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Smart Metering: Kosteneinsparpotenziale für Unternehmen

Seminararbeit 2011 16 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Smart Metering
2.1 Definition und technischer Aufbau
2.2 Vorteile aus Unternehmenssicht
2.3 Nachteile aus Unternehmenssicht

3 Kosteneinsparpotenziale für Unternehmen
3.1 Prozentuale Einsparpotenziale und Rechenbeispiele
3.2 Erfolgsfaktor Mitarbeitermotivation

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Energieverbrauchszähler im System - heute und morgen

Quelle: in Anlehnung an: Stein, J., Smart Metering - Chancen für Energieeffizienz, Frankfurt am Main 2008, S. 5

Abb. 2: „Energieeinsparpotenziale durch greentrac“

Quelle: in Anlehnung an: Wenske, H., Smart Metering - Mit Technologie und Psycho- logie zu mehr Energieeffizienz, Vortrag auf der Informatik-Messe CeBIT in Hannover 2010

Abb. 3: „Realisierte Energieeinsparungen durch greentrac bei der FH Worms“

Quelle: in Anlehnung an: Wenske, H., Smart Metering - Mit Technologie und Psycho- logie zu mehr Energieeffizienz, Vortrag auf der Informatik-Messe CeBIT in Hannover 2010

Abb. 4: „Niederlande: Kosten und Nutzen von Smart Metering für einzelne Akteure“

Quelle: Wissner, M., Diskussionsbeitrag zum Thema Smart Metering der Wissen- schaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) GmbH, Bad Honnef, 2009.

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Vorteile von Smart Metering aus Unternehmenssicht

Quelle: in Anlehnung an: Wenske, H., Smart Metering - Mit Technologie und Psycho- logie zu mehr Energieeffizienz, Vortrag auf der Informatik-Messe CeBIT in Hannover 2010

Tab. 2: „Kosteneinsparungspotenziale bei PCs durch greentrac“

Quelle: in Anlehnung an: Wenske, H., Smart Metering - Mit Technologie und Psycho- logie zu mehr Energieeffizienz, Vortrag auf der Informatik-Messe CeBIT in Hannover 2010

1 Einleitung

Energiekosten sind auf der Kostenseite eines Unternehmens eine wichtige wirtschaftliche Größe. Ist ein Unternehmen in der Lage, wesentliche und unnötige Energieverbraucher (durch Mitarbeiter, Maschinen, Prozesse) innerhalb der Organisation zu lokalisieren, so kann es aus dieser Erkenntnis Handlungsalternativen ableiten und seine Energiekosten senken. Neben dem wirtschaftlichen Nutzen der Kostenersparnis kann ein Unternehmen auf diese Weise auch seinen CO2 Ausstoß reduzieren und somit zum Klimaschutz beitragen. Dies würde sich wiederum positiv auf das Image eines Unternehmens auswirken.

Stromkostenersparnis und Imageverbesserung sind somit die wesentlichen Chancen für ein Unternehmen, dass sich für die Einführung von Smart Metering entscheidet. Ob es einen tatsächlichen wirtschaftlichen Nutzen für Unternehmen durch die Einführung von Smart Metering gibt, soll das Ergebnis dieser Hausar- beit werden.

Dazu wird zunächst das Thema Smart Metering hinsichtlich Definition, technischer Realisierung und Vor- und Nachteilen betrachtet. Anschließend werden die Kosten-Nutzen Aspekte von Metering betrachtet und Schlüsselfunktion der Mitarbeitermotivation erläutert, um abschließend im Fazit die Wirtschaftlichkeit der Einführung von Smart Metering beurteilen zu können.

2 Smart Metering

2.1 Definition und technischer Aufbau

Smart Metering bedeutet den Einsatz intelligenter, elektronischer Strom- und Gaszähler (Smart Meter). Intelligent sind diese Smart Meter deshalb, weil sie den aktuellen Strom- bzw. Gasverbrauch über Datennetze an den Netzbetreiber über- mitteln und somit eine Fernablesung ermöglichen. Eine Datenübertragung zum Rechner des Verbrauchers ist ebenfalls möglich. Seit dem 01. Januar 2010 ist der Einbau von Smart Meter bei Neubauten und Vollsanierungen gesetzlich vorge- schrieben.1

Um Smart Metering betreiben zu können ist zunächst der Austausch der elekt- romechanischen Zähler durch die Smart Meter Zähler erforderlich. Diese sind dann in der Lage in festgelegten Rhythmen den aktuellen Stromverbrauch z.B. via Internetverbindung an den Netzbetreiber und gleichzeitig auch an den Endver- braucher zu melden. Eine manuelle Datenübermittlung und -verarbeitung entfällt somit. Das folgende Schaubild verdeutlicht diesen Ablauf. Die obere Zeile zeigt den Ablauf mit elektromechanischem und die untere Zeile zeigt den Ablauf mit elektrischem Zähler.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: „Energieverbrauchszähler im System - heute und morgen“ Quelle: in Anlehnung an: Stein, J. 2008, S. 5

Der in der obigen Abbildung symbolisierte Multi Utility Communication Con- troller (MUC Controller) ist ein eigenständiges Gerät, welches als Schnittstelle für den Datentransport dient. Mit Hilfe des MUC Controller können die verschiede- nen intelligenten Zähler miteinander vernetzt und die Daten gesammelt werden.2 Vom MUC Controller aus können die vom Smart Meter gelieferten Verbrauchs- daten gleichzeitig an den Netzbetreiber und an den Endverbraucher übertragen werden.

Powerline Communication (PLC), ‚Digital Subscriber Line (DSL) oder General Paket Radio Service (GPRS) sind Übertragungstechnologien, die dem Datentrans- fer vom MUC-Controller zum Netzbetreiber dienen. Bei PLC läuft der Daten- transfer über das Stromnetz zwischen der Trafostation und dem Hausnetz ab.3 GPRS baut auf dem bestehenden Global System for Mobile Communication (GSM) Netz auf. Beim GPRS Verfahren werden Datenpakete durch Kanalbünde- lung einzeln übertragen.4 Das GSM Netz ist ein Standard für volldigitale Mobil- funknetze, der hauptsächlich für Telefonie, Kurzmitteilungen und Datenübertragungen genutzt wird.

2.2 Vorteile aus Unternehmenssicht

Entscheidet sich ein Unternehmen, in dessen Betriebsstätten, Fabriken und Verwaltungsgebäuden Smart Metering einzusetzen, so bringt das einige Vorteile mit sich. Überwiegend gelten hierbei für Unternehmen die gleichen Vorteile und Handlungsalternativen, wie für Privatkunden. Vor allem im Umfang und in der Art der Handlungsalternativen gibt es jedoch gewisse Unterschiede.

Zunächst einmal bewirkt der alleinige Austausch der elektromechanischen gegen die elektronischen Stromzähler eine Reduzierung des Energieverbrauchs. Denn der Eigenverbrauch von Smart Meter Zählern beträgt 1,5 bis 2 Watt im Vergleich zu 4 bis 5 Watt Eigenverbrauch von elektromechanischen Stromzählern. Somit kann der Eigenverbrauch der Stromzähler durch den Einsatz von Smart Meter im günstigsten Fall um bis zu 70% gesenkt werden.5

Ein weiterer Vorteil ist Möglichkeit für das Unternehmen eine monatliche Rechnung nach tatsächlichem Verbrauch zu erhalten. Es muss dadurch keine Pau- schale auf Basis des Stromverbrauchs des letzten Jahres zahlen, sondern wird mo- natlich nach tatsächlichem Verbrauch abgerechnet. Es entfällt somit auch eine Nachzahlung bzw. nachträgliche Gutschrift und damit die Planungsunsicherheit bei Energiekosten.6

Durch die automatische und elektronische Übermittlung der Stromverbrauchs- daten an den Energieversorger entfällt die manuelle und damit fehlerbehaftete Stromablesung durch den Netzbetreiber. Bei einer deutschlandweiten Implemen- tierung von intelligenten Stromzählern kann der Netzbetreiber seine Mitarbeiter zur Stromablesung einsparen, was sich mittelfristig positiv auf die Strompreise auswirken könnte.7 Diese Annahme setzt allerdings voraus, dass die Netzbetreiber die hierbei realisierten Kosteneinsparungen in Form von Tarifanpassungen an Ihre Kunden weitergeben.

Die folgende Tabelle zeigt weitere Vorteile von Smart Metering für Unterneh- men. Diese sind nach den Kategorien Wirtschaftlicher Nutzen, Ökologische Effi- zienz und Soziale Verantwortung gegliedert und zeigen somit auf, dass sich Smart Metering durch seine Effekte positiv auf die Corporate Social Responsibility, also der sozial- und umweltverantwortlichen Unternehmenstätigkeit, auswirkt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: „Vorteile von Smart Metering aus Unternehmenssicht“ Quelle: in Anlehnung an: Wenske, H., 2010

2.3 Nachteile aus Unternehmenssicht

Es gibt allerdings auch negative Aspekte bei der Einführung von Smart Metering für ein Unternehmen zu berücksichtigen. So ist z.B. die Datenkommu- nikation zwischen Smart Meter Zählern und Netzbetreiber bzw. Endverbraucher und die mit der Implementierung von Smart Metering einhergehende IT- Infrastruktur mit einem hohen Energieverbrauch verbunden.8 Darüber hinaus werden für die Implementierung der IT-Infrastruktur und die Installation und Nut- zung einer entsprechenden Smart Metering Software Investitionskosten und Soft- warelizenz-Gebühren anfallen.

Ein weiterer Nachteil ist die bisher fehlende Standardisierung von Schnittstel- len, Übertragungsverfahren und den damit verbundenen Smart Metering Syste- men. Diese Standardisierungen sind erforderlich, damit alle Hersteller von intelli- genten Stromzählern und deren Systemkomponenten nach einheitlichen Vorgaben produzieren und die verschiedenen Teile somit untereinander austauschbar sind.9 Ein aktuelles Problem bei Smart Metering für Unternehmen ist daher, dass die Smart Metering Zähler verschiedener Anbieter untereinander nicht kompatibel

Paul Ladewig Information and Knowledge Management: „Smart Metering“ sind. Zunächst entscheidet sich ein Unternehmen für einen Netzbetreiber und lässt gegen eine Gebühr dessen Smart Metering Zähler installieren. Entscheidet sich das Unternehmen danach für einen anderen Netzbetreiber, der einen günstigern Stromtarif anbietet, so muss das Unternehmen die bereits installierten Smart Metering Zähler und evtl. die dazugehörige IT-Infrastruktur austauschen lassen, wodurch erneut Investitionskosten anfallen.10

Darüber hinaus stellt das Problem des Datenschutzes und der Datensicherheit einen Nachteil bei Smart Metering vor allem in Deutschland dar. Durch die Digi- talisierung der Stromverbrauchsdaten besteht ein tendenziell leichterer Zugriff von Externen, z.B. von sog. Hackern. Diese können das Smart Metering System infiltrieren und die Stromverbrauchsdaten, Stammdaten der Kunden oder weitere Daten manipulieren. In diesem Zusammenhang besteht auch die Befürchtung von Kunden zum sog. gläsernen Verbraucher zu werden, denn der Netzanbieter erhält detaillierte Informationen darüber wann, wo und wie viel Strom seine Kunden verbrauchen.11 Gleiches würde in diesem Sinne dann auch für ein Unternehmen gelten, was aus Wettbewerbsgesichtspunkten eine zusätzliche Bedeutung gewinnt, da die gestohlenen Verbrauchsdaten an Konkurrenzunternehmen gelangen könn- ten.

Durch Smart Metering wird es den Stromanbietern möglich sein, flexible Stromtarife anzubieten. Dies bedeutet z.B., dass der Strom in den Abendstunden günstiger wird.12 Dies würde jedoch im Umkehrschluss bedeuten, dass der Strom tagsüber teurer werden könnte, da zu dieser Zeit die Nachfrage am höchsten ist. Da die meisten Unternehmen ihre Kerngeschäftszeiten jedoch tagsüber, z.B. von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr haben und sie diese aus dem Gesichtspunkt der Kundenfreundlichkeit nicht verschieben können, stellt das ebenfalls einen potenziellen Nachteil von Smart Metering aus Unternehmenssicht dar.

[...]


1 Steria Mummert Consulting, 2010, S. 4

2 Müller, O., Schäfer, C., 2009, S. 12

3 Müller, O., Schäfer, C., 2009, S. 18

4 Müller, O., Schäfer, C., 2009, S. 19

5 Stein, J., 2008, S. 16

6 Dackweiler, M., Utecht, J., S. 2

7 Dackweiler, M., Utecht, J., S. 2

8 Stein, J., 2008, S. 16

9 Müller, O., Schäfer, C., 2009, S. 6

10 energiesparen-im-haushalt.de, S.2

11 Dackweiler, M., Utecht, J., S. 2

12 energiesparen-im-haushalt.de, S.1

Details

Seiten
16
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656045373
ISBN (Buch)
9783656044819
Dateigröße
618 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v181320
Institution / Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,3
Schlagworte
Smart Metering Smart Meetering Informatik Wirtschaftsinformatik Stromzähler intelligente Stromzähler

Autor

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