Lade Inhalt...

Vegetation und Tierwelt Neuseelands

Seminararbeit 2009 25 Seiten

Didaktik - Geowissenschaften / Geographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Grundlagen
1.1 Die Isolation Neuseelands und ihre Folgen :
1.2 Die Einfuhr exotischer Pflanzen und Tiere

2 Die Vegetation Neuseelands
2.1 Allgemeine Merkmale
2.2 Die Vegetation im Wandel der Zeit
2.3 Die wichtigsten Vegetationszonen
2.3.1 Koniferen-Hartholz-Wälder
2.3.2 Hartholz-Küstenwälder
2.3.3 Südbuchenwälder
2.3.4 Buschwerk
2.3.5 Grasländer

3 Die Tierwelt Neuseelands
3.1 Allgemeine Merkmale
3.2 Die einzelnen Tiergruppen
3.2.1 Vögel
3.2.2 Säugetiere
3.2.3 Reptilien
3.2.4 Amphibien
3.2.5 Fische
3.2.6 Insekten und Wirbellose

Schluss

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die neuseeländischen Inseln erstrecken sich über 24° geografischer Breite und reichen von subtropischen bis in subarktische Gebiete. Diese Tatsache beschert Neuseeland trotz seiner geringen Größe eine ungewöhnlich große Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren, die aus seiner biologischen und geologischen Isolation heraus entstanden sind: Zwischen subtropischen Regenwäldern, Bergen vulkanischen Ursprungs oder sandigen Küstenabschnitten lässt sich oft eine außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt ausmachen, deren Vertreter oft nur auf diesen Inseln zu finden sind.1

Diese Arbeit hat es sich zum Ziel gesetzt, die wichtigsten Fakten und Besonderheiten der facettenreichen Vegetation und Tierwelt Neuseelands darzustellen und auf deren Entwicklung einzugehen.

In einem ersten Kapitel sollen daher vorab die äußeren Umstände geklärt werden, die zur Entwicklung und Gestaltung der einzigartigen Flora und Fauna Neuseelands maßgeblich beigetragen haben. Einerseits spielt dabei die seit 80 Millionen Jahren bestehende Isolation von anderen Erdteilen eine wichtige Rolle. Im Fokus steht dabei die Überlegung, welche einschneidende Veränderungen dieses Ereignis für die Entwicklung der Tier- und Pflanzenwelt mit sich brachte. Andererseits wird in diesem Kontext auch auf die Einfuhr exotischer Pflanzen und Tiere Bezug genommen. Hierbei ist zu klären, inwiefern diese Tatsache der neuseeländischen Tier- und Pflanzenreich geschadet hat und mit welchen Folgen die einheimischen Vertreter auch heute noch zu kämpfen haben.

In Kapitel zwei und drei wird schließlich auf die heutige Situation der Vegetation und Tierwelt eingegangen. Dabei werden die einzelne Vegetationstypen und verschiedene Tierarten vorgestellt, teilweise noch einmal Bezug auf deren Entwicklungsgeschichte genommen und Besonderheiten hervorgehoben.

1 Grundlagen

1.1 Die Isolation Neuseelands und ihre Folgen

Das Außergewöhnliche an der neuseeländischen Tier- und Pflanzenwelt besteht hauptsächlich darin, dass sie sich mehr als 80 Millionen Jahre lang isoliert von anderen Landmassen und unabhängig von externen Ökosystemen selbstständig entwickelt hat. Nach dem Zerfall des Großkontinenten Gondwanas vor mehr als 140 Millionen Jahren, zerbrach 60 Millionen Jahren später schließlich die letzte noch bestehende Verbindung mit Australien und Neuseeland driftete weiter in den Pazifik ab. Es zeiget sich, dass aufgrund dieser Tatsache viele der in Neuseeland beheimateten Pflanzen und Tiere nirgendwo anders auf der Erde entstanden oder beheimatet sind. Demnach sind die viele Arten und Familien im Tierreich und in der Pflanzenwelt als endemisch zu bewerten.2

Insbesondere die Stammesgeschichte einiger Bäume und Reptilien lässt sich daher oftmals bis ins Zeitalter der Dinosaurier zurück datieren. Manche Tiere und Pflanzen können sogar als lebende Fossilien angesehen werden, da sie in anderen Teilen der Erde als ausgestorben gelten. Alle Lebewesen zeichnen sich durch eine über Millionen von Jahren perfektionierte Lebensweise aus, die optimal an die ihnen gegebene Umwelt angepasst ist. Als Neuseeland von Australien abdriftete, beheimatete es auch Pflanzen aus dem zerbrochenen Urkontinent Gondwana, deren Nachkommen heute noch das Landschaftsbild prägen. Viele Pflanzenarten haben eine hohes stammes-geschichtliches Alter und sind einzigartig in ihrer Art.3

Als die letzte Verbindung zum australischen Festland abbrach, starben die auf dem Archipel beheimateten ursprünglichen Tier- und Pflanzenformen, wie beispielsweise kleine Dinosaurier, nach und nach aus. Ebenso wie die Flora wurde also auch die Fauna Neuseelands durch die Isolation des Inselkomplexes stark beeinflusst. Als die höheren Säugetiere sich nämlich in der Kreidezeit allmählich auf den Landmassen ausbreiteten, begann der Großkontinent Gondwana bereits vor ca. 150 Millionen Jahren vor unserer Zeit in einzelne Teile zu zerbrechen. Da Neuseeland zu diesem Zeitpunkt schon abzudriften begann, kam die Ausbreitung der Säugetiere zu spät, und es konnten sich auf dem neuseeländischen Festland so gut wie keine mehr niederlassen.4

Die Folgen dieser Ereignisse schlagen sich in der Tatsache nieder, dass die natürliche Tierwelt Neuseelands bis auf zwei Fledermausarten keine einheimischen Säugetiere kennt. Daher haben sich auch viele Vogelarten auf ein säugetierfreies Leben eingestellt, was die stark verbreitete Flugunfähigkeit unter den Tieren erklärt. Dieses Handicap sollte ihnen spätestens beim Eintreffen europäischer Siedler und der Einfuhr exotischer Tiere zum Verhängnis werden.5 Einige Vertreter des archaischen Gondwana-Typs haben allerdings bis heute überlebt. Der bekannteste Vertreter ist der flugunfähige Kiwi. Die lange Isolation der Landfläche führte demnach auch im Tierreich zur Ausbildung endemischer Tierarten, die teilweise bis heute als einzige Nachkommen primitiver Urformen gehandelt werden.6

1.2 Die Einfuhr exotischer Pflanzen und Tiere

Schon die Maori brachten tropische und subtropische Kulturpflanzen wie Kumara, Taro oder Yams von den Südseeinseln nach Neuseeland, was die ersten Veränderungen im Tier- und Pflanzenreich nach sich zog. Aufgrund der zusätzlichen menschlichen Eingriffe in die Natur wurden viele Vogelarten an den Rand des Aussterbens gebracht und sogar ganze Populationen ausgelöscht. Der Mensch hatte durch die Jagd und das gezielte Legen von Bränden direkt Einwirkung auf das Aussterben einiger Tierarten genommen. Zudem wurden die erste Hunde und Ratten eingeführt, die der Natur großen Schaden zufügten. Die auf ein Leben am Boden vorbereiteten Vögel hatten aufgrund ihrer Flugunfähigkeit oftmals keine Chance gegen die Eindringlinge und stellten eine leichte Beute dar7.

Durch das Aussterben einiger Tierarten und zahlreichen Brände entstanden irreparable Schäden im ökologischen Gleichgewicht von Flora und Fauna. Diesen Entwicklungen fielen unter anderem der Moa und der ‚Giant Eagle’ zum Opfer. Heute ist Neuseeland in Menschenhand. Weder der Moa noch andere seltene Arten sind mehr auszumachen, jedoch werden die verbleibenden durch Gesetzte geschützt. Viele der einheimischen Vögel sind durch eingeführte Vögel ergänzt oder ersetzt worden und Besucher finden in den neuseeländischen Wäldern und Wiesen oftmals Tiere aus ihrer eigenen Heimat vor.8 Das Eintreffen der Europäer im 19. Jahrhundert läutete eine zweite Phase der Veränderungen ein. Die Einwanderer brachten diesmal auch Nutz- und Haustiere mit auf die Inseln, praktizierten ausgedehnte Waldrodungen, ersetzten einheimischen Tussock-Gräser durch eingeführte und veränderten so ganze Lebensräume. Den einheimischen Pflanzen bereitete vor allem die Einfuhr exotischer Pflanzen große Probleme, da sie lokale Pflanzengesellschaften verdrängten und sich immer weiter vermehrten. Schätzungen zufolge wurden insgesamt 2.000 Pflanzenarten eingeführt und einige sind im Laufe der Zeit sogar charakteristisch für das neuseeländische Landschaftsbild geworden (Bsp.: Fichte Pinus radiata).9

In Folge der Einfuhr exotischer Tiere- und Pflanzen standen die einheimischen Vertreter seit diesem Zeitpunkt in einem großen Konkurrenzdruck und mussten um ihre Lebensräume fürchten und kämpfen. Besonders verheerend war die Einfuhr von Tieren, die in ihrer neuen Heimat keine natürlichen Feine zu befürchten hatten. Ein Beispiel für diese Entwicklung stellt auch die Einfuhr des europäischen Rothirsches dar. Dieser wurde als Jagdwild eingeführt, konnte sich ungehindert vermehren und verdrängte damit andere Tiere aus ihrem natürlichem Lebensraum. In einem anderen Fall spezialisierte sich das australische Opossum nur auf eine bestimmte Baumart und trieb diese dadurch an den Rand des Aussterbens. Unter den Pflanzen erwies dabei sich vor allem die Einfuhr des europäischen Ginsters, der Weinrose, des Geißklee und der Brombeere als dramatisch, da sie insgesamt als ‚aggressive Unkräuter’ angesehen werden können. Andere Beispiele dieser Art werden in einem späteren Kapitel dieser Arbeit noch einmal aufgegriffen.10

2 Die Vegetation Neuseelands

2.1 Allgemeine Merkmale

Im pazifischen Neuseeland herrscht ein gemäßigtes, aber ozeanisch beeinflusstes Klima. Die Inseln werden also von Wind und Wetter beider Klimaten getroffen was erklärt, warum die Pflanzen von Ort zu Ort in völlig unterschiedlichen Formen gedeihen. Diese Lage begünstigt auch den immergrünen Regenwald als natürliche Vegetation der Hauptinsel. Die Flora variiert nicht nur zwischen dem milderen Norden und dem kühleren Süden, sondern zeigt auch eine deutliche Höhenabstufung in den Gebirgsregionen.11

In Zahlen betrachtetet, beheimatet die Pflanzenwelt Neuseelands 2.300 einheimische Arten, von denen bis zu 85% als endemisch zu bewerten sind.12 Die größten Bestände sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab.1: Einheimische Pflanzenbestände Neuseelands

Beeinflusst wurde das Vegetationsbild vor allem aber auch durch eine Vielzahl an geologischen Ereignissen wie beispielsweise Vulkanausbrüche, Erdrutsche oder Klimaveränderungen. Doch auch der Mensch hat durch sein Handeln und Eingreifen in die Natur die Gestaltung der Flora deutlich beeinflusst. Daher sind ursprüngliche Pflanzengesellschaften, die Abholzungen und Waldrodungen unbeschadet überstanden haben, besonders wertvoll und werden in Neuseeland auch durch zahlreiche Naturschutzgebiete und Nationalparks geschützt.13

2.2 Die Vegetation im Wandel der Zeit

Die Verbreitung der Vegetationszonen hat sich im Laufe der letzten 150 Jahre aufgrund von Siedlungsvorgängen stark geändert. Für die heutige Vegetation waren hauptsächlich die Ereignisse der letzten hundert Jahre ausschlaggebend. Zuvor war Neuseeland nämlich fast ausschließlich dicht bewaldet.14 Erst mit der Ankunft des Menschen im 19. Jahrhundert veränderte sich dieses Landschaftsbild: „Sie brachten neue Pflanzen und Tiere mit, drängten einheimische Pflanzen zurück, es kam zum Aussterben einzelner Tierarten (Moa) und zur Konkurrenz zwischen einheimischer und eingeführter Tier- und Pflanzenwelt.“15 Die Entwicklung der Vegetation innerhalb der letzten 150 Jahre ist in folgender Abbildung festgehalten und nach eigener Einschätzung im Folgenden interpretiert:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die Entwicklung der Vegetation Neuseelands

[...]


1 Vgl. Statistics New Zealand (2006), S. 11.

2 Vgl. Baedeker Allianz Reiseführer (1995), S. 200.

3 Vgl. Ell (2003), S.1.

4 Vgl. Schellhorn (1996), S. 18.

5 Vgl. Wardle (1991), S. 6f.

6 Vgl. Schellhorn (1996), S. 18.

7 Vgl. Wardle (1991), S. 7f.

8 Vgl. Sinclair (1979), S. 2.

9 Vgl. Hüttermann (1992), S.33f.

10 Vgl. Ebd., S. 34.

11 Vgl. Ell (2003), S. 2.

12 Vgl. Wardle (1991), S. 5.

13 Vgl. Schellhorn (1996), S. 15ff.

14 Vgl. Hüttermann (1991), S.23f.

15 Ebd., S.24.

Details

Seiten
25
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656066750
ISBN (Buch)
9783656066316
Dateigröße
3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v182725
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Note
1,0
Schlagworte
vegetation tierwelt neuseelands
Zurück

Titel: Vegetation und Tierwelt Neuseelands