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Der Vampir als literarische Figur der Romantik

Examensarbeit 2011 89 Seiten

Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Der Vampir als Phänomen des Volksglaubens
2.1 Definition und Etymologie des Vampirs
2.2 Vorläufer und verwandte Phänomene
2.3 Die Historie des Vampirmythos
2.3.1 Der Ursprung des Vampirglaubens
2.3.2 Christliche Einflüsse
2.3.3 Die Vampirhysterie und ihre Folgen

3. Der literarische Ursprung des Vampirgenres

4. Die Behandlung des Vampirstoffs im Zeitalter der Aufklärung

5. Die Romantik als Blütezeit des Vampirs
5.1 Die Schwarze Romantik und ihre Schauerliteratur
5.2 Das Vampirmotiv in der Epoche der Romantik
5.3 Die Darstellung der literarischen Vampirfigur im 19. Jahrhundert
5.4 Die sexualpsychologische Dimension des Vampirs
5.4.1 Der männliche Vampir
5.4.2 Der weibliche Vampir

6. Eine Suche nach vampiristischen Motiven in Goethes Braut von Korinth
6.1 Antike Quellen der Ballade
6.2 Der Vampir in der Braut von Korinth
6.3 Kontrastierende Interpretationsansätze

7. The Vampyre von John William Polidori oder Lord Byron?
7.1 Eine schwarzromantische Entstehungsgeschichte
7.2 Der byroneske Vampir in Polidoris Erzählung
7.3 Der Vampir als gesellschaftskritisches Instrument
7.4 Der Vampir in der romantischen Oper

8. Der Upyr von Alexej Konstantinowitsch Tolstoi
8.1 Analyse des Vampirischen und Unheimlichen in Tolstois Upyr

9. Die Entwicklung der Vampirliteratur im 20. Jahrhundert

10. Schlussbetrachtung

11. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Es ist Nacht. Eine dunkle Gestalt, nur schemenhaft zu erkennen, schleicht sich im Dunkeln unbemerkt an einen Menschen heran. Im Mondlicht kann man nur die spitzen, scharfen Zähne erkennen…“[1] Unweigerlich handelt es sich hierbei um die Schilderung eines Vampirangriffs. Doch woher stammt diese? Sie könnte aus einer Erzählung eines antiken Geschichtenerzählers aus Homers Zeiten entnommen oder von einem Romanautor des 19. Jahrhunderts verfasst worden sein oder aber gleichfalls aus einem Kinofilm des letzten Sommers hervorgehen. Es treffen viele Möglichkeiten zu, welche die Annahme verstärken, dass das Motiv des Vampirs[2] die Jahrhunderte überdauert hat.

Die Gestalt des blutsaugenden Wiedergängers hat sich zu einem beliebten literarischen Motiv entwickelt. Als angsteinflößendes Monster, erotisches Ungeheuer oder auch bleiche Gestalt, die seine Opfer zähnefletschend verfolgt, wandelt es durch zahlreiche Filme, Gruselgeschichten, Lieder, Comics, Werbungen oder PC-Spiele. Doch worin fundiert sich eine solche Faszination des Vampirmythos? Die Gesellschaft nimmt den Urglauben des Wiedergängers als gegeben hin, doch stellt sich dabei die Frage, was ein Vampir überhaupt ist und wie sich der Glaube an solche Wesen erst entwickeln konnte.

Besonders die fiktive Literatur wurde vom Vampir weltweit erobert. Als literarisches Motiv nahm die Vampirgestalt bereits in antiken Dichtungen ihren Anfang.[3] Während der ausbrechenden Vampirpanik im 18. Jahrhundert fand die Thematik in der Belletristik jedoch keine Geltung, dafür allerdings in der Wissenschaft. Lediglich Heinrich August Ossenfelders Gedicht Der Vampyr aus dem Jahre 1748 bildete als literarische Reaktion auf die Vampirberichte die Ausnahme und galt gleichzeitig als erster fiktionaler Text in Europa, der diese Motivik aufgriff. Erst auf der Schwelle zum 19. Jahrhundert und mit dem Beginn der Romantik nahm der Vampir eine herausragende Stellung in der fiktiven Literatur ein und bildete ein besonders spektakuläres Instrument der sogenannten Schwarzen Romantik, welche darauf bedacht war, die Nachtseiten der menschlichen Natur darzustellen. Mit der Figur des Vampirs „verbindet sich ein komplexes Bündel an Vorstellungen über die Abgründe der menschlichen Psyche, über das Verhältnis der Geschlechter, über Liebe, Sexualität und Tod und deren Beziehung zur Kunst.“[4] Besonders starke Aufmerksamkeit beim Publikum erreichte der Vampir mit Abraham „Bram“ Stokers Dracula von 1897, welcher wohl als der berühmteste Vampirroman gelten kann. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die Figur des Blutsaugers weiter zu einem bedeutungsvollen Element der Horror­literatur, wurde jedoch gleichzeitig Opfer von Trivialisierungsversuchen.[5] Die Verwendung des Sujets erfährt auch im 21. Jahrhundert enormen Zuspruch, wie beispielsweise an der Biss-Jugendbuchreihe (2005-2009) der amerikanischen Autorin Stephanie Meyer deutlich wird.

Zu Beginn der vorliegenden Untersuchung soll zunächst der Vampir als ein Phänomen des Volksglaubens analysiert werden. Hierbei findet nicht nur eine etymologische Betrachtung und Definition des Begriffes statt, nebst einer Darstellung von verwandten Phänomenen. Ebenfalls soll der Vampirmythos hinsichtlich seiner Historie, seinen Einflüssen und Folgen erläutert werden. Anschließend gilt es, die Figur des Vampirs im Laufe der Literatur­geschichte darzustellen und zu untersuchen, denn der Vampir des Volksglaubens ist klar von dem literarischen Vampir zu unterscheiden. Es stellt sich die Frage, ob der literarische Ursprung des Vampirgenres tatsächlich in der antiken Dichtung liegt oder es schon früher Werke mit vampirischen Motiven gab. Des Weiteren soll die Verwendung des Vampirmotivs im Zeitalter der Aufklärung vorgestellt werden. Das besondere Augen­merk der bevorstehenden Analyse wird dabei jedoch auf die Epoche der Romantik gerichtet werden, innerhalb welcher der Vampir ein stark verbreitetes literarisches Aufkommen erfuhr und von dieser Zeit an bis ins 21. Jahrhundert hinein einen regelrechten Vampir-Boom auslöste. Im 19. Jahrhundert erlangte der Vampirmythos in der Dichtung eine enorme künstlerische Bedeutung, weil er von da an nicht mehr nur ausschließlich historisches, sondern gleichfalls ästhetisches Interesse erweckte. Dabei gilt es herauszufinden, warum sich erst die romantische Schule für die Aufnahme des Vampirstoffes bereit zeigte und wie sie die Figur des Vampirs darstellte und in der Literatur verwendete. Zudem soll die erotische Dimension des Vampirs, wie sie besonders bei seinen Angriffen oder seiner Vernichtung zu bemerken ist, eruiert werden. Hierzu wird eine differenzierte Beleuchtung des weiblichen und des männlichen Vampirs in der Literatur des 19. Jahrhunderts stattfinden.

Um das Vampirmotiv in der romantischen Epoche exemplifizierend zu veranschaulichen, sollen ein deutsches, ein englisches und ein russisches Werk herangezogen werden. Für die Analyse des Sujets wurden Die Braut von Korinth (1797) von Johann Wolfgang von Goethe, The Vampyre (1816) von John William Polidori und Upyr (1841) von Graf Alexej Konstantinowitsch Tolstoi ausgewählt.[6] Bei Goethes Ballade soll besonders der Frage nach­gegangen werden, was den Weimarer Dichter zu seinem „Vampyrische[n] Gedicht“[7] inspirierte. Da die Forschungsansichten bezüglich des vampirhaften Sujets stark divergieren, wird ebenfalls dieser literaturwissenschaftliche Diskurs kurz aufgezeigt werden.

Die Entstehungsgeschichte zu Polidoris The Vampyre ist beinah genauso romanhaft und phantastisch wie die Erzählung selbst. Sie wird, neben einer gesellschaftskritischen Analyse des Werkes, eine flüchtige Betrachtung erfahren. Polidori hatte viele Nachahmer, besonders im Bereich des musikalischen Genres, weshalb die Bühnenadaptionen des Werkes und sein vampiristischer Einfluss auf die romantische Oper erläutert werden sollen.

Tolstois Novelle weist eine sehr komplizierte und verschachtelte Erzählweise auf, bei welcher nicht nur der Protagonist, sondern auch der Leser kaum „Trug von Wahrheit [zu] unterscheiden“[8] vermag. Sein Spiel mit dem vampirischen Thema vermischt sich mit zahlreichen verschiedenen Elementen des Horrorgenres, welches aufgezeigt und analysiert werden soll.

Um eine umfassende literaturgeschichtliche Analyse der Verwendung der Vampirfigur in der Literatur erstellen zu können, ist es ebenfalls Aufgabe, auch das 20. Jahrhundert zu betrachten und dem einen Ausblick auf das Vampirmotiv im 21. Jahrhundert folgen zu lassen.

Seit dem beginnenden 19. Jahrhundert interessierte sich sowohl die Leser- als auch die Autor­schaft für die Motive der Phantastik, wie Gespenster, Monster, Teufel und auch Vampire. Diese Arbeit greift das schwarzromantische Motiv des Vampirs heraus und setzt sich grundlegend das Ziel, dessen Verwendung in der Literaturgeschichte und besonders zur Zeit der Romantik aufzuzeigen. Gleichfalls verfolgt die Analyse den Zweck, die Figur des Wiedergängers den Kritik- und Trivialisierungsversuchen nicht völlig anheimfallen zu lassen. Der Vampirmythos verlor niemals seinen Platz in der menschlichen Phantasie und seine literarische Bearbeitung ist auch heute noch von enormem Interesse. Somit darf er der modernen literaturwissenschaftlichen Analyse keinesfalls entzogen werden. Vielmehr sollte der kausalen Frage nachgegangen werden, warum er bis in das moderne Zeitalter hinein immer noch so starke Präsenz aufweist.

2. Der Vampir als Phänomen des Volksglaubens

2.1 Definition und Etymologie des Vampirs

In der Volkskunde galt ein wiederkehrender Toter, der nachts aus seinem Grabe stieg und den Lebenden das Blut aussog, als Vampir. Sie waren als Blutsauger bekannt, da sie Blut benötigten, um ihr halbtotes Leben fortführen zu können. Der „Saft des Lebens“ – das Blut – besaß angeblich besondere Eigenschaften, wodurch er zum Objekt der Begierde wurde, denn mit ihm konnten die Vampire sich das Prinzip des Lebens einverleiben und damit die Endgültigkeit ihres Todes unterlaufen. Des Weiteren wurden sie auch als „Wiedergänger“[9] oder „Nachzehrer“[10] bezeichnet. Während die Wiedergänger als dem Grabe entstiegene Gespenster Angst und Schrecken verbreiteten, blieben die Nachzehrer in ihrem Grab und verzehrten dort ihr Totengewandt und nagten ihren Körper an. Diese beiden Klassen von Untoten galten als böswillig und als Auslöser von Krankheiten und Tod. Der Vampir bildete als Blut­sauger eine Abart der Wiedergänger.[11]

Das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens besagt, dass der Nachzehrer es vermochte, andere Menschen auf gewisse Weise nach sich in den Tod zu ziehen. Wenn der Vampirangriff erfolgreich war, so waren seine Opfer mit der Vampirkrankheit angesteckt und ebenfalls zu einem Dasein zwischen Leben und Tod verdammt. Ein Nachzehrer konnte daran erkannt werden, dass bei ihm keine Totenstarre einsetzte und seine Augen sowie sein Mund, bei welchem die Lippen noch rot waren, geöffnet blieben.[12]

Der Volksglaube unterschied zwischen dem lebenden Vampir, der nach seinem Tod zu einem gefürchteten Blutsauger mutierte und dem vampirischen Gespenst, das von dem Leichnam ausging, um sich das Blut der Lebenden zu holen. Wenn der Verdacht bestand, dass ein Vampir umherging, so wurde der verdächtigte Leichnam ausgegraben und unter­sucht. Konnten keinerlei Verwesungsmerkmale festgestellt werden, sondern Auffälligkeiten wie rosige Haut oder Blut am Mund, so wurde die Leiche, um weiterem Unheil entgegen­zuwirken, geköpft, mit einem Holzpflock in die Brust gepfählt oder verbrannt. Alte Berichte sprechen von einem großen Blutfluss der Leichname während der Vampirexekution oder gar einem Röcheln, als der Pfahl durch das Herz geschlagen wurde.[13]

Historische Schriften besagen außerdem, dass der Vampir in verschiedenen Gestalten erscheinen konnte. Neben den Möglichkeiten als Mensch, Wolf, Ziege, Pferd, Frosch, Hund, Katze, Schlange oder Schmetterling in Erscheinung zu treten, war die bekannteste Variante, die der Fledermaus. Eine Fledermausart aus Südamerika ist sogar unter dem Namen des Vampyrs bekannt. Diese Art ist allerdings ungefährlich, ernährt sie sich doch allein von Insekten und Früchten.[14]

Die Bezeichnung Vampir für einen blutsaugenden Toten trat in Deutschland zum ersten Mal 1732 in medizinischen und philosophischen Abhandlungen auf, die sich mit Fällen von Vampirismus auf dem Balkan beschäftigten.[15] In Schlesien und Preußen kannte man neben Blutsauger auch die Bezeichnungen Gierrach, Gierhals und Unbegier. Johann Christoph Harenberg hegt in seinem 1733 erschienenen Buch Vernünftige und christliche Gedancken über die Vampirs die Vermutung, dass sich das Wort Vampir aus dem griechischen vam für «Blut» und dem altdeutschen piren für «begierig nach einer Sache trachten» zusammensetzt. Michael Ranft polemisiert in seinem Traktat Von dem Kauen und Schmatzen der Todten in Gräbern von 1734 gegen diese unhaltbare etymologische Erklärung, da sie das Wort aus zwei unterschiedlichen Sprachen herzuleiten versucht. Stefan Hock schreibt in seinem Werk Die Vampyrsagen und ihre Verwertung in der Literatur, das Wort Vampir käme vom Serbischen вампир, kann allerdings keine Wortbedeutung angeben. Eine eindeutig etymologische Herkunft des Wortes Vampir lässt sich demnach nicht nachweisen. Die serbische Bevölkerung gebrauchte es für den Blutsauger und diese Bedeutung soll ihm auch in dieser Arbeit zugemessen werden.[16]

Es ist wichtig zwischen den Vampiren, wie sie im Volksglauben existieren, und Vampiren, die sich in der Literatur und im Film als blutsaugende Gestalten entwickelt haben, zu unter­scheiden. Es herrschte nicht immer ein einheitlicher Vampir-Typus und wie oben festgehalten, unterscheidet selbst der Volksglaube nicht immer klar zwischen den verschiedenen Arten von Untoten.

2.2 Vorläufer und verwandte Phänomene

Der Ursprung des Vampirglaubens lässt sich bis in die antike Welt zurückverfolgen. Die griechisch-römische Zivilisation kannte zwar noch nicht die aus ihren Gräbern zurückkehrenden Toten, wohl aber die blutsaugenden Nachtgeister Lamien (siehe Abbildung 1) und Empusen, welche ihre menschlichen Opfer im Schlaf verfolgten und töteten. Sie besaßen die Fähigkeit, dem Menschen, dem sie nachstellten, Dinge vorzu­gaukeln, welche gar nicht existierten und ihre Gestalt so zu ändern, dass sie wie Menschen aussahen. In ihrer Vor­gehensweise sind sie jedoch zu unterscheiden. Während die Empuse verführerisch ist und mit ihrer Beute spielt, ist die Lamia hingegen meist weniger sensibel und holt sich sofort, was sie benötigt. Die Empusen stellten vornehm­lich jungen Männern nach, indem sie sich in schöne Frauen verwandelten, jene verführten und ihnen beim Geschlechtsakt die Lebenskraft raubten, wodurch diese anschließend erkrankten und starben. Sie töteten Männer aber auch sofort und fraßen ihnen das Fleisch von den Knochen.[17]

Auch die Lamien waren gespenstische Frauen, die schöne Jünglinge und ebenso Kinder mit Hilfe ihres Blendwerkes anlockten, um ihnen das Blut auszusaugen und ihr Fleisch zu genießen:

Schon einzelne Motive der Sage von Lamia, jener Geliebten des Zeus, die durch die eifersüchtige Hera dem Wahnsinn verfiel, ihre Kinder tötete und vor Kummer häßlich wurde und schließlich in schlaflosen Nächten anderen Müttern die Kinder raubte, weisen deutlich genug auf den alten Vampirglauben hin. In nachklassischer Zeit vermischen sich die Lamien mit den Vampiren der slawischen Einwanderer.[18]

Jedoch unterscheiden sich die Lamien und Empusen von der slawischen Ausprägung des Blutsaugers insofern, als ihnen das entscheidende Kriterium des Wiedergängers fehlt: Sie sind nicht als Phantom eines bestimmten Verstorbenen konkret identifizierbar, sondern existieren als abstrakte gesichtslose Spuk- und Fabelwesen,[19] wie beispielsweise in der Walpurgisnacht im II. Teil des Fausts von Johann Wolfgang von Goethe.[20]

2.3 Die Historie des Vampirmythos

2.3.1 Der Ursprung des Vampirglaubens

Der Glaube an wiederkehrende Tote und Blut­sauger war seit der Frühzeit der Menschen in allen Kulturkreisen bekannt. Die älteste Darstellung solcher Wesen ließ sich bereits auf babylonischen Zylindersiegeln aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. finden (siehe Abbildung 2). Und sogar die alten Mythen der Inder, Chinesen, Juden, Araber und Römer enthielten schon vampirähnliche Wesen. Die auf­fallendste Parallele war jedoch in Afrika an­zutreffen. Dort wurde der Glaube vertreten, dass Zauberer nach ihrem Tod zu Blutsaugern werden und anschließend Tieren und Menschen das Blut aussaugten sowie Leute im Schlaf durch Aufhocken quälten.[21]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Vorstellung von blut- und fleischverzehrenden Ungeheuern war genauso stark verbreitet wie die Angst vor einer möglichen Rückkehr der Toten in das Reich der Lebenden. In vielen Gebieten Europas fürchtete sich die Bevölkerung vor Wiedergängern, die ihre Opfer heim­suchten. Bereits Ende des 12. Jahrhunderts ließen sich in England vereinzelt Fälle von Revenants[22] nachweisen, während derartige Wesen in Deutschland erst im Jahre 1337 auftraten. Dokumente dieser Zeit berichten von Verstorbenen, die einige Zeit nach ihrer Bestattung aus ihren Gräbern stiegen, einzelne Bewohner des Dorfes beim Namen riefen und somit den Tod der genannten Person herbeiführten. In Schlesien soll als Variante des Wiedergängers besonders der Nachzehrer vertreten gewesen sein. Er zog seine Verwandten ins Grab, indem er unter lautem Kauen und Schmatzen im Sarg sein Leichentuch und Teile seines Körpers vertilgte. Da diesen Untoten jedoch die charakteristische Eigenschaft des Blutraubens fehlt, können sie bloß als Verwandte oder Vorläufer des Vampirs eingestuft werden. Erst im Volksgauben der Balkanländer, die als politisches und religiöses Grenz­gebiet zwischen Europa und Asien jahrhundertelang unterschiedlichen Kultureinflüssen ausgesetzt waren, entstand durch die Verschmelzung der europäischen Figur mit der des orientalisch-antiken Blutsaugers die besondere Gestalt des blutrünstigen Revenants. Von dort aus verbreitete sich der Mythos in ganz Ost- und Mitteleuropa.[23]

2.3.2 Christliche Einflüsse

Bei der Verbreitung des Vampirglaubens spielte auch die römisch-katholische Kirche eine nicht unerhebliche Rolle. Um unter der islamischen Bevölkerung des Balkans ihre eher unbedeutende Position behaupten zu können, machte sie sich um 1600 die dort verstärkt herrschende Furcht vor blutsaugenden Revenants zunutze, indem sie derartige Wesen zu Verbündeten des Teufels erklärte, welche das menschliche Seelenheil bedrohten. Somit wurden die ideologiefreien Schreckensfiguren ihrem heidnischen Umfeld enthoben und als warnendes Mahnmal in einen christlichen Kontext gesetzt. In der volkstümlichen Vorstellung genügte es zum Beispiel bereits mit einem Zahn auf die Welt zu kommen, als siebtes Kind einer Familie geboren zu werden oder Opfer eines nicht gerächten Mordes zu sein, um sich nach dem Tod in einen Vampir zu verwandeln. Nachdem sich die römische Kirche des slawischen Mythos angenommen hatte, drohte auch derjenige als Vampir aus seinem Grab zurückzukehren, der in irgendeiner Form gegen die kirchlichen Gesetze verstoßen hatte. Dazu gehörten neben Verbrechern, Exkommunizierten und Toten ohne Sterbe­sakramente auch Personen, die sich okkulten Wissenschaften oder der schwarzen Magie verschrieben hatten. Sowohl die Vernichtungs- als auch die Schutzmöglichkeiten erhielten in dem modifizierten Aberglauben eine speziell christliche Bedeutung. In erster Linie galten zum Beispiel lediglich Personen als sicher vor einem Vampirangriff, die ein frommes Leben führten und die Gesetze der Kirche befolgten. Auch die endgültige Zerstörung eines Wiedergängers war ohne die Kirche unmöglich, da nur ein Priester, als ein Diener Gottes, die Exekution erfolgreich vornehmen konnte.[24]

Weiterhin stellte der Vampirismus durch seine Hauptmerkmale, wie Unverwesbarkeit und dem Weiterleben nach dem Tod, wichtige Grundsätze der christlichen Lehre über die Auferstehung des Menschen beim Jüngsten Gericht durch die Gnade Gottes in Frage. Der Benediktinermönch Augustin Calmet schrieb 1744 in der ersten Auflage seines Werkes Gelehrte Verhandlungen von den sogenannten Vampiren oder zurückkommenden Verstorbenen, dass der Vampirglaube nicht gegen christliche Glaubensgrundsätze verstoße, weil Gott die Menschen durch Vampire strafen wollte. Als Papst Benedikt XIV. 1749 den Vampirismus jedoch zur Wahnvorstellung erkrankter Menschen erklärte, änderte auch Calmet in der zweiten Auflage seines Buches 1749 seinen Standpunkt und erklärte nun alle Berichte über Vampire als Blendwerk und gab als Ursache die schlechte Ernährung bei den Balkanvölkern an.[25]

Somit nutzte die Kirche den Vampirglauben zwar für sich, um ihre Machtstellung auszu­bauen. Doch nachdem sie die blasphemische Umkehrung des Mythos, zum Beispiel in Hinsicht auf die Auferstehung, erkannte, wollte sie das christliche Modell schützen und sah sich gezwungen die abergläubischen Vorstellungen zu widerlegen.

2.3.3 Die Vampirhysterie und ihre Folgen

Die blutraubende Vampirgestalt fand ihre klassische Erscheinung besonders im 17. und 18. Jahrhundert. Laut Untersuchungen Calmets sollen Vampire auf dem Balkan um 1680 aufgetreten sein. Auch für die in Südosteuropa umhergehende Pestepidemie 1709 wurden Vampire verantwortlich gemacht. Infolgedessen kam es in den 20er- und 30er-Jahren des 18. Jahrhunderts zu einer regelrechten Vampirpanik. Der Vampirglaube wurde durch die Todes­fälle zweier Männer in Serbien enorm verstärkt. Es handelte sich hierbei um Peter Plogosovitz, verstorben 1725 in Kislova, und Arnold Paole, verstorben 1732 in Medvegia. Nach ihrem Tod brach eine unbekannte Krankheit aus, die mehrere Menschen dahinraffte. Es fanden sich in beiden Fällen Zeugen, die behaupteten Plogosovitz und Paole nachts als Vampire gesehen zu haben und dass diese ihnen Blut entzogen hätten. Daraufhin wurden ihre Gräber geöffnet und man fand die Leichen unverwest sowie angefüllt mit Blut vor. Beiden Leichnamen wurde daraufhin ein Pfahl ins Herz getrieben, um sie als Vampire unschädlich zu machen.[26]

Das Zeitalter der Aufklärung sah sich mit zahlreichen weiteren Vampirberichten, etliche davon aus Deutschland stammend, konfrontiert. Die gelehrte Welt der Professoren, Mediziner, Philosophen und Theologen versuchte die anscheinend offensichtlichen Vampirerscheinungen zu erklären oder zu widerlegen. Nicht wenige neigten sogar dazu, dem Glauben an Vampire zu verfallen. So zum Beispiel Jean-Jacques Rousseau: „Wenn es jemals in der Welt eine bewiesene und geprüfte Geschichte gab, dann die der Vampire. Es fehlt an nichts: Offizielle Berichte, Zeugenaussagen von Gewährspersonen, von Chirurgen, von Priestern, von Richtern: Die Beweise sind vollständig.“[27]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Jahre 1734 veröffentlichte der Diakon Michael Ranft erstmals sein Traktat Von dem Kauen und Schmatzen der Todten in Gräbern (siehe Abbildung 3) und lieferte damit das erste Standardwerk zum Vampirglauben. Er tat die Vor­kommnisse nicht von vornherein als Aberglauben ab, bemühte sich aber zumindest um eine natürliche Erklärung der Phänomene. So erklärte er zum Beispiel das Kauen und Schmatzen durch Tiereinflüsse an Gräbern, die unzulänglich abgedeckt worden sind. Die plötzlich auftretenden Todes­fälle in der Umgebung eines angeblichen Vampirs seien durch die Pest verursacht worden. Und für die verlangsamte Verwesung sah er die Ursache in chemischen Vorgängen oder besonderen Eigenschaften der Erde. Demnach war er bereits der Ansicht, dass vom Stadium des Leichnams bis zu seiner Verwesung noch gewisse Kräfte am Werk sind.[28]

Im 18. Jahrhundert entstanden zahlreiche Theorien über das Vampirwesen, doch eine sollte ganz besonders an Bedeutung gewinnen. Es handelt sich hierbei um die Annahme, dass zwischen dem Hexenwahn, genauer dessen Schwinden, und der Vampirhysterie ein enger Zusammenhang bestand. Der Niedergang der Hexen soll durch den Aufstieg der Vampire nahtlos abgelöst worden sein. Nicht die aufklärerischen Bemühungen sollen den Hexenwahn beendet haben, sondern vielmehr die Suggestionskraft der Vampire soll zu seiner Verdrängung geführt haben, nachdem erste Skandalfälle publik wurden.[29]

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts flaute die Vampirpanik allmählich ab. Damit der unbändige Vampirglaube endlich aus dem öffentlichen Diskurs verschwinden konnte, wurde von Maria Theresia[30] ein Verbot ausgesprochen. Sie schickte 1755 ihren Leibarzt nach Mähren, um die dortige Vampirplage aufzuklären. Sein nüchterner, erklärender Bericht veranlasste sie zu einem Vampir-Erlass, der alle traditionellen Prozeduren untersagte und verfügte, dass Hinweise auf auferstandene Tote nicht länger der Kirche, sondern den Behörden zu melden seien.[31]

Doch trotz dessen verschwand der Glaube an untote Wiedergänger keineswegs aus den Köpfen der Menschen. Rituelle Hinrichtungen von vermeintlichen Vampiren sind noch bis in unsere Tage nachweisbar. Etwa 1870 erregten in Westpreußen, Pommern und Mecklen­burg eine Reihe von sogenannten Vampirprozessen Aufsehen. Aufgrund mehrerer Fälle von Leichenschändung und Friedhofsentweihung, hatte die ländliche Bevölkerung Untote in den Gräbern vermutet. 1913 wurde in einem Dorf bei Danzig die Leiche einer Frau, nach deren Tod sieben Menschen verstarben, von ihren Angehörigen ausgegraben und geköpft. Im Jahre 2003 wurde in Rumänien von dem Wissenschaftler Peter Mario Kreuter der Dokumentarfilm Der Vampirjäger erstellt. Darin wurden Fälle von Pfählungen und Toten genannt, von denen man annahm, dass sie Vampire seien. Sogar ein 15-Jähriger soll 2002 in dem Dorf Lipov exhumiert und gepfählt worden sein. Wie stark sich der Aberglaube auch im 21. Jahrhundert noch hält, zeigte der Vorfall einer jungen Nonne, die 2005 in einem rumänischen Kloster bei einer Teufelsaustreibung ums Leben kam. Der Prior des orthodoxen Klosters hatte mit vier weiteren Nonnen die angeblich Besessene an ein Holzkreuz gekettet und geknebelt. Nach drei Tagen am Kreuz, ohne Nahrung und Wasser, verstarb die 23-Jährige am 15. Juni 2005. Deutsche Zeitungen vermeldeten im gleichen Jahr die Nachricht, dass die katholische Kirche den Kampf gegen den Teufel verschärfte. Die Faszination des Teufels sei auf dem Vormarsch, weswegen die Priester durch Exorzismus-Seminare gründlich vorbereitet werden müssten.[32] Angesichts solcher Nachrichten ist es nicht verwunderlich, dass der Vampirkult bis zur heutigen Zeit anhält.

Doch nach seiner Ablehnung als Aberglaube schlief der Vampir keineswegs den Schlaf der normalen Toten. Spätesten mit dem Auftakt der Romantik sollte sich dies offenbaren:

Nun erobert er die fiktive Literatur und hält darin seine herausragende Stellung bis in unsere Gegenwart. Seine heutige Position kann er überdies durch die modernen Medien ausbauen, in denen er glänzt wie kein anderes Geschöpf der Nacht neben ihm, woraus ersichtlich wird, daß weder Aufklärung, noch Pflock und Scheiterhaufen dem Vampir ernsthaft schaden können![33]

3. Der literarische Ursprung des Vampirgenres

Das Vampirprinzip weist eine sehr umfassende Präsenz auf, was es durchaus erschwert, die fiktive Vampirliteratur vollständig zu überblicken. Es erscheint geradezu unmöglich präzise festzulegen, wann und wo sich das Vampirgenre entwickelt hat. Heutzutage wird die Vampir­literatur vorwiegend der phantastischen Literatur zugeordnet. Roger Caillois liefert eine überzeugende Definition zu dieser Kategorie:

Im Phantastischen […] offenbart sich das Übernatürliche wie ein Riß in dem universellen Zusammenhang. Das Wunder wird dort zu einer verbotenen Aggression, die bedrohlich wirkt und die Sicherheit einer Welt zerbricht, in der man bis dahin die Gesetze für allgültig und unverrückbar gehalten hat. Es ist das Unmögliche, das unerwartet in einer Welt auftaucht, aus der das Unmögliche per definitionem verbannt worden ist.[34]

Diese Definition ist hilfreich, wenn man sich der Vampirliteratur seit der Romantik nähern möchte, jedoch fehlt der Bezug zum Ursprung des Genres. Denn an seinem Anfang standen die Sage und der Mythos. Diese wurde bei ihrer Ausformung wohl kaum als Riss in der Wirklichkeit empfunden, sondern als durchaus real.

Erste Spuren des Vampirgenres ließen sich in fast allen alten Hochkulturen finden: In China sollen bereits 600 v. Chr. Vampirgeschichten erzählt worden sein und aus Indien sind die Abenteuer von König Vikram, der ein Vampir gewesen sein soll, überliefert. Die Sagen und Mythen, denen der Vampir entsprungen war, standen immer schon in enger Verbindung zu den heiligen Schriften der Völker.[35]

Die antike Dichtung nahm das Vampirmotiv in Form von blutsaugenden Striges, Lamien und Empusen, welche bereits in Kapitel 2.2. erläutert wurden, auf. So ist in den Fasti des Ovid (ca. 8 n. Chr.) von Striges die Rede, die den fünf Tage alten Königssohn von Alba überfielen. Und auch in Homers Odyssee (8. Jh. v. Chr.) soll im 11. Gesang Odysseus die Toten mit Blut aus ihrem Reich gelockt haben. Das Motiv des Revenants wurde wiederum zum Beispiel von dem griechischen Schriftsteller Phlegon in einer Episode seines Buch es der Merkwürdigkeiten (1. Jh. n. Chr.) aufge­nommen, welche 1797 noch Einfluss auf Goethes Braut von Korinth nehmen sollte.[36]

In diesen frühen Dichtungen verbanden sich historische Erinnerungen mit neu erfundenen Elementen. Für die damals lebenden Menschen stellten jene Epen mit ihrer phantastisch erscheinenden Welt keine freie Dichtung dar, sondern verdichtete Realität. Bis zu einem gewissen Grad galt dies auch für die Märchen und Geschichten des Orients wie Tausendundeine Nacht. Bevor der abendländische Vampir in literarischer Form auftreten konnte, mussten erst zahlreiche Versuche unternommen werden, um das Phänomen mit Hilfe historischer Berichte wissenschaftlich zu erklären. Eine Ausnahme bildete hierbei der phantastisch-satirische Roman L’autre monde, ou les États et Empires de la Lune des französischen Schriftstellers Cyrano de Bergerac aus dem Jahre 1657. Darin herrschten auf dem Mond vampirische Sitten und einige Mondbewohner statteten der Erde als Lamien und Blutsauger einen Besuch ab.[37] Doch trotz dieser geringen Anzahl schriftlicher Zeugnisse war der Vampir in mündlich überlieferten Geschichten immerzu präsent. Die Völker Europas erzählten sich über Jahrhunderte hinweg Sagen von Nachtalpen, wiederkehrenden Gatten oder nach­zehrenden Toten. Auf diesen Sagenkreis griffen einige Dichter des 19. Jahrhunderts zurück, wie zum Beispiel Prosper Mérimée in seiner Gedichtsammlung La Guzla (1827).[38]

4. Die Behandlung des Vampirstoffs im Zeitalter der Aufklärung

Die vermeintlichen Vampirepidemien des 18. Jahrhunderts lösten zwar eine Flut an wissenschaftlichen Schriften aus, doch schenkte die Belletristik dem Thema keinerlei Beachtung. Stefan Hock schrieb in seinem Werk Die Vampyrsagen und ihre Verwertung in der Literatur, dass die Dichtung völlig teilnahmslos blieb, während „die gelehrte Literatur über die wunderbaren Dinge ins Ungeheure wuchs“[39]. Die Kunsttheorie versuchte den Stoff des Wunderbaren aus der Literatur zu verbannen. Demnach entsprach es dem idealistischen Charakter der damaligen Poesie einfach nicht den Zeitgeist zu besingen. Der zeit- und weltfremde Roman Insel Felsenburg (1731-1743) Johann Gottfried Schnabels führte den Leser in weite Ferne, um dort das irdische Paradies zu suchen und stellte gleichzeitig eine Kritik an den Zuständen in Europa dar. Aber auch der ersten Kunstrichtung des Jahrhunderts, dem bürgerlichen Trauerspiel, welche sich mit dem Zeitgeist beschäftigte, lag eine Behandlung jenes Stoffes fern. Hinzu kam, dass seit 1755 selbst das Interesse an der Vampirsage abnahm und so ging die Dichtung im Zeitalter der Aufklärung achtlos am Vampirstoff vorüber.[40]

Lediglich das anakreontische Vampirgedicht Heinrich August Ossenfelders aus dem Jahre 1748 bildete als fiktionaler Text, der auf die Vampirberichte reagierte, die Ausnahme (siehe Abbildung 4). Dieses Werk repräsentiert laut Hock die Unfähigkeit der Dichtung des 18. Jahrhunderts, den Vampirstoff sinnvoll zu bearbeiten, da das Dämonische sofort eine Entmystifizierung erfuhr und der allgemeinen Mode angepasst wurde. Der Wissenschafts­journalist Christlob Mylius hatte die Gepflogenheit, in seiner Zeitschrift Der Naturforscher den naturwissenschaftlichen Abhandlungen Gedichte beizufügen, welche den entsprechenden Stoff behandelten. Nachdem er im 48. Stück des Jahres 1748 über Vampire berichtete, ließ er das Gedicht von Heinrich August Ossenfelder folgen, dass dieser offenbar auf seinen Wunsch hin verfasst hatte.[41]

Susanne Pütz begründet das fehlende Interesse der Literaten am Vampirstoff gleichfalls mit dem historisch ungünstigen Zeitpunkt, in dem der Vampir in das Bewusstsein der Menschen Westeuropas drang. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war die Dichtung Englands, Frankreichs und Deutschlands von einer rationalistischen Geisteshaltung geprägt, die sich in einem starken Glauben an unbegrenzte Möglichkeiten vernunftgelenkten Denkens äußerte. Die Kunst sollte der sittlichen Erziehung und intellektuellen Fortbildung dienen, was sich in zahlreichen Lehrgedichten von Alexander Pope, James Thompson, Barthold H. Brockes oder Ewald von Kleist niederschlug. Elemente irrationaler Natur, wie Phänomene des Okkultismus, erfuhren zwar eine rationalistische Kritik, konnten jedoch nicht zu einem genuin literarischen Thema avancieren.[42]

Somit bleibt es ein auffälliges Faktum, dass die Literatur der Aufklärung dem Vampir gegenüber indifferent blieb:

Zu wenig dürfte sich der lebende Tote mit dem aufklärerischen Ästhetik-Kanon schöner, vernünftiger und nützlicher Texte getroffen haben, als daß sich dieser Randgang literarisch gelohnt hätte. Es bedurfte offensichtlich erst der Etablierung eines Marktes für (phantastische) Unterhaltungsliteratur im späteren 18. Jahrhundert sowie eines romantischen Zeitgeistes, um dem marginalisierten Vampirismus als Thema bzw. Motivtableau eine steile Konjunktur in den europäischen Literaturen zu bescheren.[43]

5. Die Romantik als Blütezeit des Vampirs

5.1 Die Schwarze Romantik und ihre Schauerliteratur

Die Romantik bildete eine Hauptströmung der europäischen Kulturgeschichte für die Zeit von ca. 1795 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts und bezeichnete eine Haltung der Idealisierung und Vermittlung, die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verwischte und sich von realistischen und klassizistischen Tendenzen abgrenzte. Die Autoren der romantischen Strömung befassten sich mit einer Poetik des Phantastischen und einer Theorie der Imagination, die es durchaus von aufklärerischen Mimesis-Konzepten, wie sie bei Natur­nachahmungen vorkamen, zu unterscheiden galt.[44]

Das Zeitalter der Aufklärung bedachte jede Ausprägung traditionellen Aberglaubens mit Kritik und Spott. Doch diese Haltung änderte sich mit dem Beginn der Romantik:

Mit der Zivilisationskritik gegen Ende des 18. Jahrhunderts entdeckten die Gelehrten aber das Ideal des einfachen Menschen. In Volksgeist und Volkspoesie fanden die Romantiker die Magie und Mystik des alten Aberglaubens wieder. […] Aberglaube war nicht länger ein Verstoß gegen das erste Gebot und auch nicht ein der Vernunft und dem Fortschritt widerstrebender Glauben, sondern Ausdruck der Volkspoesie und damit eines Naturzustandes der Unschuld.[45]

Der Vampir als zentrales Element des Volksglaubens konnte in der Literatur neben anderen Fabelwesen und phantastischen Motiven der sogenannten Schwarzen Romantik zugeordnet werden. In dieser Unterströmung der Romantik, die auch gleichzeitig Subgenre der phantastischen Literatur darstellte, tauchten vermehrt schaurige, böse oder dämonische Charaktere auf. Der blutdürstende Revenant bildete ein spektakuläres Instrument, um die Schattenseiten der menschlichen Psyche aufzuzeigen. Gero von Wilpert definiert die Schwarze Romantik als Schauerromantik und irrationale Tendenz der Romantik zum Phantastisch-Abseitigen, Unheimlich-Gespenstischen, und Dämonisch-Grotesken, sowie als Ausdruck von Ängsten, Träumen und Wahnvorstellungen in Schauerromanen und Gespenster­geschichten.[46]

Die Schwarze Romantik war eng mit dem englischen Terminus der Gothic novel verbunden, welche dem deutschen Schauerroman entspricht. Allein zwischen 1790 und 1820 erschienen über 300 Romane dieser Gattung.[47] Der Schauerroman gestaltete das fiktional dargestellte Übernatürliche – wie allgemein die phantastische Literatur – als unerwarteten Einbruch in eine als erklärbar eingeschätzte Wirklichkeit. Dabei interessierte das Übernatürliche nicht per se, sondern vorrangig in seiner Wirkung auf die Psyche der dargestellten Figuren sowie der Leser. Die Erzählstrategie war meist bestimmt durch Ich-Erzählungen und zielte somit auf die emotionale Identifikation des Lesers mit dem Protagonisten des Romans und auf ein Miterleben der Angst und des Grauens ab, was jedoch zugleich als lustvolle Erfahrung empfunden werden sollte.[48] Die Schauerliteratur bediente sich demnach besonders stark an Elementen des Unheimlichen und einer Psychologie des Grauens. Als Vertreter der Schwarzen Romantik gelten Marquis de Sade, Charles Baudelaire, Edgar Allan Poe, Ludwig Tieck und Lord Byron.

Zwar war die prägende Zeit der Schwarzen Romantik mit ihrer Schauerliteratur in den Jahrzehnten um 1800 angesiedelt, doch ihre Auswüchse blieben bis ins 21. Jahrhundert hinein erhalten. Moderne Horror-Autoren erkannten das Verlangen des Publikums nach dem Unheimlichen und Geheimnisvollen und führten damit das Erbe der Romantik fort. Beispiels­weise stellt das umfangreiche Roman- und Kurzgeschichtenwerk Stephen Kings eine sehr erfolgreiche Erscheinungsform moderner Schwarzer Romantik dar.

5.2 Das Vampirmotiv in der Epoche der Romantik

Erst auf der Schwelle zum 19. Jahrhundert, nachdem der Vampir als Gestalt slawischer Volksmythen für die Wissenschaft belanglos wurde, entwickelten die Literaten und Schrift­steller ein Interesse an der Figur des Wiedergängers. Themen wie unstillbare Todes­sehnsucht, Verschmelzung von Wollust und Grausamkeit gehörten neben der Mythisierung des Bösen zu der nun anbrechenden Epoche der Romantik, genauer zu der bereits angesprochenen Schwarzen Romantik.

Die Aufnahme des Vampirstoffs wurde durch das große Interesse der englischen Leserschaft an Gespenstergeschichten Ende des 18. Jahrhunderts erheblich erleichtert. Es setzte eine Flut von Gothic novels ein, welche das unbändige Interesse am Motiv der Angst stillen sollten, indem sie den ehemals realen Schrecken durch literarischen Schauer ersetzten. Die Sensibilisierung für die Vampirgestalt schlug sich zunächst nicht nur in der englischen, sondern auch in der deutschen Lyrik nieder. Johann Wolfgang von Goethe veröffentlichte 1797 sein „Vampyrisches Gedicht“[49] Die Braut von Korinth, welches noch eingehend hinsichtlich der Vampirthematik untersucht werden soll. Es soll jedoch bereits an dieser Stelle erwähnt werden, dass diese Ballade das erste Werk nach Ossenfelders Gedicht Der Vampyr darstellt, das das Sujet überhaupt wieder aufgreift und das in Form eines Sympathie erheischenden weiblichen Wiedergängers, der furcht- und ekelerregende Momente des slawischen Volksglaubens in Vergessenheit geraten lässt. Im gleichen Jahr erschienen Novalis Hymnen an die Nacht, in denen ebenfalls vampirhafte Züge vorkommen. In England wendete sich zu dieser Zeit Robert Southey in seiner Erzählung Thalaba the Destroyer erstmals dem Stoff zu, indem Oneiza, die verstorbene Geliebte der Titelgestalt, als Blutsaugerin ihrem Grab entsteigt. Ebenfalls 1797 begann Samuel T. Coleridge mit der nie vollendeten Ballade Christabel, deren rätselhafte Figur der Geraldine vampirhafte Züge trägt. Des Weiteren lässt sich als bekannter englischer Autor George Byron nennen, der sich 1813 in seinem Epos The Giaour, a Fragment of a Turkish Tale mit dem Sujet auseinandersetzte.[50]

Im Jahre 1819 erschien The Vampyre, verfasst von William Polidori, dem ehemaligen Leibarzt und Sekretär Lord Byrons, welcher geraume Zeit fälschlicherweise für den Autor dieser Erzählung gehalten wurde. Dieser Vampirroman entstand unter den faszinierenden Umständen eines Literatentreffens am Genfer See, die bei der Untersuchung zu Polidoris Werk eingehender dargestellt werden sollen. Auch Mary Wollstonecraft Shelley wohnte diesem Ereignis bei und entwarf während des Schweizer Aufenthalts das Konzept für ihren später weltbekannten Schauerroman Frankenstein or the modern Prometheus (1818).[51] Charles Robert Maturins gotischer Roman Melmoth the Wanderer von 1820 enthält ebenfalls vampirische Motive. Melmoth ist dazu verdammt 150 Jahre durch die Welt zu irren, um eine Seele in Not zu finden, welche bereit ist, sein Schicksal auf sich zu nehmen, um den Bann zu brechen, der auf dem Protagonisten liegt. Doch er findet keinen so verzweifelten Menschen, der für ihn seine Seele dem Teufel verpfänden würde. Einzig die Liebe zu dem Mädchen Immalee könnte ihn erlösen, doch seine Erlösung bedeutet ihr Ver­derben.[52]

Maturins Hauptfigur zeigt die ganze Zerrissenheit eines spirituellen Vampirs, der in seinem seelischen Zwiespalt von Trauer, Überdruss, Demut und Hochmut gefangen ist. Sein Roman ist eine dunkle Allegorie auf das menschliche Dasein. Der Mensch wird hinausgeworfen in eine Welt, die er nicht kennt und nach der er dennoch giert. Maturin zeigt dem Leser wie diese Lebensgier zur Verdammnis führen kann. Diese Thematik ist laut Norbert Borrmann eng mit der Vampirmotivik verbunden und zeigt auf, weshalb die Romantiker mit ihrer Vorliebe für die menschlichen Schattenseiten gerade von der Figur des Vampirs fasziniert waren.[53]

Nachdem sich in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts die erste Begeisterungswelle für die neu entdeckte Gestalt des Revenants ein wenig legte, schien die einst mysteriöse Erscheinung des slawischen Volksglaubens endgültig als plakativ genutztes Schauerelement in den Unterhaltungsbereich hinabzusinken und für eine variierende und seriöse Behandlung verloren zu sein. Zwischen 1830 und 1870 bemächtigte sich nicht nur das Vaudeville[54] und der Volkszirkus des Vampirs, sondern auch zahlreiche Roman-Feuilletons oder penny-dreadfuls, die man auch als Groschenromane bezeichnet. Als das erfolgreichste Werk dieser Populärliteratur gilt Varney the Vampire or the Feast of Blood von James Malcom Rymer (siehe Abbildung 5), das zwei Jahre lang als Fortsetzungs­roman wöchentlich erschien und 1847 bereits über 800 Seiten umfasste.[55] In diesem Werk kommt das gesamte Repertoire der literarischen „Vampirologie“ zur vollen Entfaltung:

Düstere Friedhofsszenen, aufgebrochene Gräber, fahle Mondlichte, stickige Gruftgewölbe, schrille Entsetzensschreie, schmatzende Blutsauger. Der Untertitel ‚Das Blutfest‘ bekräftigt jene reißerischen Scheußlichkeiten noch. Dazu kamen Zeichnungen, die in geschickter Weise Horror und Sexualität kombinierten und damit einem breiten Publikum den Vampir vorführten.[56]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die um 1800 begonnene Entwicklung des Vampirmotivs wurde besonders von renommierten Autoren aus Frankreich, England, Deutschland und Russland fortgeführt. So können zum Beispiel die französischen Schriftsteller Théophile Gautier mit La Morte amoureuse (dt. Die liebende Tote) von 1836 und Guy de Maupassant mit Le Horla aus dem Jahre 1887 angeführt werden, die das Sujet auf unterschiedlichste Art und Weise verarbeiteten.[57]

Gautiers Werk erzählt beispielsweise die tragische Geschichte des jungen Priesters Romuald, der sich in die Kurtisane Clarimonde verliebt. Diese kehrt, nachdem sie starb, als Untote in die Arme ihres geliebten Romualds zurück, um in bescheidenen Mengen sein Blut zu trinken. Nach jahrelangem Doppelleben, bei welchem der Priester tagsüber sein Amt ausführt und sich des Nachts seiner leidenschaftlichen und blutgierigen Geliebten hingibt, erfährt ein frommer Abbé von der Sache. Dieser führt den widerstrebenden Romuald zu Clarimondes Gruft und vernichtet die untote Wiedergängerin endgültig mit Weihwasser.[58]

Maupassants Novelle Le Horla stellt im Gegensatz zu Gautiers Werk keine Vampirgeschichte im klassischen Sinne dar. Vielmehr wird in seiner Erzählung die Frage nach Wahnsinn und Wirklichkeit behandelt, jedoch nicht ohne den Mythos des Vampirs heranzuziehen. Ein einst lebenslustiger Mann beobachtet ein Schiff aus Südamerika. Von da an ändert sich alles, seine Lebenskraft wird ihm nach und nach genommen und ein unsichtbares Wesen – der Horla (siehe Abbildung 6) – scheint die Kontrolle über ihn zu übernehmen. Der Mann verfällt dem Wahnsinn und versucht den Inkubus zu töten. Doch dabei sind die zunehmende Verrücktheit des Ich-Erzählers und die Realität seines Schreckens keinesfalls voneinander zu trennen.[59]

Auch der französische Literat und Vertreter der Dekadenzdichtung Charles Baudelaire verarbeitete in seiner Gedichtsammlung Les Fleurs du Mal (1857) in den Gedichten Le Vampire und Les Métamorphoses du Vampire das Motiv des Revenants. Doch seine Auflage wurde beschlagnahmt und sechs für obszön befundene Dichtungen, darunter die Vampirgedichte, durften vorerst nicht veröffentlicht werden.[60]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Neben dem bekannten Lord Byron, trat besonders der Brite Sheridan Le Fanu mit seiner spätromantischen Novelle Carmilla aus dem Jahre 1872 hervor. Darin behandelte er in dezenter Weise, jedoch zur damaligen Zeit von vielen als kühn empfunden, das Thema der weiblichen Homosexualität und prägte mit seiner adligen Untoten spätere feminine Vampirfiguren. Dieses Werk nahm maßgeblichen Einfluss auf den wohl bekanntesten Vampirroman – Bram Stokers Dracula (1897). Bezüglich der verschiedenen sexuellen Bedeutungsinhalte des Motivs bestehen einige Parallelen zwischen den beiden Frauen Carmilla und Lucy Westenra. Die beiden Hauptfiguren können als Synonym für die jeweiligen Spielarten des Vampirs betrachtet werden: „Carmilla als lesbische Vampirin, [und] Dracula als heterosexueller Blutsauger.“[61] Susanne Pütz hält jedoch fest, dass Carmilla im Vergleich zu Dracula eine weitaus differenziertere Auseinandersetzung mit der sexualpsychologischen Dimension liefert.[62]

Neben Goethe und Novalis gab es auch weitere deutsche Literaten der Romantik, welche vampirische Motive in ihren Werken verarbeitet haben. Der erste deutsche Vampirroman (Der Vampir) wurde bereits 1801 von dem Erfurter Schriftsteller Ignaz Ferdinand Arnold in drei Bänden veröffentlicht, blieb jedoch nicht erhalten.[63]

Lyrische Werke lieferten beispielsweise Gottfried August Bürger mit Lenore (1773) und Heinrich Heine mit seinen Gedichten Helena und Die Beschwörung (in: Neue Gedichte 1844). Karl Spindler veröffentlichte 1826 seine Geschichte Der Vampyr und seine Braut und Edwin Bauer lieferte den Vampirroman Der Baron Vampyr (1846), der unverkennbar von Polidoris Erzählung Der Vampyr beeinflusst wurde.[64]

E.T.A. Hoffmanns Erzählsammlung Die Serapionsbrüder (1819-1821) wird ebenfalls mit dem Begriff des Vampirismus assoziiert. In einem metapoetischen Gespräch der Serapionsbrüder kommen sie auf Michael Ranfts Traktat von dem Kauen und Schmatzen der Toten in Gräbern zu sprechen und merken an, dass diese Kreaturen oft nicht in eigener Gestalt erscheinen. Der Vampir kann als Sinnbild und Formierung des Unbewussten auftreten. Auch wenn vampirische Erregungskünste am Werk sind, so muss sich nicht immer ein Blutsauger zeigen. Dies würde bedeuten, der Vampirismus interessiert in der Literatur weniger als Stoff per se, sondern vielmehr als poetologisches Prinzip.[65]

Daran anknüpfend war auch die Forschung der Ansicht, ähnlich wie die Serapionsbrüder, dass sich die deutsche Romantik

des Vampirmotivs kaum oder nur in verschlüsselter und sublimierter Weise angenommen [habe]. Hin und wieder bekommen ihre magischen Statuen, ihre unheimlichen oder jenseitig verklärten Frauengestalten vampirische Züge. […] Das Motiv wird benutzt, das Thema nur sachte angeschlagen, um einen Moment, eine Beziehung zu signalisieren.[66]

Zum größten Teil fielen die literarischen Bearbeitungen des Vampirstoffs in die zwanziger und dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts. Da besonders die englischen und französischen Tochterschulen die romantischen Prinzipien weit verbreiteten, stellte dies wohl die siegreichste Zeit dieser Epoche dar. Anhand einiger genannter Werke wird ersichtlich, dass allerdings auch deutsche Schriftsteller ihr Interesse auf den Vampirmythos verwendeten. Die Vampirsagen kannten sie wohl aus historischen Berichten oder laut Stefan Hock von Wanderungen auf der Balkaninsel und verarbeiteten sie gegebenenfalls als kulturhistorisches Moment in ihren Romanen und Reisenovellen.[67]

In Russland, einem der Ursprungsländer des Vampirglaubens, entstanden erst in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts Geschichten über blutlüsterne Revenants. Wie zum Beispiel die beiden Novellen Upyr (1841) und La Famille du Vourdalak (1847) von Alexej K. Tolstoi, welcher neben Goethe und Polidori hinsichtlich seines vampirhaften Sujets ebenfalls noch eine eingehende Betrachtung und Analyse erfahren soll. Neben Tolstoi lieferten auch Iwan S. Turgenjew mit Prizraki (1864) und Nikolaj V. Gogol mit Der Vij (1835) vampirhafte Erzählungen, die von vampirähnlichen Wesen oder von vermeintlichen Vampiren handelten.[68]

Die Romantik enthob den Vampir den historischen Quellen sowie Volkssagen und platzierte ihn stattdessen in der schöngeistigen Literatur. Doch worin begründete sich diese freundliche Aufnahme des kontroversen Stoffes genau?

So ist die romantische Schule vorbereitet zur Aufnahme des Vampyrs. Ihre Vorliebe für die ‚Nachtseiten‘ der menschlichen Natur, die leichter zu konstatieren als in völlig befriedigender Weise psychologisch zu erklären ist, hat sie auf sexuell Perverses, auf Totenliebe und wollüstige Grausamkeit gewiesen; ihre Liebe findet in der Zerstörung des Individuums Befriedigung, sie geht auf im All. Und wie ihr blutschänderische Liebe ein willkommenes Problem, Hermaphroditismus ein nicht als krankhaft abzulehnendes Motiv war, so musste für sie auch der Vampyr, der Tote, der liebt und tötet, als ein poetischer Vorwurf gelten.[69]

Das Vampirmotiv der Schwarzen Romantik musste sich als Bestandteil der Literatur immer wieder gegen einen damit verbundenen Kunstanspruch behaupten. Stefan Hock zeigt dies in seiner Dissertation zum Vampirmotiv, indem er den Weg des Vampirstoffs aus dem nicht-künstlerischen Bereich von „Jahrmarktsbuden und Marionettentheatern, [und aus] Kolportageromanen und Bänkelgesängen“[70] hin zur Sphäre der hohen Literatur beschreibt. Nur durch die besondere Leistung einzelner Dichter der Romantik konnte sich der Vampirstoff in der Literatur etablieren. Blieben diese Leistungen jedoch aus, würde die künstlerische Behandlung des Stoffes wieder absinken. Demzufolge verfügte der Stoff kaum über ein poetisches Potential, dieses wurde ihm erst durch seine Bearbeiter gegeben.

Aber der Dichtung blieb der rohe, allzu naheliegende Stoff fremd, nur Goethe hat einsam und gewaltig seine ‚Braut von Korinth‘ daraus geschaffen. Einer neuen Zeit, die von jenen sensationellen Ereignissen nur spärliche Kunde erhielt, war es vorbehalten, poetischen Ausdruck für die Nachtseiten der Natur und so auch für diesen entsetzlichen Stoff zu finden.[71]

Hock erklärt das Auftreten des Vampirmotivs in der Literatur der Romantik also mit der günstigen Zeit der Poesie und Mystik und einer eher ungünstigen prosaischen Zeit politischer Unruhe.[72]

Klaus Völker und Dieter Sturm kamen 1968 in ihrer Anthologie zu den Vampiren, in welcher sie literarische Texte und historische Dokumente zum Vampirismus sammelten, zu gegenteiligen Ergebnissen. Die für Stefan Hock dem Vampirmotiv abträgliche politische Situation diente Völker und Sturm als entscheidender Erklärungsansatz für die Welle von Vampiren in der Literatur der Romantik. Sie verstanden die „Schreckensliteratur [dieser Zeit] in Europa hauptsächlich [als] Ausdruck der politischen Resignation“[73] der Schriftsteller. Es handelte sich um eine Resignation über die Restauration in Europa und über die Dialektik der Aufklärung. Das Licht der Aufklärung sollte für sie nicht das Ende der Dunkelheit, sondern auch der Schoß neuer Schrecken sein.

[...]


[1] Döring, Ramona: Vom Monster zur Identifikationsfigur: der Vampirmythos im Wandel. In: Mythen in der Kunst. Hrsg. von Hans Körner. Würzburg: Königshausen & Neumann 2004 (= Mythos No. 1). S. 281.

[2] Hinweis: Im Folgenden wird vornehmlich das generative Maskulinum gebraucht, jedoch gilt dieses für beide Geschlechter.

[3] Beispiele für antike Dichtungen mit vampirischen Motiven bilden Ovids Fasti oder Homers Odysee. Vgl. Pütz, Susanne: Vampire und ihre Opfer. Der Blutsauger als literarische Figur. Bielefeld: Aisthesis 1992. S. 23.

[4] Claes, Oliver: Fremde. Vampire: Sexualität, Tod und Kunst bei Elfriede Jelenik und Adolf Muschg. Bielefeld: Aisthesis 1994. S. 30.

Vgl. Pütz, Susanne: Vampire und ihre Opfer. Der Blutsauger als literarische Figur. Bielefeld: Aisthesis 1992. S. 23ff.

[6] Der Fokus der Untersuchungen wird ausschließlich auf die Darstellung des Vampirmotivs in den literarischen Werken der romantischen Epoche gelegt. Im Rahmen dieser Arbeit wird daher allein die Untersuchung des Sujets und keine vergleichende Analyse der Werke vorgenommen. Ein Vergleich würde vorwiegend Differenzen statt Konvergenzen deutlich machen und somit ausschließlich den Kontrast der Dichtungen betonen. Die einzige Gemeinsamkeit der Werke ist nämlich die Tatsache, dass die Autoren auf eine Darstellung der vampirischen Figur nach der festen Ikonographie, mit der der slawische Volksglaube die Vampirgestalt ausstaffierte, verzichteten. Dies lässt sich jedoch auch in genügend anderen romantischen Schauerromanen, wie zum Beispiel Die liebende Tote von Théophile Gautier oder Carmilla von Sheridan Le Fanu, vorfinden.

Goethe ueber seine Dichtungen. Versuch einer Sammlung aller Aeusserungen des Dichters ueber seine poetischen Werke. Theil 3: Die lyrischen Dichtungen. Band 1. Hrsg. von Hans Gerhard Gräf. Frankfurt a. M.: Rütten & Loening 1912. S. 274f.

Tolstoi, Alexej K.: Der Vampir. (Aus dem Russ. übers. v. Werner Creutziger). Berlin/ Weimar: Aufbau-Verlag 1972 (= BB 239). S. 77.

[9] [Art.] Nachzehrer. In: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Band VI. Hrsg. von E. Hoffmann- Krayer. Berlin/ Leipzig: de Gruyter 1934/35. S. 812.

[10] Ebd.

[11] Vgl. Kroner, Michael: Dracula. Wahrheit, Mythos und Vampirgeschäft. Heilbronn: Johannis Reeg Verlag 2005. S. 57.

[12] Vgl. [Art.] Nachzehrer. In: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Band VI. Hrsg. von E. Hoffmann- Krayer. Berlin/ Leipzig: de Gruyter 1934/35. S. 812ff.

[13] Vgl. Equiamicus, Nicolaus: Vampire damals und heute: eine Chronologie. Diedorf: Ubooks-Verlag 2010. S. 45.

[14] Vgl. Von denen Vampiren oder Menschensaugern. Dichtungen und Dokumente. Hrsg. von Dieter Sturm u. Klaus Völker. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2003 (= Phantastische Bibliothek, Band 306) S. 525.

[15] Vgl. Ebd. S. 506.

[16] Vgl. Equiamicus, Nicolaus: Vampire damals und heute: eine Chronologie. Diedorf: Ubooks-Verlag 2010. S. 43f.

[17] Vgl. Ebd. S. 17f.

[18] Von denen Vampiren oder Menschensaugern. Dichtungen und Dokumente. Hrsg. von Dieter Sturm u. Klaus Völker. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2003 (= Phantastische Bibliothek, Band 306) S. 508.

Vgl. Pütz, Susanne: Vampire und ihre Opfer. Der Blutsauger als literarische Figur. Bielefeld: Aisthesis 1992. S. 15.

[20] Vgl. von Goethe, Johann Wolfgang: Faust. Zweiter Teil. In: Goethes Sämtliche Werke. Jubiläums-Ausgabe. 14. Band. Hrsg. v. Eduard von der Hellen. Stuttgart/ Berlin: Cotta 1906. S. 120ff.

[21] Vgl. Kroner, Michael: Dracula. Wahrheit, Mythos und Vampirgeschäft. Heilbronn: Johannis Reeg Verlag 2005. S. 59.

[22] Geist, der aus einer anderen Welt wiederkehrt. Vgl. [Art.] Revenant. In: Meyers Konversations-Lexikon. Eine Encyclopädie des allgemeinen Wissens. Band 13: Phlegon – Rubinstein. 4. Auflage. Leipzig: Verlag des Bibliographischen Instituts 1888. S. 765. In der vorliegenden Arbeit wird der Begriff des Revenants synonym für den des Vampirs verwendet.

Vgl. Pütz, Susanne: Vampire und ihre Opfer. Der Blutsauger als literarische Figur. Bielefeld: Aisthesis 1992. S. 15f.

[24] Vgl. Ebd. S. 16f.

[25] Vgl. Kroner, Michael: Dracula. Wahrheit, Mythos und Vampirgeschäft. Heilbronn: Johannis Reeg Verlag 2005. S. 62f.

[26] Vgl. Ebd. S. 60.

[27] Steinhauer, Eric W.: Vampyrologie für Bibliothekare. Eine kulturwissenschaftliche Lektüre des Vampirs. Hagen-Berchum: Eisenhut-Verl. 2011 (= Bibliothope, Bd. 1). S. 48f. „S’il y eût jamais au monde une histoire garantie et prouvée, c’est celle des vampires. Rien ne manque: rapports officiel, témoignages de personnes de qualité, de chirurgiens, de prêtres, de juges: l’evidence est complete.”, Vgl.: Valls de Gomis, Estelle: Le vampirs au fil de siècles. Enquête autour d’un mythe. Cheminements 2005. S. 68.

[28] Vgl. Ranft, Michael: Tractat von dem Kauen und Schmatzen der Todten in Gräbern, worin die wahre Beschaffenheit derer Hungarischen Vampyrs und Blut-Sauger gezeigt, auch alle von dieser Materie bißher zum Vorschein gekommene Schrifften recensiret werden. Leipzig: Teubner’s Buchladen 1734. I. Teil § 47. II. Teil § 19, 20.

[29] Vgl. Borrmann, Norbert: Vampirismus oder die Sehnsucht nach Unsterblichkeit. München: Diederichs 1998. S. 57f.

[30] Maria Theresia (1717-1780): Erzherzogin von Österreich und Königin von Ungarn und Böhmen.

Vgl. Meurer, Hans: Vampire. Die Engel der Finsternis. Der dunkle Mythos von Blut, Lust und Tod. Freiburg i. Brsg.: Eulen-Verlag 2001. S. 54.

[32] Vgl. Kroner, Michael: Dracula. Wahrheit, Mythos und Vampirgeschäft. Heilbronn: Johannis Reeg Verlag 2005. S. 64ff.

[33] Borrmann, Norbert: Vampirismus oder die Sehnsucht nach Unsterblichkeit. München: Diederichs 1998. S. 58.

[34] Callois, Roger: Das Bild des Phantastischen. Vom Märchen bis zur Science Fiction. In: Phaїcon I. Almanach der phantastischen Literatur. Hrsg. von Rein A. Zondergeld. Frankfurt a.M.: Insel-Verlag 1974. S. 46.

[35] Vgl. Borrmann, Norbert: Vampirismus oder die Sehnsucht nach Unsterblichkeit. München: Diederichs 1998. S. 60.

Vgl. Pütz, Susanne: Vampire und ihre Opfer. Der Blutsauger als literarische Figur. Bielefeld: Aisthesis 1992. S. 23.

[37] Vgl. Bergerac, Cyrano de: Die Reise zu den Mondstaaten und Sonnenreichen. Zwei klassische Science-fiction-Romane. (Aus dem Frz. übers. v. Martha Schimper) München: Heyne 1986 (= Heyne-Bücher: 06, Heyne Science Fiction & Fantasy: Bibliothek der Science-fiction-Literatur 56).

[38] Vgl. Borrmann, Norbert: Vampirismus oder die Sehnsucht nach Unsterblichkeit. München: Diederichs 1998. S. 61.

[39] Hock, Stefan: Die Vampyrsagen und ihre Verwertung in der deutschen Literatur. Berlin: Alexander Duncker 1900 (= Forschungen zur neueren Literaturgeschichte 17). S. 64.

[40] Vgl. Ebd.

[41] Vgl. Ebd. S. 64f.

Vgl. Pütz, Susanne: Vampire und ihre Opfer. Der Blutsauger als literarische Figur. Bielefeld: Aisthesis 1992. S. 24.

[43] Ruthner, Clemens: Untote Verzahnungen. Prolegomena zu einer Literaturgeschichte des Vampirismus. In: Poetische Wiedergänger. Deutschsprachige Vampirismus-Diskurse vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Hrsg. von Julia Bertschik u. Christa Agnes Tuczay. Tübingen: Francke 2005. S. 22.

Vgl. [Art.] Romantik. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte. Band III. Hrsg. von Jan-Dirk Müller. Berlin/ New York: de Gruyter 2007. S. 326f.

[45] Vieregge, André: Nachtseiten. Die Literatur der Schwarzen Romantik. Frankfurt a.M. [u.a.]: Lang 2008 (= Europäische Hochschulschriften, Deutsche Sprache und Literatur, Reihe 1). S. 298.

Vgl. [Art.] Schwarze Romantik. In: Von Wilpert, Gero: Sachwörterbuch der Literatur. 8. verbesserte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Kröner 2001. S. 743.

[47] Vgl. Kroner, Michael: Dracula. Wahrheit, Mythos und Vampirgeschäft. Heilbronn: Johannis Reeg Verlag 2005. S. 66.

Vgl. [Art.] Schauerroman. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte. Band III. Hrsg. von Jan-Dirk Müller. Berlin/ New York: de Gruyter 2007. S. 366.

Goethe ueber seine Dichtungen. Versuch einer Sammlung aller Aeusserungen des Dichters ueber seine poetischen Werke. Theil 3: Die lyrischen Dichtungen. Band 1. Hrsg. von Hans Gerhard Gräf. Frankfurt a. M.: Rütten & Loening 1912. S. 274f.

Vgl. Pütz, Susanne: Vampire und ihre Opfer. Der Blutsauger als literarische Figur. Bielefeld: Aisthesis 1992. S. 24ff.

[51] Vgl. Ruthner, Clemens: Untote Verzahnungen. Prolegomena zu einer Literaturgeschichte des Vampirismus. In: Poetische Wiedergänger. Deutschsprachige Vampirismus-Diskurse vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Hrsg. von Julia Bertschik u. Christa Agnes Tuczay. Tübingen: Francke 2005. S. 24f.

[52] Vgl. Maturin, Charles Robert: Melmoth der Wanderer. Roman. (Aus dem Engl. übers. v. Friedrich Polakovics). München: Hanser 1969 (= Bibliotheka Dracula).

[53] Vgl. Borrmann, Norbert: Vampirismus oder die Sehnsucht nach Unsterblichkeit. München: Diederichs 1998. S. 64f.

[54] Das Vaudeville beschreibt ein Pariser Theatergenre mit Gesang und Instrumentalbegleitung, das Mitte des 19. Jahrhunderts sich großer Beliebtheit erfreute. Die Vorführungen waren entweder melodramatisch oder possenhaft gefärbt. Vgl. [Art.] Vaudeville. In: Meyers Konversations-Lexikon. Eine Encyclopädie des allgemeinen Wissens. Band 16: Uralsk – Zz. 4. Auflage. Leipzig: Verlag des Bibliographischen Instituts 1888. S. 62.

Vgl. Pütz, Susanne: Vampire und ihre Opfer. Der Blutsauger als literarische Figur. Bielefeld: Aisthesis 1992. S. 28.

[56] Meurer, Hans: Vampire. Die Engel der Finsternis. Der dunkle Mythos von Blut, Lust und Tod. Freiburg i. Brsg.: Eulen-Verlag 2001. S. 58.

Vgl. Pütz, Susanne: Vampire und ihre Opfer. Der Blutsauger als literarische Figur. Bielefeld: Aisthesis 1992. S. 28.

[58] Vgl. [Art.] Gautier, Théohile. In: Bunson, Matthew: Das Buch der Vampire. Von Dracula, Untoten und anderen Fürsten der Finsternis. Ein Lexikon. München: Heyne 2001. S. 107f.

[59] Vgl. Maupassant, Guy de: Der Horla. Zehn Novellen. (Aus dem Frz. übers. v. Christel Gersch). Berlin: Rütten & Loening 1989. S. 5-45.

[60] Vgl. [Art.] Baudelaire, Charles. In: Bunson, Matthew: Das Buch der Vampire. Von Dracula, Untoten und anderen Fürsten der Finsternis. Ein Lexikon. München: Heyne 2001. S. 24.

Claes, Oliver: Fremde. Vampire: Sexualität, Tod und Kunst bei Elfriede Jelenik und Adolf Muschg. Bielefeld: Aisthesis 1994. S. 21.

[62] Vgl. Pütz, Susanne: Vampire und ihre Opfer. Der Blutsauger als literarische Figur. Bielefeld: Aisthesis 1992. S. 101f.

[63] Vgl. Rassmann, Friedrich: Literarisches Handwörterbuch der verstorbenen deutschen Dichter und zur schönen Literatur gehörenden Schriftsteller in acht Zeitabschnitten, von 1137 bis 1824. Leipzig: Lauffer 1826. S. 366.

[64] Vgl. Bunson, Matthew: Das Buch der Vampire. Von Dracula, Untoten und anderen Fürsten der Finsternis. Ein Lexikon. München: Heyne 2001. S. 25.

[65] Vgl. Herrmann, Britta: Buchstaben sind Vampire. Zur Poetik des Untoten (Herder, Hoffmann, Eichendorff). In: Dracula unbound. Kulturwissenschaftliche Lektüren des Vampirs. Hrsg. v. Christian Begemann, Britta Herrmann, Harald Neumeyer. Freiburg i. Br. [u.a.]: Rombach 2008 (= Rombach-Wissenschaften, Reihe Litterae, Bd. 163) S. 146ff.

Von denen Vampiren oder Menschensaugern. Dichtungen und Dokumente. Hrsg. von Dieter Sturm u. Klaus Völker. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2003 (= Phantastische Bibliothek, Band 306). S. 561.

[67] Vgl. Hock, Stefan: Die Vampyrsagen und ihre Verwertung in der deutschen Literatur. Berlin: Duncker 1900 (= Forschungen zur neueren Literaturgeschichte 17). S. 127.

Vgl. Pütz, Susanne: Vampire und ihre Opfer. Der Blutsauger als literarische Figur. Bielefeld: Aisthesis 1992. S. 29.

[69] Hock, Stefan: Die Vampyrsagen und ihre Verwertung in der deutschen Literatur. Berlin: Duncker 1900 (= Forschungen zur neueren Literaturgeschichte 17). S. 88.

[70] Ebd. S. 63.

[71] Ebd. S. 132.

[72] Vgl. Ebd. S. 133.

Von denen Vampiren oder Menschensaugern. Dichtungen und Dokumente. Hrsg. von Dieter Sturm u. Klaus Völker. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2003 (= Phantastische Bibliothek, Band 306). S. 506.

Details

Seiten
89
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656106203
ISBN (Buch)
9783656106005
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187356
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Institut für germanistische Literaturwissenschaft
Note
2,0
Schlagworte
Vampir Vampirgenre Goethe Polidori Byron Tolstoi Vampyre Nachzehrer Vampirroman Vampirliteratur Schwarze Romantik Wiedergänger Revenant femme fatale femme fragile gothic villain Aufklärung Stephenie Meyer Anne Rice

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Titel: Der Vampir als literarische Figur der Romantik