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Ein- und zweidimensionale Führungsstilkonzepte

Hausarbeit 2011 13 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsbestimmungen
2.1 „Führung“
2.2 „Führungsstil“ und „Führungsverhalten“
2.3 Führungsstilkonzepte und deren Dimensionen

3. Führungsstilkonzepte
3.1 Eindimensionale Führungsstilkonzepte am Beispiel der Iowa Studien
3.2 Zweidimensionale Führungsstilkonzepte am Beispiel der Ohio Studien
3.4 Vergleich der Studien zu den Führungsstilkonzepten

4 Schluss

Literaturverzeichnis

Anlagen

1. Einleitung

Schon seit der Mensch existiert, ist er bestrebt, maximalen Nutzen aus seinem Handeln zu erzielen. Nach der industriellen Revolution gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand daher der Begriff des „Homo oeconomicus“. Der „Homo oeconomicus“ ist hierbei ein rational denkender Mensch mit dem Ziel, seinen eigenen Nutzen zu maximieren (vgl. Müller 2008, S.29). Das Bestreben wirtschaftlich zu agieren, beflügelte im 20. Jahrhundert auf vielfältige Weise die Forschung. Empirische Forschungsmethoden wurden immer wichtiger und lieferten wertvolle Erkenntnisse, welche durchaus über einen wirtschaftlichen Nutzen verfügten. Im Jahre 1939 wurden von den Amerikanern Lewin, Lippitt und White die Tradition der empirischen Führungsstil-Forschung begonnen (vgl. Neuberger 2002, S.426). Ziel war und ist es, optimale Führungsverhaltensweisen im Hinblick auf konkrete Erfolgskriterien zu ermitteln (vgl. Steinmann/Schreyögg 2005, S. 650).

Es ist charakteristisch für die Wissenschaft, dass zum selben Sachverhalt mehrere Theorien existieren. Entsprechend existiert auch eine Vielzahl von empirisch entwickelten Führungstheorien. So lässt sich das Thema der Führung zum einen aus der allgemeinpsychologischen Perspektive und zum anderen aus der Führungsstil-orientierten Sichtweise betrachten (vgl. Neuberger 2002, S.490). In dieser Arbeit liegt der Schwerpunkt auf die Führungsstil-orientierte Sichtweise, genauer auf den sogenannten ein- und mehrdimensionalen Führungsstilkonzepten. Um die erwähnten Konzepte zu verdeutlichen, werden die wichtigsten Studien zu den Führungskonzepten vorgestellt und verglichen. Als wichtigste Studie zu den eindimensionalen Führungskonzepten dient jene Studien von Kurt Lewin, welche an der University von Iowa durchgeführt wurden. Als eine der einflussreichsten Studien mehrdimensionaler Konzepte werden die Ohio State Leadership Studies beispielsweise von Hemphill und Coons (1957) herangezogen.

Doch schon jetzt sei erwähnt, dass die Führungsforschung einen Teil der Psychologie und der Geisteswissenschaften darstellt. Studien zum Thema „Führung“ und „Führungsstil“ basieren dementsprechend auf individuelle Erfahrungen und Empfindungen der Akteure. Ergebnisse sind hierbei stets kontext-abhängig und bedürfen eines gesunden Maßes an Kritik und Reflexion.

Somit soll es Ziel dieser Arbeit sein, die angesprochenen Studien nicht nur darzustellen, sondern hinsichtlich ihrer Aussagekraft und realen Nutzens zu beurteilen. Doch zunächst einmal werden die elementaren Begriffe wie „Führung“, „Führungsstil“ oder „Führungsverhalten“ bestimmt und erläutert. Ebenso müssen die Begriffe der „ein- und mehrdimensionalen Konzepte“ im aktuellen Kontext erklärt werden.

Grundlage für diese Arbeit bildet unter anderem das Werk „Führen und führen lassen“ vom Psychologen Oswald Neuberger welcher selbst über 30 Führungsstilstudien durchführte (vgl. Staehle 1999, S. 341). Autoren wie Georg Schreyögg und Horst Steinmann sowie Wolfgang Staehle und Peter Conrad liefern einschlägige Literatur aus betriebswirtschaftlicher Perspektive.

2. Begriffsbestimmungen

„Führungs-forschung“ und „Führungs-stile“ sind mit dem Begriff der „Führung“ verbunden. Zunächst scheint der Gebrauch dieses Begriffes selbstverständlich, doch aus wissenschaftlicher Perspektive stellt sich eine genaue Definition als schwierig dar. Somit wird jeder Forschende und jeder Autor derartige Begriffe lediglich verorten können.

2.1. „Führung“

Oswald Neuberger präsentiert 34 Definitionsversuche, wobei hierbei die umgangssprachlichen und lexikalischen Definitionen nicht aufgelistet werden(vgl. Neuberger 2002, 12ff.).

Der Führungsbegriff lässt sich aus betriebswirtschaftlicher Sichtweise jedoch eingrenzen. Führung ist hierbei der Prozess des Management (vgl. Berthel/Becker 2007, S.7). Wolfgang Staehle versteht Führung als „Beeinflussung der Einstellungen und des Verhaltens von Einzelpersonen sowie der Interaktionen in und zwischen Gruppen, mit dem Zweck, bestimmte Ziele zu erreichen“ (Staehle 1999, S. 328). Es wird betont, dass Führung von jedem Individuum anders wahrgenommen wird und dass das Verhalten des Führenden stets an soziale und kulturelle Kontexte angepasst werden muss (vgl. Staehle 1999, S. 328). Mit Blick auf Staehle s Definition stellt „Führung“ im Bereich des Personalmanagement immer eine Verhaltensbeeinflussung dar.

2.2. Führungsstil und Führungsverhalten

Der „ Führungsstil ist ein langfristig relativ stabiles, situationsinvariates Verhaltensmuster des Führers“ (Stahle 1999, S.334). Der jeweilige Führungsstil ist die Summe der Verhaltenstendenzen der Vorgesetze. Jene Tendenzen beruhen auf „einigermaßen zeitstabilen Motiven und Bedürfnissen“ (Oechsler 2006, 359). Die Definitionen der verschiedenen Autoren sind größtenteils deckungsgleich, lediglich der Organisationspsychologe Fred Edward Fiedler bezeichnet den Führungsstil nicht als zeitstabile Verhaltensweise, sondern als „einen persönlichkeitstypischen Wahrnehmungsstil des/der Führenden“ (Neuberger 2002, S.497), welcher sich ändert je nachdem wie der Vorgesetzte die Zusammenarbeit mit den Geführten beurteilt. (vgl. Neuberger 2002, S. 497 ff.)

Das Führungsverhalten grenzt sich insofern ab, als dass es ein stark situationsabhängiges Verhalten bezeichnet, welches sogar im Gegensatz zum Führungsstil stehen kann (vgl. Oechsler 2006, S.359). Staehle ergänzt mit seiner Definition, dass Führungsverhalten „empirisch beobachtbare Beeinflussungsversuche […]“ sind (Staehle 1999, S. 334).

2.3 Führungsstilkonzepte und deren Dimensionen

Die pragmatisch orientierte Führungsforschung versucht optimale Führungsverhaltensweisen in Hinblick auf konkrete Erfolgskriterien (Produktivität, Effektivität, Arbeitszufriedenheit usw.) zu entwickeln. Das Führungsverhalten stellt jene entscheidende Determinante dar, welche die Einstellung der Mitarbeiter zur Organisation und die Effizienz der Mitarbeiter beeinflusst (vgl. Steinmann/Schreyögg 2005, S.650, 651).

Führungsstilkonzepte sind normative Systeme, welche diverse Führungsstile und Führungsverhaltensweisen beschreiben sowie deren Einfluss auf unterschiedliche Erfolgskriterien. Den Konzepten liegen immer eine oder mehrere Führungstheorien zugrunde (Staehle 1999, S. 838).

Je nachdem wie viele zentrale Variablen das jeweilige Führungsstilkonzept hat, desto mehr Dimensionen weist es auf (vgl. Neuberger 2002, S.493).

Ein Beispiel für ein eindimensionales Konzept stellt Tannenbaum und Schmidts Führungsstilkontinuum von 1958 dar und hierbei ist die zentrale Variable „das Ausmaß der Entscheidungsbeteiligung“ (vgl. Berthel/Becker 2007, S.115; Anlage 1, Abb. 1). Mehrdimensionale Konzepte haben zwei oder mehr zentrale Variablen.

Ein Beispiel für ein zweidimensionales Konzept ist das „Verhaltensgitter von Robert Blake & Jane Mouton“. Die zwei zentralen Variablen sind hier „Mitarbeiterorientierung“ und „Leistungsorientierung“ (Neuberger 2002, S.516; Anlage 1 Abb. 2).

Der Kanadier Reddin hat drei Faktoren Führungsstil – Situation – Erfolg zu einer dreidimensionalen ´Theorie´ vereinigt“ (Neuberger 2002, S.515).

Die Grundlage für die aufgeführten Führungskonzepte bilden jedoch die eingangs erwähnten Experimente und Erkenntnisse der Iowa- und Ohio Studien.

3. Führungsstilkonzepte

Die erste einflussreiche Führungstheorie lässt sich aus den idealtypischen Herrschaftsformen des Soziologen Max Weber herleiten. Danach unterscheidet man den patriarchischen- (Führungsanspruch leitet sich aus der Stellung des Führers ab), den charismatischen- (Führungsanspruch durch Ausstrahlung des Führers), den autokratischen- und den bürokratischen Führungsstil (Aufteilung und gesetzliche Regelung der Entscheidungsbefugnisse) (vgl. Staehle 1999, 335).

Von dieser theoretischen und idealtypischen Führungsstilforschung grenzt sich die realtypische, empirische Führungsstilforschung mit ihren praktischen Experimenten und Methoden ab (vgl. Müller 2008, S. 44). Bei der empirischen Führungsstilforschung stand die Beschreibung des „konkret vorgefundenen Führungsverhaltens sowie die Untersuchung der Effizienz unterschiedlicher Führungsstile im Vordergrund“ (Berthel/Becker 2007, S.118).

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Details

Seiten
13
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656099970
ISBN (Buch)
9783656099895
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v186884
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,3
Schlagworte
Ohio Studien Iowa Studien Führung Führungsstile Eindimensionale Führungsstilkonzepte Zweidimensionale Führungsstilkonzepte Führungsstilkonzepte Führungsverhalten

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Titel: Ein- und zweidimensionale Führungsstilkonzepte