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Die Nahost Politik der USA und der Einfluss jüdischer Wählergruppen

Vordiplomarbeit 2005 24 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: USA

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Jüdische Wähler in den USA

3.Die jüdisch israelische Lobby
3.1. AIPAC - American Israel Political Action Committee
3.2. Weitere Organisationen

4.Die Nahost Poltik der USA
4.1. Einleitung
4.2. Nixon und Ford
4.3. Carter
4.4. Reagan
4.5. Bush Sr.
4.6. Clinton

5. Bewertung

6. Literatur

7. Internetquellen

1. Einleitung

Der Nahe Osten als eines der brisantesten Krisengebiete des zwanzigsten Jahrhunderts ist auch heute noch einer der zentralen Konflikte in den internationalen Beziehungen. Bis zum Ende der bipolaren Weltordnung hatten beide Supermächte über Bündnispartner Einfluss auf den Konflikt und den Friedensprozess. Mit dem Rückzug der Sowjetunion beziehungsweise Russlands aus dem Konflikt gewannen die Vereinigten Staaten weiter an Einfluss auf die Parteien.

Eine Konstante in der US-amerikanischen Nahost Politik war und ist die Unterstützung Israels. Auch wenn die verschiedenen Regierungen in den USA durchaus Meinungsverschiedenheiten und Konflikte mit den israelischen Regierungen hatten, wagte sich keine US- amerikanische Regierung die hohe finanzielle Unterstützung in Frage zu stellen. Wie kommt es zu dieser Konstanz? Vor allem welche Rolle spielen die jüdischen Wähler und deren Wählerstimmen sowie die jüdisch-amerikanische Lobby? Auf diese Fragestellung sollen Antworten gefunden werden, die die Verknüpfung amerikanischer Innenpolitik mit der Außenpolitik darstellen. Wie es dem Titel meiner Arbeit zu entnehmen ist liegt hier der Schwerpunkt.

Bevor ich zu dem Hauptteil meiner Arbeit komme, in dem die Nahostpolitik der USA unter Berücksichtigung der Fragestellung dargestellt wird, werde ich zunächst einige Informationen über die jüdische Bevölkerung in den USA geben. Darauf folgen Informationen zu der jüdischen Lobby in den Vereinigten Staaten. Das in dieser Arbeit untersuchte Thema ist in der wissenschaftlichen Literatur bisher noch nicht intensiv erforscht worden. Die verschiedenen, auch in meinem Literaturverzeichnis erwähnten Autoren, untersuchen diese Thematik nur am Rande in ihren Werken zum Thema Juden in den USA und amerikanische Nahostpolitik. Doch vor allem die Rolle der jüdischen Lobby und deren Einfluss auf den Kongress benötigt eine intensivere Untersuchung, dabei im speziellen der Rolle von AIPAC. Vielleicht käme man mit weitergehenden Untersuchungen, als diese in der veröffentlichten Literatur gemacht wurden, zu einer anderen, in jedem Fall aber zu einer differenzierteren Beantwortung der Fragestellung als es mir möglich ist.

2. Jüdische Wähler in den USA

In den USA leben ungefähr 6,1 Millionen Juden, das macht 2 Prozent der Gesamtbevölkerung der Vereinigten Staaten aus(Medoff 2002:

1)1. Damit existiert in den USA die größte Jüdische Bevölkerungsgruppe im weltweiten Vergleich. Vorausgegangen war ein, seit der Entdeckung Amerikas, kontinuierlicher Anstieg der Bevölkerungszahlen(Sarna 2004: 375). Dieses Anwachsen der Jüdischen Gemeinschaft in den USA resultiert vor allem aus der massiven Einwanderung, vor allem zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts. Diese Bevölkerungsgruppe stellt die „mit Abstand wohlhabendste, beruflich erfolgreichste, gebildetste Ethnizität“(Rohlfes 1990: 15) dar.

Die Juden in den Vereinigten Staaten sind die am stärksten örtlich konzentrierte Religion, etwa 85 Prozent leben in Großstädten(Sarna 2004: 358). Alleine in den an der Ostküste gelegenen Städten New York, Philadelphia, Baltimore und Washington D.C. leben 40 Prozent der Am erikanischen Juden(Medoff 2002: 1. Aufgrund dieser Konzentration können Sie trotz ihrem, insgesamt gesehen geringen Bevölkerungsanteil, stärkeren politischen Einfluss nehmen. Denn zu dem in manchen Gebieten hohen Bevölkerungsanteil kommt die sehr hohe Wahlbeteiligung von durschnittlich 92 Prozent(Kaim 1999: 18), was verglichen mit der schwachen Mobilisierung der US-Amerikaner von insgesamt 60 Prozent2 herausragend ist.

Somit sind die Juden eine von keiner politischen Partei zu vernachlässigende Größe im US-Amerikanischen Wahlkampf. Allerdings bestand und besteht bis heute eine eindeutige Tendenz zur Demokratischen Partei, die mit wenigen Ausnahmen, die Mehrheit der jüdischen Stimmen gewinnen konnte. „In allen Präsidentschaftswahlen seit 1924 lagen die Stimmen für die demokratischen Kandidaten um durschnittlich 25 Prozent über dem Anteil der Gesamtwählerschaft“(Rohlfes 1990: 102). So hat der Großteil der jüdischen Wähler in der Vergangenheit nur gegen die demokratische Partei und Demokraten gestimmt, wenn eindeutig Jüdische Interessen gefährdet waren.

Für Präsidentschaftswahlen gibt es mehrere Beispiele, die zeigen dass die Stimmen der jüdischen Wähler den unterlegenen Kandidaten den Wahlsieg gekostet haben.

An dieser Stelle möchte ich beispielhaft die Wahl von 1992, als Präsident Bush Senior Bill Clinton unterlag, kurz erläutern. Sicherlich kann man die Niederlage Bushs nicht ausschließlich auf das Wahlverhalten der Juden zurückführen. Allerdings haben seine Nahost Politik und negative Bemerkungen seiner Mitarbeiter über die pro-israelische Lobby das Wahlverhalten beeinflusst. So wählten nur 13 Prozent den amtierenden Präsidenten hingegen 86 Prozent den Gouverneur aus Arkansas. Clinton selber hatte in seinem Wahlkampf Druck auf Israel abgelehnt und die Waffenverkäufe der Bush Administration an die Arabischen Nachbarstaaten Israels abgelehnt. .

Anhand dieses Beispiels und Erkenntnissen aus früheren Wahlen muss man die Bedeutung der US-amerikanisch-jüdischen Wähler höher einschätzen als es der prozentuale Bevölkerungsanteil vermuten lässt.

3. Die Jüdisch-Israelische Lobby

Mit den Jahren haben sich zahlreiche jüdische Organisationen gebildet, die sich zum Großteil zum Ziel gesetz haben die US- Amerikanisch-Israelischen Beziehungen zu verbessern. Diese Organisationen stehen alle im Schatten von AIPAC, die den größten Einfluss hat.

3.1. AIPAC - American Israel Political Action Committee

AIPAC wurde 1954 als Nachfolgeorganisation früherer Zionistischer Gruppen gegründet. Sie entwickelte sich mit den Jahren zu „the most important organization affecting America's relationship with Israel“ (http://www.aipac.org/documents/whoweare.html 12.10.2005). Diese Lobby wurde und wird ausschließlich durch private Spenden finanziert und hat es so mit den Jahren zu einem Etat von 6 Millionen US Dollar3 gebracht(Rohlfes 1990: 99). Das Ziel von AIPAC ist es, durch gezielte Lobbyarbeit die wirtschaftliche und militärische Unterstützung Israels durch die Vereinigten Staaten zu sichern und auszubauen. Durch Beeinflussung von Kongressabgeordneten wird versucht nötige Mehrheiten für eine pro-israelische Politik zu bilden. Diese Einflussnahme findet durch Beschaffung von Informationen, Herstellung von Kontakten und Vermittlung von Reisen nach Israel statt. Finanzielle Unterstützung von Kongressabgeordneten ist der AIPAC nicht erlaubt, dafür setzen jüdische Political Action Committes (PAC) gezielt Wahlkampfspenden für oder gegen Kongresskandidaten ein(Kaim 1999: 18).

[...]


1 Stand 2001

2 Wahl 2004

3 Stand 1988

Details

Seiten
24
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783656076445
ISBN (Buch)
9783656076292
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v183426
Institution / Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen – Institut für Politikwissenschaft
Note
1
Schlagworte
Außenpolitik Juden Israel USA amerika internationale politik Lobbyismus

Autor

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