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Vom Intimfeind zum Freund?

Eine Analyse zur veränderten Darstellung der BRD in dokumentarischen Film- und Fernsehproduktionen der DDR

Hausarbeit 2010 22 Seiten

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Einleitung

Kapitel 2: Aspekte zum Selbst- und Fremdbild der DDR

Kapitel 3: Entwicklungen während des Kalten Krieges
3.1 Gesellschaftliche Verhältnisse sowie politische Situation der DDR
3.2 Das deutsch-deutsche Verhältnis auf fernsehorganisatorischer Ebene
3.3 Die dokumentarische Film- und Fernsehlandschaft der DDR in den 1960er Jahren
3.4 Analyse der dokumentarischen Produktion Die Grenze (DDR, 1966)

Kapitel 4: Entwicklungen während der Entspannungspolitik
4.1 Gesellschaftliche Verhältnisse sowie politische Situation der DDR
4.2 Das deutsch-deutsche Verhältnis auf fernsehorganisatorischer Ebene
4.3 Die dokumentarische Film- und Fernsehlandschaft der DDR in den 1970er Jahren
4.4 Analyse der dokumentarischen Produktion Ohne Arbeit (DDR, 1975)

Kapitel 5: Schlussbetrachtung

Quellenverzeichnis

Kapitel 1: Einleitung

Sämtliche Medien haben schon immer einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert inne und können maßgeblichen Einfluss auf die Einstellungen in Gesellschaften nehmen. Besonders die Massenmedien Film und Fernsehen sind hierbei hervorzuheben, wobei Letzterem in der Wissenschaft im Allgemeinen eine höhere Bedeutung zugesprochen wird:

"Die Verbreitung und der Ausbau der technischen Möglichkeiten dieses Mediums in der modernen Industriegesellschaft hat dazu geführt, daß das Fernsehen einen gesellschaftlichen Stellenwert eingenommen hat, der in seinen erzieherischen, unterhaltenden und informierenden Funktionen von keinem der anderen Medien übertroffen wird" (Goss 1980: 15).

Der immensen Wirksamkeit des Fernsehens, aber auch anderer Massenmedien wie dem Film sind sich seit jeher auch politische Machthaber in totalitären Staaten bewusst gewesen. Hierbei ist daran zu erinnern, welch überragende Rolle dem Film während des >Dritten Reiches< beigemessen wurde und wie erfolgreich das Regime war, damit die NS-Ideologien zu verbreiten. Zwar wurden Medien danach nie mehr so propagandistisch eingesetzt; allerdings wurde weiterhin versucht, durch Film und Fernsehen auf das Bewusstsein von Gesellschaften einzuwirken. Dies war im Rahmen der Auseinandersetzung zwischen der BRD und ehemaligen DDR der Fall, deren Konflikt im Anschluss an den Bau der Berliner Mauer 1961 zunehmend über die beiden Medien ausgetragen wurde, wobei besonders das Fernsehen fortan eine zentrale Funktion hatte. Wie Hickethier (1998: 281) es prägnant formuliert, wurde dieses "zum grenzüberschreitenden Vermittler von Anschauungen vom jeweils Anderen, die auf direktem Wege nicht mehr zu gewinnen waren." Die Darstellungsweisen wiesen indes keine konstanten Merkmale auf, sondern passten sich an die deutsch-deutschen Verhältnisse verschiedener Epochen an. So offenbaren deutsche Film- und Fernsehproduktionen der 1960er Jahre düstere Fremdbilder, da die Verhältnisse damals sehr angespannt waren. Dagegen war die Lage in den 1970er Jahren entspannter und so strahlte das BRD-Fernsehen Dokumentationen aus, welche die DDR wohlwollend darstellen: "Der Blick auf die soziale Situation in der DDR endete generell mit einer würdigenden Anerkennung des Erreichten" (Steinle 2003: 322). Hierbei gilt das Werk Ich bin ein B ü rger der DDR (1973), welches darauf abzielt, "das Bild einer souveränen DDR zu vermitteln" (Steinle 2003: 338), als exemplarisch. Daher erscheint es nahe liegend, dass sich das - im Vergleich zu den 1960er Jahren - deutlich entspanntere Verhältnis auch in einer positiveren BRD-Darstellung im Rahmen von DDR-Dokumentationen niedergeschlagen hat.

In dieser Hausarbeit möchte ich herausfinden, inwieweit dies zutreffend ist. Zunächst setze ich mich mit dem Selbst- und Fremdbild der DDR auseinander. Anschließend konzentriere ich mich auf die Entwicklungen während der 1960er Jahre. Hierbei skizziere ich zunächst die gesellschaftlichen Verhältnisse und die politische Situation der DDR, danach erläutere ich die deutsch-deutschen fernsehorganisatorischen Beziehungen. In einem weiteren Schritt widme ich mich der dokumentarischen Film- und Fernsehlandschaft der DDR während des Kalten Krieges, anschließend analysiere ich die Dokumentation Die Grenze (1966). Danach fokussiere ich mich in gleicher Weise auf die Entwicklungen während der 1970er Jahre und betrachte schließlich die Dokumentation Ohne Arbeit (1975) im Detail. In einer Schlussbetrachtung werte ich die Ergebnisse im Hinblick auf meine Ausgangsthesen aus.

Kapitel 2: Aspekte zum Selbst- und Fremdbild der DDR

Im Zuge seiner Expansion zum Massenmedium übernahm das Fernsehen während des Kalten Krieges eine zentrale Rolle bei der Vermittlung gesellschaftlicher Ideologien. Das ostdeutsche Fernsehen hatte bis Mitte der 1960er Jahre ein extrem negatives Bild von Westdeutschland und dessen Fernsehen entwickelt, das von Misstrauen geprägt war:

"Für den Bonner Staat sind die bestehenden drei Fernsehprogramme wichtigste Instrumente des Klassenkampfes. Mit allen den Imperialisten eigenen Methoden der Verdrehung, Unwahrheit, Fälschung und Hetze sind sie Tag um Tag bestrebt, ideologischen Einfluß auf die Fernsehzuschauer in beiden deutschen Staaten zu nehmen" (Bericht der Intendanz und der Zentralen Parteileitung des Deutschen Fernsehfunks in Dittmar 2002: 118).

Durch solche propagandistischen Parolen versuchte man wohl auch, die eigenen Mitarbeiter im Klassenkampf zu mobilisieren, um zumindest ansatzweise die vorhandenen Defizite gegenüber dem westdeutschen Fernsehen kompensieren zu können.

In den 1960er Jahren hatte das DDR-Fernsehen den Anspruch, ein gesamtdeutsches Publikum zu erreichen, um den BRD-Bürgern die Vorteile des Sozialismus gegenüber dem Kapitalismus zu verdeutlichen: "In der Auseinandersetzung mit dem Klassengegner [...] ist die geschichtliche Mission unserer Republik anschaulich zu erläutern [...] und ist in Wort und Bild der Beweis anzutreten, daß die DDR gegenüber Westdeutschland eine geschichtliche Epoche voraus ist" (Vorlage Nr. 20/68 für das Büro der Intendanz in Dittmar 2002: 108). Angesichts der zunehmenden Verfügbarkeit und Popularität des westdeutschen Fernsehens änderte sich in den 1970er Jahren das Selbstbild des DDR-Fernsehens. Um die eigenen Bürger "von der 'virtuellen Republikflucht' abzuhalten" (Dittmar 2002: 109), löste sich das DDR-Fernsehen vom gesamtdeutschen Auftrag und konzentrierte sich fortan auf das Erreichen der eigenen Bevölkerung. Obwohl aufgrund der deutsch-deutschen Entspannungspolitik während dieser Phase Änderungen hinsichtlich des DDR-Fremdbildes plausibel erscheinen mögen, kam es diesbezüglich zu keinen Abschwächungen. Ganz im Gegenteil, denn das Feindbild BRD wurde, wie Günther (1976: 7) anmerkt, "in allen Ausbildungsplänen vom Kindergarten bis zur Parteihochschule" intensiviert, was sich folgerichtig auch auf das Fernsehen übertrug. So stieg die Anzahl der durchgeführten Analysen über das westdeutsche Fernsehprogramm, aus denen man schlussfolgerte, dass die BRD bewusst versuche, "die Klassengegensätze zu leugnen [...] und von den wirklichen, akuten Fragen der Gesellschaft abzulenken" (Vorsitzender des Staatlichen Komitees für Fernsehen in Dittmar 2002: 124). Hierbei wurde u.a. kritisiert, dass das BRD-Fernsehen die Arbeiterproblematik kaum thematisiere; bei den wenigen Ausnahmen werde der Arbeiter als "zum Kleinbürger korrumpiertes Individuum" (Vorsitzender des Staatlichen Komitees für Fernsehen in Dittmar 2002: 127) dargestellt. Weitere Veränderungen vollzogen sich 1971 im Anschluss an den VIII. SED-Parteitag. Nachdem man sich bereits zuvor der ideologischen Funktion des Fernsehens bewusst gewesen war, erkannte man nun auch die in der BRD seit längerer Zeit etablierte Unterhaltungsfunktion, weswegen es fortan galt, "das Entspannungsbedürfnis der Zuschauer zu befriedigen" (Dittmar 2002: 113).

Aufgrund der Tatsache, dass das BRD-Fernsehen in der DDR immer besser empfangen werden konnte, musste man das Selbstbild modifizieren, um konkurrenzfähig zu bleiben. Obwohl sich das DDR-Fernsehen mit dieser neuen Ausrichtung zunehmend vom sozialistischen Anspruch verabschieden musste, blieb die Haltung gegenüber Westdeutschland kämpferisch. Wie der damalige DDR-Regierungschef Honecker (in Günther 1976: 194) auf dem IX. SED-Parteitag eindringlich betonte, müsse Ostdeutschland wegen "der hartnäckigen und gefährlichen Versuche" des Imperialismus, "den Entspannungsprozeß zu hintertreiben", die eigene Verteidigungsbereitschaft erhöhen, um langfristig den Übergang zur kommunistischen Gesellschaft gewährleisten zu können. Den Medien und insbesondere dem Fernsehen wurde dabei eine unverzichtbare Funktion beigemessen, da diese "als ideologische Waffen der Partei [...] einen wichtigen Beitrag zur politisch-ideologischen Orientierung" (Honecker in Günther 1976: 197) beisteuern. Von den Massenmedien wurde erwartet, die politischen Prozesse medial zu begleiten, damit die DDR-Bürger die vom Regime gewünschten Haltungen verinnerlichen. Als das institutionalisierte Feindbild des DDR-Fernsehens - besonders während der 1960er/1970er Jahre - kann die westdeutsche Anstalt Sender Freies Berlin (SFB) angesehen werden, die man "als eine der übelsten antikommunistischen und revanchistischen Organisation der imperialistischen Reaktion" (Vorsitzender des Staatlichen Komitees für Fernsehen in Dittmar 2002: 129) einstufte. Seit 1953 sendete der SFB aus West-Berlin und zog besonders durch die Ausstrahlung von Reihen wie Diesseits und jenseits der Zonengrenze den Zorn des DDR-Regimes auf sich.

Kapitel 3: Entwicklungen während des Kalten Krieges

3.1 Gesellschaftliche Verhältnisse sowie politische Situation der DDR

Gegen Ende der 1950er Jahre durchlief die DDR eine schwere Krise. Aufgrund der Versorgungsschwierigkeiten, die sich aus einer Umstrukturierung der Landwirtschaft ergeben hatten sowie des verschärften politischen Kurses, flüchteten immer mehr Bürger in andere Staaten (vgl. Mählert 2005: 36). Beliebtes Fluchtziel war die BRD, was die DDR vor erhebliche Probleme stellte, sodass sich die Fronten zwischen beiden deutschen Staaten bis Anfang der 1960er Jahre zunehmend verhärtet hatten.

Auf politischer Ebene verfolgte die BRD die Westintegration, was eine Abgrenzung zur damaligen Sowjetunion bzw. DDR zur Folge hatte. Zur selben Zeit führte die Politik des damaligen sowjetischen Regierungschefs Nikita Chruschtschow zu einer Verschärfung der Lage. Hierbei ist besonders dessen 'Berlin-Ultimatum' hervorzuheben, wobei er die Selbständigkeit der Stadt forderte. Aufgrund dessen kam es, wie Hickethier (1998: 281) betont, "zu einer Zuspitzung der politischen Konfrontation an der Schnittstelle der beiden politischen Blöcke", was schließlich 1961 zum Bau der Berliner Mauer führte. In der Folgezeit war die DDR um eine wirtschaftliche und politische Annäherung an die BRD bemüht. Nachdem Chruschtschow 1964 gestürzt worden war, kam es allerdings unter dem neuen Regierungschef Leonid Breschnew, der weniger experimentierfreudig als sein Vorgänger war, zu einem Kurswechsel in der Sowjetunion. Dies wirkte sich unmittelbar auf die politische Ausrichtung der DDR und deren Beziehungen zur BRD aus. Fortan war es das Hauptziel, "den Weg zur eigenen DDR-Nation zu ebnen" (Dittmar 2002: 109), sodass die deutsche Wiedervereinigung in weite Ferne rückte.

Zu dieser Kehrtwende trug auch die Bildung der Großen Koalition in der BRD im Jahr 1966 bei, die zwar eine entspanntere Ostpolitik verfolgen wollte. Allerdings reagierte das DDR- Regime mit Ablehnung, da die BRD, wie Prase (2002: 188) es darstellt, "die gesamtdeutsche Perspektive verraten" hatte, was zu einer "ideologischen und politischen Distanzierung" vom gesellschaftlichen System der BRD sowie zunehmend auch von deren Bürgern führte. Diese Umbrüche in der Politik wirkten sich zudem auf die Fernsehlandschaft aus. Während das DDR-Fernsehen zunächst noch versucht hatte, ein gesamtdeutsches Publikum zu erreichen, so wandte man sich bereits ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre hauptsächlich an ein ostdeutsches Publikum: "Mit der Propagierung der eigenen Nationalität [...] wurde auch die Ausrichtung der Programmarbeit auf eine Abwehr bundesdeutscher Positionen [...] reduziert und die ideologische Arbeit auf die prosozialistische Bewusstseinsbildung konzentriert" (Hickethier in Steinle 2003: 261). Etwa zur selben Zeit fühlte sich die Regierung hinsichtlich der Kulturarbeit zum Handeln gezwungen. Zuvor hatte man einen liberaleren Kurs verfolgt, allerdings nahm die Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen kontinuierlich zu, sodass schließlich "die Grenze des Erträglichen überschritten" (Mählert 2005: 42) gewesen war. Dies mündete in einem Kahlschlag, was Desillusionierung bei Künstlern und Bürgern zur Folge hatte. Dennoch gelang es dem DDR-Regime weiterhin, größtenteils Zustimmung von Seiten der Gesellschaft zu erhalten, was sich aber Ende der 1960er Jahre änderte. Auslöser war der Niederschlag des 'Prager Frühlings' (1968), der sich für einen liberaleren Sozialismus eingesetzt hatte. Die Desillusionierung innerhalb der Bevölkerung nahm dadurch neue Dimensionen an; besonders jüngere Bürger standen nun "vor den Trümmern ihrer Hoffnungen und Ideale" (Mählert 2005: 44). Neben diesen gesellschaftlichen Umbrüchen kam es Ende des Jahrzehnts zu Veränderungen in den deutsch-deutschen politischen Beziehungen. Da sich die DDR ökonomisch stabilisiert hatte, intensivierte man die Abgrenzung gegenüber der BRD. Dieser Kurswechsel hatte sich bereits 1964 durch die Ausstellung neuer Personalausweise angedeutet und erreichte nun durch das Verbot einer gemeinsamen deutschen Staatsbürgerschaft einen vorläufigen Höhepunkt. Wie Steinle (2003: 235) es darstellt, lässt sich das deutsch-deutsche politische Verhältnis in den 1960er Jahren als "Wechselbad zwischen [...] gewährten menschlichen Erleichterungen" wie den Reisemöglichkeiten für ältere Menschen und "unerfüllbaren Maximalforderungen, die auf die völkerrechtliche Anerkennung der DDR zielten", beschreiben.

3.2 Das deutsch-deutsche Verhältnis auf fernsehorganisatorischer Ebene

Bereits Mitte der 1950er Jahre entwickelten sich deutsch-deutsche Kooperationen, als das DDR-Fernsehen auf nicht-kommerzieller Basis große Sportveranstaltungen aus der BRD übertrug. Damit wurde der ostdeutschen Bevölkerung ein attraktiveres Programm angeboten. Anderseits fungierten solche Übertragungen als "Bühne offener Agitation gegen die Ziele der Bundesregierung und für die Deutschlandpolitik der DDR" (Krebs in Lee 2003: 177), indem man diese mit eigenen Kommentierungen unterlegte. Ein dauerhafter Programmaustausch stellte sich allerdings als äußerst schwierig dar. Das DDR-Fernsehen hatte zwar zu Beginn der 1960er Jahre großes Interesse an der Ausstrahlung westdeutscher Formate offenbart. Allerdings wurde dies abgelehnt, da die westdeutsche Seite befürchtete, "damit das Fernsehen der DDR politisch anzuerkennen und aufzuwerten" (Lee 2003: 212).

Während der Hochphase des Kalten Krieges verschlechterten sich die deutsch-deutschen Beziehungen auf kulturellem Gebiet, sodass gemeinsame Fernsehkooperationen in noch weitere Ferne rückten. So wurde in Westdeutschland die Übernahme von DDRFernsehfilmen, "die nach ihrem Inhalt dazu geeignet sind, als Propagandamittel gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung [...] zu wirken" (Bücher in Lee 2003: 189), gänzlich verboten. Da während der 1960er Jahre viele DDR-Produktionen propagandistische Tendenzen aufwiesen, wurde der Beschluss kurz nach dem Bau der Berliner Mauer verschärft. Künftig gab es in der BRD ein verbindliches Gesetz, "im Fernsehprogramm keine DEFA-Filme und keine Sendungen des ostzonalen Fernsehens auszustrahlen" (Funk- Korrespondenz in Lee 2003: 189). Einige Jahre später gab es wieder Annäherungen zwischen den Fernsehanstalten, doch 1966 wurde auf einer ARD-Arbeitssitzung keine Einigung hinsichtlich einer dauerhaften Kooperation mit dem DDR-Fernsehen erzielt (vgl. Lee 2003: 186, 187). Im Zuge des Systemkampfes erschien dies als logische Konsequenz, schließlich sollte nicht der Eindruck vermittelt werden, dass die gegensätzlichen Gesellschaftsformen zueinander gefunden hätten. Das Verhalten der BRD-Fernsehsender hinsichtlich der Übernahme von DDR-Produktionen wies während des Kalten Krieges widersprüchliche Züge auf. So waren sich die westdeutschen Anbieter zwar dessen bewusst, dass eine Kooperation mit dem DDR-Fernsehen notwendig ist. Schließlich war das BRD-Fernsehen, wie Lee (2003: 191) betont, für zahlreiche Bürger "das einzige Fenster zum Westen", weswegen eine Fernsehkooperation die Situation der Menschen hätte verbessern können. Allerdings hielt sich das westdeutsche Fernsehen zurück, obwohl bereits einige Jahre zuvor von der Regierung eine Übernahme ostdeutscher Sendungen verlangt worden war.

[...]

Details

Seiten
22
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656101000
ISBN (Buch)
9783656101086
Dateigröße
540 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187049
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1,3
Schlagworte
intimfeind freund eine analyse darstellung film- fernsehproduktionen

Autor

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Titel: Vom Intimfeind zum Freund?