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Peer Education im Kontext aktueller Schulentwicklung am Beispiel des buddY- Projekts

Hausarbeit 2008 20 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. „Peer Education“- eine Definition

2. Ansätze der „Peer Education“

3. Das buddY- Projekt
3.1 Projektbeschreibung
3.2 Das pädagogische Konzept
3.3 Karl Faller Modell
3.4 Evaluation des buddY- Projekts

4. Fazit

5. Quellen

6. Anhang

0. Einleitung

Im Fokus dieser Hausarbeit steht die „Peer Education“, als eine bewährte Sozialisationsinstanz. Am Beispiel des buddY- Projekts werde ich die theoretischen Grundlagen zur „Peer Education“ zusammenfassend und resümierend mit der aktuellen Schulenwicklung verbinden.

Die veränderten Einflüsse, Ansprüche und Entwicklungen des Systems Schule verlangen nach neuen pädagogischen Ansätzen, um in der Schule nicht nur Fachwissen zu vermitteln, sondern auch einen Sozial- und Lebenskompetenzerwerb von Schülerinnen und Schülern zu gewährleisten. Die „Peer Education“ ist solch ein pädagogisches Konzept.

Der erste Teil dieser Arbeit befasst sich mit einer Definition von „Peer Education“, wie auch mit den drei Ansätzen, an denen sich die „Peer Education“ orientiert.

Nach einer Projektbeschreibung gehe ich auf das pädagogische Gesamtkonzept des buddY- Projekts ein, wie auch auf das Karl Faller Modell.

Diese Modell von Karl Faller vereinigt und vernetzt die Ansätze der „Peer Education“ mit dem buddY- Projekt. Nach den inhaltlichen Hintergründen des Projekts gebe ich die evaluierten Ergebnisse wieder und erweitere diese durch Gedanken zur aktuellen Schulentwicklung.

Wie sich diese Ergebnisse mit der aktuellen Schulentwicklung vereinigen lassen. werde ich in meinem Fazit aufzeigen.

1. Peer Education- eine Defintion

Der pädagogische Ansatz “Peer Education” (oder auch Peer Group Education) setzt sich aus zwei englischen Ausdrücken zusammen. Der Begriff „Peer“ leitet sich von der „Peer Group“ ab und heißt soviel wie „Gleichaltrigengruppe“. Jedoch muss dieser Begriff inhaltlich noch erweitert werden, da sich Mitglieder einer „Peer Group“ nicht nur durch ein ähnliches oder gleiches Alter auszeichnen, sondern auch durch einen vergleichbaren Status oder Rang. Die Mitglieder einer „Peer Group“ beeinflussen sich gegenseitig. Aus außerschulischen Erfahrungen der Kinder (z.B. im Sportverein o.ä.) lässt sich ableiten, dass sich Peers gegenseitig motivieren. Diese Eigenschaft gilt es unter anderem auf die Schule, oder hier auf das buddY- Projekt, zu übertragen.

Der Begriff „Education“ bedeutet übersetzt „Erziehung“. Inhaltlich bringt man Erziehung meist mit Erwachsenen, Erziehungsberechtigten, Lehrkräften oder im allgemeinen mit Älteren zu Jüngeren in Verbindung. Diesem Interpretationsansatz folgt die „Peer Education“ nicht. Es geht herbei zwar um das Vermitteln von Kompetenzen, Fertigkeiten und um das Ergründen von Strategien, aber nicht darum, das dies durch die eben genannten Personen oder auch Instanzen geschieht. Erziehung geschieht innerhalb eines Ranges, allerdings unter Anleitung, Kompetenzen u.ä. zu vermitteln. Jugendliche und Kinder werden hierbei geschult, um ihre Peers mit Informationen versorgen zu können, aber auch selbst aktiv zu werden.

Die Komplexität von „Peer Education“ wird schon jetzt deutlich und sollte daher eher als ein pädagogisches Konzept gesehen werden.

Innerhalb der „Peer Education“ fungieren die Schülerinnen und Schüler in den Lernprozessen als Partner und nicht als bloße Empfänger pädagogischer Bemühungen. Gemeinsam sollen beispielsweise Konzepte zur Problemlösung erarbeitet werden, welche unter anderem präventiv wirken sollen. In Trainings werden Inhalte dieses pädagogischen Konzepts erprobt, weiterentwickelt, vertieft und adressatengerecht angepasst. Für das Projekt ist eine freiwillige Teilnahme unabdingbar. Die Motivation daran teilzunehmen, kommt einerseits aus den Schülerinnen und Schülern selbst heraus (intrinische Motivation) wie aber auch durch die Peers (extrinsische Motivation).

Die in der „Peer Education“ erworbenen Kompetenzen haben dann den größten Nachhaltigkeitsgewinn für die Peers, wenn diese in Alltagsituation und in realen Konfliktsituationen angewandt werden können. Peers werden zu Vorbildern, die akzeptiert und geachtet werden.

Die „Peer Education“ erscheint besonders bei „Risikothemen“ passend und nachhaltig. Bei Themen wie Alkohohl, Drogen, Streit, Gewalt, Sex und oder Rauchen kommt der Rat von Peers nicht nur besser an, sondern wird auch auf der Metaebene besser verstanden und verarbeitet. Oberflächliche „Nein, das ist schlecht“, „Nein, das macht krank“, Nein, das darfst du nicht“ Kampagnen, von oben herab, erreichen die Kinder oder Jugendlichen meist nicht, sondern fordern diese eher heraus sich vor ihren Peers zu profilieren und arbeiten der eigentlich schützenden und präventiven Intention gegenläufig. Daraus abzulesen ist die Hauptintention der „Peer Education“, nämlich die Charakterstärkung[1].

Allerdings zeichnet sich die „Peer Education“ nicht dadurch aus, dass sich Kinder und Jugendliche von allein oder ausschließlich durch sich selbst fortbilden und weiterentwickeln können. Es bedarf weiterhin einer fachlich kompetenten und einfühlsamen Unterstützung durch Lehrkräfte, oder andere geschulte Helfer (Coaches), gerade bei heiklen Themen. Die Rolle der Lehrkräfte hat sich somit tradiert.

Die „Peer Education“ kann nicht auf alle Bereiche der Schule übertragen werden, wichtige Anwendungsthemen wurden aber bereits genannt.

Des Weiteren erfahren die Kinder und Jugendlichen in den Peers Sicherheit, die sie sonst nur innerhalb der Familie kennen gelernt haben. Diese Sicherheit ermöglicht das Besprechen und gemeinsame soziale Agieren im Kontext schwieriger Schul- wie auch Alltagsthemen[2].

Zusammenfassend sind Schülerinnen und Schüler innerhalb der „Peer Education“ eher bereit Hilfe und Unterstützung anzubieten, aber auch einzufordern. Schüler und Schülerinnen müssen sich nicht „klein machen“ um gehört und betreut zu werden.

Die „Peer Education“ bietet eine neue Lernkultur, sie verbindet bewährtes aus der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen mit dem sozialen Lernen in der Schule.

2. Ansätze der „Peer Education“

Zunächst werde ich auf die drei Ansätze der „Peer Education“ eingehen, die eher als Interaktionsformen zwischen den Peers wahrgenommen werden sollten.

Das „Cross- Age- Modell” (siehe Schaubild S.11, links vertikal) findet altersübergreifend statt. Dabei helfen die älteren den jüngeren Mitgliedern[3] innerhalb der „Peer Education“. Bewährt hat sich dieser Ansatz z.B. besonders in einer Pausensituation. Ältere Schülerinnen oder Schüler, durch ihren Status als Schülerinnen und Schüler alle Peers, helfen und beaufsichtigen die Jüngeren auf dem Pausenhof oder Schulgelände. Sie stehen beratend und hilfsbereit zur Seite, anstatt beispielsweise Gewalt über diese auszuüben und die Macht des Stärkeren und Älteren zu demonstrieren.

Das „Peer- to- Peer- Modell“ (siehe Schaubild S. 11, links vertikal) beschränkt sich auf das Helfen unter „Gleichgesinnten“. Dabei können z.B. die Religion, das Geschlecht, die Ethnie, die Familiensituation o.ä. ein Anhaltspunkt bzw. eine Orientierung sein, um sich erstens einer „Peer Group“ zugehörig zu fühlen, um sich dann zweitens in der „Peer Education“ durch diese und in dieser die eigenen Kompetenzen zu erweitern.

Der dritte Interaktionsansatz innerhalb der „Peer Education“ ist das „Revers- Role- Modell“ (siehe Schaubild S. 11, links vertikal). Hier geht es weniger um äußere Merkmale oder Einstellungen zu bestimmten Dingen, die einen zusammenhalten und füreinander eintreten lassen, sondern viel mehr um das gegenseitige Helfen, Respektieren und soziale Miteinander.

Wie sich diese drei Interaktionsansätze mit dem buddY- Projekt bzw. den fünf Anwendungsebenen verbinden lassen, werde ich anhand des Schaubildes von Kurt Faller im Punkt 3.3 aufzeigen. Dort gebe ich konkrete vernetzte Bespiele für die fünf Anwendungs- und den drei Interaktionsebenen.

[...]


[1] Vgl. Kempen; D.: Aufklärung von Gleich zu Gleich: Peer- Education in der Suchtprävention.

[2] Vgl. http://www.sgw.hs-magdeburg.de/eumahp/exemple1/exemple2/Modul02/yhtml/pdf/peer.pdf [10.02.2009]

[3] Vgl. http://www.km-kongress.de/download/2007_forum5_protokoll.pdf [06.03.2009]

Details

Seiten
20
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656120476
ISBN (Buch)
9783656120490
Dateigröße
711 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v188340
Institution / Hochschule
Universität Bremen
Note
1,0
Schlagworte
Buddy Erziehungswissenschaft Peer Education Peers Streitschlichter

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