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Der Kompetenzbegriff

von Joana Lissmann (Autor) Doreen Bindel (Autor) Barbora Nozickova (Autor)

Ausarbeitung 2008 13 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Theoretische Konstrukt von Kompetenz
1.1 Verschiedene Definitionen und historischer Kontext
1.2 Historische Entwicklung des Begriffes
1.3 Schlüsselkompetenzen nach Erpenbeck und Rosenstiel

2. Definition der Schlüsselkompetenzen durch die EU

3. Das Erfassen von Kompetenzen
3.1. Die Pisa Studie

Schlusswort

Literaturverzeichnis

Einleitung

Sieht man sich auf dem heutigen Arbeitsmarkt um, werden überall Kompetenzen verlangt. Nur was sind überhaupt Kompetenzen? Wie werden sie gemessen und vor allem wer misst sie?

Wir haben uns in dieser Arbeit auf diese Frage konzentriert und drei Teile ausgearbeitet. Der erste Teil, konzipiert von Joana Lissmann, handelt von der theoretischen Konstruktion des Begriffes, wie er entstand und aus welchen Teilkompetenzen er besteht.

Im zweiten Teil geht Doreen Bindel auf das empirische Konstrukt ein. Sie gibt einen Einblick auf die EU Richtlinien und wie die EU Kommission den Begriff definiert. Zudem geht sie der Frage nach, was denn Kompetenzen mit dem Konzept des Lebenslangen Lernens zu tun habe.

Der letzte Teil, geschrieben von Barbora Nozickova, beschäftigt sich mit der praktischen Durchführung von Kompetenzerfassung. Sie stellt die Pisa Studie vor.

1. Das Theoretische Konstrukt von Kompetenz

1.1 Verschiedene Definitionen und historischer Kontext

Die Entwicklung des Kompetenzbegriffes ist mit neuen Anforderungen an Arbeitnehmer und Arbeitgeber verbunden. Der geschichtliche Wandel von Gesellschaft und Wirtschaft verlangte nach einer neuen Messbarkeit von Fähigkeiten. Ihren Wortursprung ist vom lateinischen Wort „competere“ abgeleitet und bedeutet „vergleichen“. Das Kompetenz-konzept ist jedoch kein starres Konstrukt, sondern es wird vielfach unterschiedlich definiert und ist situationsabhängig, was die Messung erschwert. Im Folgenden sind mehrere Definitionen des Begriffes aufgeführt, welche Unterschiede in der Auslegung und Genauigkeit aufweisen:

„Für die Beschreibung dessen, was ein Mensch wirklich kann und weiß, hat sich der Begriff der Kompetenz eingebürgert. Unter Kompetenz werden alle Fähigkeiten, Wissensbestände und Denkmethoden verstanden, die ein Mensch in seinem Leben erwirbt.“ (Weinberg 1996, S.3)

„Allgemeine Bezeichnung für die sachliche Zuständigkeit eines Menschen bei der Lösung von Problemen, für bestimmte umschriebene Leistungen oder – als soziale K. – für den Umgang mit Mitmenschen. Die Verfügbarkeit von Kenntnissen und Fertigkeiten bzw. ihr gezielter Einsatz zur erfolgreichen Bewältigung von Aufgaben- oder Problemsituationen wird auch als Wirksamkeitsmotivation oder Effektanzmotiv (effectance motivation) bezeichnet“ (Fröhlich 1994, S.238).

„K. bezeichnet das Handlungsvermögen der Person. Während der Begriff Qualifikation Fähigkeiten zur Bewältigung konkreter (in der Regel beruflicher) Anforderungssituationen bezeichnet, d.h. deutlich verwendungsorientiert ist, ist der K.begriff subjektorientiert. Er ist zudem ganzheitlicher ausgerichtet: K. umfasst nicht nur inhaltliches bzw. fachliches Wissen und Können, sondern auch außerfachliche bzw. überfachliche Fähigkeiten, die häufig mit Begriffen wie Methodenk. (Know how to know), Sozialk., Personalk. oder auch Schlüsselqualifikationen umschrieben werden“ (Arnold, Nolda & Nuissl 2001, S.176).

1.2 Historische Entwicklung des Begriffes

In den siebziger Jahren wurde erstmals der Begriff „Kompetenz“ eingeführt, um die Verwertbarkeit des Bildungsbegriffes messbar zu machen. Dieser Begriff wies jedoch noch keine Reflexivität auf, die heutzutage unumgänglich ist, möchte man Kompetenz messen.

Erst in den achtziger Jahren kam der Begriff Kompetenz in Verbindung mit Reflexivität auf, somit wurde er Persönlichkeitsbezogen und die Ganzheitlichkeit der zu erwerbenden Persönlichkeitseigenschaften betont.

In den neunziger Jahren schließlich wurde das zweckbezogene, berufsorientierte Lernen mit dem persönlichkeitsorientierten Lernen verbunden. Es wurde nicht nur eine neue und detailiierte Definition entwickelt, sondern auch verschiedene Bereiche, welche als Schlüsselkompetenzen benannt sind.

1.3 Schlüsselkompetenzen nach Erpenbeck und Rosenstiel

Erpenbeck und Rosenstiel führen den Begriff der Disposition ein, welcher umgangssprachlich als Einstellung beschrieben werden und sie umfasst die Richtung oder selektive Ausrichtung des Denkens, Erkennens, Wertens.

Personalkompetenzen Als die Dispositionen einer Person, reflexiv selbstorganisiert zu handeln, d.h. sich selbst einzuschätzen, produktive Einstellungen, Werthaltungen, Motive und Selbstbilder zu entwickeln, eigene Begabungen, Motivationen, Leistungsvorsätze zu entfalten und sich im Rahmen der Arbeit und außerhalb kreativ zu entwickeln und zu lernen. Dazu zählen Selbstständigkeit, Selbstdisziplin, Selbstbewusstsein, Motivation, Flexibilität, Kreativität, Belastbarkeit.

Aktivitäts- und umsetzungsorientierte Kompetenzen (Handlungskompetenz)

Als die Dispositionen einer Person, aktiv und ganzheitlich selbstorganisiert zu handeln und dieses Handeln auf die Umsetzung von Absichten, Vorhaben und Plänen zu richten entweder für sich selbst oder auch für andere und mit anderen, im Team, im Unternehmen, in der Organisation. Diese Dispositionen erfassen damit das Vermögen, die eigenen Emotionen, Motivationen, Fähigkeiten und Erfahrungen und alle anderen Kompetenzen – personale, fachlich-methodische und sozial-kommunikative - in die eigenen Willensantriebe zu integrieren und Handlungen erfolgreich zu realisieren.

Fachlich-methodische Kompetenzen (Methodenkompetenz)

Als die Dispositionen einer Person, bei der Lösung von sachlich-gegenständlichen Problemen geistig und physisch selbstorganisiert zu handeln, d.h. mit fachlichen und instrumentellen Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten kreativ Probleme zu lösen, Wissen sinnorientiert einzuordnen und zu bewerten; das schließt Dispositionen ein, Tätigkeiten, Aufgaben und Lösungen methodisch selbstorganisiert zu gestalten, sowie die Methoden selbst kreativ weiterzuentwickeln.

Methodenkompetenz spielt überall eine grundlegende Rolle, da man überall über das Wissen verfügen muss, mit welcher Methode ich Sachen bewältige...bezogen auf Schule/Uni heißt das zu lernen selbst zu lernen. Dazu zählen Problemlösungs-/Entscheidungsfähigkeit, strukturelles, analytisches Denken, Führungsverhalten

[...]

Details

Seiten
13
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656097365
ISBN (Buch)
9783656097495
Dateigröße
458 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v184812
Institution / Hochschule
Technische Universität Darmstadt – Pädagogik
Note
2,0
Schlagworte
kompetenzbegriff

Autoren

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