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Ausführliche Unterrichtsvorbereitung zum Thema betriebliche Mitbestimmung (Fach: AW)

Praktikumsbericht zum allgemeinen Schulpraktikum (ASP)

Unterrichtsentwurf 2011 35 Seiten

Pädagogik - Unterrichtsvorbereitung allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Praktikumssituation
2.1 Hauptschule Heidberg
2.2 Der Schulbezirk
2.3 Mein Einsatz im Praktikum

3 Beobachtungsvorhaben
3.1 Einleitung
3.2 Formulierung einer Fragestellung
3.3 Beobachtungsergebnisse
3.4 Diskussion

4 Dokumentation einer Unterrichtseinheit

5 Ausführliche Unterrichtsvorbereitung
5.1 Formalia
5.2 Einbettung in den Unterrichtszusammenhang
5.3 Bedingungsanalyse
5.4 Sachanalyse
5.5 Didaktische Analyse
5.6 Methodische Analyse
5.7 Reflexion
5.8 Verlaufsplan
5.9 Arbeitsblätter, Material, Film

6 Zusammenfassung und Reflexion

7 Literatur

8 Anhang

1 Einleitung

Der folgende Praktikumsbericht bezieht sich auf das Allgemeine Schulpraktikum, welches von der Abteilung Schulpädagogik und allgemeine Didaktik der TU-Braunschweig organisiert wird. Ich absolvierte das Praktikum an der Hauptschule Heidberg, Stettinstr. 1. Die Betreuung übernahmen schulseitig die Lehrerin (Name entfernt) und von Seiten der Hochschule Frau (Name entfernt). Den Betreuerinnen, sowie den übrigen, meist sehr kooperativen Kollegen, sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön ausgesprochen.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im Folgenden für „Schülerinnen und Schüler“ lediglich die maskuline Form Schüler (S.), die das feminine Geschlechtsäquivalent mit einbezieht, verwendet. Zur Sicherstellung des Datenschutzes wurden die Namen der Schüler gekürzt bzw. geändert.

Beginnen möchte ich meinen Bericht nun mit einer kurzen Schilderung der Praktikumssituation.

2 Praktikumssituation

2.1 Hauptschule Heidberg

Das Schulzentrum Heidberg besteht aus einer Hauptschule, Realschule und einem Gymnasium. Innerhalb des Schulgebäudes sind neben den Klassenräumen eine Cafeteria, ein Freizeitbereich, ein Feuchtbiotop, ein Schulgarten und Sport- und Fitnessangebote (Sporthalle, Kickertische, etc) zu finden.

Die Hauptschule im Schulzentrum Heidberg ist eine teilweise offene Ganztagsschule mit ganztägigem Unterrichts- und Freizeitangebot, sodass dadurch die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler, insbesondere durch die Entwicklung sozialer Fähigkeiten und eines aktiven Freizeitverhaltens, gefördert werden kann. Der Zusatz teilweise bedeutet, dass alle Schüler zwei Tage in der Woche eine Arbeitsgemeinschaft am Nachmittag zu belegen haben. Durch die gemeinsame und zeitgleiche Nutzung der Freizeiteinrichtungen und Angebote werden die Kontakte und Beziehungen zwischen Schülerinnen und Schülern aus unterschiedlichen sozialen Gruppen verstärkt. Auch die Gleichberechtigung, sowohl der Geschlechter, als auch der verschiedenen Nationen, wird gefördert. Das Motto der Schule lautet: „Lernen und Leben- eine Schule der Zukunft“. Insgesamt genießt das soziale Miteinander und der Erziehungsgedanke einen hohen Stellenwert, was durch diverse Projekte etwa zur Gewaltprävention (in Klasse 5. u. 6. obligatorisch) unterstrichen wird. Die Hauptschule an sich bietet den Schülern eine grundlegende Vorbereitung auf den Lebensweg und insbesondere das Berufsleben. Das Betriebspraktikum in der 9. Klasse stellt einen wichtigen Baustein hierzu dar. Die Abschlüsse, die man an der HS Heidberg erwerben kann, sind vielseitig: Hauptschulabschuss nach der 9. Klasse, oder aber den einfachen bzw. erweiterten Sek. I Abschluss nach Abschluss der 10. Klasse. Letzteren erreichen aber maximal 2% der Abgänger.

Die Schule wird derzeit von 365 Schülerinnen und Schülern besucht (153 Mädchen, 212 Jungen), von denen ca. 80% einen Migrationshintergrund besitzen. Es sind 36 Lehrerinnen und Lehrer, zwei Anwärter, zwei Sozialpädagoginnen und ein Sozialpädagoge, eine Schulsekretärin und ein Hausmeister, ein Schulassistent, ein Platzwart sowie sechs Raumpflegerinnen an der Schule tätig. Die schuleigene Cafeteria wird von drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Cafeteria- Service- Projektes der Volkshochschule, Abt. Arbeit und Beruf GmbH, geführt.

2.2 Der Schulbezirk

Die Praktikumsschule liegt im Stadtgebiet Heidberg im Süden Braunschweigs mit sehr guter Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel an die Innenstadt und den Hauptbahnhof. Es können sich Schüler aus dem gesamten Stadtbezirk anmelden, überwiegend kommen diese aus der Region Braunschweig Süd. Da die Schule laut eigenen Angaben einen guten Ruf genießt, pendeln Schüler jedoch auch von weiter außerhalb. In Stadtteil Heidberg selbst findet seit etwa 10 Jahren ein Wechsel der Bevölkerungsstruktur statt: Auf Grund günstiger Mieten kommt es hierbei vermehrt zum Zuzug von sozial schwachen Familien. Diese Entwicklung ist auch an der Hauptschule Heidberg deutlich spürbar. Sie spiegelt sich wieder in einem hohen Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund.

2.3 Mein Einsatz im Praktikum

Meine Mentorin Frau (Name entfernt) unterrichtet die Fächer Deutsch, AW (Arbeit/Wirtschaft), Religion, Werte- und Normen, Geschichte und Erdkunde.

Entsprechend bewegte sich der Schwerpunkt der geleisteten Hospitationen im Bereich dieser Fächer. Frau (Name entfernt) ist als Klassenlehrerin in der Klasse (entfernt) eingesetzt, wo sie den Großteil ihrer Stunden unterrichtet. Unsere Praktikumsgruppe begleitete Frau (Name entfernt) gemäß ihrem Stundenplan in den Unterricht.

Einen Überblick über die strukturierten Hospitationen bietet die folgende Tabelle:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

= 37,0 Hospitationsstunden

Die ersten eigenen Unterrichtsversuche fanden dann in der 2. Praktikumswoche statt: Auf Grund einer Erkrankung der Mentorin übernahmen wir kurzfristig die Vertretung in der Sprachlernklasse. Diese ungewöhnlich kleine und vom Leistungsstand äußerst inhomogene Lerngruppe wurde unter den Praktikanten aufgeteilt und eigenständig betreut. Dabei orientierten wir uns an dem vorangegangenem Unterricht der Mentorin und verwendeten die bereitliegenden Arbeitsmaterialien. Dies gelang mit gutem Erfolg. Diese Betreuung behielten wir dann für das gesamte Praktikum bei und führten hier die Unterrichtsvorbereitung und auch den eigentlichen Unterricht i.d.R. gemeinsam durch.

Eine vierstündige Vertretung in der Klasse 10 stellte uns auf Grund mangelnder Disziplin der Schüler jedoch vor Probleme. Eine gemeinsam vorbereitete Geschichtsstunde zum Deutschlandlied konnte nur unter höchsten Anstrengungen zum Abschluss gebracht werden.

Nach Rückkehr von Frau (Name entfernt) thematisierten wir unsere -negativen- Erfahrungen offen und bezogen auch die Klasse in diese Reflektion mit ein. Die folgenden, eigenständigen Unterrichtsversuche in der 10 waren dann von einem angenehmen Unterrichtsklima und einem respektvollen Umgang miteinander geprägt.

In Rücksprache mit der Mentorin übernahm ich eine Unterrichtseinheit zum Thema „betriebliche Mitbestimmung“ im Fach Arbeit / Wirtschaft. Diese setzte sich aus sieben Stunden zusammen, die ich zusätzlich in der Parallelklasse unterrichtet habe. Hinzukommen, wie bereits erwähnt, die gemeinschaftlich abgehaltenen Stunden in der Sprachlernklasse.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

= 12 Unterrichtstunden aus Einheit

3 Beobachtungsvorhaben

3.1 Einleitung

Der Gebäudekomplex des Schulzentrums Heidberg wurde 1969 erbaut. Dieser Betonbau mit Flachdächern und Waschbetonfassaden wirkt auf den ersten Blick relativ monoton und unbelebt. Dieser Eindruck spiegelt sich auf den Vorplätzen und Schulhöfen wieder: Beton und viel verdichteter Boden.

Umso erstaunter war ich jedoch bei meinem ersten Rundgang durch die Hauptschule Heidberg. In den Innenhöfen herrschte unerwartet ein reges Treiben: In einem Innenhof lebt eine Gruppe zahmer „Schulhühner“, in einem anderen stehen mehrere Bienenstöcke. Im dritten findet sich ein gepflegter Schulgarten samt Geräteschuppen.

Mit so viel „Leben“ hatte ich inmitten des ganzen Betons nicht gerechnet.

Als angehender Biologielehrer war mein Studienprojekt somit schnell ausgemacht: Lebende Tiere im Schul- und Unterrichtskontext.

3.2 Formulierung einer Fragestellung

Um mich dem Thema zu nähern und dabei möglichst einen umfassenden Überblick zu erhalten, entschied ich mich zu folgendem Vorgehen:

1. Literaturrecherche, Klärung des Forschungsstandes
2. Identifikation und Befragung von „Experten“ (betreuenden Lehrkräften)
3. Beobachtung von Interaktion zwischen Schülern und Tieren
4. ggf. Befragung von Schülern

Die zentrale Fragestellung dabei sollte lauten, in wie weit sich Umgang und Begegnung mit lebenden Tieren auf das Verhalten der Schüler auswirkt und wie er sich an der Hauptschule Heidberg darstellt.

3.3 Beobachtungsergebnisse

Im Rahmen meiner Untersuchungen führte ich ein längeres Interview mit Herrn (Name entfernt), der als Biologielehrer und ausgebildeter Imker die Bienenvölker an der HS Heidberg betreut. Das Gespräch führte ich als offenes, qualitatives Interview (vgl. Flick 1995, S. 14 ).

Ich möchte an dieser Stelle die wichtigsten Erkenntnisse gekürzt und in eigenen Worten wiedergeben:

In den Schulalltag werden die Bienen vornehmlich über eine sog. „Bienen AG“ in den Unterrichtskontext eingebunden. Diese wird derzeit von lediglich vier Schülern besucht. Durchschnittlich belegen ca. acht Schüler diese Arbeitsgemeinschaft. Die Teilnehmer durchlaufen dabei eine „kleine“ Imker Ausbildung. Der Schule steht hierfür eine komplette Ausstattung (Schutzkleidung, Werkzeuge, Schleuder, etc.) zur Verfügung. Diese wurden über Sponsorengelder finanziert. Die Lernmaterialien sind kindgerecht aufbereitet (z.B. Merksätze in Reimform). Derzeitig laufen gerade die Vorbereitungen für die neue Saison.

Herr (Name entfernt) stellt heraus, dass die Schüler insgesamt kaum Berührungsängste gegenüber den Tieren haben. „Da wird auch schon mal die Hand auf das Einflugloch gelegt“, sagt (Name entfernt). Zudem merkt er an, dass über den unmittelbaren Kontakt zum Originalobjekt, Fachwissen viel besser vermittelt werden kann. Für die nahe Zukunft ist ein fächerübergreifender Einsatz der Bienen geplant: So soll Honig im Fach Hauswirtschaft abgefüllt und anschließend auch vertrieben werden.

Herr (Name entfernt) zieht abschließend jedoch ein eher negatives Fazit: Insgesamt werden die Schultiere vom Kollegium nicht ausreichend in den Unterricht einbezogen. So zeigt man in der Regel lieber einen Film, anstatt selbst mit den Schülern an die Bienenstöcke zu gehen.

Mit diesem Fazit im Hinterkopf habe ich mich anschließend der Hühnergruppe zugewandt. Leider musste ich feststellen, dass der zuständige Betreuer längerfristig erkrankt war und entsprechend nicht für ein Interview zur Verfügung stand. Aus diesem Grund habe ich nun das Verhalten der Schüler gegenüber den Hühnern beobachtet und an zwei Tagen protokolliert (Protokolle siehe Anlage).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Einige der Schulhühner an der Fensterfront zum Flur – Die starke Zuwendung der Tiere zum Menschen auf der anderen Seite der Scheibe wird sichtbar (Quelle: selbst erstellt).

Der Innenhof, in dem sich die Hühner befinden, grenzt mit einer breiten Glasfront an einen Flur. Dieser Gang wird von vielen Schülern frequentiert, vor allem in den Pausen, sowie von und nach dem Unterricht. Für meine Beobachtungen hielt ich einen großen Abstand zur Fensterfront ein, um durch meine Anwesenheit das Verhalten der Schüler möglichst wenig zu beeinflussen. Die wichtigsten Beobachtungsergebnisse werden in folgender Grafik dargestellt:

[...]

Details

Seiten
35
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656117940
ISBN (Buch)
9783656132653
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v188061
Institution / Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Note
1.0
Schlagworte
ASP Schulpraktikum Betriebsrat Betriebsversassungsgesetz UE Gewerkschaft Arbeit/Wirtschaft Hauptschule Niedersachsen

Autor

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Titel: Ausführliche Unterrichtsvorbereitung zum Thema betriebliche Mitbestimmung (Fach: AW)