansätze im Umgang mit den Quellen und deren Interpretation.

Ein Beispiel ist das Werk von R. Hachmann, G. Kossack und H. Kuhn, Völker zwischen Germanen und Kelten, das 1962 erschienen ist. Es war für seine und die nachfolgende Zeit innovativ. Beide Autoren[3] fassten zunächst alle Informationen aus den schriftlichen Überlieferungen zusammen und betrachteten anschließend das archäologische Fundgut. Für die Nachkriegszeit innovativ an dieser Vorgehensweise war, dass sie dabei die schriftlichen Quellen nicht als Grundlage nutzten, sondern archäologische und schriftliche Quellen gleichwertig nebeneinander stellten. Die Aussagen, die aufgrund beider Quellengattungen getroffen werden konnten, versuchten Hachmann und Kossack abschließend zu vergleichen und zu verknüpfen. Bis 1945 und auch in den folgenden Jahrzehnten waren schriftliche Überlieferungen die Basis für die Erforschung der Besiedlung Mitteleuropas um Christi Geburt gewesen. Es wurden also zuerst diese Quellen ausgewertet und anschließend untersucht, ob die archäologischen Funde dazu passten bzw. wurden sie für passend gehalten.[4]

Aus diesem Grund sollen die Ansätze und Konzepte von Hachmann und Kossack, sowie die kritische Auseinandersetzung damit neben dem Überblick zu den Quellen den Schwerpunkt dieser Arbeit bilden. Die Leitfragen sind:

1. War der Rhein kulturelle Grenze im ersten Jahrhundert v. Chr. bis in das erste Jahrhundert n. Chr.?
2. Existierten zu dieser Zeit am Rhein zwei Großgruppen - Germanen und Kelten - oder sind anhand der Quellen Belege für weitere verschiedene kulturelle Gruppen zu finden?

Das Thema „Völker zwischen Germanen und Kelten und die Festlegung der Rheingrenze“ eignet sich gut, um die Grenzen der Aussagemöglichkeiten schriftlicher und archäologischer Quellen zu verdeutlichen. Zum einen sind für dieses Thema beide Quellengattungen vorhanden und zum anderen können grundlegende Forschungsprobleme, wie die Synthetisierbarkeit der Quellengattungen und die Problematik der ethnischen Deutung, vorgestellt werden. Die räumliche Rahmen ist durch den Titel der Arbeit benannt und die zeitliche Beschränkung auf das erste Jahrhundert v. Chr. bis zum ersten Jahrhundert n. Chr. gründet auf die historischen Ereignisse zu dieser Zeit. Im ersten Jahrhundert v. Chr. gelangte zum ersten Mal ein Römer bis an den Rhein. 58-49 v. Chr. unterwarf Gaius Iulius Caesar Gallien, wobei er auch in Kontakt zu Germanen trat und den Rhein als Ostgrenze festlegte.[5]. Im Zuge des dessen wurde eine der wichtigsten schriftlichen Quellen zu Germanen und Kelten verfasst: Commentarii de bello Gallico von G. I. Caesar.

Durch die Unternehmungen von Augustus und Tiberius im ersten Jahrhundert n. Chr. östlich des Rheins blieb Germanien im Bewusstsein des römischen Volkes.

So verfasste im ausgehenden ersten Jahrhundert n. Chr. P. C. Tacitus sein Werk: De origine et situ Germanorum liber, eine Beschreibung von Grenzen, Lebensgewohnheiten und anderer Charakteristika der Germanen.

Die beiden wichtigsten schriftlichen Quellen für die vorliegende Arbeit stammen aus dem ersten Jahrhundert v. Chr. und dem ersten Jahrhundert n. Chr., womit die Festlegung des zeitlichen Rahmens erklärt ist.

2. Forschungsgeschichtlicher Überblick

Die sich entwickelnde Archäologie des 19. Jahrhunderts vertraute ohne Einwände den antiken schriftlichen Quellen. Bereits in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts beschäftigte sich G. Kossinna mit der vorgeschichtlichen Ausbreitung der Germanen.[6] Er suchte in den historischen Quellen nach Hinweisen für deren Siedlungsgebiete im Raum (der heutigen Bundesrepublik) Deutschlands. Alle archäologischen Funde in diesen Gebieten waren für ihn germanisch. Frühe Formen entsprachen ersten Siedlungsgebieten.[7] K. Schumacher wandte Kossinnas Vorgehensweise für Kelten an.[8]

Kritik an Kossinna und Schumacher übten K. Schuller und E. Wahle.[9] Sie waren der Ansicht, dass ein Bevölkerungswechsel eintreten könne, ohne dass dies an Bodenfunden sichtbar werde. Ebenso kritisierten sie, dass sich Schumacher und Kossinna nur mit je einer Quellengattung beschäftigten, ohne die Übereinstimmungen und Widersprüchlichkeiten im Aussagegehalt der verschiedenen Quellengattungen zu berücksichtigen und zu interpretieren.[10]

Die Diskussion über die Siedlungsgebiete der Germanen begann zuerst in der skandinavischen Archäologie mit O. Montelius u. a.[11] Er beschäftigte sich mit der Einwanderung germanischer Gruppen/Stämme o. ä. (Vorfahren) in Schweden und Norwegen und vermutete ihren Ursprung in den Gebieten um das Schwarze Meer und an der unteren Donau.[12] Etwa zeitgleich befasste sich Kossinna seit seiner Dissertation 1881 mit der germanischen Besiedlungsgeschichte, da aber noch ausschließlich philologisch.[13] In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte er seinen methodischen Hauptsatz: „Scharf umgrenzte archäologische Kulturprovinzen decken sich zu allen Zeiten mit ganz bestimmten Völkern und Völkerstämmen.“[14] Nach Kossinna sei die Urheimat der Germanen an der mittleren Donau zu suchen.

Von dort hätten sie sich Oder- und Elbe abwärts ausgebreitet. Spätestens zu Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr. siedelten Germanen, so Kossinna, in Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Dänemark und Südschweden. Kossinna wie Montelius gingen von einer ungebrochenen Kontinuität germanischer Besiedlung vom Neolithikum bis zur Bronzezeit aus.[15]

Obwohl es bereits seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts neue Ansätze zur Siedlungsarchäologischen Methode Kossinnas gab, bei denen mehr Wert auf die Untersuchung der Siedlung selbst/die archäologischen Funde und Befunde gelegt wurde[16], war vor allem im Dritten Reich Kossinnas Methode maßgebend.[17]

Sämtliche Interpretationsansätze der Germanen- und Keltenforschung gingen von einheitlichen Kulturgruppen aus, die den historisch überlieferten Völkern entsprechen.

Auch R. von Uslar gibt an, schriftliche Quellen stellten die Grundlage dar auf der die weitere Forschung aufbauen müsse.[18] Für ihn ist es problematisch, Bodenfunde eines abgegrenzten Raumes von vornherein einem Stammesgebiet zuzuordnen.[19]

Hauptprobleme der Germanenforschung im 20. Jahrhundert, auch in den Nachkriegsjahrzehnten, sind unter anderem die ethnische Deutung, d. h. die Gleichsetzung archäologisch fassbarer Kulturen mit historisch überlieferten politischen Verbänden und Stammesgruppen und die Definition des Wortes Germane.[20] Wahle beispielsweise betonte, dass Fundprovinzen sich mit Ethnien decken können, aber nicht müssen.[21] Vertreten wurde weitgehend die Theorie, ein archäologisch einheitlicher Kulturraum kann mit aus der Antike überlieferten Stämmen gleichgesetzt werden (Abb. 1).[22] Aber die Diskussion um die ethnische Deutung ist problematisch, da nach wie vor nicht geklärt ist, was unter germanisch zu verstehen ist.

Das Thema der vorliegenden Arbeit ist in der Forschung hauptsächlich aus der „germanischen Richtung“ zu erschließen. Alle Werke, die sich mit Germanen und Kelten am Rhein im ersten Jahrhundert v. Chr. und im ersten Jahrhundert n. Chr. befassen, setzen den Schwerpunkt auf die germanische Besiedlung dieser Gebiete.

3. Völker zwischen Germanen und Kelten am Rhein - Quellenlage

3. 1. Schriftquellen

Im folgenden Kapitel werden die beiden wichtigsten schriftlichen Quellen über die germanische Besiedlung westlich und östlich des mittleren und unteren Rhein im ersten Jahrhundert v. Chr. bis zum ersten Jahrhundert n. Chr. vorgestellt: Commentarii de bello Gallico von G. I. Caesar und De origine et situ Germanorum (kurz: Germania) von P. C. Tacitus. Die Werke dieser beiden Autoren beinhalten die prägnantesten Informationen, sodass weiniger ergiebige Quellen im Rahmen dieser Untersuchung keine Berücksichtigung finden. Diese Quellen sind ausreichend, um zu erläutern, wie schriftliche Quellen ausgewertet werden.

3. 1. 1. G. I. CAESAR – COMMENTARII DE BELLO GALLICO

Unter Beachtung folgender Fragen soll Caesars Werk ausgewertet werden: Was wird mitgeteilt zum Rhein als Grenze? Ist eine klare Trennung zwischen keltischen und germanischen Siedlungsgebieten erkennbar anhand der Quelle? Gibt es weitere kulturelle Gruppen außer Germanen und Kelten ?

Commentarii de bello Gallico ist ein Bericht über den Gallischen Krieg (58 – 51/ 50 v. Chr.). Er besteht aus acht Büchern, wobei ein Buch einem Kriegsjahr entspricht. Caesar beginnt mit einer ethnographischen und geographischen Beschreibung Galliens. Es folgt eine Schilderung des Gallischen Krieges, der mit dem Feldzug gegen die Helvetier beginnt.[23] Relevant ist Buch VI, 11-28. Es beinhaltet einen Vergleich zwischen Gallien und Germanien, insbesondere die Abschnitte 24-25. Einige wenige Informationen können aus Buch I, 31 und Buch IV, 1-4 gewonnen werden:

Aus Buch I, 31 ist zu erfahren, dass ungefähr 15 000 Germanen den Rhein überquert haben sollen, „Ackerbau, Zivilisation und Reichtum der Gallier [hätten] schätzen [ge]lern[t]“, worauf hin mehr gekommen seien und nun 120 000 Germanen in Gallien lebten.

Im vierten Kriegsjahr „überschritten die germanischen Stämme der Usipeter und Tenkterer in großer Zahl den Rhein nahe dem Ort, wo er in die Nordsee mündet“, so Caesar weiter.[24]

Die Ubier seien „für germanische Verhältnisse ein großes und blühendes Volk (…). Sie [seien] etwas zivilisierter als die übrigen Germanen, weil ihr Gebiet an den Rhein stößt (…). Wegen der Nähe zu Gallien [hätten] sie selbst gallische Sitten angenommen.“.[25]

Usipeter und Tencterer seien von Sueben vertrieben worden und gelangten an den Rhein.[26] Dort würden auch Menapier wohnen, die zu beiden Seiten des Rheins Siedlungen besäßen.[27] Die Ankunft der Usipeter und Tencterer hätte die Menapier zur Flucht veranlasst. Sie hätten „ihre Gehöfte jenseits des Flusses“ verlassen.[28] Usipetern und Tencteren sei es jedoch gelungen den Rhein zu überqueren und die Menapier zu überwältigen.[29]

Aus dem Vergleich zwischen Gallien und Germanien ist zu entnehmen, dass Gallier einst jenseits des Rheins Kolonien gründeten.[30] Die fruchtbarsten Gebiete Germaniens lägen im Bereich des herkynischen Waldes.[31] „Die Ausdehnung des hercynischen Waldes, (…), [entspräche] einem zügigen Fußmarsch ohne Gepäck von neun Tagen (…).[32] „Der Wald beginnt im Gebiet der Helvetier, Nemeter und Rauracer und erstreckt sich in gerader Richtung auf die Donau zu bis zum Gebiet der Dacer und Anatier.“[33] Es gäbe niemanden, „der von sich behaupten könnte, er sei bis zum östlichen oder nordöstlichen Rand des Waldes vorgestoßen, auch wenn er sechzig Tage marschiert wäre, noch weiß jemand, wo der Wald anfängt“.[34]

Mehrfach wurde der Versuch unternommen, Caesars Motivation für die Niedrschrift von De bello Gallico zu erschließen. Nachvollziehbar sind die Angaben von W. M. Zeitler. Im Falle von Caesars Sieg, sei sein Ruhm nach des Feindes Unterwerfung umso größer, je schlimmer der Feind.[35] Für den Fall der Niederlage führt Zeitler an, da die Germanen so unzivilisiert und wild seien, seien sie es auch nicht wert, dass ihr Land erobert werde.[36] Anzunehmen ist weiterhin, dass die commentarii zur Darstellung und Profilierung der Person Caesars gedacht waren. Sein Bericht könnte als „Mittelweg zwischen geschichtlicher Schilderung und Propaganda in eigener Sache“ bezeichnet werden.[37] Seine Aufzeichnungen sollten vor allem bezwecken, die Notwendigkeit seines Feldzuges dem römischen Senat gegenüber zu erklären und somit seinen Krieg zu rechtfertigen.[38] Sein Werk ist also von starken Eigeninteressen geprägt und keineswegs objektiv.

Gleichermaßen problematisch ist der Umstand, dass Caesar lediglich zweimal den Rhein überschritt und dabei vermutlich nicht weit ins Landesinnere vordringen konnte. Er vertraute für die Gebiete östlich des Rheins sowohl keltischen Überlieferungen als auch Mitteilungen römischer Boten, Spähtrupps und Diplomaten. Dabei ist zu beachten, dass die keltischen Beschreibungen wahrscheinlich eine Abgrenzung gegenüber allem Germanischen betonen. Wird eine fremdartige Gruppe beschrieben, konzentrieren sich die Beschreibungen vor allem auf das Fremdartige, was dann als typisch gilt.[39] Das könnte dazu geführt haben, dass Caesars Bild vom wilden, unberechenbaren Germanen noch bestätigt wurde. Für die Gebiete westlich des Rheins konnte er auch eigene Erfahrungen sammeln.[40]

Schwierig ist es, zu erfassen, was hinter Caesars Germanenbegriff stand. Für Hachmann beispielsweise war der Begriff keine Realität, sondern gelehrte Konstruktion.[41] Auch für H. Ament: Gallien endete am Rhein. Alles jenseits davon war für Caesar Germanien. Der Rhein war eher politische als ethnographische Grenze[42], was m. E. zustimmt. Vermutlich war alles rechts des Rheins germanisch. Allerdings taucht in den commentarii die Bezeichnung Germani cisrhenani auf.[43] Da Caesar sie gesamt als Germani bezeichnete, galten sie anscheinend als den rechtrheinischen Germanen verwandt.[44] Ob ursprünglich Kelten diese Bezeichnung prägten, ist unklar.[45] Letztendlich wird es nicht mehr nachvollziehbar sein, was Caesars Begriff umfasste.[46]

Ab wann und ob überhaupt sich die Germanen selbst als Germanen bezeichnet haben ist nicht belegt, gleichwohl es in der Literatur andere Angaben gibt. So schreibt Ament, dass der Begriff zunächst von Galliern geprägt worden sei und dann jedoch von Germanen übernommen wurde.[47]

Bei Tacitus[48] heißt es, dass der Begriff Germane neu sei: „Denn die ersten, die den Rhein überschritten und die Gallier vertrieben hätten, die jetzigen Tungrer, seien damals Germanen genannt wurden. So habe der Name eines Stammes, nicht eines ganzen Volkes, allmählich weite Geltung erlangt: zuerst wurden alle nach dem Sieger, aus Furcht vor ihm, als Germanen bezeichnet, bald aber nannten auch sie selbst sich so, nachdem der Name einmal aufgekommen war.[49]

[...]


[1] M. Fuhrmann, P. Cornelius Tacitus – Germania (Stuttgart 2000), Kap. 1. (Im Folgenden abgekürzt: Germ. Kap. 1).

[2] Damit werden die Gebiete jenseits von Rhein und Donau bezeichnet, die nicht römische Provinz waren.

[3] Die Ausführungen Kuhns finden keine Beachtung, da in der vorliegenden Arbeit ausschließlich schriftliche und archäologische, jedoch keine philologischen Quellen, ausgewertet werden.

[4] Siehe Kapitel 2: Forschungsgeschichtlicher Überblick.

[5] Vgl. hierzu die Kurzübersicht der Ereignisse bei W. SCHLÜTER, Kalkriese - Ort der Varusschlacht? Die Ausgrabungen in der Kalkrieser-Niewedder Senke. In: M. FANSA (Hrsg.), Varusschlacht und Germanenmythos. Eine Vortragsreihe anläßlich der Sonderausstellung Kalkriese – Römer im Osnabrücker Land 1993 (Oldenburg 1994) 11 f.

[6] R. Hachmann, Germanen und Kelten am Rhein in der Zeit um Christi Geburt. In: R. Hachmann, G. Kossack, H. Kuhn, Völker zwischen Germanen und Kelten (Neumünster 1962), 12.

[7] Ebd.

[8] K. Schumacher, Siedlungs- und Kulturgeschichte der Rheinlande von der Urzeit bis in das Mittelalter (Mainz 1921).

[9] Hachmann, 1962, 12. Vgl. auch: E. Wahle, Zur ethnischen Deutung frühgeschichtlicher Kulturprovinzen (Heidleberg 1941); E. Wahle, Grenzen der frühgeschichtlichen Erkenntnis (Heidelberg 1941); E. Wahle, Deutsche Vorzeit (Basel 1952).

[10] Ebd.

[11] H. Jankuhn, Das Germanenproblem in der älteren archäologischen Forschung. In: H. Beck (Hrsg.), Germanenprobleme in heutiger Sicht (Berlin/ New York 1986), 298.

[12] Jankuhn, 1986, 298 ff.

[13] G. Kossinna, Über die ältesten hochfränkischen Sprachdenkmäler – Ein Beitrag zur Grammatik des Althochdeutschen ( veröffentlichte Dissertation), (Straßburg 1881).

[14] G. Kossinna, Die Herkunft der Germanen. Zur Methode der Siedlungsarchäologie (Leipzig 1920), 3.

[15] Jankuhn, 1986, 304.

[16] Hier zu nennen sei H. Jankuhn, Einführung in die Siedlungsarchäologie (Berlin/ New York 1977).

[17] Da KOSSINNAS Vorstellungen von einem überlegenen germanischen Volk in Einklang mit der nationalsozialistischen Ideologie war, konnten sich andere (schlüssige) Ansätze nicht durchsetzen.

[18] R. von Uslar, Westgermanische Bodenfunde. In: Römisch Germanische Kommission (Hrsg.), Germanische Denkmäler der Frühzeit (Berlin 1938), 173.

[19] Von Uslar, 1938, 174.

[20] G. Mildenberger, Die Germanen in der archäologischen Forschung nach Kossinna. In: H. Beck (Hrsg.), Germanenprobleme in heutiger Sicht (Berlin/ New York 1986), 310.

[21] Wahle, 1941a, 14.

[22] Mildenberger, 1986, 311.

[23] M. Deissmann, De bello Gallico. Lateinisch-Deutsch (Stuttgart 1995), 90. Die Quelle wird im Folgenden mit „B. G. Buch, Abschnitt“ abgekürzt.

[24] B. G. IV, 1.

[25] B. G. IV, 3.

[26] B. G. IV, 4.

[27] Ebd.

[28] Ebd. Jenseits bedeutet östlich.

[29] B. G. IV, 4.

[30] B. G. VI, 24.

[31] Ebd.

[32] B. G. VI, 25.

[33] Ebd.

[34] Ebd. Der herkynische Wald muss Caesars Schilderungen zufolge beträchtliche Ausmaße gehabt haben. Angenommen pro Tag seien 20 km zu bewältigen, so sind das bei einem Fußmarsch von neun Tagen 180 km. Der östlich und nordöstliche Rand jedoch wurde noch nicht erreicht, auch bei einem Marsch von 60 Tagen nicht (entspricht etwa einer Ausdehnung von 1200km. Es muss aber beachtet werden, dass geographische Angaben schwer nachvollziehbar sind, da die Vegetation vor 2000 Jahren wahrscheinlich eine andere war als gegenwärtig. Allein dadurch, dass um Christi Geburt vermutlich der größte Teil Mitteleuropas mit Wäldern bedeckt war, wäre es nicht verwunderlich, wenn der herkynische Wald eine derartige Größe besessen hätte.

[35] W. M. Zeitler, Zum Germanenbegriff Caesars. In: H. Beck (Hrsg.), Germanenprobleme in heutiger Sicht (Berlin/ New York 1986), 43.

[36] Zeitler, 1986, 43.

[37] Deissmann, 1995, 94.

[38] Deissmann, 1995, 94.

[39] A. A. Lund, Zum Germanenbegriff bei Tacitus. In: H. Beck (Hrsg.), Germanenprobleme in heutiger Sicht (Berlin/ New York 1986), 54.

[40] K. Peschel, Kelten und Germanen während der jüngeren vorrömischen Eisenzeit (2. – 1. Jh. v. Chr.) (Berlin1988), 167.

[41] Hachmann, 1962, 32.

[42] H. Ament, Unterwegs zu höherer Zivilisation – Die Germanen. In: W. Schuller, Frühe Völker Europas (Stuttgart 2003), 44.

[43] G. Neumann, Germani cisrhenani – die Aussage der Namen. In: H. Beck (Hrsg.), Germanenprobleme in heutiger Sicht (Berlin/ New York 1986), 107.

[44] Neumann, 1986, 107.

[45] Neumann, 1986, 107.

[46] Die damit zusammenhängende Problematik der ethnischen Deutung wird im Kapitel 3. 2. Archäologische Quellen erläutert.

[47] Ament, 2003, 45.

[48] Im Anschluss an De bello Gallico folgt die Auswertung der Taciteischen Germania.

[49] M. Fuhrmann, P. Cornelius Tacitus – Germania (Stuttagrt 2000), Kap. 2. Im Folgenden abgekürzt: Germ. Kap. 2.

Details

Seiten
40
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656028826
ISBN (Buch)
9783656028970
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v180150
Institution / Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas
Note
2,3
Schlagworte
völker germanen kelten festlegung rheingrenze kritik quellen

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Titel: Völker zwischen Germanen und Kelten und die Festlegung der Rheingrenze