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Migration und Segregation in Großstädten am Beispiel Berlins

Hausarbeit 2009 12 Seiten

Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen
2.1 Migration
2.2 Segregation

3. Segregation in Großstädten

4. Migration und Segregation in Berlin
4.1 Zuwanderungsgeschichte
4.2 Demografie und Bevölkerung
4.3 Wirtschaft und Arbeit
4.4 Bildung
4.5 Berliner Einwanderungsviertel

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diskussionen über „Ausländerviertel“, „Parallelgesellschaften“ oder „Migrantenviertel“ sind ein stets aktuelles Thema in der Migrationsdebatte. Ist es in Bezug auf Integration nun förderlich oder eher hinderlich, wenn Migranten ihr Leben hauptsächlich in von der eigenen Herkunftsgruppe geprägten Strukturen verbringen und sich somit segregieren?

Ausländer leben in Deutschland häufig in großen Städten. 44 Prozent aller Personen mit Migrationshintergrund wohnen in deutschen Städten mit 100.000 und mehr Einwohnern. Über ein Viertel lebt in Städten mit einer Bevölkerung von über 500.000 Menschen (vgl. Statistisches Bundesamt 2007, S. 30). Innerhalb dieser Städte ist eine Konzentration der Migranten in bestimmten Stadtvierteln erkennbar. Sozialräumliche Strukturen haben verschiedene Auswirkungen auf die Individuen, Gruppen und sozialen Beziehungen. Aber auch individuelle Lebenschancen und Orientierungen nehmen großen Einfluss auf die Integration der Migranten in diesen Gebieten (vgl. Pott 2007, S.229 ff.).

Einige der konzentriertesten Siedlungsgebiete Deutschlands befinden sich in der Hauptstadt Berlin. Die Stadt ist seit Jahrhunderten eine Einwanderungsstadt und kaum eine andere deutsche Stadt zeigt gegensätzlichere Stadtteile als Berlin. Das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen sozialen, kulturellen und religiösen Hintergründen in Berlin ist ein heftig umstrittenes und häufig diskutiertes Thema (vgl. Bundesministerium des Inneren 2007, S. 48).

Auch diese Arbeit soll sich Migration in Berlin zum Thema machen. Besonders eingegangen wird hierbei jedoch auf die Segregation von Migranten in eben dieser Stadt und in den so genannten Einwanderungsvierteln. Dazu folgt nach einer kurzen Phase der Definition wichtiger Begriffe die allgemeine Einführung in das Thema „Segregation in Großstädten“. Hierbei wird besonders auf die Hintergründe, Kennzeichen und Auswirkungen der segregierten Migranten eingegangen. Im Anschluss werden, nach einer Schilderung der Einwanderungsgeschichte Berlins, einige Gründe und Faktoren für Segregation auf Berliner Verhältnisse bezogen und konkretisiert. Um den Hauptteil abzuschließen wird als letztes die Entstehung der Einwanderungsviertel aus wohnungspolitischer und historischer Sicht näher betrachtet, um dann im Fazit eine kurze Zusammenfassung und einen knappen Ausblick zu liefern.

2. Begriffsdefinitionen

Um den Inhalt der Arbeit besser verstehen und nachvollziehen zu können, ist die Definition relevanter Begriffe notwendig. Die zentralen Schlagwörter ‚Migration’ und ‚Segregation’ sollen im Folgenden definiert werden.

2.1 Migration

Von Migration wird gesprochen wenn eine Person ihren Lebensmittelpunkt räumlich verlagert. Geschieht dies über die nationalen Grenzen hinaus, spricht man von internationaler Migration (vgl. Bundesministerium des Inneren 2007, S.12). Migration bezeichnet demnach einen Prozess des längerfristigen Wohnortwechsels, also der Zuwanderung (Immigration) beziehungsweise Abwanderung (Emigration) (vgl. Tenorth 2007, S. 506). Vereinfacht lassen sich sechs Migrationskategorien nennen: Arbeitsmigration, Familiennachzug, EU-Binnenmigration, Zuwanderung als Aussiedler, illegale oder undokumentierte Migration, Asyl und Flucht (vgl. Bundesministerium des Inneren 2007, S. 11).

2.2 Segregation

Segregation bedeutet Trennung. Im Kontext dieser Arbeit bezeichnet Segregation die räumliche Trennung von Personen mit gleichen Merkmalen zur Kontaktvermeidung zwischen verschiedenen Gruppierungen (vgl. Tenorth 2007, S. 647). Im sozialen Kontext wird Segregation als die ungleichmäßige Verteilung von Personen auf Gruppen, Organisationen oder Netzwerke bezeichnet (vgl. Häufele 1989, S. 10). Soziale und räumliche Segregation können durchaus zusammen auftreten, bedingen sich aber nicht gegenseitig (vgl. Heckmann 2005, S. 3).

3. Segregation in Großstädten

Segregation an sich ist kein grundsätzliches Problem in Städten. Exklusive Wohnviertel, die wiederum auch eine Art von Segregation verkörpern, stellen sich als kaum problematisch dar. Sozialräumliche Segregation wird dann zum Problem, wenn sich sozialökonomisch benachteiligte Gruppen in den „schlechten“ Wohngebieten konzentrieren. Dieses Problem scheint ein universelles Phänomen in Großstädten zu sein, welches nicht nur im deutschsprachigen Raum besteht (vgl. Milborn 2006, S. 146 ff.).

Ein repräsentatives Bild der räumlichen Segregation in deutschen Großstädten zu zeigen, gestaltet sich als schwierig. Zum einen werden Zahlen durch verschiedene empirische Methoden erhoben, zum anderen existieren zu diesem Forschungsgebiet bisher kaum umfassende Ergebnisse.

Fest stehen jedoch vier Erkennungsmerkmale solch segregierter Wohnviertel: Sie bestehen aus einer großen Zahl von Einwandererhaushalten, wovon ein beträchtlicher Teil von Personen mit geringer Bildung inbegriffen sind und somit eine hohe Rate von Arbeitslosigkeit und Sozialhilfeabhängigkeit existiert. Des Weiteren sind diese Wohngegenden meist in einem schlechten baulichen Zustand (vgl. Heckmann 2005, S. 4 ff.). Häufig kommt es in solchen Gebieten zu schlechten Dienstleistungsstrukturen, Schulen mit einem hohen Schüleranteil mit Migrationshintergrund, einer überdurchschnittlichen Kriminalitätsrate und zu einer hohen Unzufriedenheit der dort lebenden Nicht-Migranten.

Für die im Viertel lebenden Migranten bringen diese Wohnviertel jedoch sowohl positive als auch negative Aspekte mit sich. Einerseits können die oben genannten Faktoren eine Integration verlangsamen oder gar verhindern, andererseits können diese Einwandererviertel in der ersten Phase des Integrationsprozesses wichtige Funktionen, wie die der Nachbarschaftshilfe, Selbsthilfe oder Interessenartikulation übernehmen (vgl. Heckmann 2005, S. 9 f.). Dies trägt gleichzeitig zur Identitätssicherung und zur Selbstwertstärkung bei (vgl. Kapphan 2000, S. 147).

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Details

Seiten
12
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656034124
ISBN (Buch)
9783668148383
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v180563
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,0
Schlagworte
migration segregation großstädten beispiel berlins

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Titel: Migration und Segregation in Großstädten am Beispiel Berlins