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Bilder und Visualisierungen von Gruppen und Nationen im Spätmittelalter - Omnipräsenz und Multifunktionalität der Wappen

Hausarbeit 2011 9 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

I. Einleitung

II. Was wir in Wappen erkennen können

III. Mobiliora-nobiliora
III.1. Spätmittelalterliche Adelsreise. Erwerb von Ehre und Hinterlassung von Erinnerung
III.2. Die großen Turniergesellschaften und die Reprä sentation durch Wappen

IV. Sprechende Symbole auf Helm, Schild und Wappen

V. Schluss

VI. Literaturverzeichnis

I. Einleitung:

In der folgenden Ausarbeitung mit dem Oberthema „Bilder und Visualisierun- gen von Gruppen und Nationen im Spätmittelalter“ soll herausgestellt werden, welche Rolle Wappen zur Bildung von Identität von Individuum und Gruppe spielen. Meine Arbeit gliedert sich in verschiedene Punkte und soll in erster Linie einen kleinen Überblick über die verschiedenen Anwendungsbereiche von heraldischer Symbolik, besonders in Hinblick auf die Verwendung von Wappen während der spätmittelalterlichen Adelsreise, mit Blick auf Turnierge- sellschaften, und auf kriegerische Auseinandersetzungen und Abgrenzungen geben. Eine genaue Analyse heraldischer Strukturen verschiedener Länder und ihren Funktionen über die gesamte Epoche des Spätmittelalters würde den Um- fang dieser Arbeit sprengen, sodass ich mich auf die drei genannten Unter- punkte konzentriere und versuchen werde, neben einer groben Erläuterung des Anwendungsgebietes auch jeweils ein kleines explizites Beispiel zu erläutern. Letztendlich soll die „Omnipräsenz und Multifunktionalität der Wappen“ dem Leser ein wenig näher gebracht werden.

Die Literatur, die ich zur Erschließung des Themas verwendet habe, erstreckt sich über Handbücher zur Genealogie und Heraldik, bis hin zu Aufsätzen ver- schiedener Historiker in Sammelbänden zum Thema der Heraldik im Spätmit- tealter.

II. Was wir an Wappen erkennen können

Dass Wappen nicht nur schöne, in verschiedenen Formen gestaltete Kunstwer- ke sind, sondern dass sich hinter dieser Optik ein tieferer Sinn oder vielmehr ein weiterführender Symbolgehalt steckt, setzen wir an dieser Stelle der Unter- suchung voraus. Wappen stehen repräsentativ für ein Individuum und seine Abstammungsgemeinschaft, sowie für Gruppierungen, die sich aus verschie- densten Lebenssituationen herausbildeten. So kann man aus ihnen ablesen, welche soziale Stellung und Position ein Individuum innerhalb seiner Familie oder innerhalb seiner gesellschaftlichen Verhältnisse inne hat.1 Darüber hinaus lässt sich ebenso erkennen, wie sich die Stellung der entsprechenden Familie innerhalb von Verwandtschaftsgruppen, innerhalb einer Klientel, Heiratsver- bindungen oder aber in einem politischen Gefüge darstellt.2 So halten wir fest, dass das Wappen als Repräsentationsform nach Außen dient und als Aus- drucksform von Gruppenidentität definiert werden kann. Es dient als Identifi- zierungsmittel innerhalb einer Gesellschaft, an dem auch der Grad an Ruhm und Ehre und somit hierarchische Strukturen abzulesen sind. Demnach sind Wappen oder allgemein heraldische Symbole und Elemente vor allem an Plät- zen aufzufinden, an denen es wichtig war, sich zu repräsentieren beziehungs- weise diese Präsenz auch über den Tod hinaus aufrecht zu erhalten. So finden sich Wappen vor allem an beliebten Pilger- und Wallfahrtsorten, auf Turnieren und der Begräbnisstelle.3 Sowohl auf die Pilger- und Wallfahrtsorte, als auch auf die großen Turniere und der dortigen Repräsentation durch Wappen, kom- men wir im späteren Verlauf noch zu sprechen.

Die Fülle von Gruppen, die sich durch Wappen vertreten lassen, ist enorm groß und vielfältig. Nicht nur Familien und Familienverbände lassen sich durch sie darstellen, sondern auch Bruderschaften, Städte und Städteverbände, sowie auch die Zugehörigkeit eines bestimmten Standes, wie etwa Kaiser, Könige, Fürsten oder die Ritterschaft.4 So lässt sich zusammenfassen, dass durch Wap- pen nicht nur Gruppierungen dargestellt und voneinander abgegrenzt werden, sondern dass durch sie eine Art politische Ordnung auf phänotypischer Ebene entsteht.

III. Mobiliora - nobiliora

III.1. Spätmittelalterliche Adelsreise. Erwerb von Ehre und Hinterlassung von Erinnerung

In der spätmittelalterlichen Gesellschaft war es für Adlige ein absolutes Muss, Reisen durchzuführen, sofern sie ihren aktuellen Status in der Gesellschaft bei- behalten wollten oder diesen durch die auf den Reisen erworbene Ehre weiter nach oben ausbauen wollten. Je gefährlicher und überregionaler eine Reise war, desto höher war die Ehre, die ein Adliger erlangen konnte.

[...]


1 Arndt, Jürgen, Heraldik, in: Handbuch der Genealogie. Für den Herold, Verein für Heraldik, Genealogien und verwandte Wissenschaften zu Berlin, hrsg. v. Eckart Henning u. Wolfgang Ribbe, Neustadt a. d. Aisch 1972, S. 159-161.

2 Paravicini, Werner, Gruppe und Person. Repräsentation durch Wappen im späteren Mittelalter, in: Die Repräsentation der Gruppen. Texte, Bilder, Objekte, hrsg. v. Otto Gerhard Oexle u. Andrea von Hülsen-Esch, Göttingen 1998, S. 340-341.

3 ebd. S. 343.

4 ebd. S. 347.

Details

Seiten
9
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656060826
ISBN (Buch)
9783656060499
DOI
10.3239/9783656060826
Dateigröße
523 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v182207
Institution / Hochschule
Universität Bielefeld
Note
Schlagworte
MIttelalter Wappen Nation Adelsreise Heraldik

Autor

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