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Die elektronische Gesundheitskarte - Chancen und Risiken

von Janet Scherping (Autor) Katharina Wölk (Autor)

Projektarbeit 2011 59 Seiten

BWL - Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Motivation
1.2. Problemstellung und Zielsetzung
1.3. Aufbau der Arbeit

2. Die Umstellung von der KVK zur eGK
2.1. Gesetzliche Grundlagen der eGK
2.2. Zwei Karten im Vergleich
2.2.1. Der optische Vergleich
2.2.2. Vergleich der Chip-Funktionen
2.2.3. Erkennungsmerkmale
2.3. Beteiligte bei der Einführung der eGK
2.4. Nutzen & Ziele der eGK
2.4.1. Das Patientenwohl
2.4.2. Kostenvorteile
2.4.3. Kommunikationsverbesserung
2.4.4. Elektronisches Rezept

3. Sicherheitsaspekte
3.1. Gläserner Patient
3.2. Die eGK - sicherer als eine EC-Karte?
3.3. eKiosk

4. Umsetzungsphasen
4.1. Testlauf
4.1.1. Testregionen
4.1.2. Nutzung des eRezeptes
4.2. Meinungsbild
4.3. Technische Umsetzung
4.4. Problemfelder
4.4.1. Kostenfaktor
4.4.2. Demographie
4.4.3. Datenspeicherung
4.5. Fazit Feldtest

5. Zeitlicher und monetärer Soll-/Ist-Vergleich
5.1. Zeitraum
5.1.1. Rückblick
5.1.2. Ist-Stand und Ausblick
5.2. Kosten-Nutzen aus verschiedenen Perspektiven
5.2.1. Kosten der Telematikinfrastruktur
5.2.2. Kosten und Nutzen der Anwendungen
5.2.3. Kosten und Nutzen nach Beteiligten
5.2.4. Ergebnisse aus der Fünf- und Zehn-Jahresperspektive
5.2.5. Zuschüsse - Kosten für Leistungserbringer und Versicherer
5.3. Einsparungen
5.4. Fazit Kosten-Nutzen-Analyse

6. Marketing
6.1. Beteiligte Akteure
6.1.1. Die Patienten
6.1.2. Die Krankenkassen
6.1.3. Der Arzt als Leistungserbringer
6.1.4. Krankenhaus & Kliniken als Leistungserbringer
6.1.5. Die Apotheke als Leistungserbringer
6.1.6. Weitere Leistungserbringer
6.1.7. Staat
6.1.8. Datenschützer
6.1.9. Industrie
6.2. Werbung der eGK

7. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Beispiel einer Speicherkarte -

Abbildung 2: Beispiel einer Prozessorkarte – eGK

Abbildung 3: Kartenrückseite

Abbildung 4: Erkennungsmerkmale der eGK

Abbildung 5: Vorgaben zum Passfoto für die eGK

Abbildung 6: Die Beteiligten

Abbildung 7: Das elektronische Rezept

Abbildung 8: Berechtigte Datenzugriffe der eGK

Abbildung 9: Übersicht deutscher Ausweise

Abbildung 10: Alter der deutschen Bevölkerung

Abbildung 11: Überblick der stufenweisen Einführung der Funktionen

Abbildung 12: Kosten der TI in der 5- und 10-Jahres-Perspektive in Mio. Euro

Abbildung 13: Kosten-Nutzenbetrachtung nach Anwendung (5-Jahres-Perspektive in Mio. Euro)

Abbildung 14: Kosten-Nutzenbetrachtung nach Anwendung (10-Jahres-Perspektive in Mio. Euro)

Abbildung 15: Kosten-Nutzenbetrachtung nach Beteiligten (5-Jahres Perspektive in Mio. Euro)

Abbildung 16: Kosten-Nutzenbetrachtung nach Beteiligte (10-Jahres-Perspektive in Mio. Euro)

Abbildung 17: Nettonutzen kumuliert in der 5-Jahres-Perspektive

Abbildung 18: Nettonutzen kumuliert in der 10-Jahres-Perspektive

Abbildung 19: Verwendeter Akzeptanzbegriff der Metaanalyse

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Maximale Ausgaben für Zuschüsse durch die Versicherer an Ärzte

Tabelle 2: Wer soll die Aufklärung für Versicherte übernehmen?

Tabelle 3: Detaillierte Aufstellung von Nutzen und Ausgaben der TI (5- und 10-Jahres-Perspektive in Mio. Euro)

Tabelle 4: Aufstellung von Nutzen und Ausgaben nach Art der Anwendung (5 Jahres Horizont – Mio. Euro)

Tabelle 5: Erklärung der Zusammensetzung

Tabelle 6: Aufstellung von Nutzen und Ausgaben nach Art der Anwendung (5 Jahres Horizont – Mio. Euro)

Tabelle 7: Aufstellung von Nutzen und Ausgaben pro Beteiligten (5 Jahres Horizont – Mio. Euro)

Tabelle 8: Aufstellung von Nutzen und Ausgaben pro Beteiligten (10 Jahres Horizont – Mio. Euro)

1. Einleitung

„Totgesagte leben bekanntlich länger! Lange hat man nichts mehr von ihr gehört, doch nun kommt die elektronische Gesundheitskarte doch. Bundesweit und zum 1. Oktober, wenn das 3. (Abrechnungs-)Quartal beginnt. Zehn Prozent der Versicherten jeder gesetzlichen Krankenversicherung sollen bis dahin solch eine neue elektronische Gesundheitskarte besitzen. So lauten die Vorgaben des Gesetzgebers. Viele Versicherte haben deshalb bereits Post von ihrer Krankenkasse bekommen.“[1]

So klangen die Abendnachrichten am 30.09.2011. Die meisten von uns wissen nicht mehr und nicht weniger, als das was im Herbst 2011 in den Medien berichtet wird. Dabei ist die elektronische Gesundheitskarte (eGK) von Interesse für ca. 80 Mio. Versicherte[2] und weitere Tausende von Beteiligten im Gesundheitssystem.

1.1. Motivation

Zu diesen Beteiligten zählen unter anderem IT-Dienstleister und Kartenhersteller. Wir sind Mitarbeiterinnen eines IT-Dienstleisters für Krankenkassen sowie eines Industrieunternehmen (Betreuung der Prozesse für Datenaustausch, Datenverarbeitung, Produktion, Personalisierung und Versand von elektronischen Gesundheitskarten). Aufgrund der Berührungspunkte in den Unternehmen mit dem Projekt eGK entstand die Motivation zur Erstellung dieser Projektarbeit.

1.2. Problemstellung und Zielsetzung

Im deutschen Gesundheitswesen wird die Krankenversichertenkarte (KVK) durch die eGK ab dem 01. Oktober 2011 abgelöst. Per Gesetz sind die gesetzlichen Kranversicherungen (GKV) grundsätzlich verpflichtet die eGK an ihre Versicherten auszugeben. In Freiwilligkeit haben sich die privaten Krankenversicherungen (PKV) ebenfalls dazu verpflichtet.[3] Warum brauchen wir eine neue Karte? Die Zielsetzung dieser Projektarbeit ist die Betrachtung des Wandels im deutschen Gesundheitsmarkt. Die Wichtigkeit der Kommunikation aller Beteiligten in einem leistungsfähigen Gesundheitssystem wird erörtert. Im Rahmen dieser Projektarbeit wird der Wandel von der KVK zur eGK erörtert. Die gesetzlichen Grundlagen zur Umstellung der Versichertenkarte werden dargelegt. Die optischen und funktionalen Veränderungen beider Karten werden miteinander verglichen.

1.3. Aufbau der Arbeit

Im Kapitel 2 wird auf die Akteure eingegangen, die an der Einführung der eGK beteiligt sind. Die Ziele und Perspektiven der eGK werden aufgezeigt. Auf die entstehenden Veränderungen für den Patienten wird eingegangen und die geplanten Nutzungs- und Einsatzmöglichkeiten werden beschrieben.

Die Sicherheitsaspekte des Projektes eGK werden im Kapitel 3 beleuchtet. Die Chancen und Risiken, die die neue Karte mit sich bringt, werden analysiert.

Das Kapitel 4 befasst sich mit den Umsetzungsarbeiten in den Testphasen, den dabei aufgetretenen technischen Problemen und den daraus gewonnen Erkenntnissen. Die ersten Reaktionen und Erfahrungsberichte der Beteiligten aus den Testregionen werden aufgeführt.

Die Projektarbeit gibt im Kapitel 5 einen Überblick über die zeitliche und monetäre Entwicklung des eGK-Projektes.

Das Marketing und die Kommunikation der eGK werden im Kapitel 6 betrachtet. Wie wird ein Produkt ohne werbetechnische Maßnahmen von Kunden akzeptiert? Die Vermarktungsstrategien und die Akzeptanz der Beteiligten (bspw. Versicherte, Ärzte oder Apotheker) werden behandelt.

2. Die Umstellung von der KVK zur eGK

2.1. Gesetzliche Grundlagen der eGK

Die bisher von jedem Versicherten bekannte und von ihm angewandte KVK wird von der eGK schrittweise ab Oktober 2011 abgelöst. Bereits im November 2003 wurde das Gesetz zur Modernisierung der GKV verabschiedet. Durch die Einführung des GKV-Modernisierungsgesetzes[4] wurde die rechtliche Verpflichtung zur Einführung der eGK gesetzlich festgelegt.[5]

Die Bundesregierung geht davon aus, dass es bei einer konstruktiven Zusammenarbeit aller Beteiligten gelingen wird, die Arztpraxen mit Kartenlesegeräten bundesweit auszustatten. Die im Rahmen der Neuregelung vorgesehene Ausgabe von Gesundheitskarten an die Versicherten soll ebenfalls realisierbar sein. Die Planungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft geben vor, dass die bundesweite Ausstattung der Praxen mit Lesegeräten, die sowohl die KVK als auch die eGK lesen können, ab 2011 erfolgt.[6]

2.2. Zwei Karten im Vergleich

Die eGK wird bis 2013 alle bisherigen KVK ersetzen, bis dahin werden beide Karten parallel eingesetzt. KVK und eGK unterscheiden sich dabei in mehreren Faktoren, die in den nachfolgenden Kapiteln beschrieben werden.

2.2.1. Der optische Vergleich

Die Abbildung 1 zeigt das Beispiel einer KVK. In der Abbildung 2 wird das Beispiel einer eGK gezeigt. In diesen beiden Ansichten der jeweiligen Kartenvorderseite werden die Unterschiede und Veränderungen der optischen Merkmale dargestellt.

Die Karte bleibt im Checkkartenformat erhalten. Der Schriftzug „Versichertenkarte“ wird durch „Gesundheitskarte“ ersetzt. Die eGK wird ein Foto des Versicherten aufweisen[7] und die Blindenschrift „Braille“ wird aufgebracht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Beispiel einer Speicherkarte - KVK[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Beispiel einer Prozessorkarte – eGK[9]

Auf der Kartenrückseite bleibt weiterhin die European Health Insurance Card - Europäische Gesundheitskarte (EHIC) aufgedruckt. Die EHIC-Rückseite wird in der Abbildung 3 gezeigt. Diese Karte gilt als Auslandsreiseschutz für Versicherte. In allen Ländern der Europäischen Union und Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, mit denen Sozialversicherungsabkommen bestehen, kann die EHIC verwendet werden. Die EHIC hat den Auslandskrankenschein ersetzt und ermöglicht die Nutzung der jeweils staatlichen Versorgungsform des Landes. Der Versicherte erhält somit die gleichen Leistungen der staatlichen Gesundheitsversorgung, wie die Bevölkerung des Urlaubslandes.[10]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Kartenrückseite EHIC[11]

2.2.2. Vergleich der Chip-Funktionen

Der Chip der KVK ist optisch kleiner und ein Speicherchip mit der Speichergröße von 256 Byte.[12] Dieser Chip dient als reiner Datenspeicher und ist weder lese- noch schreibgeschützt. Wie auf einer Schultafel kann jeder die Daten auf dem Chip lesen, bearbeiten oder gar löschen, der ein Kartelesegerät verwendet.[13]

Der Chip der eGK ist optisch und funktional größer, da er eine Speichergröße ab 64.000 Byte bietet.[14] Der Prozessorchip kann auch als kleiner Computer bezeichnet werden und beinhaltet ein eigenes und sicheres Betriebssystem. Die auf dem Prozessorchip gespeicherten Daten werden gegen unberechtigte Zugriffe geschützt. Das Lesen und Ändern von Daten ist nur autorisierten Stellen erlaubt. Sämtliche kryptographischen Dienste werden nur autorisierten Personen zur Verfügung gestellt.[15]

2.2.3. Erkennungsmerkmale

Weitere Erkennungsmerkmale der eGK und dessen Funktionen zeigt die Abbildung 4.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Erkennungsmerkmale der eGK[16]

Die wohl auffälligste Veränderung ist das Foto des Versicherten auf der Gesundheitskarte, welches es auf der KVK nicht gibt. Das Passfoto muss mehrere Kriterien erfüllen, bevor es auf die Karte aufgebracht werden kann, wie die Abbildung 5 zeigt. Bei der Bildverarbeitung wird auf den korrekten Kopfausschnitt des Fotos, die Größe und die Helligkeit geachtet. Ebenfalls müssen Brillen und Kopfbedeckungen korrekt platziert sein. So kann im späteren Gebrauch die Zugehörigkeit der eGK zum Versicherten anhand des Fotos auf der eGK ermöglicht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Vorgaben zum Passfoto für die eGK[17]

Zur äußeren Ansicht gehören auch die personalisierten Daten wie Vor- und Nachname des Versicherten, Name und Institutionsnummer der Krankenkasse und die Krankenversichertennummer.[18]

Auf dem Chip der eGK werden die folgenden Patientendaten gespeichert:

- Vor- und Nachname,
- Anschrift,
- Geburtsdatum,
- Geschlecht,
- Krankenversichertennummer,
- Versicherungsstatus und
- Beginn und gegebenenfalls Ablauf des Versicherungsschutzes.[19]

2.3. Beteiligte bei der Einführung der eGK

Die Organisation des Gesundheitswesens in Deutschland ist ein System mit hohem Kommunikationsbedarf. Mit der Einführung der eGK beginnt das bisher größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte des deutschen Gesundheitswesens. Dem Arzt und dem Apotheker sollen mit der eGK behandlungsrelevante medizinische Daten zur Verfügung gestellt werden, um eine möglichst optimale Versorgung der Patienten zu erreichen.[20] Die Abbildung 6 zeigt die Beteiligten, die bundesweit mit der eGK arbeiten werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Die Beteiligten[21]

Die Gematik

Die für die Umsetzungsarbeiten zuständige Gesellschaft für Telematikinfrastruktur (TI), kurz „Gematik“, besteht aus Kostenträgern und Leistungserbringern.[22] Die Gematik nimmt vielfältige Aufgaben bei der Einführung der eGK und der TI wahr. Sie ist eine Betriebsorganisation, die von den Spitzenorganisationen des deutschen Gesundheitswesens im Januar 2005 gegründet wurde. Ihre Vorgaben gelten verbindlich für alle beteiligten Organisationen. Sie macht sowohl organisatorische als auch fachliche bzw. technische Vorgaben. Die Krankenkassen als beteiligte Kostenträger haben in der Gestaltung kaum Spielräume. Dabei konzentriert sich die Gematik auf drei Kernkompetenzen: Konzipieren, Zulassen und der Betriebsverantwortung. Im Vordergrund der Arbeiten stehen dabei stets die Interessen der Patienten im Sinne des Datenschutzes und das informationelle Selbstbestimmungsrecht der Versicherten.[23]

Die Telematik

„Die KV Telematik ARGE ist die Telematik-Arbeitsgemeinschaft der bundesdeutschen Kassenärztlichen Vereinigungen. Sie übernimmt im deutschen Gesundheitswesen die Verantwortung zur Schaffung von telematischen Infrastrukturen für den sicheren Datentransfer zwischen medizinischen Leistungserbringern.“[24]

„Der Begriff "Telematik" ist eine Kombination der Wörter "Telekommunikation" und "Informatik". Es handelt sich hierbei um die Vernetzung verschiedener IT-Systeme und daraus resultierend um die Möglichkeit, Informationen aus unterschiedlichen Quellen miteinander zu verknüpfen. Die Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen verbindet die IT-Systeme aus Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäusern und Krankenkassen miteinander und ermöglicht so einen systemübergreifenden Austausch von Informationen.

Sie ist somit ein geschlossenes Netzwerk aus vertrauenswürdigen Teilnehmern, zu dem man nur mit der Kombination aus Heilberufsausweis (HBA) und Gesundheitskarte Zutritt bekommt.

Die TI ist so konzipiert, dass sie bisher bestehende Informationsgrenzen im Gesundheitswesen überwindet. Die ärztliche Schweigepflicht und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung bleiben jederzeit gewahrt.“[25]

2.4. Nutzen & Ziele der eGK

Mit der eGK besteht die Möglichkeit, bisherige Versorgungsstrukturen zu professionalisieren und effizienter zu gestalten. Durch die Vernetzung aller Beteiligten im Gesundheitswesen kann eine zukunftssichere Infrastruktur geschaffen werden. Das eGK-Projekt stellt hohe Anforderungen an den Datenschutz und die Datensicherung im Gesundheitswesen. Ein gemeinsames Ziel der Beteiligten ist es, das bestehende Gesundheitssystem auf die bevorstehenden Herausforderungen und Schwierigkeiten vorzubereiten.[26]

Mit der Einführung der eGK wird es zu Veränderungen im Gesundheitswesen kommen, wobei nicht nur der Patient im Mittelpunkt des eGK-Projektes steht. Es gibt viele Ziele, die mit der eGK angestrebt und umgesetzt werden können. Die beiden obersten Ziele und weitere Nutzen der eGK werden in den nachfolgenden Kapiteln erläutert.

2.4.1. Das Patientenwohl

Eines der beiden obersten Ziele ist das Patientenwohl, da der Patient im Mittelpunkt des Geschehens stehen soll. Zur Stärkung der Versichertenrechte wird dem Patienten die Mitwirkung bei der eigenen eGK ermöglicht, in dem er Einsicht in seine gespeicherten Daten bekommt und über die Speicherung der Notfalldaten (NFD), wie z. B. Allergien, Blutgruppen oder Impfstatus, mitentscheiden kann.[27] Auf diese Daten können im medizinischen Notfall Ärzte und Rettungskräfte zugreifen. So können Rettungsmaßnahmen beschleunigt und Nebenwirkungen vermieden oder zumindest verringert werden.[28] Diese Form eines Notfallpasses wird dem Patienten durch die eGK unentgeltlich zur Verfügung gestellt.[29]

2.4.2. Kostenvorteile

Verbunden mit der eGK werden vereinfachte Verwaltungsabläufe geschaffen und Bürokratie abgebaut. Des Weiteren kann die effizientere Gestaltung der Prozesse die Qualität der Behandlung erhöhen und die Wirtschaftlichkeit der Versorgung für die Patienten verbessern.[30] Außerdem ermöglicht die eGK eine hohe Verfügbarkeit medizinischer Informationen. Durch einen besseren Informationsfluss unter den verschiedenen Ärzten können Doppeluntersuchungen vermieden und dadurch Kosten gespart werden. Die Kostenersparnis ist ein wichtiges Ziel bei der Einführung der eGK. Die Senkung der Kosten im Gesundheitssystem soll durch die Optimierung der sektorenübergreifenden Schnittstellen sowie einer effizienteren Datenverarbeitung erreicht werden.[31] Im Kapitel 5.2. wird auf den Kostenaspekt näher eingegangen.

2.4.3. Kommunikationsverbesserung

Die eGK soll die Kommunikation aller Beteiligten im Gesundheitssystem optimieren und Versorgungsprozesse im Gesundheitswesen deutlich beschleunigen. Durch einen schnelleren Zugriff auf gespeicherte Daten, kann eine geringere Fehlerquote beim Informationsaustausch erreicht werden. Mit Hilfe eines schnelleren Informationsflusses kann die Notfallversorgung verbessert werden. Die Effizienz und Wirtschaftlichkeit des deutschen Gesundheitssystems soll durch die eGK verbessert werden.[32] Die eGK kann zur Transparenz des Leistungsgeschehens beitragen.[33] Die Beteiligten werden im Kapitel 2.3. benannt.[34]

Ärzte, Zahnärzte und alle weiteren Heilberufler sollen schneller als bisher auf alle wichtigen Untersuchungsergebnisse zugreifen können. Die eGK ermöglicht es, die Transparenz im Gesundheitswesen zu erhöhen, und schafft eine breitere Informationsgrundlage für Ärzte. Dadurch können das Patientenwohl verbessert und Kostenvorteile genutzt werden. Durch einen verbesserten Informationsfluss durch die eGK bleibt den Ärzten letztlich mehr Zeit für die Beratung und Behandlung ihrer Patienten. Die Kommunikationsverbesserung kann zu einer Steigerung der Gesundheitsversorgung führen.[35]

2.4.4. Elektronisches Rezept

Das elektronische Rezept (eRezept) wird auf der eGK gespeichert. Das eRezept beinhaltet die vom Arzt verschriebenen Medikamente und ersetzt das bisherige Papierrezept. Der Versicherte kann sein eRezept durch Vorzeigen der eGK in der Apotheke einlösen. Abbildung 7 zeigt den Weg des eRezepts vom Arzt über den Versicherten zur Apotheke.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Das elektronische Rezept[36]

3. Sicherheitsaspekte

Der Datenschutz für die eGK wird ernst genommen. Kritiker bezeichnen das eGK-Projekt als „technisches Großabenteuer der Bundesregierung“ oder als „datenschutztechnisch fragwürdig“. Doch den Sicherheitskonzepten der eGK wird, laut Einrichtungen wie der Bundesbeauftragte für Datenschutz oder das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein, ein hohes Schutzniveau zugesprochen.[37]

3.1. Gläserner Patient

Die Aussage, dass die TI einen gläsernen Patienten schaffe, ist unter Datenschützern umstritten. Die Standardkritik an der eGK bezieht sich auf die Speicherung der Daten. Die Patientendaten werden auf zentralen Servern der Krankenkassen gespeichert.

Zentrale Fachdienste, wie z. B. der Versichertenstammdatendienst (VSDD) und der Verordnungsdatendienst (VODD), sind an der Speicherung der Patientendaten beteiligt. Die Sicherheitskonzepte der Gematik sehen vor, dass die Daten nicht im Klartext, sondern verschlüsselt gespeichert werden. Nach erfolgreicher Autorisierung speichert der Fachdienst die verschlüsselten Daten. Diese sind ohne eGK auch vom Fachdienst nicht mehr lesbar. Somit werden die medizinischen Daten der Versicherten nicht zentral an einer Stelle, sondern auf verschiedenen Fachdiensten gespeichert.[38] Abbildung 8 zeigt das Verschlüsselungsprinzip und die Zugangsmöglichkeiten, wie Lese- und Schreibberechtigungen der Daten auf der eGK. Durch das mehrstufige Sicherheitssystem ist der Zugang zu den Daten vor unberechtigten Zugriffen geschützt.

Die Verschlüsselung der medizinischen Daten ist wichtig für das Sicherheitskonzept. Zusammen mit den physischen und organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen entsteht ein hohes Schutzniveau. Die nach ISO-Norm ISO/IEC 27001:2005[39] zertifizierten Rechenzentren fordern die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen. Diese Forderung trägt ebenfalls zum Datenschutz bei. Die Kopplung der Verschlüsselungsverfahren und der Sicherheitsmaßnahmen soll somit vor dem internen Datenmissbrauch schützen.[40]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Berechtigte Datenzugriffe der eGK[41]

3.2. Die eGK - sicherer als eine EC-Karte?

Mit dem Aufbau der TI werden neue Komponenten wie Kartenterminals und Konnektoren eingeführt. Diese sind weitaus sicherer als beispielsweis die EC-Terminals, mit denen die Verbraucher im Supermarkt oder an der Tankstelle bargeldlos bezahlen können.

Jeder eGK-Inhaber entscheidet individuell, welche Informationen auf der eGK hinterlegt werden. Ebenfalls kann der Versicherte mitbestimmen, welcher Arzt die auf der eGK gespeicherten Daten nutzen darf. Wenn Daten heruntergeladen werden sollen, greifen gleich mehrere Schutzmechanismen. Zunächst muss sich der Arzt mit seinem HBA und der dazugehörigen PIN beim Lesegerät anmelden. Ebenfalls meldet sich der Patient mit seiner eGK beim Lesegerät an. Darüber hinaus ist es erforderlich, dass beide ihre persönliche PIN-Nummer eingeben – wie bei einem Geldautomaten. Die NFD sind von diesem Schutzmechanismus ausgenommen und können somit schneller vom behandelnden Arzt eingesehen werden. Die Krankenkassen dürfen auf die vom Versicherten gespeicherten Informationen ohne Zustimmung des Versicherten nicht zugreifen. Die missbräuchliche Nutzung der eGK ist strafbar.

Im Vergleich zum bisherigen Umgang mit Patientendaten und bestehenden Sicherheitslücken der KVK, wird die Datensicherheit durch die eGK steigen.[42]

Zu den neuen Sicherheitsmerkmalen der eGK zählen beispielsweise das Foto, der PIN und das „Zwei-Schlüssel-Prinzip“ aus eGK und HBA. Diese sollen eine unberechtigte Inanspruchnahme sehr viel effektiver verhindern, als es bei den bestehenden Sicherheitsmerkmalen der bisherigen KVK möglich war.[43]

Die Abbildung 9 stellt die Entwicklung deutscher Ausweise dar und zeigt, dass neue elektronische Produkte ein höheres Maß an Sicherheit aufweisen. Die ausgeführten Umsetzungsergebnisse werden in Kapitel 4 näher beschrieben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Übersicht deutscher Ausweise[44]

3.3. eKiosk

Der Versicherte soll „Herr seiner Daten“ sein und bleiben. Diese Funktionen können über den eKiosk oder den eigenen Internetzugang wahrgenommen werden. Gemäß Gründungsmodernisierungsgesetz[45] soll der Inhaber der eGK erkennen können, wer auf seine Daten zugreifen kann. Zusätzlich wird es die Möglichkeit geben, bestimmte Daten auszublenden bzw. zu löschen. Damit auch die Inhaber der eGK ohne eigenen Internetzugang diese Versichertenrechte wahrnehmen können, werden so genannte eKioske zur Verfügung gestellt. Die eKioske stellen die Funktionalität zur Datenverwaltung in einer neutralen aber sicheren Arbeitsumgebung zur Verfügung. Ebenfalls soll der Versicherte auch die Berechtigungen verwalten können, die er einzelnen Leistungserbringern einräumen oder entziehen möchte.[46]

4. Umsetzungsphasen

4.1. Testlauf

Um das bundesweite Großprojekt eGK fließend durchführen zu können, wurden Testphasen in ausgewählten Testregionen durchgeführt. Dadurch konnten bisherige Funktionen überprüft und die hierbei ggf. auftretenden Problematiken vor Beginn des bundesweiten Rollouts behoben werden. Diese Feldtests waren ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg hin zur flächendeckenden Gesamteinführung der eGK.[47] Die gewonnenen Erkenntnisse konnten helfen, die Einführung der eGK für alle Beteiligten einfacher zu gestalten und das Gelingen des Großprojektes voranzutreiben.

Zu den Besonderheiten der eGK zählen die Pflichtanwendungen und die freiwilligen Anwendungen. Zunächst wurden die Pflichtanwendungen getestet. Dazu zählen die Übermittlung der eigenen Versichertendaten, der elektronische Transport eines Rezeptes und die Verwendung der EHIC. Später werden auch freiwillige Anwendungen, wie z. B. der NFD, der elektronische Arztbrief (eArztbrief), das Patientenfach, die Patientenquittung (EPQ), die Arzneimitteldokumentation (AMTS) und die elektronische Patientenakte (ePA) getestet. Eine der Grundvoraussetzungen für den Erfolg der eGK ist eine hohe Akzeptanz bei den Patienten.[48]

4.1.1. Testregionen

In insgesamt sieben Testregionen wurde die eGK seit 2006 bis 2010 erprobt.[49] Bis zu 10.000 Versicherte pro Testregion nahmen an dem Test unter realen Einsatzbedingungen teil.[50] Die teilnehmenden Versicherten erhielten zusätzlich zu ihrer KVK eine personalisierte eGK.

Die sieben Bundesländer, in denen es Testregionen für die eGK gab, sind:

- Baden-Württemberg,
- Bayern,
- Niedersachsen,
- Nordrhein-Westfalen,
- Rheinland-Pfalz,
- Sachsen und
- Schleswig-Holstein.[51]

Als ein Beispiel wird im Folgenden der Testbericht aus Bayern beschrieben.

Testbericht aus Bayern

Die Berichte aus den Testregionen zeigen offen und ehrlich die Schwierigkeiten auf, die es bei einem Projekt dieser Größenordnung gibt. Diese Offenheit wird als notwendig angesehen, um den wohl entscheidenden Faktor einer umfassenden Akzeptanz für die eGK herstellen zu können. Mit der Einführung der eGK wird das Versorgungssystem elektronisch und telematisch verändert werden.[52]

Die Ausstattung der Leistungserbringer mit elektronischen Arztausweisen und deren PINs gestaltete sich schwierig. Ebenfalls war die Anpassung der in der Testregion vorhandenen unterschiedlichen Praxisverwaltungssysteme in einigen Fällen noch nicht zu 100 Prozent abgeschlossen. Da die Krankenhausinformationssysteme (KIS) durch die Hersteller noch nicht ausreichend angepasst waren, konnten z. B. bei den Krankenhäusern im Raum Ingolstadt nur wenige elektronische Arztausweise beantragt werden.

Nach Angabe der Kostenträger verliefen die Versichertenakquise und die Ausgabe der eGK an die Versicherten reibungslos.

Die Aufnahme der NFD bereitete anfänglich Schwierigkeiten. So war die Erfassung der Angaben zu zeitaufwendig und die technischen Voraussetzungen, z. B. vorliegende PINs und Einwilligungen, noch nicht gegeben. Durch entsprechende Workshops wurde die Benutzerfreundlichkeit gefördert.[53] Dadurch konnte die Aufnahme von NFD auf den Gesundheitskarten im Testfeld in zufriedenstellendem Umfang realisiert werden.[54]

4.1.2. Nutzung des eRezeptes

Im Feldtest in Bayern kann die Anzahl von ausgestellten und eingelösten eRezepten als nicht zufriedenstellend bezeichnet werden, auch wenn keine Zahlen von Seiten der Gematik vorgegeben waren. Dieses Ergebnis ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Zum einen führte der Versicherte seine eGK nicht mit sich und konnte somit das eRezept in der Apotheke nicht einlösen. Zum anderen kam es zu „Streuverlusten“ zwischen Arztpraxen und Apotheken, da am Feldtest in Bayern nur 15 Apotheken beteiligt waren, in denen das eRezept eingelöst werden konnte. Des Weiteren bereitete der technische Einsatz im Alltagsbetrieb der Praxen Probleme.[55]

4.2. Meinungsbild

Die folgenden Aussagen von Versicherten spiegeln lediglich Auszüge aus dem Meinungsbild wider, das die Hochschule Heilbronn im Auftrag des Ministeriums für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg im sozialwissenschaftlichen Teil ihrer Begleitung der Testmaßnahmen in der Region Heilbronn erhoben hat.[56]

Versicherter, Contra:

„Ich glaube nicht, dass ich mit der elektronischen Gesundheitskarte zu Recht komme. Mein Gedächtnis ist mit dem Alter schlechter geworden, ich kann mir Geheimzahlen nicht merken. Mein Arzt kann mich deshalb nicht mehr richtig behandeln.“[57]

Versicherter, Pro:

„Ich sehe bei der elektronischen Gesundheitskarte für mich viele Vorteile. Ich glaube, dass ich dann noch besser behandelt werde. Vor allem habe ich mehr Einsicht in meine Gesundheitsdaten und kann meinen Behandlungsverlauf besser mitbestimmen. Überhaupt erledige ich im Alltag vieles elektronisch. Wichtig ist mir, dass meine Daten sicher sind.“[58]

Erkennbar sind Befürworter, aber auch Berührungsängste sowie klarer Widerstand gegenüber der Karte.[59] Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der gesetzlichen Krankenkassen von April 2008 kommen folgende Zahlen und Aussagen zustande:

- 60 Prozent der Versicherten haben schon von der eGK gehört.
- 73 Prozent der Versicherten wollen die Speicherung der NFD nutzen.
- 73 Prozent der Versicherten äußern allerdings auch Bedenken, dass die Daten auf der eGK von unberechtigten Personen eingesehen und missbraucht werden können.
- 75 Prozent der Versicherten bevorzugen lieber eine Komplettversion, die ggf. später eingeführt wird, als die schnelle Einführung einer Basisversion.[60]

Trotz vieler Bedenken und geringen Kenntnissen wird die Einführung der eGK von den Versicherten befürwortet (70 Prozent).

Das Kapitel 6.1. gibt einen Einblick in die Meinungen anderer Beteiligter.

4.3. Technische Umsetzung

Die erwarteten Probleme des eGK-Projektes lagen vor allem in der technischen Umsetzung und haben sich auch in der Anfangsphase der Tests bestätigt. Das mit der Einführung der eGK entstehende Gesundheitssystem beinhaltet völlig neue Verfahren und neue Technik. Diese wurden in der Testphase überprüft und bis zur bundesweiten Einführung der eGK optimiert.[61]

Die Beurteilung und Auswertung der Testphase wurde dadurch erschwert, dass keine umfassenden Altersangaben der Testpersonen vorlagen. Es macht einen Unterschied, ob sich die Mehrzahl der Testpersonen in einem Alter befinden, wo rein statistisch die Anzahl der Arztbesuche zwar höher, die Neigung und die Fähigkeit zum Umgang mit neuen technischen Verfahren dafür in der Regel aber geringer ausgeprägt ist, oder ob es sich im Vergleich um jüngere Testpersonen handelt, die durchschnittlich seltener zum Arzt gehen. Konkrete Auswirkungen ergeben sich z. B. bei der PIN-Eingabe. Hier stellt sich vor allem für ältere und besonders kranke Menschen die Frage, wie sie sich zum einen die PIN merken und zum anderen diese im geforderten Zeitrahmen, eingeben können. Zumindest für die Phase der Testmaßnahmen erschien es gerechtfertigt, wenn die PIN-Eingabe durch den Arzt erfolgt. Dieser darf dann die PIN einerseits in seiner Privatärztliche Verrechnungsstelle (PVS) speichern und sie andererseits, wie die sonstigen medizinischen Daten auch, keinem Unbefugten zugänglich machen.[62]

4.4. Problemfelder

Die eGK ragt in drei Problemfelder mittelbar oder unmittelbar hinein: den Kostenfaktor, die Demographie und die Datenspeicherung. Diese werden in den nachfolgenden Kapiteln erläutert.[63]

4.4.1. Kostenfaktor

Der Kostenfaktor im Gesundheits- und Sozialsystem ist spürbar. Beispiele liefern die Debatten über Beitragssatzanpassungen in der GKV. Wird die eGK zielorientiert eingesetzt, kann dieses Projekt einen positiven Effekt auf die Kosten im Gesundheitswesen bewirken.[64]

4.4.2. Demographie

Die deutsche Bevölkerung altert. Die Prognosen in der Abbildung 10 zeigen, dass die Anzahl der Menschen im Alter von 15 bis 64 Jahren von jetzt etwa 56 Mio. bis 2030 auf rund 49 Mio. sinken wird. Die Anzahl der 65jährigen und Älteren hingegen wird von 13,5 Mio. auf 22 Mio. steigen.[65]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 11: Alter der deutschen Bevölkerung[66]

Im Sinne der alternden Patientinnen und Patienten können ausgewählte telematische Anwendungen effizient eingesetzt werden.[67]

4.4.3. Datenspeicherung

Der Datenspeicherung wird nach wie vor grundsätzlich mit einer kritischen Skepsis begegnet, was insbesondere für gesundheitsrelevante Daten gilt.[68] Um das erkennbare Potential von Telematik dennoch zu sichern und die eGK zu implementieren, sind gerade in diesem Zusammenhang der Datenschutz und die Akzeptanz bedeutend wichtig. Die Sicherheitsbestimmungen der eGK und des HBA sollen das offensichtliche Misstrauen auflösen. Die Akzeptanz für das eGK-System ist erforderlich, um alle Anwendungsmöglichkeiten der eGK nutzen und das Gelingen des Großprojektes festigen zu können.[69]

Entscheidende Voraussetzungen für die gewünschte Qualitätssteigerungen und Ablauf-optimierungen im Versorgungsalltag ist eine benutzerfreundliche, modular erweiterte, entwicklungsoffene, datensichere, akzeptierte und sektorübergreifende IT-Plattform. Diese Plattform wird für die Leistungsbringer aller Sektoren, inklusive des medizinischen Personals sowie der Kostenträger, erstellt.[70]

4.5. Fazit Feldtest

Der Feldtest und die Befragungen der Beteiligten zeigen, dass die Qualität des Projektes und die letztlichen Nutzungsmöglichkeiten jedes einzelnen, wichtiger sind, als die Geschwindigkeit, in der das Projekt abgewickelt wird. Die Akzeptanz bleibt ein Schlüsselthema beim sektorübergreifenden Aufbau der Telematikplattform. Die in den Testregionen gewonnenen Ergebnisse und Erkenntnisse werden in das Projekt eingearbeitet, um die Gestaltung des späteren Rollouts zu optimieren. Die aufgetretenen Problematiken gilt es zu beheben und Lösungsmaßnahmen in das Projekt einzuarbeiten. Weiterhin ist das Projekt auch nach dem Test konstruktiv und zielführend zu begleiten.[71]

5. Zeitlicher und monetärer Soll-/Ist-Vergleich

Bereits im Januar 2006 sollte die eGK die bisherige KVK ersetzen. Das war die erklärte Absicht der Bundesregierung, die mit dieser Karte ein verknüpfendes und integrierendes Element für eine flächendeckende TI im Gesundheitswesen etablieren will.[72] Warum die eGK schließlich erst ab Herbst 2011 eingeführt wurde und welche Besonderheiten oder Fragestellungen es im Hinblick auf die Kosten und den Nutzen der eGK gibt, ist Thema dieses Kapitels.

5.1. Zeitraum

5.1.1. Rückblick

Die Phasen zur Einführung der eGK wurden immer wieder neu geplant, wobei es mehrere Stichtage zur bundesweiten Einführung gab. Im Zuge der geplanten Neuerung im Gesundheitswesen mussten zunächst Voraussetzungen geschaffen werden. Im Folgenden werden die wichtigsten Schritte aufgezählt:

[...]


[1] Südwestrundfunk (2011), Seite 1

[2] Vgl. Mohr (2010), Seite 83

[3] Vgl. Mohr (2010), Seite 89

[4] Vgl. § 291a SGB V

[5] Vgl. Bauer/Bergen/Förster/Resch (2008), Seite 3

[6] Vgl. Kassenärztliche Bundesvereinigung (2011), Seite 1

[7] Vgl. Bales (2006), Seite 5

[8] Quelle: PAV GmbH (2011), Seite 5

[9] Quelle: PAV GmbH (2011), Seite 5

[10] Vgl. BKK Pfaff (o.J.), Seite 3

[11] Quelle: AOK (o.J.), ohne Seite

[12] Vgl. Bales (2006), Seite 5

[13] Vgl. Thielke (1994), Seite 1

[14] Vgl. Bales (2006), Seite 5

[15] Vgl. Techniker Krankenkasse (2009), Seite 1

[16] Quelle: Bundesministerium für Gesundheit (2011), Seite 1

[17] Quelle: IKK Nord (o.J.), ohne Seite

[18] Vgl. Barmer GEK (o.J.), Seite 2

[19] Vgl. Barmer GEK (o.J.), Seite 2

[20] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Vorwort

[21] Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Bauer/Bergen/Förster/Resch (2008), Seite 4

[22] Vgl. § 291 b SGB V

[23] Vgl. Gematik (o.J. a), Seite 1

[24] KV Telematik ARGE (o.J.), Seite 1

[25] Gematik (o.J. b), Seite 1

[26] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 11

[27] Vgl. Bales (2006), Seite 3

[28] Vgl. Flügge (2007), Seite 16

[29] Vgl. Flügge (2007), Seite 16

[30] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 81

[31] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 117

[32] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 81

[33] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 117

[34] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 11

[35] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 11

[36] Quelle: Gesundheitskarte Schleswig-Holstein (o.J. a), ohne Seite

[37] Vgl. GVG, Band 63 (2009), Seite 35

[38] Vgl. GVG, Band 63 (2009), Seite 35

[39] Vgl. BITMARCK (o.J.), Seite 1

[40] Vgl. GVG, Band 63 (2009), Seite 35

[41] Quelle: Gesundheitskarte Schleswig-Holstein (o.J. b), ohne Seite

[42] Vgl. GVG, Band 63 (2009), Seite 35

[43] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 117

[44] Quelle: BITKOM (o.J.), ohne Seite

[45] Vgl. § 291a SGB V

[46] Vgl. Bauer/Bergen/Förster/Resch (2008), Seite 3

[47] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Vorwort

[48] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 81

[49] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Vorwort

[50] Vgl. Gesundheitskarte Rheinland-Pfalz (2011), Seite 1

[51] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Vorwort

[52] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 14

[53] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 58

[54] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 56

[55] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 56

[56] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 36

[57] GVG, Band 62 (2009), Seite 36

[58] GVG, Band 62 (2009), Seite 36

[59] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 36

[60] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 19

[61] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 56

[62] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 133

[63] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 12

[64] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 12

[65] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 12

[66] Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an GVG, Band 62 (2009), Seite 12

[67] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 12

[68] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 88

[69] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 88

[70] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 13

[71] Vgl. GVG, Band 62 (2009), Seite 19

[72] Vgl. Goetz (2004), Seite 9

Details

Seiten
59
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656112990
ISBN (Buch)
9783656113423
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187516
Institution / Hochschule
Wirtschaftsakademie Hamburg
Note
1,3
Schlagworte
KK Chancen und Risiken Gesundheitsmarkt eGK Krankenkasse elektronische Gesundheitskarte

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Titel: Die elektronische Gesundheitskarte - Chancen und Risiken