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Einsatz von Kreativitätstechniken - Kreative Methoden im Problemlösungsprozess von Unternehmen

Studienarbeit 2011 23 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kreativität

3 Kreativitätstechniken
3.1 Intuitive Methode
3.1.1 Brainstorming
3.1.1.1 Definition
3.1.1.2 Ablauf
3.1.2 Fallbeispiel
3.2 Diskursive Methode
3.2.1 Morphologischer Kasten
3.2.1.1 Definition
3.2.1.2 Ablauf
3.2.2 Fallbeispiel
3.3 Kombimethode
3.3.1 Walt-Disney-Methode
3.3.1.1 Definition
3.3.1.2 Ablauf
3.3.2 Fallbeispiel

4 Kreatives Führen

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Klassifizierung von Kreativitätstechniken

Abbildung 2: Morphologischer Kasten

Abbildung 3: Walt-Disney-Methode

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„ Die F ä higkeit zur Innovation entscheidet ü ber unser Schicksal. “ 1

Kreative Ideen und Lösungen gewinnen in Zeiten des globalen Wettbewerbs immer mehr an Bedeutung. Während sich Produkte und Dienstleistungen mehr und mehr angleichen, bedarf es kreativer Innovationen, um trotz steigender Wettbewerbsintensitäten den Unternehmenserfolg nachhaltig zu sichern. Daher setzen Unternehmen vermehrt Kreativität als Schlüsselkompetenz bei der Auswahl der Mitarbeiter voraus.

Es liegt in der Natur des Menschen, Vorgänge rational zu beleuchten und Probleme strukturiert zu lösen. Dabei werden gewohnte Muster und Arbeitsabläufe eingesetzt. Jedoch werden durch rationales Denken keine Innovationen oder kreative Ideen entwickelt.

Es bedarf dem kreativen Potenzial des Einzelnen, um auch in Zukunft den Unternehmenserfolg zu sichern. Zur Förderung dieses Potenzials wurden seit den 1960er Jahren zahlreiche Kreativitätstechniken entwickelt. Zwar existiert heute eine Vielzahl von unterschiedlichen Methoden zur Kreativitätsförderung, dennoch haben sie alle eines gemein: der Mensch soll seine gewohnte, rationale Denkweise verlassen und das Problem von außen betrachten. Neue Ideen und Lösungen sollen zunächst fernab von der Frage nach ihrer Realisierbarkeit oder Effizienz generiert werden. Oftmals entstehen so aus anfangs nicht umsetzbaren Ideen, neue Lösungen und Innovationen.2

Kreativitätstechniken lassen sich in drei Vorgehensweisen unterteilen: intuitiv, systematisch und eine Kombination dieser. Hierzu werden in Kapitel 3 die unterschiedlichen Vorgehensweisen jeweils anhand einer ausgewählten Methode erläutert. Anhand fiktiver Praxisbeispiele sollen die Methoden und ihre Abläufe veranschaulicht werden.

Abschließend wird in Kapitel 4 erläutert, inwieweit Kreativitätstechniken für Führungskräfte in Unternehmen von Bedeutung sind.

Im nachfolgenden Kapitel 2 findet zunächst eine Erläuterung des Begriffs „Kreativität“ statt.

2 Kreativität

„Kreativität bezeichnet die Fähigkeit schöpferischen Denkens und Handelns, die Fähigkeit etwas Neues zu schaffen.“3

Im Rahmen des Problemlösungsprozesses wird Kreativität definiert, als „die Kompetenz, Problemstellungen befriedigend und angemessen auch dann zu lösen, wenn keine bereits erprobten und vorgezeichneten Lösungen vorhanden, anwendbar oder akzeptabel erscheinen“4.

Auch immer mehr deutsche Unternehmen setzen bei ihrer Suche nach neuen Mitarbeitern Kreativität als Schlüsselkompetenz voraus. So haben sich die Innovationsausgaben in der EDV- und Telekommunikationsbranche in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt.5 Auch bei der Planung und Realisation von Innovationen setzen immer mehr Unternehmen Kreativitätstechniken zur Lösungssuche ein.

3 Kreativitätstechniken

„Als Kreativitätstechnik ist ein Satz von Denk- und Verhaltensregeln zu verstehen, die in ihrer Gesamtwirkung eine Gruppe oder ein Individuum zur Erzeugung von Ideen anregen. Die meisten der heute angewandten Kreativitätstechniken nutzen die Gruppe als Kreativität förderndes Element.“6 Kreativitätstechniken sind also Methoden, die die Generierung von Ideen und Lösungen zu einer definierten Problemstellung unterstützen sollen. Sie lassen sich zunächst in zwei Methoden klassifizieren:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Klassifizierung von Kreativitätstechniken (Winkelhofer, 2006, S. 72)

Eine weitere Kreativitätsmethode ist die Kombimethode. Sie fasst sowohl intuitive, als auch systematisch-analytische Elemente zusammen. Kreativitätstechniken kommen i.d.R. bei folgenden Prozessen zum Einsatz7:

- Probleme und Ziele definieren
- Ideen sammeln und dokumentieren
- Lösungsalternativen entwickeln und -konzepte ausarbeiten

3.1 Intuitive Methode

Intuitive Methoden zielen auf eine Aktivierung des Unterbewusstseins ab. Sie werden eingesetzt, wenn in kurzer Zeit eine Vielzahl von Ideen und Lösungen generiert werden sollen. Anstelle einer rationalen oder strategischen Suche nach Lösungen, fördert diese Methode die Kreativität der Teilnehmer. Ferner unterstützt sie, durch intuitive Assoziationen mit anderen Lösungsvorschlägen, die Verknüpfung unterschiedlicher Vorstellungen zu einer neuen Lösung.8 Die am weitesten verbreitete intuitive Methode ist das Brainstorming.

3.1.1 Brainstorming

3.1.1.1 Definition

Unter Brainstorming versteht man eine Methode, bei der „in ungezwungenen Diskussionen ohne Kritik [...] spontane Einfälle und Assoziationen entwickelt werden“.9

Brainstorming ist also eine gruppenbasierte Kreativitätstechnik, mit dessen Hilfe in relativ kurzer Zeit eine Vielzahl von Ideen gesammelt und weiterverarbeitet werden können.

Entwickelt wurde diese Methode der Ideenfindung 1953 von Alex Faickney Osborn. Der US-amerikanische Schriftsteller und Verkaufsmanager erkannte, dass zahlreiche Menschen in Gruppen meist kreativer und produktiver arbeiten, um folglich „die Qualität und die Quantität verkaufsfördernder Ideen zu erhöhen“10.

Aufgrund des breiten Anwendungsgebietes zählt Osborns Methode heute zu den am häufigsten genutzten Kreativitätstechniken.

„Brainstorming ist eine ungemein flexible Kreativitätstechnik, die fast in allen Bereichen Verwendung findet, in denen kreativ gedacht werden soll.“11

3.1.1.2 Ablauf

- Vorbereitung

Die Anzahl der benötigten Gruppenmitglieder ist nicht klar definiert. Die Fachliteratur spricht in der Regel von sechs bis zwölf Teilnehmer. „Unter- schiedliche Arbeitsschwerpunkte und -bereiche bilden den Rahmen für die Auswahl der Teilnehmer.“12

Ein Moderator leitet die Brainstorming-Veranstaltung und stellt den Teilnehmern zunächst zu diskutierende Thema vor. Je nach Bedarf und Kapazität kann auch ein Schriftführer herangezogen werden. Seine Aufgabe besteht darin, die gesammelten Ideen schriftlich festzuhalten.

- Regeln

Die Brainstorming-Veranstaltung unterliegt vier Grundregeln:

1. Jegliche Kritik oder Wertung ist untersagt
2. Quantität vor Qualität
3. Sämtliche Ideen sind willkommen - je ausgefallener, desto besser
4. Ideen können aufgegriffen, kombiniert und verfeinert werden

- Ideenfindungsphase

Die erste Phase wird auch häufig als kreative Phase bezeichnet. Hier entwickeln die Teilnehmer Ideen zur Lösung der Problemstellung. Die spontanen Gedanken können von anderen Teilnehmer verfeinert und weiter- geführt werden. Ziel ist es, „eine möglichst große Anzahl von Lösungs- vorschlägen“ zu sammeln. „Die Qualität dieser Vorschläge wird zunächst nicht betrachtet.“13

Sämtliche Ideen werden schriftlich festgehalten und im zweiten Schritt näher untersucht. Der zeitliche Rahmen dieser Phase ist in der Regel begrenzt auf fünf bis 15 Minuten.

- Bewertungsphase

Nach einer Pause liest der Moderator sämtliche Ideen erneut vor, es beginnt die Bewertungsphase. Die gesammelten Vorschläge werden nun von den Teilnehmern strukturiert, bewertet und entsprechend aussortiert oder präzisiert.

3.1.2 Fallbeispiel: Verpackungsmaschinen GmbH

Ein mittelständisches deutsches Unternehmen für Verpackungsmaschinen sucht nach neuen, innovativen Verpackungsfunktionen. Hierzu sollen mittels eines Brainstormings Ideen generiert werden.

Zunächst wird ein interdisziplinäres Team aus Entwicklern, Vertriebsmitarbeitern und Teilen der Geschäftsleitung zusammengestellt, sowie ein Moderator und ein Schriftführer ernannt.

Nachdem die vier Grundregeln des Brainstormings (s. 3.1.1.2 Regeln) festgelegt und erklärt wurden, wird der kreative Ideenfindungsprozess mittels einiger Fragen des Moderators eingeleitet:

- Welche neuen Funktionen kann eine Verpackung erfüllen?
- Wie kann z.B. Joghurt innovativ verpackt werden?

Die Teilnehmer sollen nun neue Ideen generieren und bereits genannte Vorschläge verfeinern oder erweitern. Die Ideen werden vom Schriftführer auf Karteikarten notiert und an einer Tafel festgehalten. Die Teilnehmer haben nun sämtliche vorgebrachte Ideen vor Augen und können sie nun wiederaufnehmen und variieren. Während dieser Phase ist jegliche Kritik untersagt.

Im nächsten Schritt werden die gesammelten Ideen strukturiert und geordnet. Ausgehend von der ursprünglichen Problemstellung werden die Ideen nun nach Machbarkeit/Zweckdienlichkeit sortiert. Es ergeben sich folgende Ideen:

- Temperaturanzeige integrieren
- Verpackung hat Süßfunktion - bei Bedarf nachsüßen
- Verpackung ist zugleich Kochutensil (Löffel)

Anschließend werden die Ideen im Team analysiert und bewertet, um letztlich die Lösung des Problems zu definieren und zu realisieren.

[...]


1 Roman Herzog, ehemaliger Bundespräsident, in seiner Berliner Rede am 26.04.1997

2 Vgl. Schlicksupp, 1995, S. 168 ff.

3 Frey, 2009, S. 37

4 Braun, 2001, S. 32

5 Vgl. Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, 2011, o.S.

6 Albers, 2005, S. 288

7 Vgl. Winkelhofer, 2006, S. 75

8 Magiera, 2009, S. 40

9 Winkelhofer, 2006, S. 73

10 Higgins/Wiese, 2008, S. 126

11 Nöllke, 2002, S. 55

12 Higgins/Wiese, 2008, S. 127

13 Kamiske/Brauer, 2007, S. 250

Details

Seiten
23
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656049708
ISBN (Buch)
9783656049517
Dateigröße
1.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v181620
Institution / Hochschule
Macromedia Fachhochschule der Medien Stuttgart
Note
1
Schlagworte
Teamführung Kreativität Team Kreativitätstechniken Personalführung Intuitive Diskursive Kombimethode Brainstorming Morphologischer Kasten Walt-Disney-Methode Führen Ideenfindung Lösungssuche Ideensuche Lösungskombination Innovation Innovationstechniken Qualitätsmanagement Kreativitätsförderung Ideenbewertung Ideenmanagement Ideenschöpfung Marketing Management Führung Kreativ managen

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