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Analyse der Interaktion von BMBF und BIBB am Beispielprojekt JOBSTARTER CONNECT

Hausarbeit 2011 17 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitendes Vorwort

2. Bundesministerium für Bildung und Forschung

3. Bundesinstitut für Berufsbildung

4. Analyse der Interaktion von BIBB und BMBF am Projekt JOBSTARTER CONNECT
4.1 Programmstruktur JOBSTARTER CONNECT
4.2 Interaktion von BIBB und BMBF am Projekt JOBSTARTER CONNECT

5. Fazit

Quellenverzeichnis

1. Einleitendes Vorwort

An der Gestaltung des deutschen Berufsbildungssystems sind sehr viele politische Akteure beteiligt. Zu diesen Akteuren zählen unter anderem, politische Parteien, Bundesregierung, Deutscher Gewerkschaftsbund, Arbeitgeberverbände, Bundesinstitut für Berufsbildung, Kultusministerien und Länderregierungen. Jeder einzelne hat bestimmte Interessen und Anforderungen an das Bildungssystem. Zur übersichtlicheren Darstellung teilt man diese politischen Akteure nach ihrer Zugehörigkeit ein, ob sie demzufolge auf Bundes- beziehungsweise auf Länderebene agieren. Ich möchte mich in dieser Hausarbeit auf zwei politische Akteure der Bundesebene konzentrieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (Gliederungspunkt 2) ist Teil der Bundesregierung. Deutschland besitzt insgesamt vierzehn Bundesministerien, die jeweils für die zugeteilten Aufgabenbereiche zuständig sind und mit der Kanzlerin zusammenarbeiten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist die zuständige Organisation in Sachen Bildung und wird in ausführender Instanz von dem Bundesinstitut für Berufsbildung (Gliederungspunkt 3) unterstützt. Das deutsche Berufsbildungssystem, welches vor allem von der dualen Ausbildung verkörpert wird, ist bei Auszubildenden sehr beliebt. „Rund 60 Prozent eines Altersjahrgangs beginnen nach der allgemeinbildenden Schule eine Ausbildung in einem der rund 350 Ausbildungsberufe.“1 So positiv dies auch auf den Ausbildungsmarkt schließen lässt, so schlecht ist dessen Prognose. Einerseits verschlechtert sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt dahingegen, dass Ausbildungsplätze fehlen, andererseits können Betriebe freie Ausbildungsplätze nicht besetzen. Die Plätze sind knapp, da sie von kulturellen Schwankungen der Wirtschaft abhängen und somit mal mehr oder weniger auf dem Mark angeboten werden können. Offene Lehrstellen, die angeboten werden, können, teilweise nicht besetzt werden, da die Unternehmen keine geeigneten Bewerber2 finden. Auf Grund dieser Tatsache hat das Bundesbildungsministerium in Unterstützung des Bundesinstituts für Berufsbildung das Konzept JOBSTARTER COLLECT entwickelt, das als „lernendes Programm“ verstanden wird und somit auf aktuelle Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt reagieren kann. Anhand dieses Projekts möchte ich die Zuständigkeiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Bundesinstituts für Berufsbildung und dessen Interaktionen darstellen (Gliederungspunkt 4).

2. Bundesministerium für Bildung und Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gehört zur obersten Bundesbehörde und wird von Prof. Dr. Annette Schavan geleitet, welche einen Haushalt für das Jahr 2011 mit einem Gesamtvolumen von 11,6 Milliarden Euro zur Verfügung hat.3 Die studierte Erziehungswissenschaftlerin, Philosophin und Theologin wird von zwei parlamentarischen Staatssekretären sowie zwei beamteten Staatssekretären unterstützt.4 Der Hauptsitz des Ministeriums befindet sich, im „Zentrum der Wissenschaft“, in Bonn. Im „Zentrum der Politik“, Berlin, sind weitere Aufgabenfelder des Ministeriums untergebracht. Derzeit untergliedert sich das BMBF in acht Abteilungen, die gleichzeitig die thematischen Schwerpunkte des Ministeriums darstellen.5 Neben der „Zentralabteilung“, die vor allem für Verwaltungsaufgaben zuständig ist, gibt es die Abteilung „Strategien und Grundsatzfragen“. Als Themenschwerpunkte bestehen hier Fragen bezüglich der Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern, die veränderten Bedingungen des Wissenschaftssystems oder die Chancengerechtigkeit in Bildung und Forschung. Der Bereich der „Europäischen und internationalen Zusammenarbeit in Bildung und Forschung“ beschäftigt sich mit einem immer mehr in den Vordergrund rückendem Hauptziel des BMBF, dem Ausbau der internationalen Beziehungen in Bildung und Forschung. Durch internationale Zusammenarbeit und multilaterale Gremien, wie zum Beispiel in den OECD-Strukturen, versucht das BMBF das immer wichtiger werdende Thema im Ministerium selbst, aber auch in der Bundesregierung zu diskutieren. Die Abteilungen „Berufliche Bildung“, „Lebenslanges Lernen“ oder „Wissenschaftssystem“ behandeln die Gestaltung bezüglich Ausbildung, Weiterbildung, Bildungsforschung und Entwicklung des Wissenschaftssystems, wie Hochschulen oder Forschungseinrichtungen. „Forschung für Innovation“, „Forschung für Gesundheit“ und „Forschung für Kultur, Grundlagen und Nachhaltigkeit“ beziehen sich vor allem auf die Zukunftsversorge, die herausfinden soll, wer was und wie fördern soll.6 Durch diese Schwerpunktsetzungen der verschiedenen Abteilungen soll vor allem eine Grundlage geschaffen werden, auf denen die Zukunft des Landes Deutschland aufgebaut werden kann. Aufgaben wie, Forschungsförderung, Begabtenförderung oder Förderungen des wissenschaftlichen Nachwuchses sollen helfen Bildung, Forschung und Innovation in Deutschland zu stärken und neue Impulse aus der Wissenschaft richtig einzusetzen.7 Das BMBF als Bildungsministerium versteht sich als Helfer, die „Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu erhalten“. Nicht zu vernachlässigen ist die Pflicht des Bundesministeriums maßgeblich für die Gesetzgebung zu sein. Die Regierung besteht nach deutschem Grundgesetz aus dem Bundeskanzler und den zuständigen Bundesministern. Der Bundeskanzler besitzt kein direktes Weisungsrecht gegenüber den Ministern. Nach dem Ressortprinzip wird geregelt, dass jeder Minister für seinen Bereich eigenverantwortlich zuständig ist. Gesetze werden von den Ministern vorgeschlagen und nach dem Kollegialprinzip, also mehrheitlich, beschlossen.8

Einer der Forschungsschwerpunkte des BMBF ist der Bereich der Berufsbildungsforschung. „Ziel der Berufsbildungsforschung ist es, die zentralen Herausforderungen für Innovation im deutschen Berufsbildungssystem zu identifizieren und konkrete Handlungsoptionen zur strukturellen Verbesserung der beruflichen Bildung zu erarbeiten.“9 Berufsbildungsforschung soll somit auf Entwicklungen im nationalen sowie internationalen Bereich der Berufsbildung achten. Sie soll dadurch neue Anforderungen ermitteln, die an die Ziele und Inhalte einer Berufsbildung gestellt werden und die Weiterentwicklungen bezüglich dessen vorbereiten.10 Mit der Berufsbildungsforschungsinitiative (BBFI) des BMBF sollen „Informationen, Daten und Vorschläge in Form von Expertisen und empirischen Untersuchungen für bildungspolitisches Handeln generiert werden.“11 Da sich die bildungspolitischen Anforderungen stetig verändern und anpassen müssen, wird die Initiative flexibel behandelt. Das Modell BBFI orientiert sich an verschiedenen Schwerpunkten, die derzeit in der aktuellen Berufsbildungspolitik eine große Rolle spielen. Die unterschiedlichen Leitlinien werden aufgeteilt in „Demographischer Wandel und Ausbildungsmarkt“, „Übergänge optimieren“, „Grundsatzfragen der Weiterbildung“, „Europäische Öffnung“ und „Umsetzung politischer Leitlinien und rechtlicher Bestimmungen“.12 Die wichtigste Leitlinie im Zusammenhang mit dem Ziel der Wettbewerbssicherung Deutschlands, ist die Frage bezüglich der Weiterbildung. Nur durch qualifizierte Mitarbeiter ist es möglich den Wettbewerb größtmöglich zu sichern. Im Sinne des BBFI soll die „Umsetzung der Prüfungsbestimmungen von Fortbildungsordnungen in der Prüfungspraxis“13 kontrolliert werden. Das bedeutet, dass vor allem bei Fortbildungen bezüglich Führungskräftequalifikationen der Anspruch und der Inhalt der Abschlussprüfung an der späteren Tätigkeit auszurichten ist. Unbekannt ist, inwieweit die Prüfungsordnungen auch in der Prüfungspraxis berücksichtigt werden. BBFI zielt darauf ab, die Prüfungsgestaltung aufzudecken und anzupassen.14 Im Bereich der Forschungsförderungen werden solche Vorhaben nach verschiedenen Kriterien untersucht. Der Innovationsgrad einer Förderung muss ermittelt werden, denn nur wenn ein Vorhaben auch aus wissenschaftlicher oder technischer Sicht innovativ erscheint, wird es von dem BMBF unterstützt oder durch das BMBF selbst durchgeführt. Eine weitere Frage, die geklärt werden muss, ist jene, wie die Erfolgsaussichten zu bewerten sind. Denn es werden nur wissenschaftliche Einrichtungen oder Unternehmen bei Forschungsfragen unterstützt, wenn im Endeffekt ein Erfolg und ein Vorteil des Erforschten gegeben sind.15 Nicht alle Forschungsvorhaben werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung selbst durchgeführt, wie das BBFI. Zumeist gibt das Ministerium die Ausführungen an das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ab.

3. Bundesinstitut für Berufsbildung

Das Bundesinstitut für Berufsbildung, kurz BIBB, ist das „anerkannte Kompetenzzentrum zur Erforschung und Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in Deutschland.“16 Es wurde 1970 gegründet, beschäftigt etwa 380 Mitarbeiter und untersteht der Rechtsaufsicht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Abteilungsbereich der „Beruflichen Bildung“. Finanziert wird das Institut aus dem Haushalt des Bildungsministeriums.17 Die gesetzliche Rechtsgrundlage stellt das „Berufsbildungsgesetz (BBiG) in der Fassung des Berufsbildungsreformgesetzes (BerBiRefG) von 2005“18 dar. Die national, sowie international anerkannte Einrichtung hat ihren Sitz in Bonn und wird als bundesunmittelbare Einrichtung aus dem Bundeshaushalt des BMBF finanziert. Gemäß § 90 BBiG führt das BIBB seine „Aufgaben im Rahmen der Bildungspolitik der Bundesregierung durch“19. Nach Weisung des zuständigen Bundesministeriums soll das BIBB an der Vorbereitung von Ausbildungsordnungen, an der Vorbereitung des Berufsbildungsberichts, an der Durchführung der Berufsbildungsstatistik, an Modellversuchen, an der internationalen Zusammenarbeit im Bereich der beruflichen Bildung, sowie an Verwaltungsaufgaben des Bundes zur Förderung der Berufsbildung mitwirken.20 Das Institut ist somit für Bildungsforschung und -entwicklung einerseits und andererseits für Beratungs- und Dienstleistungsaufgaben verantwortlich. Konkrete Aufgaben der Mitarbeiter sind zum Beispiel das Beobachten der Aus- und Weiterbildungspraxis in Betrieben oder der aktuellen Entwicklungen auf dem Ausbildungsstellenmarkt sowie das Erforschen der Berufsbildung im internationalen Vergleich.21 Zusammenfassend verkörpern derzeit fünf Themenschwerpunkte die Arbeit des BIBB: „Erstens - Ausbildungsmarkt und Beschäftigungssystem. Zweitens – Modernisierung und Qualitätsentwicklung der beruflichen Bildung. Drittens – LebensbegleitendesLernen, Durchlässigkeit und Gleichwertigkeit der Bildungswege. Viertens – Berufliche Bildung für spezifische Zielgruppen. Fünftens – Internationalität der beruflichen Bildung.“22 Die Organe, die für die Durchführung der Aufgaben verantwortlich sind, teilen sich in den Präsidenten, den Hauptausschuss und den wissenschaftlichen Beirat auf. Der Hauptausschuss ist das größte Organ des Bundesinstituts und wird von Beauftragten der Arbeitgeber und Gewerkschaften sowie der Länder und des Bundes zusammengesetzt. Zu den Hauptaufgaben zählen die Beratung der Bundesregierung in entscheidenden Fragen zur Berufsbildung und die Angelegenheiten bezüglich des Forschungsprogramms.23 Um die Aufgaben vertrauensvoll durchzuführen, arbeitet der Hauptausschuss mit dem Präsidenten zusammen. Dieser, derzeit Manfred Kremer, hat Weisungen und allgemeine Vorschriften des zuständigen Bundesministers zu beachten, er vertritt das Bundesinstitut nach außen, verwaltet und leitet es.24 Eine beratende Funktion, vor allem in Forschungsfragen, kommt dem wissenschaftlichen Beirat zu, der von sieben Experten aus dem Bereich der Berufsbildung gebildet wird. Der Beirat versucht zur Forschungsarbeit des BIBB sowie zu den Berichten und Erfolgen Stellung zu nehmen, um so die wissenschaftliche Qualität der Projekte zu fördern.25 Die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats werden gemeinsam von BIBB und BMBF bestellt. Wie bei verschiedenen Projekten arbeiten die zwei poltischen Akteure der Bundesebene auch hier zusammen.

[...]


1 Raskopp/ Meiborg, 2006, S.2

2 Anm.: Zugunsten einer flüssigeren Lesbarkeit wird im Folgenden auf eine grammatikalische Doppelbezeichnung von weiblichen und männlichen Subjektformen überwiegend verzichtet. Gebraucht wird zumeist die männliche Form zur Bezeichnung von Personen; darin eingeschlossen sind ausdrücklich weibliche Personen.

3 Vgl. BMBF, Haushalt, 2011

4 Vgl. BMBF, Leitung und Organisation, 2011

5 Vgl. Ebd.

6 Vgl. BMBF, Förderung in der Forschung, 2011

7 Vgl. BMBF, Ziele und Aufgaben, 2009

8 Vgl. Bundesregierung, Aufbau und Aufgaben, 2011

9 BMBF, Berufsbildungsforschung, 2011

10 Vgl. Ebd.

11 BMBF, Die Berufsbildungsforschungsinitiative (BBFI) des BMBF, 2010

12 Vgl. Ebd.

13 BMBF, Die Berufsbildungsforschungsinitiative (BBFI) des BMBF, 2010

14 Vgl. BMBF, Umsetzung der Prüfungsbestimmungen von Fortbildungsordnungen in der Prüfungspraxis, 2009

15 Vgl. BMBF, Förderung in der Forschung, 2011

16 BIBB, Institut, 2006

17 Vgl. Hilbert /Südmersen/Weber, 1990, S.46

18 BIBB, Gesetzliche Grundlagen, 2006

19 Bundesministerium für Justiz, BBiG § 90, 2005

20 Vgl. Bundesministerium der Justiz, BBiG §90 Aufgaben, 2005

21 Vgl. BIBB, Aufgaben des BIBB, 2010

22 Ebd.

23 Vgl. BIBB, Hauptausschuss, 2003

24 Vgl. BIBB, Institutsleitung, 2010

25 Vgl. BIBB, Organisation, 2010

Details

Seiten
17
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656057208
Dateigröße
533 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v182053
Institution / Hochschule
Technische Universität Darmstadt – Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik
Note
1,0
Schlagworte
analyse interaktion bmbf bibb beispielprojekt jobstarter connect

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