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Erinnerungsarbeit in der Gesundheits-, Alten- und Krankenpflege

Ausarbeitung 2012 10 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Warum ist Erinnerungsarbeit so wichtig?

Wird beobachtet?

Voraussetzung für den Erfolg der Erinnerungsarbeit

Methoden der Erinnerungsarbeit

Erinnerungsarbeit zum Thema Schulzeit

Mögliche Fragestellung

Auswirkungen der Erinnerungsarbeit

Pflegepersonal

Patient

Schlusswort

Vorwort

In unserer Gesellschaft wird der Zuwachs von alten Menschen stetig ansteigen und die Bedürftigkeit und Pflege ohne geeignete Fachkräfte kaum noch zu bewältigen sein. Umso wichtiger ist es, das Pflegepersonal so zu sensibilisieren und zu schulen, dass es in der Lage ist, aktivierende Pflege anzubieten und somit besser auf die Patienten einzugehen.

Biographiearbeit ist Erinnerungsarbeit. Diese kann in unterschiedlichen Bereichen angewendet werden.Durch die Erinnerungsarbeit sollen vergangene und längst vergessen geglaubte Erinnerungen aktiviert und wieder lebendig gemacht werden, um Bezüge zu Verhaltensweisen, möglichen Erkrankungen, Vorlieben der Heimbewohner/innen besser verstehen zu lernen.

Dadurch kann ein ganzheitliches Bild von einem Menschen geformt und teilweise wiederhergestellt werden. Das Pflegepersonal bekommt durch die Erinnerungsarbeit ein tieferes Verständniszu den zu pflegenden Heimbewohner/innen und kann differenzierter auf die einzelnen Bedürfnisse eingehen.

Ziel der Erinnerungsarbeit ist es, die Individualität des Menschen zu unterstützen und die Arbeit des Pflegepersonals zu erleichtern. Denn sie sind es, die die Menschen auf dem Lebensweg begleiten und ihnen fachkompetent zur Seite stehen.

Das vorliegende Buch zeigt eine Möglichkeit der Erinnerungsarbeit im Umgang mit älteren, pflegebedürftigen Menschen.

Susann Krumpen

Warum ist Erinnerungsarbeit so wichtig?

Die Pflege alter und dementer Patienten stellt das Pflegepersonal immer wieder vor sehr verantwortungsvollen Aufgaben. Die Bedürfnisse, Wünsche, Gefühle können von vielen Patienten nicht immer genau benannt und geäußert werden. Deshalb kann es von großer Wichtigkeit sein, die Biografie eines Patienten gut zu kennen um auf seine Bedürfnisse besser einzugehen um so dem Autonomieverlust entgegenzusteuern. Das kann helfen, die Identität eines Patienten zu erhalten und so lange wie möglich zu bewahren.

Die Wahrnehmung kann sich für den Patienten durch die Erinnerungsarbeit verbessern, hier lernt er möglicherweise besser mit sich, seinem Körper und seiner Seele umzugehen. Wichtig hierbei ist es, ein Vertrauens-Verhältnis durch das Pflegepersonal zum Patienten aufzubauen und herzustellen. Das Pflegepersonal sollte sich durch Empathie und Sorgfalt auszeichnen, da der Patient sehr schnell spürt, ob die Zuwendung, die ihm zuteilwird von ehrlicher und herzlicher Natur ist, oder nur formal ausgeführt wird.

Dabei ist es notwendig, ein gutes Feingefühl dem Patienten gegenüber zu entwickeln und selbstverständlich Diskretion zu bewahren. Die Einhaltung der Schweigepflicht ist eine Voraussetzung, um das Vertrauensverhältnis zum Patienten wachsen zu lassen. Information, die durch die Pflegekraft „gesammelt“ werden ist ein unverzichtbarer Bestandteil ihrer Arbeit. Dies kann auf verschiedenen Wegen geschehen. Zum einen durch das Beobachten des Patienten. Dabei können folgende Punkte wichtig sein:

Was wird beobachtet?

Der Gesamteindruck des Patienten

Speziell der Gesichtsausdruck (hängende Mundwinkel/leere Augen etc.)

Die Sprache / Sprechweise (leise Stimme/Nichtvollendung oder abgehackt etc.)

Gestik während eines Gespräches (kaum/ gar nicht etc.)

Die Körperhaltung (hängende Schultern/ langsamer Gang etc.)

Seufzen

Tränen

Stöhnen etc.

Voraussetzungen für den Erfolg der Erinnerungsarbeit

Eine gute Basis für das Gelingen von Erinnerungsarbeit ist es, zunächst einmal das Vertrauen zum Patienten herzustellen und zu gewinnen. Das erfordert die Bereitschaft, des Pflegepersonals, sich mit fachlicher, sozialer und persönlicher Kompetenz dem Patienten zu widmen. Schlüsselqualifikationen spielen dabei eine grundlegende Rolle.

Aber auch die richtige Grundeinstellung zum Beruf ist ein wesentlicher Bestandteil erfolgreicher Arbeit und guter Ergebnisse. Bei der Aufnahme eines Patienten sollte möglichst darauf geachtet werden, dass ganz persönliche Gewohnheiten erhalten bleiben um das Leben in der Einrichtung so angenehm wie nur möglich zu gestalten.

Persönliche Gegenstände, wie zum Beispiel Bilder, Bücher, Schmuck, ein Kleidungsstück, Briefe oder andere „ Erinnerungs- und Lieblingsstücke“ soll dem Patienten helfen, besser mit der neuen Umgebung, Situation und seiner gesamten Persönlichkeit(-Einschränkung) fertig zu werden. Dabei müssen alle Zeitdimensionen beachtet werden, in denen sich das Leben des Patienten abspielt, bzw. abgespielt hat. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Nur so kann eine Erhaltung der Individualität des Patienten gewährleistet werden und die Zusammenarbeit für beide Parteien auf einer vertrauenswürdigen Basis erfolgen.

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Details

Seiten
10
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656094296
ISBN (Buch)
9783656094036
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v184580
Schlagworte
Pflege Demenz Patient Pflegeheim Geriatrie Schwester Altenpflegerin Arzt Hilfe Gesundheit Krankheit

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Titel: Erinnerungsarbeit in der Gesundheits-, Alten- und Krankenpflege