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Kognitivismus - Ausgewählte Aspekte

Hausarbeit 2008 12 Seiten

Psychologie - Kognitive Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Begriff Kognition

3 Die Geschichte der kognitiven Psychologie
3.1 Die historischen Anfänge
3.2 Die kognitive Psychologie in Deutschland
3.3 Die kognitive Wende

4 Bedeutung der kognitiven Psychologie

5 Was untersucht die kognitive Psychologie?

6 Wie untersucht die kognitive Psychologie?

7 Die Auswirkungen der kognitiven Psychologie auf andere Forschungsgebiete

8 Schlussbemerkung

9 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Psychologie ist geprägt von verschiedenen Sichtweisen, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. Neben der Psychoanalyse und dem Behaviorismus stellt der Kognitivismus die dritte große Theorierichtung der modernen Psychologie dar. Beeinflusst von Fortschritten in der Informationstheorie, der „Künstlichen Intelligenz“1 und Linguistik, nahm dieser zu Beginn der 60er Jahre in der kognitiven Wende zum ersten Mal Form an. Kognitive Prozesse wie Denken, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Sprache bilden die Grundlage dafür, dass wir unser Leben verstehen und danach handeln. Was Kognition im Wesentlichen bedeutet, wird im ersten Kapitel kurz dargestellt. Im weiteren Verlauf wird neben der geschichtlichen Entwicklung des Kognitivismus auch auf die Bewusstseinspsychologie von Wilhelm Wundt eingegangen. Die Integration der kognitiven Psychologie in den Alltag gewinnt zukünftig immer mehr an Bedeutung und wird daher in einem anschließenden Kapitel thematisiert. Was untersucht die kognitive Psychologie genau? Der Beantwortung dieser Frage widmet sich das fünfte Kapitel. Nach Klärung des Untersuchungsgegenstandes erfolgt eine ausführliche Vorstellung der Untersuchungsmethoden und die Erläuterung dabei auftretender Probleme. Schließlich werden im letzten Kapitel die Auswirkungen der Kognitionspsychologie auf andere Forschungsgebiete dargestellt.

Zusammenfassend soll verdeutlicht werden, dass die kognitive Perspektive im Laufe der Zeit immer mehr an Bedeutung gewonnen hat und auch zukünftig bei der Erforschung von Verhaltensweisen sowie Reaktionen von Menschen eine zentrale Rolle spielen wird.

2 Der Begriff Kognition

Der Begriff Kognition stammt ursprünglich aus dem Lateinischen und bedeutet „das Erkennen“ beziehungsweise „das Kennenlernen“. Er umfasst alle Formen des Wissens und wird demzufolge oft als „Sammelname für alle Vorgänge des Erwerbs, der Organisation, der Speicherung und des Gebrauchs von Wissen“ (Neisser 1979

zitiert nach Ulich / Bösel 2005, S. 126) verwendet. Die Kognition umfasst sowohl Inhalte als auch Prozesse. Begriffe, Fakten oder Aussagen, also das was wir denken, wie zum Beispiel: „Ein Tennisball ist rund“ beziehen sich dabei auf die Inhalte. Die kognitiven Prozesse, zu denen beispielsweise Denken und Problemlösen gehören, beziehen sich darauf wie wir denken und sind die Voraussetzung für das anschließende Handeln des Menschen. (Gerrig / Zimbardo 2008, S. 276)

Zum besseren Verständnis soll nun die nachfolgende Grafik beitragen, indem sie überblicksartig verschiedene kognitive Prozesse darstellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Überblick über verschiedene kognitive Prozesse

3 Die Geschichte der kognitiven Psychologie

Ausgehend von den historischen Anfängen beschreibt dieses Kapitel wie sich die Entwicklung der kognitiven Psychologie im Laufe der Zeit vollzog. Neben der Bewusstseinspsychologie von Wilhelm Wundt werden auch Gründe dargestellt, die maßgeblich zur Entstehung der kognitiven Wende beigetragen haben.

3.1 Die historischen Anfänge

Die historischen Anfänge der kognitiven Psychologie findet man bereits bei den alten Griechen. Schon Platon und Aristoteles zeigten Interesse an kognitiven Vorgängen, indem sie sich in ihren Betrachtungen über das Wissen auch mit dem Denken und dem Gedächtnis auseinandersetzten. (Anderson 2007, S. 6)

3.2 Die kognitive Psychologie in Deutschland

Die Entwicklung der kognitiven Psychologie in Deutschland wurde entscheidend durch den am 16.08.1832 in Nekkarau (Baden) geborenen Wilhelm Wundt bestimmt. Dieser studierte Medizin und spezialisierte sich anschließend in Physiologie. Im Jahr 1864 übernahm er den Lehrstuhl der Physiologie in Heidelberg und zehn Jahre später den für induktive Philosophie in Zürich. 1875 übernahm er die Professur in Leipzig, wo er vier Jahre später das erste psychologische Labor einrichtete. (Brockhaus Enzyklopädie, S. 504)

Aufgrund dieser Tatsache wird er noch heute von vielen als „Begründer der modernen Psychologie“ (Ulich / Bösel 2005, S. 87) angesehen. Die Psychologie begann sich nun auch als Wissenschaft zu etablieren (Anderson 2007, S. 7).

Obwohl sich Wilhelm Wundt in vielen Fachgebieten umfassend auskannte, war seine Psychologie die kognitive Psychologie (Anderson 2007, S. 7). Bereits vor der Einrichtung seines Labors veröffentlichte er 1874 sein bedeutendes Werk „Grundzüge der Physiologischen Psychologie“. Zentraler Gegenstand seiner Forschung war das Willens- und Gefühlsleben. Sein Ziel war es, die grundlegenden Empfindungs- und Wahrnehmungsprozesse sowie die Geschwindigkeit einfacher geistiger Prozesse zu verstehen. (Ulich / Bösel 2005, S. 88-90)

Als Untersuchungsmethode wählte er das Introspektionsverfahren. „Dabei berichteten trainierte Beobachter unter sorgfältig kontrollierten Bedingungen über ihre eigenen Bewusstseinsinhalte“ (Anderson 2007, S. 7), indem sie bei der Bewältigung der ihnen gestellten Aufgaben laut sprachen und somit die Abfolge ihrer Gedanken detailliert wiedergaben (Gerrig / Zimbardo 2008, S. 164).

Wundt war der Überzeugung, dass man mit intensiver Selbstbeobachtung die grundlegenden gedanklichen Prozesse bestimmten kann, aus denen das Denken besteht. In seinem Institut führte er mit Hilfe zum Teil selbstentwickelter Apparaturen diverse Experimente, unter anderem aus den Bereichen Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und Gefühl durch. Neben den elementaren Prozessen galt sein Interesse auch dem Verständnis komplexer geistiger und sozialer Phänomene. Er war der Auffassung, dass die Verbindung aus Empfindungen, Vorstellungen und Gefühlen die Grundlage für das selbstständige Denken und den Willensvorgang bildet. (Ulich / Bösel 2005, S. 89-90) Am 31.08.1920 starb Wilhelm Wundt in Großbothen bei Leipzig (Brockhaus Enzyklopädie, S. 504).

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Details

Seiten
12
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656041979
ISBN (Buch)
9783656041740
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v181180
Institution / Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Sonderpädagogik - Geistigbehindertenpädagogik
Note
1,0
Schlagworte
Kognitivismus Geistigbehindertenpädagogik kognitive Psychologie Kognition

Autor

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Titel: Kognitivismus - Ausgewählte Aspekte