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Internalisierung externer Effekte über Auflagen, Steuern und dem Preis-Standard-Ansatz

von Michael Dannehl (Autor) Musiol A. (Autor) Stenzel D. (Autor)

Referat (Ausarbeitung) 2003 31 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

Gliederung:

1 Einleitung
1.1 Marktversagen
1.1.1 Definition
1.1.2 Gründe für Marktversagen

2 Externe Effekte / Externalitäten
2.1 Definitionen
2.1.1 Externe Effekte
2.1.2 Klassifizierung von externe Effekten
2.1.2.1 Technologische externe Effekte
2.1.2.2 Pekuniäre externe Effekte
2.1.2.3 Psychologische externe Effekte
2.1.3 Negative und positive externe Effekte
2.1.3.1 Negative externe Effekte
2.1.3.2 Positive externe Effekte
2.2 Beispiele externer Effekte
2.2.1 Beispiele positiver externer Effekte
2.2.2 Beispiele negativer externer Effekte
2.3 Auswirkungen von Externalitäten anhand von Beispielen
2.3.1 Marktversagen durch negative externe Effekte am Beispiel
der Aluminiumproduktion
2.3.2 Marktversagen durch positive externe Effekte am Beispiel
der Computerproduktion
2.3.3 Marktversagen durch negative externe Effekte am Beispiel
des Alkoholkonsums
2.3.4 Marktversagen durch positive externe Effekte am Beispiel
der Bildung

3 Internalisierung externer Effekte
3.1 Definitionen

4 Internalisierung durch Auflagen und Abgaben/Steuern
4.1 Umweltauflagen
4.1.1 Emissionsauflagen
4.1.2 Auflagen von Produktionsverfahren
4.1.2.1 Input-Auflagen
4.1.2.2 Prozessnormen
4.1.2.3 Produktionsauflagen
4.1.3 Vor- und Nachteile von Umweltauflagen
4.2 Steuern / Abgaben
4.2.1 Pigou-Steuer
4.2.2 Arten und Umsetzung von Steuern / Abgaben
4.2.3 Auswertung

5 Preis-Standard-Ansatz
5.1 Beschreibung
5.2 Ziele
5.2.1 Internalisierung negativer externer Effekte durch Subventionen und daraus
resultierende Probleme
5.2.2 Internalisierung negativer externer Effekte durch Abgaben und daraus
resultierende Probleme
5.3 Internalisierung positiver externer Effekte durch Subventionen
5.4 Beispiel der praxisrelevanten Abgabenvariante
5.5 Umsetzung in der Praxis
5.6 Auswirkung der Abgabenvariante auf den Konsumpreis

6 Resümee

1 Einleitung

Inhalt des Referates ist es, einen genaueren Blick auf die Gründe und Auswirkungen

Externer Effekte zu werfen, um damit die Nötigkeit ihrer Internalisierung zu

begründen, deren Wirkungsweise zu beleuchten und zu zeigen, wie man mit diesen

Maßnahmen, die Wohlfahrt einer Volkswirtschaft maximiert.

Im Detail befassen wir uns mit den Internalisierungsmethoden Steuern, Auflagen

sowie dem Preis-Standard-Ansatz.

Externe Effekte werden als eine Möglichkeit von Marktversagen angesehen. Eine

eingehendere Untersuchung zeigt aber auf, dass nicht alle Externalitäten zu

Marktversagen führen, sondern manche auch weiterhin die uneingeschränkte Allokation der Ressourcen gewährleisten.

An Beispielen wird verdeutlicht welche und auf welche Art externe Effekte die Wohlfahrt der Volkswirtschaft mindern bzw. erhöhen können.

Beginnend bei dem Internalisierungsverfahren Auflagen ...

Es ist Fakt, dass unsere Umwelt Tag für Tag Verschmutzungen ausgesetzt ist, die

auch den Menschen nachhaltig beeinflussen und dessen Wohlbefinden –nicht nur

auf gesundheitlicher Ebene- negativ beeinflusst. Diese Auswirkungen haben

Entscheidungsträger aus Politik und Ökonomie aufgeweckt und zum Handeln

veranlasst auch für künftige Generationen die Umwelt zu erhalten oder zumindest

nicht weiter so stark zu belasten. Mit dem Preis-Standard-Ansatz verfügt man über

ein Instrument, das zu dieser Zielerreichung eine gute Möglichkeit bietet.

1.1 Marktversagen

1.1.1 Definition

Marktversagen bezeichnet die „Unfähigkeit einiger selbstgesteuerter Märkte zur effizienten Ressourcenallokation“.[1]

1.1.2 Gründe für Marktversagen

Die Gründe von Marktversagen werden unterteilt in Marktversagen im engeren Sinne und Marktversagen im weiteren Sinne.

Vom Marktversagen im engeren Sinn spricht man beim Vorliegen öffentlicher Güter, beschränktem Wettbewerb sowie dem Vorliegen Externe Effekte, wobei letztere Inhalt dieses Referates sind.

Als Marktversagen im weiteren Sinn bezeichnet man Verteilungsungleichheiten,

mangelnde Transparenz und konjunkturelle Instabilitäten die hier allerdings keiner weiteren Untersuchung unterzogen werden sollen.

2. Externe Effekte/Externalitäten

2.1 Definitionen

2.1.1 Externe Effekte

Externe Effekte sind „unkompensierte Auswirkung[en] ökonomischen Handelns auf die Wohlfahrt eines unbeteiligten Dritten, für die niemand bezahlt oder einen Ausgleich erhält“.[2]

Eine analytischere Definition lautet:

Externe Effekte sind dann vorhanden, „wenn in einer Nutzens- bzw. Gewinnfunktion eines Akteurs A (UA) außer dessen eigenen Aktionsparametern (XA1, XA2,...,XAi) mindestens eine Variable (Y) enthalten ist, die nicht (vollständig) von A, sondern von einem (oder mehreren) anderen Akteur(en) kontrolliert wird; es gilt also UA=UA (XA1,XA2,...,XAi,Y).[3]

2.1.2 Klassifizierung von externe Effekten

2.1.2.1 Technologische Externe Effekte

Von technologischen Externalitäten wird gesprochen, wenn ein direkter Zusammenhang zwischen den Gewinn- bzw. Nutzenfunktionen mehrere Akteure besteht[4]. Es handelt sich hierbei um Effekte, welche die über den Preis ausgedrückten Knappheitsrelationen verzerren und deshalb im Ziel wirtschaftspolitischer Entscheidungen liegen.

2.1.2.2 Pekuniäre Externe Effekte

Pekuniäre Externalitäten sind indirekter Natur, da sie aus Marktbeziehungen resultieren, die nicht direkt miteinander verbunden sind. Da es hierbei im Besonderen um Angebots- und Nachfrageveränderungen, die indirekt ausgelöst worden sind, zeigen Pekuniäre Externe Effekte Veränderungen der Knappheitsrelationen an, was teilweise erwünscht ist, da sie Allokation steuern.

z.Bsp.: Die Nachfrage für Schreibmaschienen sinkt aufgrund von gesteigerten Personalcomputerabsätzen und zwingt die Anbieter zu Preissenkungen.

2.1.2.3 Psychologische Externe Effekte

Psychologische Externe Effekte bezeichnen die Beeinflussung des Nutzenniveaus durch Veränderungen des Konsum- oder Nutzensniveaus von Dritten ohne das ein physischer Zusammenhang besteht.

z.Bsp.: Die Bewohner von Industriestaaten begrüßen gesteigerte Lebensstandards in der dritten Welt.

Hr. Meier beneidet seinen Nachbarn, um das gerade erworbene Segelboot.

2.1.3 Negative und positive externe Effekte

2.1.3.1 Negative externe Effekte

Man spricht von negativen externen Effekten, wenn die volkswirtschaftlichen

Kosten/Nutzen über den betriebswirtschaftlichen liegen. Dadurch liegen die angebotene und auch die konsumierte Menge über der volkswirtschaftlich gewollten.

2.1.3.2 Positive externe Effekte

Von positiven externen Effekten spricht man, wenn die volkswirtschaftlichen Kosten/Nutzen unter den betriebswirtschaftlichen liegen. Dadurch liegt die angebotene und auch die konsumierte Menge unter der volkswirtschaftlich gewollten. Nutzer von positiven Externalitäten werden auch als „Trittbrettfahrer“ bezeichnet.

Durch die Unfähigkeit der wirtschaftlich agierenden diese Wohlfahrtsbeeinflussung zu berücksichtigen, ist das Marktergebnis nicht effizient. Die Differenz zwischen den volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Kosten bezeichnet man als externe Kosten/Nutzen bzw. soziale Zusatzkosten/Nutzen.

2.2 Beispiele

2.2.1 Beispiele positiver Externer Effekte

Bei der Computerproduktion können positive externe Effekte entstehen, da sie zur Entdeckung neuer Verfahren und Produktionsmöglichkeiten führt, welche als neue Technologien (nach Ablauf der Nutzungsrechte) der Volkswirtschaft zur Verfügung stehen. Dieses Beispiel wird im folgenden grafisch veranschaulicht.

Aus Schul- Aus- und Weiterbildungen entstehen positive externe Effekte, da sie nicht nur dem einzelnen Individuum, sondern auch der Gesellschaft als ganzem dienen. Dieses Beispiel wird im folgenden grafisch veranschaulicht.

Das Image einer Stadt lässt positive externe Effekte entstehen, wenn diese Image wachstumsfördernd wirkt und die Nutzens bzw. Gewinnfunktionen von einzelnen aufgrund dieses psychologischen Aspektes ansteigen.

2.2.2 Beispiele negativer Externer Effekte

Eine direkte negative Beeinflussung von Menschen und Umwelt stellt die Luftverschmutzung bei der Aluminiumproduktion dar. Ohne einen Ausgleich zu erhalten sinken die Nutzensfunktionen von Individuen, mit dem Resultat, dass die volkswirtschaftlichen Kosten höher als die betriebswirtschaftlichen sind.

Dieses Beispiel wird im folgenden grafisch veranschaulicht.

„Unkontrolliertes“ Hundebellen ärgert die Nachbarn und wirkt sich somit negativ auf die Nutzensfunktionen dieser aus.

Der Alkoholkonsum in größeren Maßen wirkt sich negativ auf die Gesundheit der Konsumierenden aus, was zu höheren Belastungen der Gesundheitskassen und damit zur Erhöhung von Beiträgen für alle führt.

Dieses Beispiel wird im folgenden grafisch veranschaulicht.

2.3 Auswirkungen von Externalitäten anhand von Beispielen

2.3.1 Marktversagen durch negative externe Effekte am Beispiel der

Aluminiumproduktion.[5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenAbb.1

Dadurch, dass der vom Markt festgelegte Gleichgewichtspreis nicht die volkswirtschaftlichen Kosten, d.h., die negativen Auswirkungen der Aluminiumproduktion auf die Umwelt und damit auf die Bevölkerung beinhaltet, sind hier Internalisierungsbestrebungen nötig, welche die Angebotskurve nach oben verschieben. Die Differenz zwischen beiden Funktionen gibt die Kosten der Luftverschmutzung an.

[...]


[1] Mankiw, Gregory Nicholas: Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, Stuttgart 2001, S.172

[2] Mankiw, Gregory Nicholas, Stuttgart 2001, S.221

[3] Fritsch, M.; Wein, T. ;Ewers, H.-J.; Marktversagen und Wirtschaftspolitik; 2001 München; S.96

[4] Vgl.: Fritsch, M.; Wein, T. ;Ewers, H.-J.; Marktversagen und Wirtschaftspolitik; 2001 München; S.96

[5] Vergl. Mankiw, Gregory Nicholas, Stuttgart 2001, S.224-225

Details

Seiten
31
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638229555
ISBN (Buch)
9783638645713
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v18661
Institution / Hochschule
Hochschule Bremen
Note
1,3
Schlagworte
Internalisierung Effekte Auflagen Steuern Preis-Standard-Ansatz Umweltökonomie

Autoren

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