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Symboldidaktik - ein Überblick für die Religionspädagogik

Seminararbeit 2011 13 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Symbol

3. Merkmale von Symbolen

4. Symbole in der Religion

5. Christliche Symbole

6. Symbole im Religionsunterricht

7. Symboldidaktisches Konzept von Hubertus Halbfas
7.1 Nicht erklären, sondern sensibilisieren

8. Der symboldidaktische Ansatz von Peter Biehl

9. Halbfas und Biehl – ein Vergleich

10. Schlussbetrachtung

1. Einleitung

Das alltägliche Leben ist geprägt von Symbolen, Zeichen und Bedeutungen. In der Werbung, im Straßenverkehr, im alltäglichen Umgang miteinander und in vielen unterschiedlichen Situationen spielen Symbole eine besondere Rolle. Im Bereich zwischenmenschlicher Beziehungen gibt es eine Vielzahl von Symbolbedeutungen, wie Blumen, Küsse, Sprüche usw. Aber auch konkrete Zeichen werden oft symbolhaft verwendet (z.B. Taube als Friedenssymbol, bestimmte Kleidungsstile als Symbol für eine persönliche Einstellung).

Im ersten Teil, nach einem Definitionsversuch des Begriffs “Symbol”, wird die Bedeutung von Symbolen hinsichtlich ihrer Merkmale und Vorkommen erläutert.

Nach einigen interessanten Beispielen religiöser, bzw. christlicher Symbole, wird auf die Verwendung von Symbolen im Religionsunterricht eingegangen. Hier wird dargestellt, welche Chancen und Möglichkeiten Symbole bieten, um den Religionsunterricht zu bereichern. Dabei wird vor allem auf die Religionsdidaktiker Hubertus Halbfas und Peter Biehl eingegangen.

2. Definition Symbol

Eine einheitliche Begriffserklärung für das Symbol gibt es nicht. Die verschiedenen Bedeutungen des Begriffs „Symbol“ variieren sehr stark, je nachdem in welchem wissenschaftlichen Bereich er verwendet wird.In den Lexika wird Symbol wie folgt definiert:

„einen tieferen Sinn andeutendes Zeichen, Sinnbild; bildhaftes, anschauliches, wirkungsvolles Zeichen für einen Begriff oder Vorgang, oft ohne erkennbaren Zusammenhang mit diesem“ (Beispiel: Blaue Blume)1

„Sinnbild“ (Beispiele: christliche Symbole; weiße Taube als Symbol des Friedens)2

„Sinnbild, das in seiner Ausdruckskraft den Inhalt eines vorgestellten Gegenstandes zum Ausdruck bringt“; im engeren Sinn religiöse oder kultische Symbole3

Im allgemeinen versteht man unter Symbol ein „wahrnehmbares Zeichen, bzw. Sinnbild (Gegenstand, Handlung, Vorgang), dass stellvertretend für etwas nicht Wahrnehmbares (auch Gedachtes, bzw Geglaubtes) steht.“4

Ein Symbol ist also etwas, dass stellvertretend für etwas anderes steht. Es steht also nicht primär für sich selber, sondern wird im übertragenen Sinne gesehen. Das heißt, dass Symbole eine andere Wirklichkeit repräsentieren und erschließen, die sonst verschlossen bleibt.

Symbol stammt vom Griechischen „symballein“ ab und bedeutet zusammenwerfen, - legen, - fügen. In der Literatur wird diese Bedeutung häufig mit dem Beispiel von zwei Freunden erklärt, die Abschied voneinander nehmen und stellvertretend für ihre Trennung eine Tontafel zerbrechen. Jeder der Freunde erhält einen Teil der Scherbe. Bei ihrem Wiedersehen werden wieder beide Teile der Tontafel zusammengefügt. Die Tontafel dient hier als Symbol für die Freundschaft der beiden.5 Hier wird deutlich, dass ein Symbol immer aus einem Symbolträger (hier: die Tontafel) und der Bedeutung, dieses Symbolträgers besteht (hier: die Freundschaft).

3. Merkmale von Symbolen

Auch wenn sie nicht klar definierbar sind, kann man Symbolen trotzdem gewisse Merkmale unterordnen:

1. Symbole weisen auf etwas hin
2. Symbole repräsentieren. (Tonscherbe repräsentiert Freundschaft)
3. Symbole kann man nicht ersetzen. Jedes Symbol hat seinen eigenen Charakter und eigene Art Dinge auszudrücken
4. Symbole sind sozial und historisch bedingt.
5. Symbole sind nicht erfunden, sondern Ausdruck von menschlichen Erfahrungen, die sowohl geschichtlich, als auch gesellschaftlich begründet sind. (Kuss als Zeichen der Liebe und Zuneigung)
6. Symbole helfen die Tiefendimension zu erschließen. Sie „verweisen auf das Unsagbare, Geheimnisvolle, empirisch nicht fassbare hin,auf das, was nicht machbar und kaufbar ist. Freundschaft, Liebe, Sinn meines Lebensweges ... werden mir in Symbolen erschlossen.“6 Sie zeigen auf, dass sich das Leben nicht nur an der Oberfläche abspielt, sondern dass es eine tiefere Wirklichkeit gibt.

Nach BERG lassen sich sieben Grundmerkmale von Symbolen festhalten:7

Symbole fügen Unterschiedliches zusammen

Symbole verbinden die Außen- und die Innenwelt

Symbole verbinden Menschen untereinander

Symbole verbinden unter-schiedliche Zeiten

Symbole können Wirklichkeit schaffen

Symbole sind immer mehrdeutig

Symbole sind grundsätzlich nicht ersetzbar

4. Symbole in der Religion

In Religionen werden Symbole verwendet, um Kerngedanken auszudrücken, wie zum Beispiel das Rad als Symbol der ewigen Wiederkehr oder der Weg als Symbol der Lebensgeschichte oder der Lebensführung.

Ob im Christentum oder in anderen Religionen, jede Glaubensgemeinschaft hat Symbole. Für Paul Tillich sind Symbole die Sprache des Glaubens. Das grundlegendste aller Symbole in den Religionen ist seiner Ansicht nach Gott. Im Begriff Gott verbirgt sich sowohl das Transzendente als auch ein greifbarer „Gegenstand“. Hier wird die Bedeutung der Symbole für den Glauben und die Religion deutlich. In Symbolen bekommt das Transzendente des Glaubens einen Ausdruck; das, was eigentlich nicht in Worte zu fassen ist, kann benannt und nachvollziehbar gemacht werden. 8

Beispiele für religiöse Symbole:9

Erste Reihe: Christliches Kreuz, Davidstern, Hinduistisches Om

Zweite Reihe: Islamischer Stern und Halbmond, Buddhistisches Rad des Dharma, Shintō Torii

Dritte Reihe: Sikh Khanda, Bahá'í-Stern, Jainistisches Ahimsa-Symbol

Die theologische Bedeutung des Symbols, weist auf den Symbolcharakter des Glaubensbekenntnisses hin, welches ein Zeichen für die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Christen symbolisiert. In dieser Bedeutung des Symbols ist zu erkennen, dass Symbole auch als solche nur gültig sind und erkannt werden, wenn sie von der Gemeinschaft anerkannt sind.

5. Christliche Symbole

Im folgenden Teil werden einige christliche Symbole zusammengestellt und deren Bedeutung kurz erklärt. Ferner wird auch auf einen entsprechenden Bibeltext hingeweisen:

Symbol Baum:

Der Baum ist ein Symbol für immer neue Lebenskraft, Wachstum und Segen.

Wachsen, Grünen und Früchte deuten auf das Leben hin, das Abfallen der Blätter auf Sterben und Tod. Aus diesem Grund ist der Baum auch ein Symbol der Auferstehung, des Sieges über den Tod. Das Kreuz, aus dem die Hoffnung auf neues Leben erwächst, wird oftmals als Baum dargestellt.

Im Gleichnis vom Senfkorn (Matthäusevangelium 13, 31–32) wird beschrieben, wie aus einem kleinen Samen ein Baum erwächst. Dieses Geschehen ist ein Bild für die ermutigende Gottesherrschaft und ein Zeichen der Hoffnung.10

Symbol Kreuz:

Das Kreuz ist das Hauptsymbol der Christen. Es erinnert daran, dass Jesus Christus durch sein Sterben am Kreuz und seine Auferstehung Sünde und Tod besiegt hat.

Aus diesem Grunde ist das Kreuz auch ein Symbol der Erlösung und der Hoffnung: Jesus Christus ist mit allen Leidenden und Sterbenden verbunden. Und mit ihm dürfen alle Christen auf die Auferstehung hoffen (vgl. 1 Korinther 1,18).11

[...]


1 Wahrig, Deutsches Wörterbuch/Symbol

2 Duden, Deutsches Universalwörterbuch/Symbol

3 dtv-Lexikon/Symbol

4 http://de.wikipedia.org/wiki/Symbol

5 vgl. Melle und Rickers, Lexikon der Religionspädagogik

6 Schilling, Symbole erleben – Glauben erfahren mit Hand, Kopf und Herz, S.15

7 vgl. BERG 2000, 5ff

8 Vgl. Halbfas, Das dritte Auge – religionsdidaktische Anstöße, S. 95

9 http://de.wikipedia.org/wiki/Symbol

10 http://www.christliche-symbole.de/5.html

11 http://www.christliche-symbole.de/12.html

Details

Seiten
13
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656086925
ISBN (Buch)
9783656086765
Dateigröße
547 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v184021
Institution / Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau – Institut für Katholische Theologie / Religionspädagogik
Note
1,5
Schlagworte
Religionspädagogik Religionsunterricht Symbole Symboldidaktik

Autor

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Titel: Symboldidaktik - ein Überblick für die Religionspädagogik