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Die Kooperation der Privatwirtschaft mit dem nationalsozialistischen Regime

Am Beispiel der IG-Farben in Auschwitz

Hausarbeit 2008 17 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kooperation zwischen der IG- Farben in Auschwitz mit dem Nationalsozialismus
2.1. Warum Auschwitz? – Chronologie und Auswahlkriterien des Werkbaus der IG- Farben
2.2. Die IG- Farben ebnet sich den Weg im Nationalsozialismus
2.3. Die Zusammenarbeit der IG- Auschwitz mit dem NS- Regime
2.4. Schuld oder Unschuld?, die IG- Farben müssen Verantwortung tragen

3 Zusammenfassung

4 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Dies ist ein Staatsgeheimnis“. So lautet der erste Satz der Nachricht des Aufsichtsratsvorsitzenden Carl Krauchs der IG- Farben an den Betriebsführer der IG- Farben in Auschwitz Otto Ambros vom 7. März 1941. Dieser Satz spiegelt nicht nur die Wichtigkeit des Inhalts und dessen Geheimhaltung wider, sondern zeigt eindeutig auf, dass ein internes

IG- Schreiben die betriebliche Ebene überschritten und die staatliche Ebene erreicht hat.

Der Brief beinhaltet erste Maßnahmen, welche die Zusammenarbeit der IG- Farben und der SS in Auschwitz sowie den Bau eines Bunawerkes in dieser polnischen Stadt, regeln soll.

Doch wie kam es dazu, dass die IG- Farben in den Osten expandierte? Welche Motive bewegten den Chemiekonzern die größte Fabrik ihrer Firmengeschichte in Auschwitz zu errichten? Hat jene, die in dem Schreiben bereits angedeutete Zusammenarbeit mit dem NS- Regime wirklich stattgefunden? Wenn ja, wie äußerte sich jene Kooperation mit den Nationalsozialisten und in welcher Form wirkten sich eine mögliche Beziehung auf die Arbeit in Auschwitz aus? Kann die IG- Farben demnach für die im Auschwitzkomplex stattgefundenen Verbrechen verantwortlich gemacht werden?

Um jene Fragen beantworten zu können, soll in dieser Hausarbeit zunächst erläutert werden, welche Auswahlkriterien die IG- Farben für den Bau eines Werkes in Auschwitz getroffen hat und wie das Projekt in den Jahren von 1941 bis 1945 verwirklicht werden konnte.

Folgend soll nachgewiesen werden, inwiefern eine Kooperation zwischen der IG- Farben und dem Nationalsozialismus mit besonderer Betrachtung auf Auschwitz stattgefunden hat.

Anschließend soll die Stellung der IG- Farben im Nationalsozialismus und der Anteil des Konzerns an die in Auschwitz stattgefundenen Verbrechen betrachtet werden.

Letzteres soll unter Bezugnahme der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse und der ordentlichen Prozesse durch Privatpersonen erfolgen.

2 Kooperation zwischen der IG- Farben in Auschwitz mit dem Nationalsozialismus

2.1. Warum Auschwitz? – Chronologie und Auswahlkriterien des Werkbaus der IG- Farben

Nachdem die polnische Hauptstadt Warschau am 28. September 1939 die Kapitulation gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland unterzeichnet hatte, erstreckte sich das deutsche Großreich bis weit in den Osten.

Diese Expansion bedeutete nicht nur eine „Erweiterung des Lebensraumes im Osten“, wie es Hitler nannte, sondern auch die Möglichkeit für deutsche Wirtschaftsunternehmen ihren Profit zu steigern.

Viele Firmen konnten durch die Eroberungen der deutschen Wehrmacht neue und größere Absatzmärkte erschließen und billige Rohstoffe sowie Arbeitskräfte erlangen.

Die IG- Farben war eines dieser Unternehmen und hatte sich seit 1934 auf die Herstellung von künstlichem Gummi (Buna) aus Kohle spezialisiert.[1]

Aufgrund der vom NS- Regime durchgeführten Politik der Autarkie konnte die hohe Nachfrage nach Buna im Zweiten Weltkrieg durch die IG- Farben- Werke in Schkopau und Hüls nicht mehr bewältigt werden.[2] Daraufhin beschloss die Konzernleitung auf Drängen der Regierung zur Einhaltung des Vier- Jahresplans den Bau von zwei weiteren Fabriken.[3]

Konnte der Standort des ersten Werkes in Ludwigshafen schnell festgelegt werden, nahm die Ermittlung des Baugrundes für das zweite Werke mehr Zeit in Anspruch.[4]

Der IG- Kautschukexperte Otto Ambros wurde am 15. Dezember nach Schlesien gesandt, um erneut nach einem geeigneten Standort in dieser Region zu suchen. Er entschied sich aus vier möglichen Standorten für die Feldmark Monowitz. Diese Entscheidung fiel auf das fünf Kilometer östlich von Auschwitz gelegene Löß- Plateau, da es über unerschöpfliche Wasserressourcen und Transportwege durch die Flüsse Weichsel, Sola und Przemsa sowie über Steinkohlereserven in der nahe gelegenen Fürstengrube verfügt. Des Weiteren war eine gute infrastrukturelle Anbindung durch eine Autobahn und die Reichsbahn in das Altreich geschaffen worden.[5]

Die Beschaffung von Zwangsarbeitern aus dem von der SS geleiteten Konzentrationslager in Auschwitz für den Bau des IG- Werkes stand erst später zur Debatte und kann nicht als primäres Auswahlkriterium verstanden werden. Obschon die Kosten für den Neubau der Bunafabrik in Monowitz die eines Ausbaus des Werkes in Hüls um ein dreifaches überstiegen, entschieden sich Carl Krauch, Otto Ambros und Fritz ter Meer auf Grund der letztgenannten Vorteile für Auschwitz- Monowitz.

Die Formalitäten waren geklärt und der Bau des Werkes in Auschwitz- Monowitz konnte beginnen.

In dem darauf folgenden Jahr behinderten Baumaterialmangel, das Ausbleiben von sowjetischen Kriegsgefangenen und der verminderte Einsatz von Zwangsarbeitern, da wenig Wachpersonal und Sicherheitseinrichtungen vorhanden waren, den Bau des Fabrikgeländes erheblich.[6] Nachdem im Frühjahr 1942 die Organisation Todt in Eigeninitiative den Bau eines Bahnhofes, einer Müllhalde, der Wasserwerke und kleiner IG- zugehörender Rüstungsbetriebe übernahm, konnte ebenfalls der Aufbau der IG- Bunafabrik vorangetrieben werden. Die Zahl der Arbeiter stieg von 5000 auf 11200 an, wobei bereits ein Sechstel der Gesamtzahl Zwangsarbeiter aus dem Konzentrationslager Auschwitz ausmachten.[7]

Die eigentliche Montage der Fabrik begann erst am 3. November des Jahres 1942.[8]

Ein halbes Jahr später nahm die Methanolfabrik der IG- Farben ihren Produktionsprozess auf. Im Frühjahr des darauf folgenden Jahres 1944 waren fast alle Anlagen der IG- Farben einsatzbereit. Die eigentliche Anlage zur Bunaherstellung konnte trotz der 30000 Arbeitskräfte, wobei sich die Anzahl der Zwangsarbeiter nun auf 10000 Mann berief, noch nicht in Betrieb genommen werden.[9] Die zunehmend schlechter werdende Kriegslage, welche sich durch stattfindende Luftangriffe der Alliierten am 20. August, 13. September und 18. und 26. Dezember und die immer näher rückende Sowjetarmee bemerkbar machte, ließ eine planmäßige Fertigstellung der Fabrik in weite Ferne rücken und bedeutete bereits zu diesem Zeitpunkt einen hohen wirtschaftlichen Verlust für die IG- Farben.

Die Ostexpansion der IG wurde unmissverständlich zur Farce, als die SS am 19. Januar die Evakuierung des Auschwitzkomplexes anordnete. Das Primärziel, Gummi herzustellen, blieb unerreicht, als man die Fabrikanlagen demontierte und zerstörte, um sie nicht den herankommenden Sowjettruppen übergeben zu müssen.[10]

Nachdem in diesem Kapitel geklärt wurde, welche Aspekte die IG- Farben bewegt haben ein Bunawerk in Auschwitz- Monowitz zu bauen und ein kurzer chronologischer Abriss über jenen Bau gegeben wurde, soll im darauf folgenden Abschnitt die Hauptfrage, inwiefern eine Kooperation zwischen den IG- Farben und dem nationalsozialistischen Regime stattgefunden hat, geklärt werden.

2.2. Die IG- Farben ebnet sich den Weg im Nationalsozialismus

Adolf Hitler infiltrierte durch den Prozess der Gleichschaltung in den Jahren von 1933 bis 1945 weitest gehend seine nationalsozialistische Ideologie in alle Bereiche des menschlichen Zusammenlebens. Dass die deutsche Wirtschaft einer dieser Bereiche war, ist beispielsweise durch die eigens gegründete Volkswagenwerk GmbH und die Reichswerke „Hermann Göring“ eindeutig belegt und unumstritten.[11]

Als Hitler am 26. August 1936 die „Geheime Denkschrift“ präsentierte, in welcher der Vier- Jahresplan festlegte, dass die deutsche Wirtschaft in vier Jahren kriegsfähig sein solle, bedeutete dies auch für viele Privatunternehmen profitable Gewinne. Der Plan unterstützte

neben der Kohle- und Eisen- zu 90 Prozent die Chemie- Industrie, wobei wiederum die IG- Farben mit einem Anteil von 72,7% die meisten Zuschüsse bekommen sollte.[12]

Dies hatte zur Folge, dass die IG zunehmend in die Erforschung kriegsrelevanter Produkte investierte und einen militärischen Charakter bekam. Eine eigens durch das Reichswehrministerium für die Verbindung zwischen den Direktoren der IG- Farben und den Wehrmachtsoffizieren eingerichtete Vermittlungsstelle „W“ und die Umkehrung der prozentualen Anteile von „friedens- auf kriegswirtschaftliche“ - Produkte sind eindeutige Beweise für jene Entwicklung.[13]

Eine unmittelbare Folge dieser Produktionsumstellung ist der Anstieg des Bruttogewinns des IG-Konzerns in den Jahren von 1932 bis 1943 um das sechzehnfache und wird als Motor für die weitere Zusammenarbeit angesehen.[14]

Jenes Geld wurde unter anderem in die Finanzierung des Bunawerkes in Monowitz investiert.

Der hohe Gewinn war jedoch nicht das einzige Anzeichen für eine Kooperation zwischen dem NS- Regime und den IG-Farben. Bereits 1933, dem Jahr der „Machtergreifung der Nazis“, unterzeichnete der Gründer der IG- Farben Carl Bosch den Benzinabsatz- und Preisgarantiepakt mit der NS- Regierung und sicherte dem Konzern die Monopolstellung in der deutschen Benzinsynthese.[15]

Die Benzinsynthese wurde für die IG-Farben noch profitabler, als eine Subvention der Nationalsozialisten die Einfuhrzölle für Naturbenzin zur Stärkung des Autarkiegedankens erhöhte und Kunstbenzin zu einem konkurrenzfähigen Produkt wurde.

Der Betrieb zementierte seine primäre Stellung im Nationalsozialismus durch Spenden an die NSDAP im Wert von 2 Millionen Reichsmark.[16]

Des Weiteren war die IG- Farben durch ihren gut funktionierenden Exportmarkt der beste Devisenbringer für das Dritte Reich und nahm in dem Jahr 1938 420 Millionen Reichsmark ein.

Das Dritte Reich revanchierte sich für den hohen Auslandsabsatz in Form eines Reichsdarlehens von 80 Millionen Reichsmark für die Neuerrichtung des Bunawerkes in Schkopau.[17]

Auch der Manager der IG- Farben Carl Krauch und der Nachfolger des verstorbenen Vorstandsvorsitzenden Carl Bosch Hermann Schmitz waren Mitglieder der NSDAP und symbolisierten treffend eine „Nazifizierung“ des IG- Betriebes.

Die aus jenen Gründen resultierende hohe Stellung der IG für den Nationalsozialismus und umgekehrt, muss als Grundvoraussetzung für den Bau des IG- Farbenwerkes in Auschwitz- Monowitz und für eine Festigung der Zusammenarbeit angesehen werden.

Diese Zusammenarbeit soll im folgenden Abschnitt genauer behandelt werden.

2.3. Die Zusammenarbeit der IG- Auschwitz mit dem NS- Regime

Das von der IG- Farben für ein Bunawerk in Betracht gezogene Gebiet um Auschwitz wies, wie bereits erwähnt, die Besonderheit auf, dass dort ein Konzentrationslager existierte.

Jenes Konzentrationslager unterstand dem Reichsführer SS mit der Zielsetzung zur „Festigung des deutschen Volkstums“ und machte Himmler ab Mitte Februar 1941 zum primären Ansprechpartner für die IG- Farben in Sachen Auschwitz.

Da eine schnelle Fertigstellung des Werkes den Interessen beider Parteien entsprach, kam es zur ersten offiziellen Unterstützung der IG- Auschwitz durch die SS am 18. Februar 1941, indem der Beauftragte des Vier- Jahresplans Hermann Göring das Schreiben „Bevölkerungspolitische Maßnahmen für das Buna- Werk Auschwitz in Oberschlesien“ an Himmler schickte.[18]

Zu jenen bevölkerungspolitischen Maßnahmen gehörten die Zwangsaussiedlung der Bewohner von Auschwitz und die Bereitstellung der Wohnungen für die Bauarbeiterschaft des Bunawerkes, der Einsatz von in Auschwitz angesiedelten Polen und Konzentrationslagerhäftlingen als Arbeiter für das Bunawerk, die Einigung auf eine umfangreiche Unterstützung durch das Verwaltungsamt V. und W. und die Festlegung des SS- Gruppenführers Wolf als Verbindungsmann zwischen dem Werk Auschwitz und Heinrich Himmler.[19]

Die beiden letztgenannten Punkte sprechen eindeutig dafür, dass eine Zusammenarbeit zwischen Betrieb und Reichsregierung bzw. der SS stattfinden würde.

Aus jener Kooperation entwickelte sich eine Beziehung der besonderen Art, wie sie Otto Ambros in einem Brief an ter Meer am 12. April 1941 folgendermaßen beschreibt:

„...gewisse Widerstände mit kleinen Amtsschimmeln konnten schnell beseitigt werden. Dr. Eckell hat sich dabei sehr bewährt und außerdem wirkt sich unsere neue Freundschaft mit der SS sehr segensreich aus.“[20] [21]

Bereits im Sommer 1940 begann die zunächst eher nüchterne Zusammenarbeit zwischen IG- Leitung und SS.

Nachdem Polen erobert wurde, annektierte das Deutsche Reich die polnischen Gebiete und eignete sich ansässige Firmen an. Letztere wurden ausgebeutet, durch die SS zugehörende Hauptreuhandstelle- Ost verwaltet und später an die Privatwirtschaft profitabel verkauft. Der IG- Konzern interessierte sich für ein Boruta- Werk und es folgten Verhandlungen mit der HTO.

Dies beschreibt Richard Sasuly treffend mit folgenden Worten:

„Zum ersten Mal hatte es die IG mit SS- Leuten anstatt mit Bankiers zu tun.“[22]

Nach anderthalb Jahren konnten die Verhandlungen der beiden Parteien abgeschlossen werden, indem der HTO Schmiergelder in ungewisser Höhe bezahlt wurden.

Die von der IG- Leitung an Hitler für einen gut verlaufenden Polenfeldzug gespendete halbe Million Reichsmark schmierten ebenso die Beziehungen zwischen NS- Regime und IG-Konzern.[23]

Weitaus bedeutender, als die Unterstützung der SS im Umgang mit den gegenwärtigen Behörden, wie das HTO oder die Verwaltungsstellen V und W, war die von Himmler zugesprochene Abstellung billiger Arbeitskräfte aus dem KZ- Auschwitz an die IG- Farben.

Aufgrund des hohen Druckes auf die IG-Farben durch die NS- Regierung, die eine schnelle Fertigstellung des Werkes und eine effektive Bunaproduktion forderten, ließ sich der Chemiekonzern auf das Geschäft mit den billigen Arbeitskräften ein.

Durch die neue Strategie des NS- Regimes den freien Arbeitsmarkt abzuschaffen, war die IG- Farben regelrecht gezwungen, Zwangsarbeiter einzusetzen.

Durch jene Veränderung entwickelte sich der Betrieb in den Folgejahren nach 1941 zum größten Arbeitgeber für KZ- Häftlinge.[24]

Ein „Vermietservice von Zwangsarbeitern“ zwischen der IG- Auschwitz und der SS entstand, in welchem die IG- Farben durchschnittlich 5,30 Reichsmark für einen gelernten Facharbeiter und 3-4 Reichsmark für einen ungelernten Arbeiter pro Tag an die SS zahlte.[25]

Dieses Verpachtungssystem brachte der SS allein durch Zahlungen der IG- Farben im Zweiten Weltkrieg über Zwanzig Millionen Reichsmark an zusätzlichen Einnahmen ein.[26]

Jene unfreiwilligen Arbeiter kamen jedoch nicht nur aus Schlesien, sondern wurden auch aus dem deutschen Altreich „importiert“. Der Justizminister Otto Thierack beschloss bereits im September 1942 mit Himmler die „Auslieferung asozialer Elemente aus dem Strafvollzug an den Reichsführer SS“.

Außerdem sollten verhaftete und alle neu verhaftete Juden direkt nach Auschwitz zur „Vernichtung durch Arbeit“ deportiert werden.[27] Ein System der Arbeiterbeschaffung zwischen Justizministerium, SS und Privatwirtschaft entstand.

Der Konzern steigerte seinen Profit zusätzlich, indem keinerlei Ausgaben für die Zahlung von Kranken- und Rentenversicherung sowie Urlaubs- und Überstundengeld anstanden.

Ab 1943 übernahm die IG die Unterbringung und Verpflegung der Zwangsarbeiter sowie anstehende Hygienemaßnahmen von der SS, um weitere Einsparungen vornehmen zu können.

Die Folgen jener Einsparungen waren Unterernährung, Bauchtyphus und Erfrierungen bei den Häftlingen und eine dreifache Überbelegung der Betten.[28]

Aus dem daraus entstehenden hohen körperlichen Verfall der Insassen, kam es zu ersten systematischen Selektionen und es entwickelte sich die bereits angesprochene Todesmaschinerie zwischen Auschwitz, Monowitz und Birkenau.[29]

Durch die Kombination von Zwangsarbeitern mit freien Lohnarbeitern, die sowohl aus dem Deutschen Reich als auch aus dem europäischen Ausland kamen, entstand ein Pilotprojekt von moralischster Verwerflichkeit, unmenschlicher Radikalität und welthistorischer Reichweite.[30]

Die IG- Farbenindustrie genoss nicht nur bei der Beschaffung billiger Arbeitskräfte und bei den Verhandlungen mit den gegenwärtigen Ämtern eine Primärstellung.

[...]


[1] Mehr zu diesen Thema in der Monographie: Hayes, Peter: Die IG- Farben und die Zwangsarbeit von KZ- Häftlingen um Werk Auschwitz. In: Kaienburg, Hermann (Hrsg.): Konzentrationslager und die deutsche Wirtschaft 1939- 1945.Opladen 1996, S.132.

[2] Der Autarkiegedanke beruhte auf russische und italienische Vorbilder und strebt eine Art der Planwirtschaft an.

Reichelt, W.-O.: Das Erbe der IG- Farben. Düsseldorf 1956, S. 38.

[3] Genauere Informationen zu dem Auftrag der Regierung in Form des Vier- Jahresplans in folgender Literatur. Roth, Karl Heinz: I.G. Auschwitz. In: Hamburger Stiftung zur Förderung von Wirtschaft und Kultur (Hrsg.): Deutsche Wirtschaft, Zwangsarbeit von KZ- Häftlingen für Industrie und Behörden. Hamburg 1991. S. 80.

[4] Man hatte sich zunächst auf den Bau des Werkes in Rattwitz in der Nähe von Breslau geeinigt. Verschiedene wirtschaftliche und militärische Strategien der IG- Leitung verwarfen diesen Plan und es kam zu Verzögerungen bis der Bau in Auschwitz beginnen konnte. Informationen zu dieser Problematik im folgenden Aufsatz: Hayes, Peter: Die IG- Farben und die Zwangsarbeit von KZ- Häftlingen um Werk Auschwitz. In: Kaienburg, Hermann (Hrsg.): Konzentrationslager und die deutsche Wirtschaft 1939- 1945.Opladen 1996, S.133-134.

[5] Jene Gründe werden in folgender Literatur erläutert: Coordination gegen Bayer- Gefahren e.V./CGB (Hrsg.): IG Farben- Von Anilin bis Zwangsarbeit. Stuttgart 1995, S. 76.

[6] Probleme, welche in dieser Zeit das Vorschreiten des Baus erheblich behinderten sind in jener Literatur verzeichnet: Hayes, Peter: Die IG- Farben und die Zwangsarbeit von KZ- Häftlingen um Werk Auschwitz. In: Kaienburg, Hermann (Hrsg.): Konzentrationslager und die deutsche Wirtschaft 1939- 1945.Opladen 1996, S.134.

[7] Eine ausführliche Zusammensetzung der Arbeiter der Bunafabrik kann würde den Rahmen der Seminararbeit sprengen und kann nicht besprochen werden. Informationen zu diesem Thema sind im folgenden Aufsatz enthalten: Roth, Karl Heinz: I.G. Auschwitz. In: Hamburger Stiftung zur Förderung von Wirtschaft und Kultur (Hrsg.): Deutsche Wirtschaft, Zwangsarbeit von KZ- Häftlingen für Industrie und Behörden. Hamburg 1991. S. 86-88.

[8] Baumaterialmangel, der Ausbruch einer Typhusepidemie im Stammlager, Widerstand von freiwilligen Arbeitern auf Grund schlechtester Arbeits- und Wohnbedingungen sowie der immer noch vorherrschende Wachpersonalmangel beeinträchtigten den Werkbau erheblich. Die fünf- kilometerlangen Märsche der KZ- Insassen vom Stammlager Auschwitz bis zum Baugelände in Monowitz bedeuteten einen hohen Zeit- und Energieverlust, woraufhin man den Bau eines weiteren Außenlagers in Monowitz beschloss.

Aus diesem Lagersystem entstand die berühmte Todesmaschinerie, in der über 23.000 Zwangsarbeiter zwischen der Rampe im Vernichtungslager Birkenau, dem Stammlager Auschwitz und dem Arbeitslager Monowitz starben. Eine detaillierte Beschreibung dieses Prozesses erfolgt im folgenden Aufsatz: Hayes, Peter: Die IG- Farben und die Zwangsarbeit von KZ- Häftlingen um Werk Auschwitz. In: Kaienburg, Hermann (Hrsg.): Konzentrationslager und die deutsche Wirtschaft 1939- 1945.Opladen 1996, S.144.

[9] Hayes, Peter: Die IG- Farben und die Zwangsarbeit von KZ- Häftlingen um Werk Auschwitz. In: Kaienburg, Hermann (Hrsg.): Konzentrationslager und die deutsche Wirtschaft 1939- 1945.Opladen 1996, S.143.

[10] Ebd., S.148.

[11] Mehr zu der Geschichte des Volkswagenwerkes im 3. Reich in folgender Monografie: Hans Mommsen: Das Volkswagenwerk und seine Arbeiter im Dritten Reich. Düsseldorf 1997.

Informationen zu den Reichswerken „Hermann Göring“ in folgender Literatur: Wysocki, Gerd: Arbeit, Sozialpolitik und staatspolizeiliche Repression bei den Reichswerken "Hermann Göring" im Salzgitter. In: Kaienburg, Hermann (Hrsg.): Konzentrationslager und die deutsche Wirtschaft 1939- 1945.Opladen 1996,

S. 113-125.

[12] Aufgrund der großen Unterstützung des Betriebes erhielt der Vier- Jahresplan beiläufig den Namen IG-Plan. Coordination gegen Bayer- Gefahren e.V./CGB (Hrsg.): IG Farben- Von Anilin bis Zwangsarbeit. Stuttgart 1995, S. 62.

[13] Die Vermittlungsstelle „W“ Weitere Informationen zu der Vermittlungsstelle „W“ in folgender Monografie: Sasuly, Richard: IG Farben. Berlin 1952, S. 130-131.

Die Pharma-, Foto-, Farbstoffe und Kunstdünger- Industrie der IG- Farben besaßen 1933 einen Anteil von 71% der Gesamtumsätze. 1943 nahm die Buna, Benzin, Schwer und Leichtmetallindustrie der IG- Farben diesen prozentualen Anteil ein. Hayes, Peter: Die I.G.- Farbenindustrie. In: Gall, Lothar; Pohl, Manfred (Hrsg.):

Unternehmen im Nationalsozialismus. München 1998, S. 114.

[14] Neben der Produktionsumstellung steigerten weitere Maßnahmen der Hitlerdiktatur die Produktivität des Betriebs, indem Arbeiterstreiks verboten, die 60- Stundenwoche und ein niedriges Reallohnniveau festgelegt wurden. Sasuly, Richard: IG Farben. Berlin 1952, S. 133-134.

[15] Eine ausführlichere Beschreibung der ursprünglichen Meinung von Carl Bosch gegenüber den Nationalsozialisten erfolgt in jenen Aufsatz: Hayes, Peter: Die I.G.- Farbenindustrie. In: Gall, Lothar; Pohl, Manfred (Hrsg.): Unternehmen im Nationalsozialismus. München 1998.S.112.

[16] Ebd., S. 114.

[17] Das Reich, Banken, Preußen und die IG- Farben selbst finanzierten zusätzlich das Bunawerk in Hüls. Reichelt, W.-O.: Das Erbe der IG- Farben. Düsseldorf 1956, S. 39.

[18] Mehr zu jenen Schreiben und den Inhalt der bevölkerungspolitischen Maßnahmen ist in folgenden Aufsatz beschrieben: Roth, Karl Heinz: I.G. Auschwitz. In: Hamburger Stiftung zur Förderung von Wirtschaft und Kultur (Hrsg.): Deutsche Wirtschaft, Zwangsarbeit von KZ- Häftlingen für Industrie und Behörden. Hamburg 1991. S. 83.

[19] Ebd., S. 84.

[20] Amtschimmel bezeichnet kritisch den Ausdruck einer übermäßigen Bürokratie.

[21] Das gesamte Dokument findet sich in folgender Literatur wieder: Coordination gegen Bayer- Gefahren e.V./CGB (Hrsg.): IG Farben- Von Anilin bis Zwangsarbeit. Stuttgart 1995, S. 80.

[22] Vgl. Sasuly, Richard: IG Farben. Berlin 1952, S. 142.

[23] Ebd., S.135.

[24] Vgl. Sator, Klaus: Großkapital im Faschismus z.B. IG- Farben. Frankfurt am Main 1987, S. 63.

[25] Ebd., S. 64.

[26] Vgl. Hayes, Peter: Die IG- Farben und die Zwangsarbeit von KZ- Häftlingen um Werk Auschwitz. In: Kaienburg, Hermann (Hrsg.): Konzentrationslager und die deutsche Wirtschaft 1939- 1945.Opladen 1996, S.145.

Eine genaue Kalkulation über den verleih von KZ- Häftlingen an die Industrie befindet sich in folgender Monographie: Coordination gegen Bayer- Gefahren e.V./CGB (Hrsg.): IG Farben- Von Anilin bis Zwangsarbeit. Stuttgart 1995, S. 78.

[27] Jener Beschluss wird in jener Monographie genannt: Gruner, Wolf: Der geschlossene Arbeitseinsatz deutscher Juden, Zur Zwangsarbeit als Element der Verfolgung 1938-1943. Berln 1997, S. 305.

[28] Eine Beschreibung der Behandlung der IG- Zwangsarbeiter wird in folgender Literatur erläutert: Sator, Klaus: Großkapital im Faschismus z.B. IG- Farben. Frankfurt am Main 1987, S. 63-68.

[29] Durch die körperliche Ausbeutung der Zwangsarbeiter starben in den Jahren von 1943 bis 1944 23.000 Menschen durch Vergasung in Auschwitz und Birkenau. Hayes, Peter: Die IG- Farben und die Zwangsarbeit von KZ- Häftlingen um Werk Auschwitz. In: Kaienburg, Hermann (Hrsg.): Konzentrationslager und die deutsche Wirtschaft 1939- 1945.Opladen 1996, S.144.

[30] Vgl. Roth, Karl Heinz: I.G. Auschwitz. In: Hamburger Stiftung zur Förderung von Wirtschaft und Kultur (Hrsg.): Deutsche Wirtschaft, Zwangsarbeit von KZ- Häftlingen für Industrie und Behörden. Hamburg 1991. S. 84.

Details

Seiten
17
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656109327
ISBN (Buch)
9783656109587
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v187565
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Geschichte
Note
1,7
Schlagworte
kooperation privatwirtschaft regime beispiel farben auschwitz

Autor

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Titel: Die Kooperation der Privatwirtschaft mit dem nationalsozialistischen Regime