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Seminararbeit zum Thema Jugendkriminalität

von Thekla Baumann (Autor) Tina Heidschuster (Autor)

Seminararbeit 2010 47 Seiten

Soziologie - Recht, Kriminalität abw. Verhalten

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Begriffsklärungen
2.1 Abweichendes Verhalten
2.2 Kriminalität
2.3 Jugendkriminalität

3. Formen von Jugendkriminalität
3.1 Diebstahl
3.2 Rauschgiftkriminalität
3.3 Körperverletzung
3.4 Sachbeschädigung
3.5 Betrug
3.6 Gewaltkriminalität

4. Entwicklung der Jugendkriminalität

5. Jugendkriminalität aktuell und politisch
5.1 aktuell
5.1.1 Aktuelles Projekt der „Gangway e.V.“
5.2 politisch

6. Begünstigende Faktoren für Jugendkriminalität
6.1 biologische Faktoren
6.2 soziale Faktoren
6.2.1 Familie
6.2.2 Peer-Groups
6.2.3 Schule
6.2.4 Milieu und Sozialraum
6.2.5 Medien
6.3 Jugendkriminalität in der Bewältigungsperspektive

7. Bedeutung der Jugendkriminalität für das Individuum
7.1 Subjektive Jugendkriminalität
7.2 Kriminalitätsfurcht
7.2.1 Hauptbeeinflussungsfaktor: die Medien
7.2.2 Theorie der Verletzlichkeit
7.2.3 Individuelle Verarbeitung von Kriminalitätsfurcht
7.2.4 Maßnahmen zur Bekämpfung der Kriminalitätsfurcht

8. Prävention von Jugendkriminalität
8.1 Definition Prävention
8.2. Grundlage: Erziehung
8.2.1 SGB VIII, §1 „Recht auf Erziehung, Elternverantwortung, Jugendhilfe“
8.3 Sozialraumorientierte Präventionsarbeit
8.3.1 Präventionsprogramme an Schulen
8.3.2 Prävention in benachteiligten Wohngebieten
8.3.3 Nachbarschaftsnetzwerke als Prävention
8.3.4 Eltern- und Familienarbeit in Migrantengesellschaften
8.4 Kinder- und Jugendhilfe
8.5 Präventive Kriminalpolitik

9. Interventionsmöglichkeiten / Gegenmaßnahmen
9.1 Definition Intervention
9.2 Institutionen, die Hilfe anbieten
9.2.1 Jugendorganisationen, Kirchen, Vereine
9.2.2 Jugendamt
9.3 Zugang zu delinquenten Jugendlichen
9.4 Was folgert sich daraus für Sozialpädagogen?
9.5 Täter-Opfer-Ausgleich
9.6 Erlebnispädagogik als konkretes Konzept gegen Jugenddelinquenz

10. Schlussteil

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Angeheizt durch Medienberichte über spektakuläre Fälle, hat das Thema Jugendkriminalität in der öffentlichen Diskussion zuletzt einen besonders hohen Stellenwert erfahren. Banden oder Einzeltäter, die in der Schule, gegenüber Obdachlosen, Ausländern oder anderen Minderheiten gewalttätig werden, geraten regelmäßig in die Schlagzeilen der Presse.“

(Polizei Beratung 2010)

In der Vorlesung „Erziehung, Bildung, Sozialisation“ wurde deutlich, dass Verhalten, und somit auch die Abweichung dessen, durch diese drei zusammenhängenden Begriffe stark geprägt wird. Es soll dargestellt werden, wie dies in Kontext mit dem Thema der Jugendkriminalität zu betrachten ist.

Der Leser wird in dieser wissenschaftlichen Arbeit zunächst durch Erläuterungen grundsätzlicher Begriffe sowie den verschiedenen Formen von Jugendkriminalität in das Thema eingeführt.

Um die Aktualität des Themas aufzuzeigen, wird daraufhin auf die Entwicklung der Jugendkriminalität eingegangen. In den Medien ist das Thema ständig präsent, doch sind die aktuellen Zahlen tatsächlich besorgniserregend? Besteht wirklich solch ein akuter Handlungsbedarf für Sozialpädagogen und andere helfenden Instanzen?

Desweiteren wird zur Veranschaulichung des Themas ein aktuelles Fallbeispiel erläutert und dazu die Meinung der Regierung dargestellt. Hierbei äußern sich Politiker explizit zu dem genannten Sachverhalt.

Daraufhin wird näher auf die Einflussfaktoren eingegangen, um in späteren Punkten der Arbeit darauf aufbauend verschiedene Präventions- und Interventionsmöglichkeiten aufzuzeigen. Was beeinflusst also einen Jugendlichen, kriminell zu werden und wie kann vorgebeugt und/oder interveniert werden? Wie gehe ich mit diesem Klientel professionell um?

Auf Prävention und Intervention liegt der Schwerpunkt der vorliegenden Ausarbeitung, da diese in der sozialpädagogischen Praxis umgesetzt werden und somit von großer Relevanz für den professionellen Umgang mit delinquenten Jugendlichen sind.

Weiterhin wird sich mit der Bedeutung der Kriminalität für den Einzelnen sowie der Gesellschaft beschäftigt. Denn auch Menschen, die nicht direkt mit Kriminalität konfrontiert werden, können von der Problematik betroffen sein. Inwiefern die Kriminalitätsfurcht hierbei eine große Rolle spielt, wird durch die Beantwortung folgender Fragen deutlich: Was ist überhaupt Kriminalitätsfurcht, wie wird sie ausgelöst und wie kann ihr entgegengewirkt werden?

Ziel ist es, dem Leser einen umfassenden Einblick in das sehr vielseitige Thema Jugendkriminalität zu vermitteln, insbesondere in Hinblick auf Präventions- und Interventionsmöglichkeiten. Somit soll deutlich werden, was im professionellen Umgang mit dem Klientel zu beachten ist.

2. Begriffsklärungen

2.1 Abweichendes Verhalten

Der Mensch ist ein soziales Wesen, das heißt, er ist in der Regel eingebunden in eine Gesellschaft. In jeder Gesellschaft gibt es bestimmte Normen, Werte und Regeln, die vorgeschrieben sind und nach denen sich alle Individuen verhalten sollen. Das Handeln sollte also im Großen und Ganzen darauf ausgerichtet sein, damit ein gesellschaftliches Zusammenleben gut funktionieren kann. Geht man also davon aus, dass es Normen gibt, gibt es ebenso Normabweichungen. Bei den genannten Normabweichungen gibt zwei verschiedene Varianten: einerseits die, die vom Strafgesetz her als kriminell bezeichnet werden, wie beispielsweise Sachbeschädigung oder Körperverletzung. Es gibt aber auch Normabweichungen, die nicht unbedingt gesellschaftlich erwünscht sind, aber trotzdem akzeptiert und vor allem nicht geahndet werden. Hierzu gehört beispielsweise die Obdachlosigkeit (vgl. BLOCK, 2007, 4).

2.2 Kriminalität

Kriminalität meint im juristischen Sinn ein Verhalten (sei es Tun oder Unterlassen), welches gegen das Strafgesetz verstößt. Der Begriff Kriminalität ist jedoch abzugrenzen von dem Begriff der Strafbarkeit. So betrifft letzteres beispielsweise Delikte wie das Falschparken, während jemand erst kriminell ist, wenn er tatsächlich strafrechtlich von einem Gericht verurteilt wird (vgl. HUBER / WAGNER 1997).

2.3 Jugendkriminalität

In Deutschland ist die Jugendkriminalität „Kriminalität Jugendlicher, wobei unter Kriminalität grundsätzlich das Gleiche zu verstehen ist wie bei Erwachsenen“ (ALTBAU 2006).

Laut §1 Abs.2 Jugendgerichtsgesetz (JGG) werden Personen als Jugendliche bezeichnet, die zur Tatzeit mindestens 14, aber noch keine 18 Jahre alt sind. Vom Reifegrad jedes einzelnen abhängig können auch Heranwachsende (18-21) nach dem Jugendstrafrecht verurteilt werden.

Kinder unter 14 Jahren sind nicht strafmündig (vgl. Jugendgerichtsgesetz, §1(2), 2004).

3. Formen von Jugendkriminalität

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat im Jahr 2009 die zurzeit am häufigsten begangenen Straftaten verzeichnet, die da wären: Diebstahl, Rauschgiftkriminalität, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Betrug und Gewaltkriminalität (vgl. Jugendkriminalität und Jugendgefährdung (2009), Zugriff am 22.06.2010 unter http://www.lka-bw.de/LKA/statistiken/Documents/Jugendkriminalit%C3%A4t_und_Jugendgef%C3%A4hrdung_2009.pdf). Diese verschiedenen Formen der Jugendkriminalität sollen im Folgenden erläutert werden.

3.1 Diebstahl

Diebstahl macht etwa 50% aller Strafdelikte aus (vgl. Jugendkriminalität und Jugendgefährdung (2010), Zugriff am 22.06.2010 unter http://www.lka-bw.de/LKA/statistiken/Documents/Jugendkriminalit%C3%A4t_und_Jugendgef%C3%A4hrdung_2009.pdf). Laut § 242 Abs. 1 SGB ist „Diebstahl (…) die Wegnahme einer fremden beweglichen Sache in rechtswidriger Zuneigungsabsicht“ (Sozialgesetzbuch, §242, 2010). Hierbei sind einfacher Diebstahl, schwerer Diebstahl und Ladendiebstahl voneinander zu differenzieren.

Einfacher Diebstahl ist das Stehlen eines Gegenstandes, ohne dabei Hindernisse zu überqueren oder gewalttätig zu werden. Ein Beispiel hierfür wäre der Fahrraddiebstahl. Bei schwerem Diebstahl dagegen wird Gewalt bei der Wegnahme eines Gegenstandes verwendet. Beispielsweise ein Einbruch in ein Schulgebäude und das gleichzeitige Stehlen von dortigen Dokumenten (vgl. Sachversicherung, Diebstahlversicherung (2010), Zugriff am 22.06.2010 unter http://www.svv.ch/article612/konsumenten/sachversicherung.htm). Der Ladendiebstahl ist dadurch gekennzeichnet, dass der Täter noch nicht bezahlte Güter in seine Kleidung oder eine Tasche steckt und den Ort daraufhin zu verlassen versucht (vgl. Ladendiebstahl, Zugriff am 22.06.2010 unter http://www.dr-esch.de/lexikon/Ladendiebstahl.asp).

3.2 Rauschgiftkriminalität

Dieser Begriff bezeichnet den „Handel, Herstellung, Abgabe und Besitz von illegalen Drogen“ (Rauschgiftkriminalität (2007), Zugriff am 21.06.2010 unter http://www.polizei-nrw.de/lka/stepone/data/downloads/1d/01/00/080516_lagebild-rg-nrw-2007.pdf). . Unabhängig ist hierbei, ob das Rauschgift für Verkauf, Verteilung oder andere Nutzung im Besitz des Straftäters ist. Lediglich der Besitz geringfügiger Mengen zum Eigengebrauch stellt keinen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz dar (vgl. Betäubungsmittelstrafrecht, §29 BtMG - Straftaten (2010), Zugriff am 21.06.2010 unter http://btmg-anwalt.de/pages/29-btmg.php).

3.3 Körperverletzung

Körperliche Misshandlung oder die Schädigung der Gesundheit einer anderen Person wird als Körperverletzung bezeichnet. Es wird unterschieden in vorsätzliche, leichte, gefährliche und schwere Körperverletzung. Die vorsätzliche Körperverletzung ist „jede unangemessene Behandlung, die das körperliche Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit beeinträchtigt“ (Jugendkriminalität (2006), Zugriff am 31.03.2010 unter http://www.seminararbeit-kriminalwesen.de/cms/download/Seminararbeit_Jugendkriminalitaet.pdf). Sie geschieht wissend und wollen. Nicht von Relevanz ist hier, ob dem Opfer unmittelbar körperliche Schmerzen zugefügt werden; so ist beispielsweise das Abschneiden von Haaren ohne die Zustimmung der betreffenden Person bereits der leichten Körperverletzung zuzuordnen. Als gefährliche Körperverletzung wird eine Tat bezeichnet, bei der eine Waffe zur Hilfe genommen wird, mit der auf das Opfer beispielsweise eingeschlagen, geschossen oder eingestochen wird (vgl. Jugendkriminalität (2006), Zugriff am 31.03.2010 unter http://www.seminararbeit-kriminalwesen.de/cms/download/Seminararbeit_Jugendkriminalitaet.pdf). Die schwere Körperverletzung wird dann als solche bezeichnet, wenn ein Teil des Körpers abgetrennt wird oder der Verlust der Seh- Hörkraft oder ähnliches stattfindet (vgl. Schwere Körperverletzung (2006), Zugriff am 21.06.2010 unter http://www.deutsche-anwaltshotline.de/info/strafrecht/schwere_koerperverletzung.php).

3.4 Sachbeschädigung

Die rechtswidrige Beschädigung oder Zerstörung von fremden Gegenständen wird als Sachbeschädigung bezeichnet. Diese Form der Kriminalität findet oft statt, wird jedoch nur selten von den Opfern angezeigt, da sie oft nur schwer zurück verfolgbar ist (vgl. Sachbeschädigung (2000), Zugriff am 21.06.2010 unter http://www.rechtslexikon-online.de/Sachbeschaedigung.html).

3.5 Betrug

Hierbei täuscht der Täter Tatsachen vor, welche nicht der Realität entsprechen. Dies geschieht durch das vorsätzliche Vermitteln falscher Tatsachen oder das absichtliche Verheimlichen wichtiger Fakten. Ziel des Betrugs ist die Bereicherung des Täters selbst oder eines Dritten (vgl. Strafgesetzbuch, §263, 2010).

3.6 Gewaltkriminalität

Die Gewaltkriminalität wird vor allem durch Diebstahl und rechts- beziehungsweise linksextremistische Handlungen geprägt. Weiterhin fallen auf diese Form der Kriminalität die Gewalttätigkeit gegenüber Fußballfans und Ausländern (vgl. Jugendkriminalität (2006), Zugriff am 31.03.2010 unter http://www.seminararbeit-kriminalwesen.de/cms/download/Seminararbeit_Jugendkriminalitaet.pdf).

Häufig treten die oben genannten verschiedenen Formen der Jugendkriminalität miteinander kombiniert auf. Diese Jugendkriminalität ist schichtenübergreifend zu beobachten. Dafür gibt es zusammenfassend zwei Gründe: zum Einen findet diese Kriminalität aus einer schlechten wirtschaftlichen Lage heraus statt. Die Jugendlichen werden also aus einem Notstand heraus kriminell, weil ihre Eltern, die Hartz IV-Empfänger sind, sich beispielsweise nicht genug Essen für die Familie leisten können. Zum Anderen ist es in der heutigen Gesellschaft unter Jugendlichen häufig wichtig, sich durch bestimmte Güter zu repräsentieren. Um nicht ausgegrenzt zu werden, wird darauf geachtet, dass man die tollste Markenkleidung trägt oder das neueste Handy besitzt (BLOCK, 2007, 4).

4. Entwicklung der Jugendkriminalität

Die unten aufgeführten Zahlen beziehen sich auf das Bundesland Baden-Württemberg, falls nicht explizit auf einen anderen Bereich hingewiesen wird.

Die Kriminalität Jugendlicher ist in Baden-Württemberg sowie dem Rest des Bundesgebietes seit Beginn der 90er Jahre stetig angestiegen. Erst seit dem Jahr 2002 bleiben die Zahlen etwa auf einem gleichen Niveau, teilweise sind sie auch rückgängig.

So ist beispielsweise im Vergleich zum Vorjahr „die Anzahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren im Jahr 2008 um 5,7% (4.108) gesunken.“ (Justizministerium Baden-Württemberg – Jugendkriminalität (2009). Zugriff am 25.04.2010 unter http://www.landgericht-stuttgart.de/servlet/PB/menu/1153267/index.html)

Von 1999 bis 2008 konnte im Langzeitvergleich eine Rückwärtsentwicklung von 1,6% (1.070) festgestellt werden.

Auffällig ist, dass junge Menschen mit Migrationshintergrund häufiger straffällig werden als deutsche Jugendliche. Auf 100.000 Einwohner werden statistisch gesehen 3.674 einheimische Jugendliche straffällig. Bei den nicht-deutschen jungen Menschen dagegen beträgt die Zahl der Straffälligen 6.887.

Trotz des oben beschriebenen leichten Rückgangs der Jugendkriminalität im Allgemeinen ist nichtsdestotrotz die Entwicklung der Gewaltkriminalität bei Jugendlichen als besorgniserregend zu betrachten. Auch in den Medien ist diese Form der Delinquenz immer wieder präsent. Hierunter zählen: „Tötungsdelikte, qualifizierte Körperverletzungen, Raubdelikte und Vergewaltigung (…).“(Justizministerium Baden-Württemberg – Jugendkriminalität (2009). Zugriff am 25.04.2010 unter http://www.landgericht-stuttgart.de/servlet/PB/menu/1153267/index.html)

Von der Gesamtzahl der Tatverdächtigen aus betrachtet machten im Jahr 2008 die Jugendlichen bei Gewaltverbrechen einen prozentualen Anteil von 44,5% aus.

Neun Jahre zuvor waren es lediglich 42,1%. In diesem Bereich der Kriminalität ist bei Jugendlichen demnach ein Anstieg zu verzeichnen (vgl. Justizministerium Baden-Württemberg – Jugendkriminalität (2009). Zugriff am 25.04.2010 unter http://www.landgericht-stuttgart.de/servlet/PB/menu/1153267/index.html).

Durch die oben genannten Fakten wird offensichtlich, dass trotz eines Rückgangs der allgemeinen Kriminalität das Thema aktueller denn je ist. Daher sind entsprechende Interventions- und Präventionsprogramme von Nöten. Auf diese wird in den Punkten 8 und 9 dieser Arbeit noch genauer eingegangen.

5. Jugendkriminalität aktuell und politisch

5.1 aktuell

Der wohl schlimmste aktuellste Fall im Bezug auf das Thema Jugendkriminalität ist der Münchner S-Bahn Mord vom 12. September 2009. Drei Jugendliche im Alter von 17 und 18 Jahren bedrohten in einer S-Bahn in München vier jüngere Kinder, da sie deren Geld wollten. Dominik Brunner, ein 50-jähriger Mann, saß zufällig in derselben S-Bahn und bemerkte den Vorfall. Er stand auf und stellte sich vor die Kinder, um diese zu schützen. Die Jugendlichen ließen daraufhin von ihnen ab. Als Dominik Brunner an seinem Ziel, dem S-Bahnhof Solln, ankam, verfolgten ihn zwei der drei Jugendlichen bis auf den Bahnsteig. Dort griffen sie ihn mit Schlägen und Tritten an, bis er sich nicht mehr wehren konnte, zu Boden ging und an seinen Verletzungen starb (vgl. S-Bahn-Überfall in München (2009), Zugriff am 16.04.2010 unter http://www.stern.de/panorama/s-bahn-ueberfall-in-muenchen-toedliche-zivilcourage-1508937.html). Der Anführer dieser Jugendlichen, Christoph T., zur Tatzeit 17 Jahre alt, wurde wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchter räuberischer Erpressung zu 19 Monaten Haft verurteilt. Er war jedoch unbeteiligt am Tod von Dominik Brunner, da er zur Tatzeit nicht vor Ort war. Das Gerichtsverfahren gegen die anderen zwei mutmaßlichen Täter soll in den kommenden Wochen beginnen; die Strafe wird jedoch vermutlich um einiges härter ausfallen als bei Christoph T. (vgl. Fall Dominik Brunner (2010), Zugriff am 17.05.2010 unter http://www.stern.de/panorama/fall-dominik-brunner-anstifter-kommt-mit-bewaehrungsstrafe-davon-1558117.html).

5.1.1 Aktuelles Projekt der „Gangway e.V.“

Der Jugendhilfeverein „Gangway e.V.“ aus Hamburg hilft schon seit 25 Jahren kriminell gewordenen Jugendlichen und versucht sie durch Routine durch den Frachtensegler „Undine“ „auf den richtigen Kurs zu bringen“ (vgl. Segeln für Problemkids (2010), Zugriff am 12.06.2010 unter http://www.tagesschau.de/multimedia/video/sendungsbeitrag48066.html).

„Gangway e.V.“ ist ein überregionaler, gemeinnütziger Verein, der aus etwa 40 Mitgliedern und einem ehrenamtlichen Vorstand besteht. Ziel dieser Organisation ist es, dass die Jugendlichen die Schule oder Ausbildung abschließen und ihren Alltag selbständig bewältigen (vgl. Gangway e.V. (letzte Überarbeitung: 2009), Zugriff am 12.06.2010 unter http://gangway.info/).

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Details

Seiten
47
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656105091
ISBN (Buch)
9783656105763
Dateigröße
633 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187156
Institution / Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Villingen-Schwenningen, früher: Berufsakademie Villingen-Schwenningen
Note
1,9
Schlagworte
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