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Die Verwicklung des indonesischen Militärs in die Wirtschaft

Aufstieg und Fall der "Wirtschaftsoffiziere"

Bachelorarbeit 2008 57 Seiten

Südasienkunde, Südostasienkunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung des indonesischen Militärs
2.1. Der Unabhängigkeitskampf
2.2. Die Dwifungsi-Doktrin als ideologische Grundlage
2.3. Der Weg zur sozio-politischen Vorherrschaft

3. Das Militär auf dem Weg zur wirtschaftlichen Vorherrschaft – Die Orde Lama
3.1. Politische Rahmenbedingungen
3.2. Wirtschaftliche Akteure
3.3. Selbstständige Budgetallokation als Notlösung
3.4. Militärangehörige als staatliche Geldverwalter
3.5. Das Kriegsrecht als Türöffner für den formellen Wirtschaftssektor
3.6. Die Volkswirtschaftliche Situation am Ende der Orde Lama

4. Das Militär als wichtigster wirtschaftlicher Akteur – Die Orde Baru
4.1. Politische Rahmenbedingungen
4.2. Wirtschaftliche Akteure
4.3. Die Finanzierung der Streitkräfte außerhalb des Haushaltes
4.4. Ausländisches Kapital als Arbeitsplatzvernichter
4.5. Suhartos Bruch mit dem Militär
4.6. Schwankende Ölpreise und wirtschaftliche Reformen in den 1980ern
4.7. Der Weg in die Asienkrise und die Konsequenzen

5. Fallstudien
5.1. Pertamina
5.2. Bulog

6. Schluss

I. Glossar

II. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Meine Bachelorarbeit soll die wirtschaftliche Involvierung des indonesischen Militärs[1] vom Zeitpunkt der Republikgründung bis zum Sturz Suhartos beleuchten. Die Armee in Indonesien übernahm seit ihrem Bestehen auch diverse außermilitärische Aufgaben. Dazu gehörten neben politischen, ideologischen, sozialen und religiösen vor allem auch wirtschaftliche Belange. Diese Arbeit konzentriert sich dabei in erster Linie auf den Zeitraum vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zum Rücktritt Suhartos, da sich der Aufstieg und Fall der so genannten „Wirtschaftsoffiziere“ weitgehend auf diesen Zeitrahmen eingrenzen lässt.

Schon in einem demokratischen Staat nach westlicher Definition fällt es oft schwer, die einzelnen Entscheidungsebenen und Akteure voneinander abzugrenzen. In einem Regime, wie es Indonesien unter Sukarno und Suharto war, gilt dies in besonderem Maße. Häufig ist es zum Beispiel kaum möglich eine Trennlinie zwischen dem Militär, Suharto, seiner Familie und der öffentlichen Verwaltung zu ziehen. Wer ist für eine bestimmte Entscheidung verantwortlich und wer wird lediglich in der Öffentlichkeit als Verantwortlicher präsentiert? Beruht diese Entscheidung auf Suharto als Präsident, als Armeeoffizier oder als Vater? Ist ein bestimmter Militärangehöriger in erster Linie Soldat, Unternehmer oder Politiker? Vielfach lassen sich solche Fragen nicht eindeutig beantworten. Für diese Arbeit bedeutet das, dass die wirtschaftlichen Tätigkeiten von Soldaten zwar im Vordergrund stehen. Nichtsdestotrotz muss oftmals aber auch die politische und die administrative Ebene beleuchtet werden; entweder weil das Verständnis der politischen Rahmenbedingungen von entscheidender Wichtigkeit ist oder weil sich eine eindeutige Abgrenzung, in welcher Rolle der Betreffende nun gehandelt hat, nicht ziehen lässt.

Zunächst stelle ich die Entstehung des Militärs und die daraus resultierende ideologische Grundlage für die sozio-politischen Ambitionen des Militärs dar. Unter diese sozio-politischen Ambitionen fallen auch die wirtschaftlichen Tätigkeiten der Armee. Die Rahmenbedingungen, die zur Formation der indonesischen Streitkräfte nach dem Zweiten Weltkrieg geführt haben, sind maßgebend, um die Motivation der Armee in der Folge auch außermilitärische Aufgaben wahrzunehmen, verstehen zu können.

In den zwei darauf folgenden Kapiteln stelle ich die Entwicklung der ökonomischen Aktivitäten des Militärs während der Orde Lama unter Sukarno und während der Orde Baru unter Suharto dar.

Abschließend gebe ich an Hand der Fallbeispiele Pertamina und Bulog einen konkreten Einblick in die Verwicklung des Militärs in die Wirtschaft. Durch diese Beispiele werden auch die Beweggründe der Offiziere und oftmals daraus resultierenden Konsequenzen solch einer Verwicklung verdeutlicht.

Gemäß dieser Ausarbeitungen möchte ich folgenden Fragestellungen nachgehen: Welche Rahmenbedingungen führten zu der tief greifenden wirtschaftlichen Verwicklung des Militärs und wären alternative Entwicklungspfade denkbar gewesen? Was führte letztendlich zum Zusammenbruch des Suharto-Regimes und somit zum Abstieg der „Wirtschaftsoffiziere“? Und war der Ausbruch der asiatischen Finanzkrise in diesem Zusammenhang Ursache oder nur Auslöser des Scheiterns der Orde Baru ?

Ich beziehe mich dabei in der Hauptsache auf Arbeiten von Harold Crouch und Adam Schwarz. Crouch wird im Journal of Southeast Asian Studies als führender Experte auf dem Feld der sozio-politischen Verwicklung des indonesischen Militärs angeführt.[2] Schwarz ist als Wirtschaftsberater für südostasiatische Firmen prädestiniert dafür, Aufschluss über ökonomische Aktivitäten der „Wirtschaftsoffiziere“ zu geben. Sein bekanntestes Werk A Nation in Waiting wird in mehreren Fachzeitschriften, darunter Foreign Affairs und The Journal of Asian Studies, als herausragende Arbeit zum Verständnis der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Dynamiken des Inselstaates bezeichnet.[3]

2. Die Entstehung des indonesischen Militärs

2.1. Der Unabhängigkeitskampf

Nach der Kapitulation der Japaner am 15. August 1945, die zuvor die Rolle der Niederländer als Kolonialherrscher übernommen hatten, entstand ein Machtvakuum in der heute als Indonesien bekannten Inselwelt. Die Japaner verwalteten vorläufig weiter Großteile des Archipels und wurden dabei nach und nach von den Briten abgelöst. Diese sollten dann die Gebiete zurück in niederländische Hände übergeben, die kaum Zweifel daran hegten, dass der Status Quo von vor dem Zweiten Weltkrieg wieder hergestellt werden würde. Die Rolle der Briten als Mittler war aus Sicht der Niederländer notwendig, weil sie zu dieser Zeit kaum Truppen in der Region stationiert hatten und durch die deutsche Besetzung während des Zweiten Weltkrieges politisch und militärisch geschwächt waren. Die indonesische Unabhängigkeitsbewegung unter Sukarno und Mohammad Hatta teilte dieses Selbstverständnis der Niederländer nicht und rief unter dem Druck der Jugendbewegung (Pemuda) am 17. August 1945 die Republik Indonesien aus. Die Niederländer erkannten die Unabhängigkeit der Republik zu weiten Teilen aber erst 1949 an; Irian Jaya wurde gar erst 1963 an Indonesien übergeben.[4]

Zum Zeitpunkt der Unabhängigkeitserklärung durch Sukarno und Hatta gab es noch kein reguläres Militär unter indonesischer Flagge. Dies änderte sich alsbald, da neben den japanischen Besatzern, die den Status Quo halten sollten, sich die britische Präsenz erhöhte und zudem Niederländer, die aus der Kriegsgefangenschaft frei kamen, von den Alliierten wiederbewaffnet wurden. Am 5. Oktober 1945 beschloss die vorläufige Regierung die Formation der Armee der Republik Indonesien [5]. Dies geschah allerdings erst eineinhalb Monate nach dem Ausruf der Republik und nur auf Druck der Pemuda hin. Sukarno und seine Verbündeten hofften, durch das Auslassen der Gründung einer Armee den Alliierten beweisen zu können, keine japanischen Kollaborateure zu sein. Diese Rolle wurde ihnen nämlich von den Niederländern unterstellt.[6]

Die Armee der Republik Indonesien sollte vor allem aus bereits bestehenden Kampfverbänden zusammengestellt werden. Um Soldaten im Sinne einer einheitlichen Streitkraft auszubilden und zu trainieren blieb keine Zeit; man befand sich schließlich mitten im Unabhängigkeitskampf. Die einzelnen Einheiten, welche die neu gegründete Armee ausmachen sollten, hatten einen vielfach unterschiedlichen Ursprung, kämpften aus teils verschiedenen Beweggründen und hatten keine einheitliche Ausbildung genossen.[7] Einige Einheiten bestanden hauptsächlich aus von Japanern ausgebildeten Angehörigen der Jugendbewegung. Diese, einst für eigene japanische Zwecke ausgebildeten und indoktrinierten Soldaten, stammten sowohl aus ländlichen als auch aus urbanen Gegenden. Des Weiteren beruhte sowohl die japanische als auch die niederländische Besatzung auf dem Prinzip der horizontalen Fragmentierung des Inselreiches. Auf bürokratischer Ebene war Indonesien in Sumatra, Java und Ostindonesien unterteilt. Alle drei Verwaltungseinheiten hatten eigene separate Militärverwaltungen, zwischen denen kaum Kommunikation stattfand. Demnach konnte also auch die geographische Herkunft eines Soldaten für dessen militärische Einstellung ausschlaggebend sein.[8] Der soziale Stand spielte bei der Rekrutierung von Soldaten für die Japaner im Gegensatz zu den Niederländern keine Rolle.[9] Vor allem aber legten die Japaner bei ihrer Ausbildung keinerlei Wert auf die von den Niederländern indoktrinierte westliche Maxime, die Armee sei ein ziviles Werkzeug und müsse sich daher politisch neutral verhalten.[10]

Demgegenüber standen nicht nur Einheiten, deren Soldaten in der niederländischen KNIL (Königlich niederländische Indische Armee) gedient hatten, sondern auch Partisanenverbände, die aus parteiinternen Jugendorganisationen hervorgegangen waren.[11] Diese Partisanenverbände ließen sich nur teilweise in die neu gegründete Armee eingliedern. Viele kämpften unter eigener Flagge und mit eigenen Vorstellungen und Zielen weiter; manchmal sogar gegeneinander oder gegen die offiziellen indonesischen Streitkräfte.[12] Von einer einheitlichen Armee unter einem Kommando konnte folglich keine Rede sein. Dies sollte sich letztendlich auch erst Anfang der 70er Jahre unter Suharto ändern.

Nichtsdestotrotz formierte sich ein breiter Widerstand gegen die Japaner und eintreffende alliierte Truppen, der sich vor allem auf Java in Kämpfen entlud. Währenddessen wurde die Jugendbewegung ungeduldig. Der „milde“ Kurs der vorläufigen Regierung unter Sukarno, die vor allem auf Verhandlungen mit Japanern, Alliierten und Niederländern beruhte und die Tatsache, dass fast alle Kabinettsmitglieder schon unter der japanischen Militäradministration gearbeitet hatten, stieß der Pemuda sauer auf. Die Regierung verlor somit nicht nur endgültig die Kontrolle über die von Anhängern der Jugendbewegung durchsetzten Streitkräfte, sondern vergab auch die Chance, sich als geschlossene politische und militärische Einheit gegenüber den Alliierten und später gegenüber den Niederländern zu präsentieren.[13]

Die britischen Besatzungstruppen zogen sich langsam zurück, um den Weg für die zurückkehrenden Niederländer frei zu machen, welche die unilaterale Unabhängigkeitserklärung der Republik Indonesien vom 17. August 1945 nicht anerkannten. Die niederländischen Streitkräfte konnten einen Großteil des Archipels schnell unter eigene Kontrolle bringen. Am 19. Dezember 1948 lief schließlich die zweite niederländische „Polizeiaktion“[14] an, um die restlichen Gebiete, vor allem Yogyakarta, das letzte Bollwerk der Republik, einzunehmen. Sukarno, Hatta und viele andere wichtige Regierungsmitglieder wurden noch am selben Tag verhaftet. Die politische Führung war somit außer Gefecht gesetzt, nicht jedoch die militärische. Ein Guerilla-Krieg, der acht Monate andauern sollte, entbrannte. Unter Führung von General Sudirman wurden eine Militärregierung und ein territoriales Verwaltungssystem eingerichtet. Gepaart mit internationalem Druck auf die Niederlande zeigte die Guerilla-Taktik auch dank einer breiten Unterstützung in der Bevölkerung bald Wirkung. Die Armee stellte damit ihre Autonomie gegenüber der politischen Führung unter Beweis.[15]

2.2. Die Dwifungsi-Doktrin als ideologische Grundlage

Am 12. November 1958 hielt der damalige Oberbefehlshaber des Heeres, General Nasution, eine Rede, in der er das Prinzip des Mittelweges vorstellte. Nach diesem Konzept sollte das indonesische Militär weder ein bloßes ziviles Werkzeug wie in den westlichen Staaten, noch ein Militärregime sein, welches sämtliche Staatsgewalten dominiert. Vielmehr solle das Militär als eine von vielen politischen Kräften innerhalb der Gesellschaft fungieren und dabei auch nichtmilitärische Aufgaben übernehmen.[16]

Mitte der 1960er Jahre wurde dieses Konzept durch die Dwifungsi-Doktrin abgelöst, welche zuvor auf mehreren Armee-Seminaren ausgearbeitet worden war. Nach dieser neuen Doktrin sollte die Armee neben ihren militärischen Aufgaben zusätzlich nicht mehr nur als politische sondern als sozio-politische Kraft verstanden werden. Das Militär erhob demnach den Anspruch, neben politischen Aktivitäten auch in ideologischen, sozialen, kulturellen, religiösen und vor allem auch in wirtschaftlichen Angelegenheiten eine aktive und gewichtige Rolle zu spielen. Unter Suharto wurde das Mitspracherecht des Militärs insbesondere auf politischer und ökonomischer Ebene schließlich zur Dominanz.[17]

Anders als bei Militärputschs, die sich zu dieser Zeit vor allem in Süd-Amerika ereigneten, verteidigte das indonesische Militär seine ausgedehnte sozio-politische Rolle nie als temporäre Phase, die beendet werden würde, sobald eine unmittelbare Krise vorüber war. Die eindeutige Botschaft der Dwifungsi-Doktrin besagte, dass die sozio-politische Rolle des Militärs eine permanente Notwendigkeit sein würde.[18]

„The Indonesian army differs from most armies that have seized political power in that it had never previously regarded itself as an apolitical organization. “[19]

Als Nasution 1958 das Konzept des Mittelwegs vorstellte, besetzte die Armee allerdings bereits eine weite Spannbreite an nichtmilitärischen Aufgabenbereichen, nicht zuletzt als Manager der ehemals niederländischen Unternehmen. Die Vorstellung des Konzepts stellte demnach lediglich den Versuch dar, nachträglich eine ideologische Rechtfertigung für einen bereits in Gang befindlichen Prozess zu liefern.[20]

2.3. Der Weg zur sozio-politischen Vorherrschaft

Ein wichtiger Schritt für die Armeeführung, um eine permanente Rolle innerhalb der Zivilgesellschaft spielen zu können, war die Wiedereinführung der Verfassung von 1945. Die westlich liberale Verfassung, die seit 1950 Gültigkeit besaß, gestand der Armee neben ihren militärischen Tätigkeiten keinen Platz in der politischen, wirtschaftlichen oder in sonst einer zivilen Arena zu.[21]

Bereits vor der Wiedereinführung der alten Verfassung 1959 profitierte die Armee vor allem im wirtschaftlichen Sektor von der Verhängung des Kriegsrechts auf Grund der PRRI-Revolution [22] 1957. Das Militär benutzte seine damit verbundenen Sonderrechte, um alle niederländischen Unternehmen unter seine Aufsicht zu stellen und damit faktisch die Kontrolle über die Unternehmen zu übernehmen. Der Weg für die weit reichende Involvierung von Offizieren in die Wirtschaft war somit geebnet worden. Die Armee konnte ihr Budget so in den folgenden Dekaden erheblich aufstocken und damit weitgehend unabhängig vom eigentlichen Staatsgefüge fungieren.[23]

Ursprünglich als Dachverband für eine Vielzahl von Arbeitsgruppen getarnt, benutzte das Militär die 1964 gegründete Golkar [24] als politisches Sprachrohr. Während die politischen Parteien systematisch sabotiert wurden und sich zu zwei Einheitsparteien zusammenschließen mussten, wurde Golkar kräftig unter die Arme gegriffen. Alle Staatsbediensteten wurden in Hinblick auf ihre Laufbahn dazu angehalten bei Wahlen für Golkar zu stimmen, Dorfvorstehern wurden Wählerquoten für Golkar auferlegt und Regionen mit hohem Golkar -Stimmenanteil wurden Entwicklungshilfegelder in Aussicht gestellt.[25]

Die pro-militärische Regierung konnte die Parteien zudem von einem Gesetz überzeugen, das ihr das Recht gab, 100 der 460 Abgeordneten des DPR [26] und ein Drittel der Abgeordneten des MPR [27] selbst ernennen zu dürfen. Um eine Mehrheit für das Regime herzustellen, musste Golkar folglich nicht über 50 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen, sondern lediglich den fehlenden Anteil[28], um die 50 Prozent zu vervollständigen.[29]

Zuletzt wurde die Bevölkerung entpolitisiert. Das Konzept der Fließenden Masse stellte hierfür die theoretische Grundlage. Das Volk sollte fortan lediglich alle fünf Jahre wählen, um dem Regime eine Legitimationsgrundlage bereit zu stellen, ansonsten aber keinerlei politische Aktivitäten verfolgen. Um dies zu erreichen wurde die Repräsentation der Parteien in den Dörfern stark restriktiert. Diese Maßnahmen trafen zwar auch Golkar, durch die Armee, die in nahezu jedem Dorf präsent war, konnte Golkar jedoch seinen Einfluss in den ländlichen Gegenden konservieren.[30]

Durch das Zurückdrängen der Parteien an den Rande der Bedeutungslosigkeit wurde nach der Kommunistischen Partei Indonesiens (PKI) und Sukarno auch der letzte potentielle Gegenspieler der Armee marginalisiert. Die Dominanz der Armee, vor allem in Politik und Wirtschaft, sollte bis zum Ende der Regierungszeit Suhartos 1998 fortwähren.

General Sudirman, die bis heute verehrte Vaterfigur des indonesischen Militärs, trat bereits während des Unabhängigkeitskampfes dafür ein, dass die Armee niemals ein bloßes Werkzeug in den Händen der Regierung sein sollte. Die meisten Offiziere fühlten sich auf Grund ihrer Partizipation in diesem Kampf dazu berechtigt, auch nach der Unabhängigkeit auf politischer Ebene mitzureden. Die Armee war es schließlich, die vom Dschungel aus einen Guerilla-Krieg gegen die niederländischen Besatzer geführt und die Unabhängigkeitsbewegung damit am Leben erhalten hat, nachdem die zivile Führung kapituliert hatte.[31]

Auch die Gründung der Golkar diente dazu, dem Militär ein verfassungsmäßiges Werkzeug zur verstärkten politischen Einflussnahme zur Verfügung zu stellen. Da Golkar keine Partei sondern eine Arbeitsgruppe oder Golongan Karya darstellte, konnte somit auch der Mitgestaltungsanspruch in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens außerhalb der Politik legitimiert werden.[32]

Im Kabinett waren Armeeangehörige stets nur in geringer Zahl vertreten, wenngleich der Einfluss dieser Institution ohnehin gering war. Auf diesem Wege sollte der Schein einer gleichberechtigten Partnerschaft zwischen dem Militär und der zivilen Ebene gewahrt werden, auch wenn das Militär de facto der Hegemon in dieser Partnerschaft war.[33]

3. Das Militär auf dem Weg zur wirtschaftlichen Vorherrschaft – Die Orde Lama

„…, the Old Order under the period of Guided Democracy, hardly paid any attention to the problems of economic development apart from lip service and the creation of grandiose but largely non-functioning state institutions for development planning.”[34]

3.1. Politische Rahmenbedingungen

Die Armee in der politischen Isolation

Trotz der Verdienste während des Unabhängigkeitskampfes gegen die Niederländer spielte das Militär in den folgenden Jahren auf politischer Ebene kaum eine Rolle. Die neue indonesische Verfassung, die 1950 in Kraft trat, war deutlich von einem westlich-liberalen Demokratieverständnis geprägt. Demzufolge war dem Militär eine subordinierte Rolle unter der zivilen Führung der Republik zugedacht worden. Das Militär vermochte dem zunächst nichts entgegenzusetzen, da die Armee nach wie vor eher eine Allianz aus lokalen Kampfeinheiten als eine geschlossene, einheitliche Streitkraft war. Die Armeeführung in Jakarta hatte oft nur begrenzt Einfluss auf lokale Kommandeure, die politische Initiativen aus dem Hauptquartier häufig schlicht ignorierten.[35]

Die 1950 eingeführte parlamentarische Demokratie unter Sukarno erwies sich jedoch zunehmend als ineffizient. Ständig wechselnde Regierungen übernahmen die Macht, ohne dabei auf ausreichende Unterstützung zurückgreifen zu können, um die drängendsten Probleme der noch jungen Republik zu lösen. In den Reihen des Militärs mehrte sich währenddessen Unverständnis gegenüber dieser Tatenlosigkeit. Hauptgrund hierfür war die Unfähigkeit der Regierung genug Steuermittel einzunehmen, um dem Militär ein angemessenes Budget zur Verfügung zu stellen. Es mangelte daher nicht nur an neuer Ausrüstung. Vor allem konnte nicht genug Geld bereitgestellt werden, um Soldaten und Offiziere adäquat zu entlohnen.[36]

Landesweites Kriegsrecht als Türöffner

Der Ausruf landesweiten Kriegsrechts 1957 weichte die zivile Vorherrschaft gegenüber dem Militär zunächst auf. In den nächsten Jahren konnte das Militär unter anhaltendem Kriegsrecht, welches noch bis Mitte des Jahres 1963 gelten sollte, seinen Einfluss in Politik und Wirtschaft stetig ausbauen. Die Wiedereinführung der alten Verfassung von 1945 zwei Jahre später zementierte dann eine neue Gesellschaftsordnung, in der das Militär eine zunehmend gewichtigere Rolle spielte. Neben regionalen Rebellionen rechtfertigte auch die Kampagne zur Befreiung West-Irians und später die Kampagne gegen die Formation Malaysias eine anhaltend zentrale Rolle der Armee in der Gesellschaft.[37]

Nach der erfolgreichen West-Irian-Kampagne richtete sich der Fokus der Politik zunächst auf innenpolitische Probleme. Dabei sollte vor allem die Rehabilitation der Wirtschaft, die unter der Kampagne stark gelitten hatte, im Mittelpunkt stehen. Präsident Sukarnos Initiative, einen Konfrontationskurs gegen die Gründung Malaysias im September 1963 zu fahren, unterminierte dieses Vorhaben. Die neuerliche politische Polarisierung fand statt, während zeitgleich die Binnenwirtschaft zu kollabieren drohte. Die Anti-Malaysia-Kampagne trieb die Inflationsrate 1964 auf 134 Prozent, diese Zahl sollte bis 1966 noch auf 650 Prozent anwachsen. In der Bevölkerung grassierte der Hunger. Ausländische Geldgeber, vor allem die USA, waren kaum mehr gewillt neue Kredite zu gewähren. Die wirtschaftliche Situation vor allem der breiten Bevölkerungsmassen verbesserte sich erst wieder, nachdem Suharto 1966 de facto die Macht übernommen hatte.[38]

3.2. Wirtschaftliche Akteure

Sukarno

Sukarno legte während seiner Regentschaft wenig Wert auf eine ausgewogene Wirtschaftspolitik. Für ihn standen stets nationalistische Kampagnen, wie die Kampagne zur Befreiung West-Irians oder gegen die Formierung Malaysias, im Vordergrund, in Folge deren die Massen der Bevölkerung und die Streitkräfte mobilisiert wurden. Die Wirtschaftsleistung des Landes hatte darunter schwer zu leiden. Zudem wandte sich Sukarno zunehmend dem Marxismus zu. Indonesien trat Anfang 1965 schließlich sogar aus den Vereinten Nationen aus und rückte in die Nähe der Volksrepublik China. Auf finanzielle Unterstützung zum Aufbau der Wirtschaft aus dem Westen, vor allem durch die USA und dem Internationalen Währungsfonds, konnte das Land fortan folglich nicht mehr hoffen.[39]

Die „Palastmillionäre“

Den aufstrebenden ökonomischen Ambitionen des Militärs stand neben Sukarnos „antikapitalistischer“ Politik nur ein ausgewählter Kreis von Günstlingen aus der politischen Elite gegenüber. Vor allem die Ministerriege unter Sukarno vertrat weit reichende eigene wirtschaftliche Interessen. Chaerul Saleh und Jusuf Muda Dalam, beides Kabinettsmitglieder, verfügten über eigene Konzerne, die es ihnen erlaubten, sowohl ihre Verbündeten als auch ihren Patron Sukarno finanziell profitieren zu lassen. Auch einige Frauen von Kabinettsmitgliedern, darunter die dritte Frau Sukarnos, waren in semi-legale Unternehmen verstrickt, die ihnen vor allem zur persönlichen Bereicherung für sich und ihrer Günstlinge dienten. Unter der Patronage dieser einflussreichen Persönlichkeiten aus der politischen Elite entstand der Kreis der so genannten „Palastmillionäre“. Nach der Machtübernahme Suhartos wurden die prominentesten Mitglieder dieses Zirkels umgehend vor Gericht gestellt. Ziel war es zum einen Sukarno zu diskreditieren, der nach wie vor zu einflussreich war und zuviel Rückhalt in der Bevölkerung besaß, um ihn direkt anzuklagen. Hauptsächlich jedoch sollten die letzten Widersacher des Militärs auf dem Weg zur ökonomischen Vorherrschaft aus dem Weg geräumt werden.[40]

3.3. Selbstständige Budgetallokation als Notlösung

Bereits Anfang der 1950er Jahre waren einige Offiziere in kleinere Unternehmungen im wirtschaftlichen Sektor involviert. Dieser Trend verstärkte sich nun insbesondere auf den Außeninseln fernab der Kontrolle der Zentralregierung. Die ursprüngliche Motivation für wirtschaftliche Tätigkeiten von Armeeangehörigen leitete sich aus der Notwendigkeit ab, ihr Budget aufzustocken, um die Einheiten funktionsfähig zu halten und die Loyalität der Soldaten gegenüber ihren Kommandeuren zu gewährleisten. Die Regierung war zu dieser Zeit nicht im Ansatz dazu in der Lage, der Armee ausreichend Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Anfangs beschränkten sich solche Tätigkeiten in exportorientierten Gebieten wie Nord-Sumatra oder Nord-Sulawesi hauptsächlich auf Schmuggel. In anderen Regionen wurden Abmachungen mit häufig chinesisch stämmigen Geschäftsleuten getroffen, welche sich der Unterstützung der lokalen Militäreinheit vergewissern wollten, um eine gewisse Geschäftssicherheit erzielen zu können. Durch die Verhängung landesweiten Kriegsrechts weitete sich die Rolle des Militärs innerhalb der Wirtschaft dramatisch aus.[41]

3.4. Militärangehörige als staatliche Geldverwalter

Auf Grund der PRRI-Revolution verhängte die Regierung 1957 landesweites Kriegsrecht. Damit wurde für die Armee eine Tür aufgestoßen, die sich alsbald nicht mehr schließen sollte. Unter Kriegsrecht kamen dem Militär weit reichende Vollmachten zu, die es vor allem in Hinblick auf ökonomische Belange ausnutzte. Zunächst beschränkte sich das Militär auf administrative Aufgaben im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Angelegenheiten. Vielerorts gehörten fortan das Eintreiben von Steuern und das Erteilen von diversen Genehmigungen und Lizenzen zum Aufgabenbereich von Armeeeinheiten. Dabei gingen zum ersten Mal erhebliche, eigentlich staatliche, Gelder durch die Hände des Militärs. Der persönliche Bereicherung einzelner Armeeangehöriger sowie dem Abzweigen von Geldströmen für die Streitkräfte als Ganzes waren somit Tür und Tor geöffnet, zumal die Praxis der persönlichen Bereicherung mit Hilfe eines bestimmten Amtes schon unter ziviler Verwaltung Gang und Gebe war.[42]

Die Hemmschwelle als Beamter für gewisse Leistungen einen Teil des zu entrichtenden Betrags für sich persönlich abzuzweigen war niedrig. Im Allgemeinen betrachtete man solch ein Vorgehen nicht als Korruption. In den früheren javanischen Staaten war es üblich, dass Beamte statt eines Gehalts vom Staat einen Teil der zu verrichtenden Gebühren für ihre Dienste selbst einbehielten. Auch in Europa wurde von Beamten erst nach der Bildung der napoleonischen Staaten erwartet, dass diese ihre privaten Geschäfte von ihren öffentlichen Ämtern trennten. In den Kolonien fand das Selbstverständnis von der Trennung zwischen öffentlichem Amt und eigenem Geschäftsgebaren erst später Verbreitung. In den frühen Jahren der niederländischen Besatzung fiel die eigentliche Bezahlung der Beamten durch die Niederländische Ostindien-Kompanie äußerst gering aus. Von ihnen wurde erwartet, mit Hilfe ihres Amtes selbst Möglichkeiten aufzutun, um private Geschäfte zu etablieren.[43]

„Like the patrimonial states of Java, where officials obtained their incomes from benefices rather than salaries, army officers were expected to make the most of appointments in the bureaucracy and other government agencies, which were often seen as rewards for earlier loyalty.“[44]

[...]


[1] Zur Definition und Zusammensetzung des indonesischen Militärs siehe Glossar

[2] vgl. Lee, O. H. (Sept. 1979), „Books reviewed”, in: Journal of Southeast Asian Studies, S. 483-485

[3] vgl. Lev, D. S. (Mai 1995), „Book Reviews“, in: The Journal of Asian Studies, S. 628-630 und Zagoria, D. (Mai 1995), „Book Reviews”, in: Foreign Affairs, S. 189-190

[4] Pauker, G. J. (1962): „The Role of the Military in Indonesia“, in Johnson, J. J. (Hg.), The Role of the Military in Underdeveloped Countries. Princeton, Princeton University Press, S. 187-192

[5] Notosusanto, Brig. Gen. N. (1975): The National Struggle and the Armed Forces in Indonesia. Jakarta, Department of Defence & Security – Centre for Armed Forces History, S. 115-116

[6] Said, S. (1991): Genesis of Power: General Sudirman and the Indonesian Military in Politics 1945-49. Jakarta und Singapore, Institut of Southeast Asian Studies und Pustaka Sinar Harapan, S. 12

[7] Drummond, S. (1983): „Indonesia“, in: Keegan, J. (Hg.), World Armies: Second Edition. Detroit, Book Tower, S. 269

[8] Said, S. 1991: S. 8

[9] Drummond, J. 1983: S. 270

[10] Crouch, H. (2007): The Army and Politics in Indonesia. Jakarta und Kuala Lumpur, Equinox Publishing, S. 25-26

[11] vgl. Crouch, H. 2007: S. 27 und Drummond, S. 1983: S. 270

[12] Said, S. 1991: S. 9

[13] vgl. Said, S. 1991: S. 14-15

[14] Die Niederländer bezeichneten die beiden großen Angriffswellen auf das Territorium der neu gegründeten Republik offiziell als Polizeiaktion. Dieser Terminus soll den kriegerischen Charakter der niederländischen Angriffe verschleiern.

[15] vgl. Roeder, O.G. (1969): The Smiling General. Jakarta, Gunung Agung LTD, S. 117–121 und Said, S. (2006): Soeharto’s Armed Forces: Problems of Civil Military Relations in Indonesia. Jakarta, Pustaka Sinar Harapan, S. 3-6

[16] Crouch, H. 2007: S. 344 und Said, S. 2006: S. 13-14

[17] vgl. Crouch, H. 2007: S. 344-345 und Notosusanto, Brig. Gen. N. 1975: S. 129

[18] Emmerson, D. K. (1988), „The Military Mind and Economic Development“, in: Djiwandono, J. S. und Y. M. Cheong (Hg.), Soldiers and Stability in Southeast Asia. Singapur, Regional Strategic Studies Programme und Institute of Southeast Asian Studies, S. 115 und Schwarz, A. (2000): A Nation in Waiting: Indonesia in the 1990s. Boulder und San Francisco, Westview Press, S. 30

[19] Crouch, H. 2007: S. 344

[20] Said, S. 2006: S. 16-17

[21] Crouch, H. 2007: S. 38-39

[22] Lokale und regionale Kommandeure in Sumatra und Sulawesi übernahmen 1957 mehrere Kommunalregierungen und stießen dabei überwiegend auf großen Rückhalt in der Bevölkerung, die weitestgehend unzufrieden mit der blockierten Zentralregierung war. Die Rebellion gipfelte schließlich darin, dass 1958 Dissidenten aus der Armee zusammen mit hochrangigen Politikern vor allem aus der muslimischen Masyumi-Partei die „Revolutionäre Regierung der Republik Indonesien“ (PRRI) mit Sitz in West-Sumatra ausriefen.

[23] Drummond, S. 1983: S. 272 und Said, S. 2006: S. 17

[24] siehe Glossar

[25] vgl. Crouch, H. 2007: S. 264-270

[26] zur Zusammensetzung und Aufgaben des DPR siehe Glossar

[27] zur Zusammensetzung und Aufgaben des MPR siehe Glossar

[28] Dieser fehlende Anteil lag beim DPR bei ungefähr 36,1 Prozent und beim MPR bei 25 Prozent der Wählerstimmen.

[29] Schwarz, A. 2000: S. 31-32

[30] Schwarz, A. 2000: S. 33

[31] vgl. Crouch, H. 2007: S. 344 und Said, S. 2006: S. 28

[32] Schwarz, A. 2000: S. 31-32

[33] Crouch, H. 2007: S. 241

[34] Djiwandono, J. S. (1988), „The Military Mind and Economic Development“, in: Djiwandono, J. S. und Y. M. Cheong (Hg.), Soldiers and Stability in Southeast Asia. Singapur, Regional Strategic Studies Programme und Institute of Southeast Asian Studies, S. 76

[35] vgl. Azca, M. N. (2005): „The Military and the Transition to Democracy in Thailand and Indonesia: A comparative Analysis“, in: Nurhasim, M. (Hg.), Practices of Military Business: Experiences from Indonesia, Burma, Philippines and South Korea. Jakarta, The Ridep Institute, S. 271 und Said, S. 2006: S. 7-8

[36] Crouch, H. (1975), „Generals and Business in Indonesia“, in: Pacific Affairs, S. 520 und Emmerson, D. K. 1988: S. 121

[37] Said, S. 2006: S. 17-19

[38] vgl. Dahm, B. (1999), „Länderprofil Indonesien”, in: Dahm, B. und Ptak, R. (Hg.), Südostasien-Handbuch: Geschichte, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur. München, C.H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, S. 245 und Crouch, H. 2007: S. 95-96

[39] vgl. Crouch, H. 2007: S. 55-67 und Emmerson, D. K. 1988: S. 113

[40] Crouch, H. 1975: S. 523

[41] Brown, R. A. (2006), „Indonesian Corporations, Cronysm, and Corruption”, in: Modern Asian Studies, S. 961-962 und Crouch, H. 1975: S. 520 und Emmerson, D. K. 1988: S. 121

[42] Feith, H. (1962): The Decline of Constitutional Democracy in Indonesia. Ithaca und London, Cornell University Press, S. 403

[43] vgl. Cheong, Y. M. (1988), „The Military Mind and Economic Development“, in: Djiwandono, J. S. und Y. M. Cheong (Hg.), Soldiers and Stability in Southeast Asia. Singapur, Regional Strategic Studies Programme und Institute of Southeast Asian Studies, S. 95 und Crouch, H. 1975: S. 530-539

[44] Crouch, H. 1975: S. 531

Details

Seiten
57
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656050841
ISBN (Buch)
9783656051145
Dateigröße
719 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v181810
Institution / Hochschule
Universität Passau
Note
1,3
Schlagworte
Indonesien Südostasien Militär Dwifungsi Orde Lama Orde Baru Suharto Sukarno Pertamina Bulog Wirtschaftsoffiziere Offiziere Wirtschaft

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