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Leistungsbeurteilung im Sachunterricht

von R. Maier (Autor)

Hausarbeit 2009 12 Seiten

Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Leistungsbegriff
2.1 Leistung in der Schule
2.2 Leistung im Sachunterricht

3. Leistungsbeurteilung im Sachunterricht
3.1 Leistungsermittlung
3.1.1 Schulleistungstests
3.1.2 Portfolios
3.1.3 Präsentationen
3.1.4 Lerntagebücher
3.1.5 Beobachtungen
3.1.6 Zertifikate, Pässe, „Führerscheine“
3.2 Leistungsbewertung
3.2.1 Bezugsnormen der Leistungsbewertung
3.2.2 Beurteilungsprobleme
3.2.3 Bewertung in Zeugnissen

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

1. Einleitung

Die Ermittlung und Bewertung erbrachter Schülerleistungen, ist eine der Aufgaben, mit der sich Lehrkräfte im Schullalltag befassen müssen. Die Leistungsfeststellung und -bewertung basiert auf bestimmten Leitsätzen, die auch verbindlich für die im Sachunterricht erbrachten Schülerleistungen sind.

In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich hauptsächlich auf die verschiedenen Möglichkeiten zur Ermittlung von Leistungen im Sachunterricht eingehen und Schwierigkeiten bei der Leistungsbewertung aufzeigen, die in so einem komplexen Unterrichtsfach wie dem Sachunterricht, auftreten können. Im ersten Teil der Arbeit wird zum einen der pädagogische Leistungsbegriff kurz aufgegriffen und zum anderen die Funktion der Leistungsbewertung in der Schule thematisiert. Die Ermittlung der Leistung und deren Bewertung ist Inhalt des zweiten Teils der Arbeit. Hier wird zunächst auf die verschiedensten Leistungsbeurteilungsinstrumente im Sachunterricht eingegangen und anschließend werden die Bezugsnormen, die der Leistungsbewertung zu Grunde liegen, bestimmt. Außerdem wird auch ein Blick auf die Sachunterrichtsleistung in Zeugnissen geworfen und abschließend Probleme bei der Leistungsbeurteilung aufgezeigt. Letztendlich wird die Hausarbeit noch mit einem kurzen Rückblick in Form eines Fazits abgerundet.

2. Der Leistungsbegriff

2.1 Leistung in der Schule

Der Leistungsbegriff, der uns tagtäglich beim Sport, in der Wirtschaft sowie den Kindern vor allem in der Schule begegnet, „[…] ist […] sehr unmittelbar mit unserem gesellschaftlichen Wertesystem verknüpft.“ (Greving/Paradies/Wester 2007, S. 24 f.). So hat die Schule für die Gesellschaft fünf verschiedene Funktionen zu erfüllen. Es handelt sich hierbei um die:

Qualifikationsfunktion

Selektionsfunktion

Legitimationsfunktion

Informationsfunktion und

Sozialisierungsfunktion (vgl. Greving/Paradies/Wester 2007, S. 24 f.).

Die Leistungsbewertung in der Schule dient vorwiegend der Auslese von Schülern, in Bezug auf die Versetzung in die nächste Jahrgangsstufe, den Übertritt an weiterführende Schulen und die spätere Berufslaufbahn, was der Selektionsfunktion entspricht (vgl. Grittner 2007, S. 513).

Der Leistungsbegriff im pädagogischen Sinne hingegen ist gekennzeichnet durch die Orientierung „[…] am individuellen Lern- und Entwicklungsprozess des Kindes, an der sozialen Dimension des Lernens [und] an den Grundsätzen des Ermutigens und Förderns.“ (Barnitzky/Christiani 1987, S. 10). Bei diesem Begriffsverständnis rückt vor allen Dingen die Förderung und Verbesserung der Schülerleistungen in den Vordergrund. Der Lernprozess wird dadurch optimiert, indem Gespräche zwischen Schülern und Lehrern oder auch unter Einbezug der Eltern stattfinden, in denen die Kinder Informationen über eigene Fähigkeiten aber auch über geringe Leistungen erhalten und Möglichkeiten zur Verbesserung aufgezeigt werden. Außerdem zeichnet sich der pädagogische Leistungsbegriff dadurch aus, dass bei der Leistungsbeurteilung die unterschiedlichen Lernvorraussetzungen der Schüler bedacht und die Leistungen, die individuell beziehungsweise in Gruppen erbracht wurden, miteinbezogen werden (vgl. Grittner 2007, S. 513 f.).

2.2 Leistung im Sachunterricht

In den aktuellen Bildungsplänen sind obligatorische Kompetenzen und Standards abgefasst, die zur Ermittlung und Bewertung von Schülerleistungen im Sachunterricht heranzuziehen sind (vgl. Grittner 2007, S. 514 f.). Unter Kompetenzen versteht man „die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können.“ (Grittner 2009, S. 18 f.). Es wird hierbei unterschieden zwischen Sach- und Methodenkompetenz, und der sozialen und personalen Kompetenz (vgl. Grittner 2009, S. 18 f.).

Unter Methodenkompetenz versteht man den Aufbau und den Gebrauch von Lernstrategien und Arbeitstechniken als auch den Umgang mit verschiedenen Medien im Sachunterricht. Die Kooperation mit anderen Schülern, was zum Beispiel bei Gruppenarbeiten notwendig ist, nennt sich Soziale Kompetenz. Hierzu zählt u. a. gemeinsam aufgestellte Regeln für das Miteinander einzuhalten und Probleme in der Gruppe zu lösen. Die „Sachkompetenz umfasst das Verständnis grundlegender Konzepte und Prozesse der Natur- und Sozialwissenschaften und der Technik sowie die Anwendung gewonnener Einsichten mit dem Ziel, sachbezogen urteilen und handeln zu können.“ (Grittner 2007, S. 515). Personale Kompetenz meint schließlich die Reflexion eigenen Handelns, Selbstwahrnehmung als auch das Vertrauen in eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Diese aufgeführten Kompetenzen gelten als Entscheidungskriterien für Leistung im Sachunterricht der Grundschule (vgl. Grittner 2007, S. 515).

3. Leistungsbeurteilung im Sachunterricht

3.1 Leistungsermittlung im Sachunterricht

Zur Feststellung des Leistungsstandes und der Leistungsfähigkeit der Schüler bieten sich im Sachunterricht verschiedene Leistungsbeurteilungsinstrumente an, die im Folgenden näher erläutert werden.

3.1.1 Schulleistungstests

Bei den Schulleistungstests unterscheidet man formelle und informelle Testverfahren. Formelle Tests, die auch als standardisierte Testverfahren bezeichnet werden „[…] prüfen, ob überregional definierte Leistungsstandards erreicht werden […].“ (Grittner 2009, S. 40 f.). Diese sehr aufwändig zu erstellenden Verfahren sind an die Gütekriterien der Testtheorie gebunden (vgl. Grittner 2009, S. 40). Die Methoden-, Personal- als auch die Soziale Kompetenz, sowie die individuellen Zugänge und Lernprozesse können bei diesem Test nicht oder nur begrenzt ermittelt werden. Die Sachkompetenz hingegen kann sowohl bei formellen als auch informellen Tests exakt erfasst werden. Dieses Art von Tests erfodern allerdings eine vorherige Definition der Lernziele (vgl. Grittner 2007, S. 516).

Informelle Tests, wie z. B. Lernzielkontrollen, „[…] sind methodisch vereinfachte, von den Lehrkräften selbst erstellte Verfahren, die stärker auf den Unterricht und die Leistungen der Lerngruppe ausgerichtet werden können.“ (Grittner 2009, S. 41). Lernprozesse werden bei dieser Art von Test ersichtlich, wenn diese an unterschiedlichen Zeitpunkten einer Unterrichtseinheit stattfinden. Aufschluss über individuelle Zugänge der Schüler kann der Lehrer nur erhalten, wenn er die Tests für die Schüler unter dem Aspekt der Differenzierung erstellt (vgl. Grittner 2007, S. 516).

3.1.2 Portfolios

Unter einem Portfolio versteht man „[…] eine zielgerichtete und systematische Sammlung von Arbeiten, welche die individuellen Bemühungen, Fortschritte und Leistungen der/des Lernenden in einem oder mehreren Lernbereichen darstellt und reflektiert.“ (Nuding 2004, S. 78).

Bei dieser Art von Leistungsermittlung werden verschiedene Materialien wie z. B. Fotos und Videofilme und auch schriftliche Dokumente gesammelt, die Auskunft über den Lernprozess geben (vgl. Winter 2008, S. 190). Die Schüler werden bei der Zusammenstellung dieser Inhalte, der Bestimmung der Standards und Beurteilungskriterien als auch bei der Bewertung der eigenen Leistungsmappe miteinbezogen (vgl. Nuding 2004, S. 78). Außerdem werden dem Lehrer bei dieser Art der Beurteilung auch die Sach-, Methoden- und die Personalkompetenz deutlich (vgl. Grittner 2007, S. 517).

3.1.3 Präsentationen

Unter einer Präsentation im Sachunterricht versteht man die Publikation der Schülerleistung, die entweder allein oder auch in Kooperation mit anderen Schülern stattfinden kann. Präsentationen dienen zum einen als Leistungsbeurteilungsinstrument, Rechenschaftslegung und der Unterhaltung der Mitschüler, Schulfamilie, Eltern oder anderen Interessenten. Bei dieser Form der Leistungsbeurteilung werden Vorträge gehalten, Schauspiele aufgeführt oder Produkte ausgestellt, wodurch auch der Lernprozess erkennbar wird. Je nachdem welche Intention verfolgt wird und welcher Gegenstand der Präsentation zugrunde liegt, können alle vier Kompetenzbereiche zum Tragen kommen (vgl. Grittner 2009, S. 46). Die individuellen Zugänge werden dem Lehrer ersichtlich, wenn jeder Schüler ejnzeln seine Leistung in Form einer Präsentation darstellt (vgl. Grittner 2007, S. 517).

3.1.4 Lerntagebücher

Ein weiteres Leistungsfeststellungsverfahren stellt das Lerntagebuch dar, eine Art Bericht, in dem die Schüler ihre Beobachtungen, Erfahrungen und Eindrücke zu ihrer Arbeit protokollieren. Der Schwerpunkt bei dieser Form der Leistungsbeurteilung liegt in der Reflexion der eigenen Leistungen, wodurch besonders die Personalkompetenz der Schüler angeregt wird. Das Lerntagebuch gibt der Lehrkraft Aufschluss über Lernprodukt und Lernprozess sowie den individuellen Zugängen der Schüler und ermöglicht die Kommunikation über das Geleistete (vgl. Grittner 2007, S. 517).

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Details

Seiten
12
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656053187
ISBN (Buch)
9783656052968
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v181928
Institution / Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
1,3
Schlagworte
leistungsbeurteilung sachunterricht

Autor

  • R. Maier (Autor)

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