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Praktikumsbericht und Reflexion des Unterrichtspraktikums

Klasse 5: Einführung in das Mikroskopieren / Klasse 7: Pubertät - Ich verändere mich

Praktikumsbericht (Schule) 2011 56 Seiten

Didaktik - Biologie

Leseprobe

- Inhaltsverzeichnis

Praktikumsbericht

1. Schulische Rahmenbedingungen

2. Lerngruppen
2.1 Klasse 5
2.2 Klasse 7

3. Didaktische Analyse
3.1 Sachanalyse: Mikroskopieren
3.2 Struktur der Unterrichtseinheiten
3.2.1 Unterrichtseinheit 1: Einführung in das Mikroskopieren (Klasse 5)
3.2.2 Unterrichtseinheit 2: Pubertät (Klasse 7)

4. Stundenplanung 1: Die Zelle: Baustein unseres Lebens (Klasse 5)
4.1 Didaktisch-methodische Überlegungen
4.2 Stundenziele
4.3 Verlaufsplanung
4.4 Arbeitsmaterialien
4.5 Reflexion

5. Stundenplanung 2: Pubertät - Einführung (Klasse 7)
5.1 Didaktisch-methodische Überlegungen
5.2 Stundenziele
5.3 Verlaufsplanung
5.4 Arbeitsmaterialien
5.5 Reflexion

6. Nachweis über eigene Unterrichtstätigkeit

7. Hospitationsübersicht

8. Literatur-, Quellenverzeichnis

Reflexion des Praktikums

9. Tabellarische Reflexion des Unterrichts anhand der Kriterien von H. Meyer

10. Zusammenfassung: persönliche Beurteilung und Einschätzung des Praktikums, sowie Eindrücke und Anregungen

Praktikumsbericht

1. Schulische Rahmenbedingungen

Das Goethe-Gymnasium im Berliner Stadtteil Wilmersdorf wird von circa 800 Schülern1 besucht, die von etwa 60 Lehrern unterrichtet werden. In dem grundständigen Gymnasium werden die Schüler bereits ab Klasse 5 unterrichtet, im Gegensatz zur Mehrzahl der Berliner Gymnasien, in denen erst mit der 7. Klasse begonnen wird. Eine weitere Besonderheit ist die altsprachliche Ausrichtung der Schule. Dies bedeutet, dass - zusätzlich zum Englisch- unterricht - alle Schüler ab dem Beginn der 5. Klasse Lateinunterricht und ab Klasse 8 Altgriechischunterricht erhalten. Zusätzlich besteht die Option, in Klasse 10 Französisch als 4. Fremdsprache zu wählen. In den naturwissenschaftlichen Fächern (Bio und Physik ab der 7. Klasse, Chemie ab der 8. Klasse und Nawi in der 5. und 6. Klasse) erhalten die Schüler in den jeweils ersten zwei Jahren Teilungsunterricht. Außerdem ist in den Stundenplänen der Schüler jeden zweiten Samstag Unterricht von der ersten bis zur vierten Stunde integriert. So müssen zum Beispiel die Schüler der 5. bis 8. Klasse maximal bis zur 7. Unterrichtsstunde die Schule besuchen (Goethe-Gymnasium, Berlin-Wilmersdorf, Internetauftritt).

Insgesamt gibt es drei Fachräume, die für den Fachbereich Biologie zur Verfügung stehen. Davon stehen zwei Räume ebenso der Physik (Nat-Raum) bzw. Chemie (Chio-Raum) zur Verfügung. Für den Biologieunterricht befinden sich in den Fachräumen bzw. in den Vorbereitungsräumen Tafel, Beamer und Leinwand, Laptops, Mikroskope (jedoch nicht als Klassensatz), verschiedene Modelle und Präparate, Präparationszubehör, verschiedenste Chemikalien und grundständiges Laborzubehör.

Die Fachräume sind jedoch aufgrund der Anzahl der Klassen und Kurse überbelegt, d.h. dass nicht jeder Lehrer den Biologieunterricht vollständig im Fachraum absolvieren kann. Das Ausweichen auf Klassenräume ist daher oftmals nötig.

2. Lerngruppen

2.1 Klasse 5

Die Klasse 5 besucht das Goethe-Gymnasium erst seit etwa einem halben Jahr und besteht aus 14 Mädchen und 13 Jungen, die zuvor unterschiedliche Grundschulformen (z.B. staatliche Grundschulen oder die Waldorfschule) besucht haben. Die Schüler sind insgesamt sehr lebhaft, wissbegierig und motiviert, zeigen jedoch Defizite bei der Arbeit in Gruppen, v.a. in geschlechtsheterogenen Gruppen, da sie dann meist nur mit den Personen effektiv zusammenarbeiten, mit denen sie auch befreundet sind. Um diesen Zustand zu verbessern, wird (zumindest) im Nawi-Unterricht großen Wert auf das Lernen und Üben in kleineren und größeren Gruppen gelegt, wobei zum Teil auch Hausaufgaben in Form von Gruppenarbeit aufgegeben werden.

Obwohl es einige Schüler mit Migrationshintergrund in der Klasse gibt, spricht jeder von ihnen fließend die deutsche Sprache und kann so dementsprechend den Unterricht ohne Probleme folgen.

Das Thema der Unterrichtsreihe Mikroskopieren ist für die Mehrheit der Schüler neu und demzufolge gibt es nur wenige Vorerfahrungen / Vorkenntnisse auf diesem Gebiet. Einzelne Schüler besitzen ein kleines Lichtmikroskop, mit dem sie nach eigenen Berichten bereits verschiedene kleine Objekte, wie etwa ein Haar, betrachtet haben. Die Lupe, sozusagen der Vorgänger des Mikroskops, war jedoch allen Schülern bekannt.

2.2 Klasse 7

Die 7. Klasse besteht aus insgesamt aus 15 Jungen und 16 Mädchen, die fast durchgängig Biologie-Teilungsunterricht erhalten. Die von mir unterrichtete Gruppe besteht aus 5 Jungen und 10 Mädchen. Im Gegensatz zur 5. Klasse konnte ich im Unterricht der Klasse nur sehr wenig hospitieren, da sich die Gelegenheit hier zu unterrichten, für mich erst sehr spät ergab. Erfahrungen mit der Klasse konnten jedoch während des Unterrichts mit eigenen Unterrichtsanteilen gemacht werden (s. „6. Nachweis über eigene Unterrichtstätigkeit“). Dabei konnte durchweg beobachtet werden, dass die Jungen und Mädchen sich stark geschlechtsheterogen zusammengefunden haben und es öfters zu Reibereien zwischen den Jungen und den Mädchen kommt. Deshalb herrscht im Biologieunterricht eine strenge, geschlechtshomogene Sitzordnung vor, die vom Lehrer auch durchgesetzt wird.

Das Thema „Pubertät“ wurde in der Vergangenheit bereits mit den Schülern zum Teil behandelt, da sie - nach Aussage des Biologielehrers - die körperlichen Aspekte der Pubertät, wie innere und äußere Geschlechtsorgane, bereits thematisiert haben. Deshalb wurde dies, mit Ausnahme der Einführung in den Themenkomplex, vernachlässigt und insbesondere auf emotionaler Basis gearbeitet.

3. Didaktische Analyse

3.1 Sachanalyse: Mikroskopieren

Die grünen Pfeile geben die Themen(bereiche) an, die in der Unterrichtsreihe behandelt wurden.

3.2 Struktur der Unterrichtseinheiten

3.2.1 Unterrichtseinheit 1: Einführung in das Mikroskopieren (Klasse 5)

Sämtliche Unterrichtsstunden sind Einzelstunden mit der Dauer von 45 Minuten. Ursprünglich sollte die 3. Unterrichtsstunde zum Thema „Das Mikroskop: Aufbau, Funktion und Regeln“ zu Beginn der Unterrichtsreihe erfolgen. Aus organisatorischen Gründen (Unterrichtsausfall, Raumplanänderung) war dies jedoch nicht möglich. An dieser Stelle ist die Unterrichtsreihe so dargestellt, wie sie tatsächlich verlaufen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2.2 Unterrichtseinheit 2: Pubertät (Klasse 7)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Stundenplanung 1: Die Zelle: Baustein unseres Lebens (Klasse 5)

4.1 Didaktisch-methodische Überlegungen

Die Unterrichtsstunde bereitet die SuS auf die geplante Stationsarbeit im weiteren Verlauf der Unterrichtsreihe (Einführung in das Mikroskopieren) vor. Dort sollen sie selbstständig Präparate herstellen und unter dem Mikroskop die gelernten Strukturen erkennen und zeichnen können. Darüber hinaus werden die SuS in den darauffolgenden Unterrichtsstunden die Kennzeichen des Lebens erarbeiten.

Nach der Begrüßung der Schüler und der Vorstellung meiner Person werden diese gebeten, sich Namenschilder anzufertigen. Da dies die erste von mir durchgeführte Unterrichtsstunde in der Lerngruppe ist, soll dadurch die Anonymität zunächst abgebaut werden. Desweiteren wird so die Voraussetzung geschaffen, sich die Namen der Schüler schnellstmöglich zu merken. Nach Becker (2007, 151) werden den Schülern somit „Signale persönlicher Wertschätzung [ge]sendet“, die den weiteren Verlauf der Unterrichtseinheit für Lehrer- und Schülerseite angenehmer machen soll.

Der Unterrichtseinstieg dient zur Anregung des Interesses und der Neugier für das Thema „Die Zelle“. Dabei liegt der Schwerpunkt darauf, dass Bekanntes aus dem Alltag (z.B. Blut des Menschen) in einer Form dargestellt wird, die unsichtbare Strukturen (z.B. Verband von roten Blutkörperchen) aufdeckt. Die Welt des Großen wird zur Welt des Kleinen (siehe Rahmenlehrplan Grundschule, Naturwissenschaften).

Am Übergang zwischen Einstiegs- und Erarbeitungsphase wird den Schülern die Möglichkeit gegeben, Assoziationen zum Alltag herzustellen, indem sie den Begriff „Zelle“ definieren sollen. Da die SuS der 5. Klasse seit Beginn des Schulhalbjahres die Arbeit in kleineren und größeren Gruppen üben, wird diese Arbeitsform auch in der Erarbeitungsphase angewendet. Dies fördert zum einen das selbstständige und eigenverantwortliche Arbeiten und zum anderen die Kommunikation im sozialen Kontext.

Die Ergebnissicherung erfolgt sowohl auditiv (die SuS geben ihre Ergebnisse abwechselnd mündlich im Plenum wieder) als auch visuell (Zuordnung der Strukturen und Funkt]ionen am Tafelbild), da sich jeder Lerner mit unterschiedlichen Inputs Wissen aneignet.

4.2 Stundenziele

Grobziel:

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Die Schülerinnen und Schüler (SuS) sind fähig, den Aufbau und die Funktion der Zelle zu nennen und zu erklären. Dabei vergleichen sie die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der pflanzlichen und der tierischen Zelle.

Feinziele:

affektive Dimension:

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Die SuS werden animiert, durch das Mikroskop zu schauen und das gesehene mikroskopische Bild selbstständig mit Hilfe von Alltagsbegriffen (z.B. Blutzelle = rote Blubberblase) ihren Mitschülern zu beschreiben. Dadurch wird bei den SuS die Neugier für „das Unsichtbare“ und das Interesse zu dem Thema „Die Zelle - Baustein unseres Lebens“ geweckt.

kognitive Dimension:

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Die SuS sind in der Lage, sich selbstständig die Informationen über allgemeine Merkmale einer Zelle, Bestandteile der pflanzlichen / tierischen Zelle und ihre jeweiligen Funktionen aus einem vorgegebenen Sachtext herauszuarbeiten und die Fachbegriffe den schematischen und mikroskopischen Abbildungen korrekt zuzuordnen.

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Die SuS sind fähig, ihre Ergebnisse dem Klassenverband zu präsentieren. kognitiv / affektive Dimension:

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Die SuS entwickeln die Kompetenz, in Partnerarbeit zu kommunizieren und die Aufgaben gemeinsam zu lösen.

[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Bei fachlichen Differenzen / Konflikten (z.B. Zuordnung der Bestandteile zum Abbild der Zelle) können die SuS eigenverantwortlich und aufgrund von sachlichen Argumenten eine Lösung / Einigung finden.

4.3 Verlaufsplanung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten2

Zeitpuffer: In der restlichen Zeit sollen die SuS sich die Präparate betrachten, die sie zu Beginn der Stunde nicht gesehen haben. Dabei sollen sie darauf achten, ob sie bereits einige Zellbestandteile im Mikroskop erkennen können.

4.4 Arbeitsmaterialien

(A) Schilder, die den Schülern als Orientierung dienen, was für ein Fertigpräparat sich in dem jeweiligen Mikroskop befindet (in kleinerem Format als im Unterricht benutzt).

(B) Arbeitsblätter „Die Zelle: Baustein unseres Lebens“ für die Schüler, inklusive Musterlösung.

(C) Sachtext „Die Zelle“ für die Schüler zur Bearbeitung der Arbeitsblätter (B).

(D) Erwartetes Tafelbild nach der Ergebnissicherung, inklusive der Poster (Tier- und Pflanzenzelle) und DinA4-Schilder (Funktionen der Bestandteile der Tier- und Pflanzenzelle), die die SuS zuordnen sollen.

Sämtliche Begriffe und Sätze in grauer Schrift sind erwartete Musterlösungen der Schüler.

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(A)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Arbeitsblatt: Die Tierzelle und die Pflanzenzelle 04.03.2011

(B) Die Zelle: Baustein unseres Lebens

Lest euch den Sachtext „Die Zelle“ durch und löst in eurer Gruppe die unten stehenden Aufgaben!

Aufgabe 1: Nennt wesentliche Merkmale einer Zelle!

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aufgabe 2: Tragt alle Bestandteile der pflanzlichen und der tierischen Zelle in die Tabelle ein und notiert euch die Funktion der einzelnen Bestandteile dazu. Unterscheidet außerdem, in welcher Zellart (tierische oder pflanzliche Zelle) die einzelnen Bestandteile vorkommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in der gesamten Arbeit das männliche Geschlecht verwendet, meint aber beide.

2 Grund für das Einbeziehen einer externen Organisation, ist der Fakt, dass „Pubertät“ als Teilbereich der Sexualerziehung zu den fächerübergreifenden Themen gehört, die nur durch Integration „außerschulischer Erfahrungen und Institutionen“ sinnvoll und effektiv erreicht werden kann (Eschenhagen, u.a., 2008, 60).

Details

Seiten
56
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656055518
ISBN (Buch)
9783656055693
Dateigröße
2.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v180726
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Biologiedidaktik
Note
2,0
Schlagworte
Praktikum Biologie Zelle Pubertät Unterricht Reflexion Didaktische Analyse Methodische Analyse Didaktisch-Methodischer Kommentar Didaktisch-methodische Analyse Rahmenlehrplan Lerngruppe Klasse 5 Klasse 7 Unterrichtspraktikum Gymnasium Grundständiges Gymnasium Mikroskop Mikroskopieren

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Titel: Praktikumsbericht und Reflexion des Unterrichtspraktikums