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Die historische Entwicklung der Berufsschule bis zum heutigen Lernfeldkonzept

Hausarbeit 2011 28 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Historischer Überblick der Berufsbildung in Deutschland

3. Entwicklungen vor der Lernfeldkonzeption

4. Die Lernfeldkonzeption

5. Stärken der Lernfeldkonzeption im Vergleich zur Fächersystematik

6. Schwächen der Lernfeldkonzeption

7. Fazit

1. Einleitung

Diese Arbeit gibt einen Überblick in die geschichtliche Entwicklung der Berufsbildung in Deutschland. Ausgehend von der ständischen Handwerkserziehung im 11. Jahrhundert, werden durch Zuhilfenahme verschiedener Quellen, die frühen Entwicklungen der Berufsbildung in Deutschland aufgezeigt. Ausführungen ab dem 16. Jahrhundert basieren zu großen Teilen auf den Ausführungen zur „geschichtlichen Entwicklung der gewerblichen Berufsschule“ von Simon Thyssen. Nach der Gründung der ersten Sonntagsschulen ab dem 16. Jahrhundert, wird mit der Gründung des deutschen Kaiserreiches, 1871 außerdem auf die Ausführungen zur „Geschichte der Berufsausbildung in Deutschland“ von Wolf-Dietrich Greinert eingegangen. Zur Jahrhundertwende wird den Errungenschaften von Georg Kerschensteiner, Alois Fischer und Eduard Spranger, als Begründer der Berufsbildungstheorie, Aufmerksamkeit geschenkt. Es folgt eine grobe Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse zur Zeit der Weimarer Republik sowie der NS-Zeit, bis zur Verabschiedung des Berufsbildungs- gesetzes 1969.

Im folgenden Kapitel werden die Entwicklungen der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes, die in den letzten 25 Jahren Einfluss auf die Berufsbildung in Deutschland genommen haben, aufgezeigt. Dabei werden beispielsweise die Entwicklungen in der Elektroindustrie Ende der 1980er aufgegriffen, weil sie Reformen der Berufsbildung notwendig machten und damit später auch zur Lernfeldkonzeption führten. Anschließend wird die Struktur des Lernfeldkonzeptes vom Handlungsfeld bis hin zur Lernsituation aufgezeigt und die Ziele die die Kultusminister Konferenz (KMK) damit verfolgt, näher erläutert. Im weiteren Verlauf werden Stärken des Lernfeldkonzeptes gegenüber der bisher vorherrschenden Fächersystematik herausgestellt um dann im nächsten Kapitel auf die Schwächen der Lernfeldkonzeption (LK) aufzuzeigen. In der Schlussbetrachtung werden die wesentlichen Erkenntnisse der Hausarbeit noch einmal in einem abschließenden Fazit zusammengefasst.

2. Historischer Überblick der Berufsbildung in Deutschland

Die Wurzeln beruflicher Ausbildung in Deutschland gehen bis auf die ständische Handwerkserziehung ab dem 11. Jahrhundert in Europa zurück. Damals stieg durch überregionalen Handel die Nachfrage an qualifizierten Arbeitskräften, mit der Folge, dass auch der Einfluss des Staates auf die Bildung der Bürger, im 11. Jahrhundert ihren Ursprung findet.

Seit dem 12. Jahrhundert haben sich Angehörige eines Gewerbes oder eines Handwerks in den Städten zusammenschlossen. Sie gaben sich eine eigene Satzung, eine Zunftordnung, die für alle verbindlich war. Die Zunftordnung legte die Verfahren der Herstellung, und „ verbraucherfreundliche “ Preise fest. Sie unterwarf die Waren einer strengen Gütekontrolle. Die Zunftordnung sorgte für ein standesgem äß es Einkommen der Meister, für die Versorgung wirtschaftlich schwacher Zunftmitglieder, für hinterbliebene Witwen und Waisen. “ 1

Für die Geschichte der beruflichen Bildung ist das Zunftwesen aber nur eine Facette deren Beitrag zur heutigen Institution Berufsschule größtenteils in Form einiger Ausbildungsberufe besteht.

Simon Thyssen erklärt in seinen Ausführungen zur Geschichte der Berufsschule warum es schwierig ist geschichtliche Entwicklungen zusammenzutragen. Ein Grund dafür ist seiner Meinung nach, dass es in der Geschichte des deutschen Schulwesens lange Zeit an einer Instanz zur Vereinheitlichung fehlte 2 . Demzufolge fehlen Niederschriften in denen wesentliche allgemeine Entwicklungen der Vergangenheit in Zusammenhang gebracht werden. Im speziellen Fall der beruflichen Bildung ist die Vorgeschichte noch uneinheitlicher und außerordentlich verwickelt.3 Grund dafür ist das frühere, beruflich orientierte Schulen nicht nur durch Kirche, Staat und Städte gegründet wurden, wie im allgemeinbildenden Schulwesen, sondern auch durch viele Vereine und Privatleute. Durch unterschiedliche Gründungsmotive waren auch die Schuleinrichtungen und die Lehre selbst sehr verschieden. Erschwerend kommt hinzu das auch schulinterne Entwicklungen der beruflich orientierten Schulen gar nicht oder seltener dokumentiert wurden als im allgemeinbildenden Schulwesen. An den beruflich orientierten Schulen der Vergangenheit fehlte es an hauptamtlichen Leitern und Lehrern. Der Unterricht wurde entweder von Lehrern anderer Schulgattungen oder von Angehörigen des Wirtschaftslebens, der Behörden und der Kirchen gehalten. Von diesen Lehrpersonen konnte nicht erwartet werden das sie im Nebenamt geschichtliche Darstellungen zur Entwicklung ihrer Schule verfassen würden.4

Als erster Vorläufer der heutigen Berufsschule gilt die Sonntagsschule, allerdings gab es auch hier viele Verschiedene. Der katechetische Unterricht den Pfarrer und Küster abhielten wurde beispielsweise so genannt weil er an Sonntagen gehalten wurde. Eine weitere Schule die diesen Namen bekam wurde nach der Gründung der „Deutschen Schulen“ oder „Werktagsschulen“ im 16. Jahrhundert ins Leben gerufen. Weil nicht alle Eltern ihre Kinder zum Unterricht der Werktagsschulen entließen, damit sie im Haus und auf dem Feld helfen konnten, wurden für sie „Sonntagsschulen“, als Ersatz zum „Werktagsschulunterricht“ gegründet. Im 16. Jahrhundert befasste sich die Kirche offiziell mit dem „Sonntagsschulwesen“ und sah es als ihre Aufgabe an die Kinder die nicht zum „Werktagsschulunterricht“ gingen, an den Sonntagen in den Grundfesten ihres Glaubens, aber auch im Lesen, Schreiben und Rechnen zu unterrichten. Ein weiterer Sonntagsschultypus wurde Ende des 18. Jahrhunderts gegründet, deren Besonderheit nicht in den Inhalten begründet war sondern darin das sie nicht als Ersatz sondern als Ergänzung bzw. als Fortsetzung der „Werktagsschulen“ gedacht war. Eine letzte zu unterscheidende Schule deren Unterricht an Sonntagen abgehalten wurde, wurde Ende des 18. Anfang des 19. Jahrhunderts von Vereinen und Privatpersonen (später auch von Städten und Ländern) ins Leben gerufen. Erstmalig wurden nicht mehr religiöse, sondern lebensnahe, berufsbezogene Inhalte in den Mittelpunkt gestellt. Außerdem waren diese Schulen nicht für Volksschulentlassene, sondern ausschließlich für Lehrlinge und Gesellen der Meister gedacht. Um diese Schulen von den religiösen Sonntagsschulen abzugrenzen kann man sie „Gewerbliche Sonntagsschule“ nennen.

Allerdings sind nur die Sonntagsschulen die von nicht mehr volksschulpflichtigen Jugendlichen während der Lehre oder während anderweitiger Erwerbstätigkeit besucht wurden, als Vorläufer der heutigen Berufsschule anzusehen. Daraus ergibt sich, dass die Sonntagsschulen, die als Fortsetzung der Werktagsschulen galten und die „Gewerblichen Sonntagsschulen“ unbedingt als Vorläufer der heutigen Berufsschule anzusehen sind. Die religiösen Sonntagsschulen und die Sonntagsschulen die als Ersatz für die „Werktagsschulen“ fungierten, zählen nicht dazu. Trotzdem kann man keine exakte zeitliche Einordnung schaffen von wann an die Sonntagsschulen als Vorläufer der heutigen Berufsschule gelten, denn wie bereits erwähnt waren die Entwicklungen in ihrer Absicht, aber auch in ihrer Entstehungszeit sehr unterschiedlich. Ernst der Fromme hat beispielsweise bereits 1642 den Schulzwang nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene eingeführt. Außerdem wurden erstmals neben religiösen Inhalten auch naturwissenschaftliche Inhalte, Bürger- und Lebenskunde und natürliche und nützliche Dinge unterrichtet. Deshalb wird Ernst der Fromme als Begründer der Fortbildungsschule bezeichnet, auch wenn sein Versuch keinerlei Einfluss auf Entwicklungen des deutschen Bildungswesens zeigte.5 Lässt man jedoch zeitliche Ausreißer außer Acht, kann man doch eine Einteilung bzw. Gründungsphasen der Vorläufer der heutigen Berufsschule vornehmen. So wurden Ende des 18. Jahrhundert sehr viele gewerbliche Sonntagsschulen gegründet. Offenbar glaubte man in den Bereichen Bau, Bergbau, Kunst, Handel und Schifffahrt nicht mehr mit den bisherigen Ausbildungsformen auszukommen und so wurden viele entsprechende, gewerbliche Schulen gegründet. Man muss allerdings festhalten, dass diese Schulen nicht für das normale Volk sondern in erster Linie für die führenden Köpfe, denen Entwurf, Planung, Leitung und Beaufsichtigung in Staat- und Privatbetrieben oblag, ins leben gerufen wurden. Simon Thyssen unterscheidet in seinen Ausführungen zur Geschichte der Beruflichen Bildung zwei Gründungsphasen der Vorläuferschulen in Deutschland.

In der ersten Gründungsphase 1790 - 1825 sind gewerbliche Sonntagsschulen von Vereinen und Privatpersonen gegründet worden, deren Ziel es war Handwerker mit Kenntnissen beruflicher Art ausstatten, die die neue Zeit forderte.

In der zweiten Gründungsphase ab 1825 blieb es nicht mehr bei einer örtlichen Initiative, da nun auch die Länder anfingen sich der Sache anzunehmen. Die ersten Sonntagsgewerbeschulen wurden in Württemberg gegründet und bis 1835 folgten auch in vielen anderen Ländern zahlreiche Gründungen von Gewerbeschulen. Das preußische Sonntagsschulwesen hatte jedoch lange einen sehr allgemeinbildenden Charakter, bis über einen Ministererlass der gewerbliche Charakter stärker betont wurde. Außerdem wurden in den 1830er Jahren „Reichsweit“ viele Realschulen, die auch niedere Gewerbeschulen genannt wurden, gegründet.

Als der Unterricht der gewerblichen Sonntagsschulen auch an Werktagen durchgeführt wurde, viel der Name Sonntagsschule weg und wurde durch Fortbildungsschule ersetzt. Der Fokus des Unterrichtes wurde auf den technologischen Bereich gelegt.6 Kleine Schulen unterrichteten Zeichnen und Modellieren, Rechnen und Schreiben, sowie den schriftlichen Gebrauch der deutschen Sprache. Einige boten darüber hinaus Buchführung und/oder Geometrie an. Weiterentwickelte Schulen verfügten über ein breiteres Lehrangebot und konnten auch naturwissenschaftliche Fächer wie Mechanik anbieten.

1853 wurden die Gemeinden von der Regierung zur Errichtung erweiterter Schulen angehalten. Der Besuch dieser gewerblichen Fortbildungsschulen war freiwillig, zudem sollte ein Schulgeld gezahlt werden. Die erste Schule dieser Art wurde 1854 in Stuttgart eröffnet. In den großen Städten kam es zu einer Aufspaltung dieser Schulform in zwei Teile, es entstanden die gewerblichen und die kaufmännischen Fortbildungsschulen. Ziel dieser Fortbildungsschulen war die Verknüpfung von Fachwissen und Theorie. Die Schüler sollten begreifen, dass sie einen Vorgang in all seinen kleinen Schritten verstehen müssen um etwas zu lernen. Eine große Schwierigkeit der gewerblichen Fortbildungsschule war die sehr heterogene Schülerschaft die häufig auch noch unterschiedlichen Gewerben angehörten. Nicht alle Schüler kamen aus der Volksschule, einige wurden zuvor auf Bürger-, Mittel- oder Realschulen unterrichtet. Dadurch war der Bildungsstand bzw. die Vorbildung dieser Schüler meist sehr verschieden. Ein weiteres Problem war die Auswahl geeigneter Lehrkräfte, da ausgebildete Lehrer fast durchweg fachfremd und daher ungeeignet für diesen gewerblich ausgerichteten Unterricht waren. Häufig verfügten diese Schulen über kein eigenes Gebäude und die Schülerschaft musste in bereits bestehenden Schulen, denen es oft an der richtigen Ausstattung mangelte, unterrichtet werden.7 Etwa 20 Jahre später, als es bereits in ganz Deutschland gewerbliche oder kaufmännische Fortbildungsschulen gab, setzt Wolf-Dietrich Greinert in seinen Ausführungen zur „Geschichte der Berufsausbildung in Deutschland“ an. Er teilt die geschichtliche Entwicklung der Berufsschule in drei Phasen ein. Seine erste „Gründungs- bzw. Protophase“ von 1870-1920, begründet sich in der Gründung des deutschen Kaiserreiches 1871. Hier wurden erstmals Verbände (Institutionen) mit der Aufgabe der Bildung betraut, bei denen der Staat aber die Inhalte und Rahmenbedingungen festlegte. Bildungshistorisch ist dies der Beginn des institutionalisierten Bildungswesen in Deutschland, auch wenn sich dies bereits 1845 durch die Einführung der Fortbildungs- und Schulpflicht, sowie 1863 durch die ersten gewerblichen Fortbildungsschulen in Preußen ankündigte. Aufgrund der Industrialisierung wurden verstärkt Arbeitskräfte in der Industrie benötigt und die Bemühungen des Staates um die Bildung von Arbeitskräften beschränkten sich deshalb auch auf eben diese. Die Ausbildungen wurden meistens in Form von Lehrgängen durchgeführt und gilt deshalb als Grundstein der „dualen Berufsausbildung“. Die Auszubildenden haben praktisch im Betrieb bzw. der Industrie gelernt und wurden dann in Form von Lehrgängen in den theoretischen Grundlagen ihres Gewerks unterrichtet. Damit hat man wie im heutigen dualen System zwei Lernorte, die in Kooperation Praxis und Theorie vermitteln. Unterdessen besannen sich die Handwerksvertreter wieder auf die traditionelle Ausbildung über die Zünfte zurück. Sie spielten in den meisten Städten eine wichtige politische und wirtschaftliche Rolle, doch durch liberale Wirtschaftsgesetze, Ende des 19.

Jahrhunderts, verloren sie immer mehr an Bedeutung.8 Für die Wirtschaftslehre des Liberalismus, die das „freie Spiel der Kräfte“ forderte, war das traditionelle Zunftwesen sogar ein Hindernis für den Wettbewerb und ein Hemmnis für die Gewerbefreiheit.9 Ein Verlust der Zünfte hätte aber auch den Verlust des Mittelstandes bedeutet. Da dieser politisch sehr wichtig für den Kaiser war, erließ er verschiedene Gesetze zum Schutze des Handwerks. Dabei sollte das Handwerk als „Bollwerk gegen die Sozialdemokraten“ wirken und dem Kaiser den Rücken freihalten.10

Die wichtigste Novelle, das sog. „ Handwerkerschutzgesetz “ von 1897 ermöglichte zur Wahrnehmung der gemeinsamen Interessen der selbständigen Handwerker die Einrichtung von Handwerkskammern als Körperschaften desöffentlichen Rechts. “11

Auch wenn die Gesetzesflut durch den Kaiser anders motiviert war, legte er damit das Fundament des „deutschen Systems der Berufsausbildung“12, denn erstmalig wurden Ausbildungsinhalte und Qualifikationen in Form von Befähigungsnachweisen, gesetzlich geregelt. Nur wenige Jahre später legte Georg Kerschensteiner in seiner Funktion als königlicher Schulkommissar von München 1901, mit seiner Schrift: „staatsbürgerliche Erziehung deutscher Jugend“, den Grundstein für die heutige Berufsschule. Auf sein Schreiben hin wurden Fortbildungsschulen zu didaktisch, am Beruf orientierten Schulen reformiert und zwischen 1895 und 1914 gelang es dem Schulreformer die Zahl dieser beruflich orientierten Fortbildungsschulen beträchtlich auszuweiten bzw. zu vereinheitlichen und als Pflichtschulen zur Ergänzung der neugeordneten Handwerksausbildung durchzusetzen. Dadurch wurde auch das fortschrittliche Element der Vermittlung einer dauerhaften Erwerbschance geschaffen und ließ die Schule als Lernort zum zweiten Pfeiler des „Dualen Systems“ der Berufsausbildung in Deutschland werden.13

„ Die Berufsbildung steht an der Pforte zur Menschenbildung. “ 14

Die Pfortenthese Georg Kerschensteiners von 1908 gilt als erste Theorie der beruflichen Bildung in Deutschland. Deshalb wird Kerschensteiner oft als Urvater der deutschen Berufsschule bezeichnet, auch wenn seine „These“ genau genommen keine These war. Anders als bei A. Fischer und E. Spranger, ist die Aussage in seiner These nicht empirisch prüfbar und damit keine (Hypo-) These.

Neu an Kerschensteiners Pfortenthese war die Überzeugung, dass es durch eine beruflich orientierte Bildung zu allgemeiner Menschenbildung kommt. Eduard Spranger und Alois Fischer haben ihre Theorien zwar etwas später formuliert, gelten aber in ähnlicher Weise als Begründer der Berufsbildungstheorie. Ihre gemeinsame Auffassung, dass es durch eine berufliche Bildung zur Allgemeinbildung kommt, führte auch zu einem langjährigen Konflikt zwischen allgemeiner Schulbildung und beruflichen Bildung. In der Polarisierung zwischen Allgemeinbildung und Berufsbildung zeigen sich im Verlauf der Geschichte, Annäherungstendenzen. Diese Tendenzen speisen sich daraus, dass die Berufsbildung zunehmend allgemeinere Fähigkeiten zur Ausfüllung von Berufsarbeit fördert. Man kann von einer „Verallgemeinerung der Berufsbildung“ sprechen.15 So beanspruchten allgemeinbildende Schulen bisher die allgemeine Menschenbildung für sich allein und unterstellten der beruflichen Bildung einen rein fachwissenschaftlichen Bildungswert. Während dieser Zeit gab es keine anderen Entwicklungen einer Berufsbildungstheorie und so versuchte sich die berufliche Bildung auf dieser Basis, als eigenständige Schulform zu etablieren.

Wie bereits erwähnt gehen alle drei Begründer der Berufsbildungstheorie davon aus, dass über Berufsbildung, Allgemeinbildung erschlossen wird.16

Berufsbildungstheorie nach Kerschensteiner: „Pfortenthese“

Die Berufsbildung steht an der Pforte zur allgemeinen Menschenbildung

Berufsbildungstheorie nach Spranger: „Drei-Stadien-Gesetz“

Die allgemeine Menschenbildung führt von der grundlegenden Bildung über die Berufsbildung zur Allgemeinbildung

[...]


1 Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung, Cedefop-Zeitschrift, Nr. 32 2004, S. 7

2 Die geschichtliche Entwicklung der gewerblichen Berufsschule, Simon Thyssen, S.122

3 Ebenda

4 Ebenda, S.123

5 Simon Thyssen, Die geschichtliche Entwicklung der gewerblichen Berufsschule, S.125

6 Simon Thyssen, Die geschichtliche Entwicklung der gewerblichen Berufsschule, S. 133

7 U. Müllges, Beiträge zur Geschichte der Berufsschule, Akademische Verlagsgesellschaft Frankfurt a. M.

8 Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung, Cedefop-Zeitschrift, Nr. 32 2004, S. 7

9 Ebenda

10 Handbuch der Berufsbildung 2006, Geschichte der Berufsausbildung in Deutschland, Wolf-Dietrich Greinert, vgl. Bruchhäuser/Lipsmeier 1985, S. 500

11 Ebenda

12 Ebenda

13 Ebenda

14 Georg Kerschensteiner, Pfortenthese, 1908

15 Schelten, Andreas: Allgemeinbildung und Berufsbildung; Bezüge zwischen Reformpädagogik und handlungsorientiertem Lernen; Implizites Wissen; Telekommunikatives Lernen. Lehrstuhl für Pädagogik, Technische Universität München 2002. Ergänzungen zum Buch Begriffe und Konzepte der berufspädagogischen Fachsprache - Eine Auswahl. Stuttgart: Steiner 2000, S. 3

16 Schelten, Andreas: Allgemeinbildung und Berufsbildung; Bezüge zwischen Reformpädagogik und handlungsorientiertem Lernen; Implizites Wissen; Telekommunikatives Lernen. Lehrstuhl für Pädagogik, Technische Universität München 2002. Ergänzungen zum Buch Begriffe und Konzepte der berufspädagogischen Fachsprache - Eine Auswahl. Stuttgart: Steiner 2000, S. 1

Details

Seiten
28
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656087052
ISBN (Buch)
9783656086987
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v184105
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,3
Schlagworte
Lernfeld Berufsbildung Berufsschule Lernfeldkonzeption Geschichte der Berufsbildung Handwerk Bildungsgeschichte

Autor

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