Lade Inhalt...

Die Rolle der Nahrungsergänzung und von Nahrungsergänzungsmitteln bei Diabetes mellitus

Essay 2011 16 Seiten

Gesundheit - Ernährungswissenschaft

Leseprobe

Diabetes mellitus

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselkrankheit, die nicht heilbar ist. Im Volksmund wird sie „Zuckerkrankheit“ genannt. Diese Erkrankung ist schon seit der Antike bekannt und die ersten Hinweise stammen bereits aus dem alten Ägypten, aus dem Papyrus Ebers. Wörtlich übersetzt bedeutet „Diabetes mellitus“ „honigsüßer Durchfluss“, denn das Blut und der Urin von Diabetikern sind tatsächlich süß.

Was bedeutet Stoffwechsel?

Stoffwechsel bedeutet ganz allgemein, dass Stoffe, die wir mit der Nahrung aufnehmen, im Körper in kleinere Stücke zerlegt werden. Diese Teile nutzt der Körper direkt oder baut sie so um, dass er sie gebrauchen kann. Die Bestandteile werden dann für die verschiedensten Körperfunktionen genutzt, wie zum Beispiel zur Energiegewinnung oder zur Abwehr von Krankheiten. Bei Diabetes mellitus liegt eine Störung im Zuckerstoffwechsel des Körpers, genauer gesagt, eine Störung in der Regulation des Blutzuckerspiegels, vor.

Der Zuckerstoffwechsel

Mit der Nahrung nimmt der Mensch unter anderem Kohlenhydrate auf. In Lebensmitteln kommen Kohlenhydrate in unterschiedlichen Strukturen vor: entweder langkettig, zum Beispiel als Stärke, oder kurzkettig, beispielsweise als Traubenzucker. Durch die Verdauung werden die Kohlenhydrate in ihre einzelnen Bestandteile, die Zuckermoleküle, aufgespalten und gelangen so in das Blut. Mit dem Blut werden die einzelnen Traubenzuckermoleküle zu den Körperzellen, zum Beispiel Muskelzellen oder Zellen von Organen, transportiert. Jede Körperzelle benötigt Traubenzucker, um daraus Energie für den Organismus zu gewinnen. Nach dem Essen von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln steigt also der Zuckergehalt im Blut an. Entscheidend für den Blutzuckeranstieg ist dabei der Traubenzucker-Gehalt in den Lebensmitteln. Besonders stark steigt der Blutzuckerspiegel nach Mahlzeiten, in denen reichlich Traubenzucker enthalten ist. Ein Beispiel dafür sind weißmehlhaltige Speisen. Der Blutzuckerspiegel steigt dagegen langsamer an, wenn das Essen stärke- und ballaststoffreich ist, denn der Körper muss erst die langkettigen Kohlenhydrate aufspalten. Stärke- und ballaststoffhaltig ist zum Beispiel Vollkornbrot. Noch langsamer steigt der Blutzuckerspiegel bei Milch und bei frischem Obst mit Schale. Praktisch keine Blutzuckersteigerung erfolgt, wenn nur eiweiß- oder fetthaltige Lebensmittel, wie beispielsweise Fleisch oder Fisch, verzehrt werden.

Die Rolle des Insulins

Um Traubenzucker aus dem Blut aufnehmen zu können, benötigen die Körperzellen das Hormon Insulin. Die Aufnahme des Traubenzuckers in die Körperzellen funktioniert nach dem „Schlüssel-Schloß-Prinzip“. Insulin funktioniert ähnlich wie ein Schlüssel und „schließt“ sozusagen die Zellen für den Traubenzucker auf. Insulin wird in den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet. Die Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse wird durch die Menge an Traubenzucker im Blut ausgelöst. Je mehr Traubenzucker im Blut vorhanden ist, desto mehr Insulin ist notwendig, um die Körperzellen „aufzuschließen“. Schon ein geringer Anstieg des Blutzuckers führt zu einer Insulinausschüttung. Ist dagegen der Blutzuckerspiegel niedrig, also nur wenig Traubenzucker im Blut, schüttet die Bauchspeicheldrüse nur noch wenig oder gar kein Insulin mehr aus, weil nun kaum noch ein Insulinbedarf besteht.

Wie entsteht Diabetes mellitus?

Jeder Mensch hat Blutzucker, nur Diabetiker haben zuviel davon. Bei einer Erkrankung an Diabetes mellitus ist entweder kein oder nur sehr wenig Insulin vorhanden. Es fehlt also der „Schlüssel“. Oder es ist zwar Insulin vorhanden, aber es kann nicht richtig wirken. In diesem Fall passt der „Schlüssel“ nicht. Ohne die Hilfe des Insulins können die Körperzellen den Traubenzucker aus dem Blut nicht aufnehmen. Stattdessen verbleibt der Traubenzucker im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt an. Es kommt zu einer Überzuckerung, einer sogenannten Hyperglykämie. Daher versucht der Körper, den Zucker über den Urin auszusondern. Durch die hohe Konzentration des Zuckers im Urin ist viel Wasser aus dem Körper nötig, um den Zucker in Lösung zu halten und ihn auszuscheiden. Deshalb kann es zu erheblichen Wasserverlusten und damit zur Austrocknung des Körpers kommen. Starker Durst ist die Folge des Wasserverlustes. Da den Körperzellen nun der Traubenzucker als Energielieferant fehlt, nutzen sie Fettsäuren als Energiequelle, die in den Fettzellen des Körpers gespeichert sind. Dabei entstehen Ketonkörper. Dies sind Abfallprodukte des Fettabbaus. In großen Mengen übersäuern sie das Blut und es kann zu einer schwereren Stoffwechselentgleisung und Bewusstlosigkeit kommen. Dieser Zustand muss sofort medizinisch behandelt werden. Folgende Abbildung verdeutlicht die Diabetesentstehung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Entstehung von Diabetes mellitus

Ein Diabetes mellitus liegt vor, wenn die Blutzuckerwerte folgende Daten aufweisen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Welche Formen von Diabetes mellitus gibt es?

Es gibt verschiedene Formen des Diabetes mellitus, die von Diabetologen anhand der Krankheitsursache unterschieden werden. Die Hauptformen des Diabetes sind Diabetes mellitus Typ 1 und Diabetes mellitus Typ 2. Weitere Diabetesformen sind Schwangerschaftsdiabetes, Diabetes mellitus aufgrund Vergiftungen, durch Einwirkung von Medikamenten oder durch besondere genetische Störungen. Auf diese Nebenformen wird wegen ihrer Seltenheit in der vorliegenden Broschüre nicht näher eingegangen.

Diabetes mellitus Typ 1

Diabetes mellitus Typ 1 tritt vorwiegend bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf. Bei dieser Diabetesform werden aufgrund einer Autoimmunreaktion, bei der sich die Abwehrzellen fälschlicherweise gegen bestimmte körpereigene Zellen richten, die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse zerstört.

[...]

Details

Seiten
16
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656038719
ISBN (Buch)
9783656038566
Dateigröße
559 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v180963
Note
Schlagworte
Zimt Zink Chrom Diabetes mellitus Zuckerkrankheit Sven-David Müller Diabetesberater Diätassistent Blutzcker

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Die Rolle der Nahrungsergänzung und von Nahrungsergänzungsmitteln bei Diabetes mellitus