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Forschungsdesigns der quantitativen und qualitativen Forschung im Vergleich

Hausarbeit 2010 11 Seiten

Didaktik - Geowissenschaften / Geographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsdesign: Begriffsdefinition

3. Forschungsdesigns der quantitativen und qualitativen Forschung
3.1. Quantitative Forschungsdesigns
3.1.1 Echte experimentelle Designs
3.1.2 Quasi-experimentelle Designs
3.1.3 Ex-post-facto-experimentelle Designs
3.2. Qualitative Forschungsdesigns
3.2.1 Fallstudie und Vergleichsstudie
3.2.2 Retrospektive Studie, Momentaufnahme, Längsschnittstudie
3.3. Unterschiede zwischen quantitativen und qualitativen Ansätzen

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Viele Autoren bzw. Forscher der empirischen Sozialwissenschaften versuchen, ihr Forschungsfeld - hier Forschungsdesigns im Forschungsprozess - zu klassifizieren. Unterschiedliche Abgrenzungskriterien werden herangezogen, um einer Einordnung annähernd gerecht zu werden. Jedoch kann keiner dieser Klassifizierungsversuche als befriedigend bewertet werden, da es in jedem Forschungsfeld Aspekte geben wird, die für den einen Forscher relevant und für den anderen zu vernachlässigen sind (Atteslander 2003:63). Forschungsdesigns lassen sich nach der Kausal- oder Zeitdimension sowie nach den Untersuchungseinheiten oder gar der Umgebung dif­ferenzieren (siehe Abb. 1), was in dieser Arbeit hauptsächlich versucht wird: in Ab­schnitt 3.1 und 3.2 werden die in der Literatur am häufigsten erwähnten Designs der quantitativen und qualitativen Forschung näher erläutert. In Abschnitt 3.3 wird näher auf die Differenzierung nach den Güte- und Relevanzkriterien der Ergebnisse von Reuber und Pfaffenbach eingegangen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Differenzierungsmöglichkeiten von quantitativen und qualitativen Forschungsdesigns (eigene Darstellung)

2 Forschungsdesign: Begriffsdefinition

„Ein Forschungsdesign ist ein Plan für die Sammlung und Analyse von Anhaltspunk­ten, die es dem Forscher erlauben, eine Antwort zu geben - welche Frage er auch immer gestellt haben mag" (Ragin 1994 zit. in Flick 2007:252). Das Forschungsde­sign dient somit der Hypothesen-Überprüfung, für die Untersuchungsanordnungen bzw. Experimente (nicht im Laborsinne) herangezogen werden. Folglich liegt das Ziel in der Ausschließung von möglichst vielen alternativen Erklärungen durch die De­signwahl (Schnell et al. 2005:211 -212).

Forschungsdesigns werden auch Erhebungs- oder Untersuchungsdesigns genannt. Die hauptsächliche Differenzierung erfolgt anhand der Methode der Erhebung, der zeitlichen Dimension der Erhebung sowie der Untersuchungsanordnung (Raithel 2006:48). Des Weiteren ist die Entscheidung, ob Daten an denselben Personen oder an verschiedenen Personengruppen erhoben werden sollen zur Festlegung eines Designs wichtig. Welchen Designtypen man letztendlich wählt, hängt vor allem von der „Erwünschtheit der Eigenschaften der entsprechenden Untersuchungsform“ (Schnell et al. 2005:12) und von den finanziellen Mitteln ab.

Die Güte eines Designs wird anhand der Störfaktoren gemessen. Störfaktoren sind Beeinflussungsfaktoren, die Alternativhypothesen begünstigen. Dazu zählen unter anderem Zeiteinflüsse, biologisch-psychologische Veränderungen an den Probanden (= Testobjekte), Veränderungen durch Hilfsmittel und Ausfälle durch z.B. Tod (Schnell et al. 2005:217-220). Es gibt diverse Vorgehensweisen, diese Störfaktoren unter Kontrolle zu bekommen, die in dieser Arbeit jedoch nicht weiter erläutert wer­den.

Im Allgemeinen ist mit dem Begriff Forschungsdesign also die Planung einer Unter­suchung angesprochen, das heißt wie sieht die Zusammenstellung von Daten aus und wie kann die „Auswahl empirischen ,Materials‘ gestaltet werden“ (Flick 2007:252).

3 Forschungsdesigns der quantitativen und qualitativen Forschung

Die quantitativen und qualitativen Ansätze bilden zwei unterschiedliche Kategorien bezüglich der Arbeitsweisen und Methoden in der geographischen Forschung. Beide Zugangsweisen sind möglich, um an Daten zu gelangen (Meier Kruker/Rauh 2005:3). „Qualitative und quantitative Forschung sind weder unvereinbare Gegensätze, die nicht etwa auch kombiniert werden können" (Flick 1995:56). Allerdings lässt sich die qualitative Forschung nur sehr begrenzt mit der aus der quantitativen Forschung ver­trauten Logik verbinden (Flick 1995:56). Zur Visualisierung der folgend vorgestellten Designs kann Abb. 1 herangezogen werden.

3.1 Quantitative Forschungsdesigns

Quantitative Methoden sind solche, die mit mathematisch-statistischen Analysever­fahren arbeiten. Mit ihnen versuchen Forscher, Alternativhypothesen anhand harter, objektiver Vorgehensweisen auszuschließen (Reuber/Pfaffenbach 2005:34). Durch die starke Konzentration auf die Theorie und somit der Präferenz der Methode vor dem Forschungsgegenstand wird diese Art von Forschungsansatz oft kritisiert. Stan­dardisierung und Quantifizierung generieren häufig nur noch Scheinobjektivität (At- teslander 2003:83).

3.1.1 Echte experimentelle Designs

Die in Kapitel 2 genannten Störfaktoren können nur von echten experimentellen De­signs systematisch kontrolliert werden. Auf diesem Weg lässt sich eine Vielzahl mög­licher Alternativhypothesen ausschließen (Schnell et al. 2005:224).

Echte experimentelle Designs sind dann notwendig, wenn innerhalb einer Hypothese eine Veränderung des Verhaltens aufgrund einer unterschiedlichen Behandlung der Merkmalsträger vorausgesagt wird. Nur bei diesem Design wird vor der Datenerhe­bung von Vergleichsgruppen eine ausführliche Überprüfung der unabhängigen Va­riablen (Kausalfaktor) vorgenommen. Die Zuordnung der Probanden zu den Vergleichsgruppen ist zufällig (Randomisierung).

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Details

Seiten
11
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656101666
ISBN (Buch)
9783656101260
Dateigröße
535 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v186950
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen – Geographie
Note
1,3
Schlagworte
Forschungsdesigns qualitative Forschung quantitative Forschung empirische Methoden empirisches Arbeiten

Autor

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