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Die Sprache des Bildes

Analyse von Text- und Bildsprache in der Printwerbung nach Roland Barthes

Hausarbeit 2011 19 Seiten

Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Grundlagen der Semiotik

2. Semiotik und Werbung

3. Roland Barthes: Mythen des Alltags und Rhetorik des Bildes
3.1 Objektsprache in der sprachlichen Botschaft
3.2 Objektsprache in der Botschaft des denotierten Bildes
3.3 Metasprache

4. Semiotische Werbeplakatanalyse an zwei Beispielen

Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Nachweis der Werbeanzeigen

Einführung

Unsere Umwelt ist voll von Gegenständen, die nicht nur einem Zweck dienen, sondern bedeutungsaufgeladen sind.

Der Gebrauchsaspekt eines Gegenstandes wird mit funktional umschrieben, während der Bedeutungsaspekt oftmals nur unbewusst wahrgenommen wird.

Auch bei Texten und Bildern existieren diese beiden Ebenen. Texte sagen auf einer sekundären konnotativen Ebene mehr aus als ihr tatsächlicher, buchstäblicher Inhalt. Diese Aussagen werden vom Rezipienten eher unbewusst wahrgenommen und sprechen ihn emotional an.

Die hier vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der semiotischen Analyse von Werbeanzeigen in Printmedien. Die Werbebranche hat schon seit langem erkannt, welches Potential in der oben beschriebenen zweiten Ebene der Wahrnehmung und der Aussage von Texten liegt. So konzentrierte sich die Werbearbeit immer mehr auf den Aufbau von Marken-Images, das Schaffen von Bedürfnissen und die Vermittlung gewisser Lebensstile, die ein Produkt transportieren soll, statt auf die faktische Anpreisung von Produktvorteilen. „Einige der Werbeleute hatten jedoch begriffen, dass Werbung nicht nur wissenschaftlich war; sie war spirituell. Marken konnten ein Gefühl wecken – etwa Geborgenheit […] - aber nicht nur das, ganze Unternehmen konnten eine bestimmte Bedeutung verkörpern.“ (Klein, 2002, 29)

Ausgangspunkt für die Werbeanzeigenanalyse in dieser Arbeit wird der Begriff des Mythos des französischen Philosophen, Schriftstellers und Literaturkritikers Roland Barthes sein, welcher aufzeigt, dass ein Text auf einer sekundären semiologischen Ebene eine Aussage macht, die von der Bedeutung der abgebildeten Objekte – etwa in einer Werbeanzeige – deutlich abweichen kann.

Nach einer Einführung in die theoretischen Grundlagen der Semiotik und der Werke „Mythen des Alltags“ und „Rhetorik des Bildes“ von Roland Barthes sollen die Erkenntnisse an Beispielen in Form zweier Printwerbeanzeigen in Anwendung gebracht werden.

1. Grundlagen der Semiotik

Allgemein gesprochen ist die Semiotik die Lehre von Zeichen, Zeichensystemen und Zeichenprozessen. Als Grundlage dienen der Semiotik Zeichen, welche Informationen vermitteln. Zeichen begegnen uns ständig im Alltag, sei es in Form von Gestiken, Sprache, Verkehrsschildern oder Piktogrammen. Unsere Welt ist gefüllt mit Zeichen.

Als eigenständige Disziplin entwickelte sich die Semiotik ab 1900 mit den Studien von Charles Sanders Peirce. An vorderster Stelle der modernen Klassiker der Semiotik stehen Ferdinand de Saussure und Roland Barthes, auf dessen Werk ich später noch tiefer eingehen werde.

Nach Peirce ist die Semiotik nicht nur die Grundlage jeder Kommunikation, sondern auch Voraussetzung für jegliche Form der Erkenntnis, denn jedes Denken ist ein Denken in Zeichen. „Ein Zeichen ist ein Ding, das dazu dient, ein Wissen von einem anderen Ding zu vermitteln, das es, wie man sagt, vertritt oder darstellt. Dieses Ding nennt man Objekt des Zeichens. Die vom Zeichen hervorgerufene Idee im Geist, die ein geistiges Zeichen desselben Objektes ist, nennt man Interpretanten des Zeichens.“ (Kloesel / Pape, 2000)

Ohne Zeichen ist keine Kognition, keine Kommunikation und keine kulturelle Bedeutung möglich. Die Semiotik untersucht sprachliche Zeichen, aber auch andere Zeichenphänomene, wie Bilder. Sie ist Grundlage von Information und Kommunikation, die durch Zeichen vermittelt werden, während diese wiederum Grundlage der Werbekommunikation sind, die im Rahmen der später folgenden Anzeigenanalyse Thema sein wird.

Die Semiotik wird in drei sich überlappende Teilbereiche untergliedert:

(1) Syntax

Diese Dimension beschreibt die formale Ordnung des Zeichens beziehungsweise wie Zeichenmittel in formaler Beziehung untereinander verknüpft sind. Dies kann beispielsweise der Darstellungsstil bei Bildern sein.

(2) Semantik

Die Semantik zeigt die Bezeichnungsfunktion eines Zeichens auf. Sie fragt also nach der inhaltlichen Beziehung des Zeichens zum Objekt, auf das es verweist.

(3) Pragmatik

Die Pragmatik beschäftigt sich mit der Interpretation von Zeichen auf der Empfängerseite. Sie zeigt die Beziehung von Zeichen zu den Interpretanten auf.

Die Apobetik beabsichtigt darüber hinaus eine bestimmte Handlung beim Zeichenempfänger.

Nachfolgend ein Beispiel aus dem nicht sprachlichen Bereich: das Stop-Schild.

- Zeichen: Stop-Schild
- Syntax: rotes, achteckiges Schild mit dem Schriftzug „STOP“
- Semantik: an Kreuzungen ist anzuhalten
- Apobetik: der Autofahrer soll stoppen
- Pragmatik: a) Autofahrer stoppt b) Autofahrer stoppt nicht

Der Zeichenempfänger handelt manchmal anders als vom Zeichenproduzenten beabsichtigt.

Für den Benutzer besitzen Zeichen drei Dimensionen: das Zeichen in seiner materiellen Segmentierung, in seiner Beziehungsfunktion und in seiner Bedeutungsfunktion.

(I) Interpretant

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Z) Zeichen / Repräsentamen (O) Objektbezug

Abbildung 1: Zeichen als Element einer Relation (nach Schelske, Die kulturelle Bedeutung von Bildern, 19)

Bild und Sprache werden als Zeichensystem angesehen. Die Kommunikation gilt als Prozess, in dem etwas als Zeichen fungiert. Ein Zeichen kann erst dann als ein solches bezeichnet werden, wenn es für sein Objekt einen Interpretanten hervorruft, das heißt, es besteht nur in seiner Dreidimensionalität. Ein Zeichen ist an das Bewusstseinserlebnis eines Interpreten gebunden, der die Relation des Zeichens erst herstellt.

In den Medien untersucht die Semiotik Zeichensysteme als auch die einzelnen Medien selbst, die wiederum Zeichensysteme darstellen. Alltägliche Botschaften der Medien werden nicht nur als verbale Texte, sondern auch unter Berücksichtigung ihrer nonverbalen, visuellen und kulturellen Aspekte betrachtet. Themen sind hierbei die Strukturen und Bedeutungen von Zeichen innerhalb der Medien, ihre Verbreitungsprozesse, die Wirkung auf die Öffentlichkeit und auf einzelne Rezipienten, sowie die evolutionsgeschichtlichen Wurzeln der Zeichenproduktion und Zeichenrezeption in den Medien.

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Details

Seiten
19
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656082651
ISBN (Buch)
9783656082965
Dateigröße
748 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v183788
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Kultur- und Sozialwissenschaften
Note
2,0
Schlagworte
sprache bildes analyse text- printwerbung roland barthes werbung werbeanalyse semiotik bildsprache mythen des alltags anzeigen anzeigenwerbung anzeigenanalyse medien kommunikation zeichenlehre

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Titel: Die Sprache des Bildes