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Wipo, Gesta Chuonradi - Herzog Ernst von Schwaben

Hausarbeit 2006 14 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Klärung bedeutender Personen
1.1. Wipo
1.2. Konrad ΙΙ
1.3. Herzog Ernst ΙΙ von Schwaben

2. Herzog Ernst in der Gesta Chuonradi
2.1. Inhaltszusammenfassung
2.2. Stilistische Mittel Wipos
2.3. Einordnung der Kapitel in den Gesamtkontext

3. Aussagen anderer Autoren über die Geschehnisse um Herzog Ernst von Schwaben
3.1. Harry Bresslau
3.2. Franz-Reiner Erkens
3.3. Stefan Weinfurter
3.4. Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Autoren

4. Bibliographie

1.Klärung bedeutender Personen

1.1. Wipo

Wipo ist ein Eigenname des Verfassers der Gesta Chuonradi. Wipo selbst besaß eine sehr gute theologische Ausbildung und wurde zum Priester geweiht. Er nahm im Jahre 1024 an der Königswahl zu Kamba teil und wurde nach der Wahl Konrads ΙΙ zu dessen Kaplan. In dieser Stellung musste Wipo Kenntnisse über Rechtsdinge, Urkundenwesen und Verwaltung besitzen. Da er eine eher kränkliche Person war konnte er dem Hof nicht ständig folgen und seine Pflichten nur teilweise erfüllen dennoch bemühte er sich stets seine gute Beziehung zum Hof aufrecht zu erhalten. Wipo dichtete 1027 ein Preislied anlässlich der Kaiserkrönung Konrads. Eine sehr enge Verbindung hatte er zu Heinrich ΙΙΙ, dessen kirchenpolitischen Ansichten er im besonderen Maße mit ihm teilte. Aus diesem Grund widmete er ihm unter anderem 1028 eine Hymne. Wipo verfasst viele: „Proverbia, die eine Art Fürstenspiegel darstellen.“[1]

Wipo selbst sah in sich einen Prediger mit priesterischen Aufgaben, als: „Mahner und geistlicher Berater“[2]. Alle seine Schriften dienten pädagogischen Zielen und der Verbreitung der Moral. Er war der Meinung, dass die Aufgaben eines Königs immer in enger Verbindung mit Gott stehen. Daher muss der König ein guter Mensch sein dessen Macht immer von Gott ausgeht, der Herrscher: „[…] nimmt teil an göttlichen Walten“.[3]

Der König hat gegenüber Gott eine große Verantwortung und muss den Menschen das Evangelium vorleben. Die Grundlage einer Herrschaft sollte nach Wipos Ansicht immer die Gerechtigkeit sein. Er vertritt die Meinung: „Tugendhaftigkeit ist wichtiger und wirksamer als weltliche Macht“.[4] Gott verlangt von seinem weltlichen Vertreter Milde und Barmherzigkeit. Herrscher welche gute Taten vollbracht haben sollen als Vorbilder ewiges Andenken erhalten. In einem Text über einen solchen Herrscher müssen nach Wipos Meinung nicht alle dessen Taten erfasst sondern nur die wichtigen Wendepunkte in

seinem Leben hervorgehoben werden. Genaue Handlungsabläufe, politische Entwicklungen und historische Ereignisse sind für Wipo nebensächlich. Auch ein König kann sich irren und muss auf seine Handlungen aufmerksam gemacht werden um Fehler zu vermeiden. Wipo verfolgt in allen seinen Texten ein pädagogisches Ziel um die Menschen zu warnen und die Welt zu verbessern. Kein weltlicher Herrscher jedoch entsprach vollkommen Wipos geistlichem Ideal.[5]

1.2. Konrad ΙΙ

Konrad wurde in der Königswahl zu Kamba als erster Salier zum König gewählt und zeichnete sich durch seine besondere Tüchtigkeit und Tugend aus. Er bewährte sich als er bei seiner Krönung am 8. September 1024: „ drei Bedürftigen rechtliches Gehör schenkt“.[6] Er zog dann weiter nach Aachen und vollzog einen gewaltigen Umritt durch sein Reich. Im Februar 1026 zog er nach Italien wo er die Krone des Langobardenreiches erhielt und schon zu Ostern 1027 wurde er zum Kaiser gekrönt. Er erreichte die Eingliederung Burgunds in sein Reich im Jahre 1034 und konnte durch seine Italienzüge seine Machtstellung im Reich ausbauen. Konrad erreichte zudem eine Zentralisierung der Herrschaftsgewalt durch häufige Aufenthalte im Kernland des Reiches. Er schaffte eine Einschränkung der Herzogsgewalten und eine starke Einbeziehung der Reichskirchen. Er starb am 4. Juni 1039 und wurde im Speyer Dom beigesetzt.

1.3. Herzog Ernst ΙΙ von Schwaben

Herzog Ernst wurde ungefähr 1007 geboren und war der Sohn Giselas, der Frau Konrads ΙΙ und somit dessen Stiefsohn. Bei der formellen Übernahme des Herzogtums Schwaben war Ernst noch minderjährig und stand somit zunächst unter der Vormundschaft seiner Mutter Gisela. Diese führte ihre dritte Ehe mit Konrad und wurde an dessen Seite im März 1024 zur Königin gekrönt. Im Jahre 1027 erhielt sie zusammen mit Konrad vom Papst in Rom die Kaiserkrone. Ernst sieht durch diese Ehe seine Herrschaftsausübung in

Schwaben gefährdet. Aus diesem Grund schließt er sich der Opposition gegen Konrad bis an sein Lebensende an. Er beginnt militärische Aktionen im Elsas und Burgund in den Jahren 1026 und 1027. Nach mehreren Angriffen auf seinen Stiefvater kommt es zur Absetzung und Ächtung Ernsts. Er wird später in einem Kampf gegen die Leute Konrads getötet.[7]

2. Herzog Ernst in der Gesta Chuonradi

2.1. Inhaltszusammenfassung

Das 19. Kapitel der Gesta Chuonradi trägt die Überschrift: Von der Verschwörung einiger Deutscher. Wipo berichtet darin über verschiedene Anschläge und Zusammenschlüsse gegen den Kaiser während dessen Aufenthalt in Italien. Dabei beginnt er mit der für ihn unwichtigen Opposition im Reich. Der schwäbische Graf Welf ΙΙ und Bischof Bruno von Augsburg gerieten ständig aneinander und richteten im Reich großen Schaden durch gegenseitige Plünderung an. Später dringt der Graf in Augsburg ein und plündert die Stadt. Als Konrad ΙΙ aus Italien zurückgekehrt war zwang er den Grafen zur Rückgabe aller Gegenstände sowie zu Schadensersetzung.

Eine bedeutendere Opposition im Reich stellte für Wipo Konrad von Worms dar, der Vetter des Kaisers welcher ebenfalls an der Wahl zu Kamba teilnahm jedoch gegen Konrad ΙΙ verlor. Diesen sah man als nicht besonders gut aber auch nicht als sehr gefährlich an. Auch der Stiefvater Konrads von Worms gehörte zur Opposition gegen Konrad ΙΙ. Doch in Wipos Bericht stirbt er bevor er gegen den König agieren kann.

Eine wichtige Rolle in der Opposition gegen Konrad nimmt nach Wipos Bericht dessen Stiefsohn Herzog Ernst von Schwaben ein. Dieser fiel im Elsas ein und erstürmte die Burgen Graf Hugos von Egisheim und drang dann nach Burgund vor o er weiteren Schaden anrichtete. Dort wurde er von König Rudolf von Burgund zurückgehalten da dieser keinen Feind des Königs bei sich haben wollte. Er zog nach Zürich und besetzte im schwäbischen Grenzgebiet eine Burg. Dort richtete er weiter großen Schaden durch die Plünderung: „[…] der Reichenauer Kirche und der Abtei St. Gallen […]“[8] an.

Diese negativen Taten setzte Ernst bis zur Rückkehr Konrads ΙΙ aus Italien fort.

Im 20. Kapitel kehrt er dann 1027 nach der Friedenssicherung in Italien nach Schwaben zurück und es findet in Augsburg eine Beratung über das Vorgehen über die Unruhestifter statt. Auf dem Reichstag in Ulm 1027 soll über sie entschieden werden doch Herzog Ernst zeigt keinerlei Reue sondern fordert seine Vasallen zur Treue auf. Sie würden dafür Lohn und ihre Nachkommen Ruhm und Ehre erhalten. Die Antwort der Vasallen übernehmen die zwei Grafen Friedrich und Anselm stellvertretend für alle. Diese sagen das sie frei sind und nur unter Kaiser Konrad stehen, wenn sie sich für Ernst entscheiden wären sie nicht mehr frei. Ernst muss erkennen, dass seine Vasallen nicht hinter ihm stehen und ergibt sich dem Kaiser. Dieser verbannt ihn nach Sachsen auf die Burg des Erzbischofs von Magdeburg um den Willen seines Stiefsohns Ernst zu brechen.

In Kapitel 25 soll Ernst zu Ostern 1030 vom Kaiser sein Herzogtum zurückerhalten.

Die Bedingung Konrads dafür ist, dass Ernst: „[…]gegen seinen Vasallen Werner […]“[9] vorgehen sollte, da dieser dem Land großen Schaden zugefügt hatte. Ernst lehnte dieses Angebot ab und verlor daraufhin sein Herzogtum endgültig. Der Kaiser verlieh daraufhin Schwaben an Ernst jüngeren Bruder Hermann der zunächst unter der Vormundschaft Bischof Warmann von Konstanz stand. Über Ernst und seine Verbündeten verhängte man die Reichsacht sowie den Kirchenbann und auch Gisela wendete sich von ihrem Sohn ab.

Das Kapitel 27 beschreibt wie Ernst sich im Sommer 1030 erfolglos versucht gegen den Kaiser zu behaupten. Er bat seinen Onkel Graf Odo von Champagne um Hilfe doch dieser lehnt aus Ehrfurcht vor dem Kaiser ab.

Daraufhin kehrt Ernst im 28. Kapitel nach Schwaben zurück und lebt dort mit seinen wenigen Anhängern zurückgezogen im Schwarzwald. Truppen des Kaisers schließen sie kurz darauf ein und fangen alle seine Pferde ab. Die Lage scheint ausweglos, dennoch gelingt es Ernst ein paar andere Pferde zu beschaffen und er verlässt mit seinen Verbündeten das Waldgebiet um die Verfolgung aufzunehmen. Sie erreichen das schwäbische Waldgebiet Baar an der oberen Donau und finden das verlassene Lager ihrer Gegner. Der vom Kaiser beauftragte Vasall Manegold soll Herzog Ernst am Plündern hindern. Es kommt kurz darauf zum Zusammentreffen der königlichen Truppe und der Herzog Ernsts wobei die Gruppe Manegolds erheblich größer ist als die des Herzogs. Während des Kampfes sterben sowohl Leute des Kaisers als auch Leute des Herzogs.

[...]


[1] Quellen des 9 und 11 Jahrhundert zur Geschichte der hamburgischen Kirche und des Reiches. Seite 508

[2] Quellen des 9 und 11 Jahrhundert zur Geschichte der hamburgischen Kirche und des Reiches. Seite 509

[3] Quellen des 9 und 11 Jahrhundert zur Geschichte der hamburgischen Kirche und des Reiches. Seite 509

[4] Quellen des 9 und 11 Jahrhundert zur Geschichte der hamburgischen Kirche und des Reiches. Seite 509

[5] Quellen des 9 und 11 Jahrhundert zur Geschichte der hamburgischen Kirche und des Reiches.

[6] Johannes Laudage, Die Salier. Das erste deutsche Königshaus. Seite 22

[7] http://www.genealogie-mittelalter.de

[8] Quellen des 9 und 11 Jahrhundert zur Geschichte der hamburgischen Kirche und des Reiches. Seite 575

[9] Quellen des 9 und 11 Jahrhundert zur Geschichte der hamburgischen Kirche und des Reiches. Seite 583

Details

Seiten
14
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783656092865
ISBN (Buch)
9783656092650
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v184513
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
2,7
Schlagworte
wipo gesta chuonradi herzog ernst schwaben

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Titel: Wipo, Gesta Chuonradi - Herzog Ernst von Schwaben