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Syntaktische Komplexität - Ein Vergleich deutscher Bibelübersetzungen vom 16. Jahrhundert bis heute

Bachelorarbeit 2011 41 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorstellung der untersuchten BIBELübersetzungen vom 16. Jahrhundert bis heute

3. Vergleich
3.1 Tabellarische Untersuchung von je drei Stichproben
3.1.1 LUTHER 1545
3.1.2 LUTHER 1912
3.1.3 LUTHER 1984
3.1.4 ELBERFELDER 1871
3.1.5 ELBERFELDER 2006
3.1.6 ZÜRCHER 2007
3.1.7 KATHOLISCHE EINHEITSÜBERSETZUNG 1980
3.1.8 VOLXBIBEL ab 2004
3.2 Gesamtauswertung

4. Sprachhistorischer Bezug
4.1 Zur sprachlichen Situation im 16. Jahrhundert
4.2 Zur Entwicklung des Satzbaus vom 16. Jahrhundert an
4.3 Zur Entwicklung von Konjunktionen vom 16. Jahrhundert an
4.3.1 Die semantische Veränderung einzelner Konjunktionen
4.4 Zu LUTHERs Sprache

5. Betrachtung des Ergebnisses auf Grundlage der Sprachgeschichte - Schlussdiskussion und Zusammenfassung
5.1 Einbettung der BIBELübersetzungen in ihren jeweiligen historischen Kontext
5.2 Sprachliche Komplexität - sprachliche Verständlichkeit. Ein Konflikt?
5.3 Zusammenfassung und Fazit

Anhang
Anlage 1:

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die BIBEL zu lesen, kann ganz schön langweilig sein. Allerdings liegt dieser Umstand nicht daran, dass einen der Inhalt möglicherweise nicht anspricht. Sondern daran, dass man eine klassische Übersetzung vor sich hat, in der vor allem ein Wort auffällt: und. Dies legt die Vermutung nahe, dass zu der Zeit, in der diese Übersetzung geschrieben wurde, nicht viel Wert auf syntaktische Varianz gelegt wurde. Oder aber es gab noch nicht so viele unterschiedliche Konjunktionen beziehungsweise die Möglichkeit, komplizierte Sachverhalte in Satzgefügen auszudrücken.

Heutzutage gilt es nicht als besonders gehoben, wenn man seine Sätze in schriftlichen Ausarbeitungen zum Großteil nur mit und verknüpft. Im Gegenteil; es werden die unterschiedlichsten Gliedsätze und Konjunktionen verwendet.

Auf der Grundlage dieser subjektiven Beobachtungen soll nun die Hypothese formuliert werden, von welcher die folgenden Untersuchungen ihren Ausgang nehmen: Vom 16. Jahrhundert bis heute ist die Sprache immer komplexer geworden. Diesen Aspekt kann man anhand der Satzstruktur erkennen; früher wurden mehr Parataxen, heute mehr Hypotaxen verwendet.

Der Beweis dieser Behauptung soll mittels BIBELübersetzungen erbracht werden. Denn die BIBEL eignet sich insofern gut als Untersuchungsobjekt für eine diachrone Betrachtung, als sie ihren Inhalt nicht verändert. In dieser Arbeit werden von LUTHERs Übersetzungen bis heute1 nur solche verwendet, die den Anspruch haben, nach der jeweils zeitgemäß modernen Sprache geschrieben worden zu sein. Jeweils drei Stichproben aus diesen Übersetzungen werden dann auf die Häufigkeit von Nebensätzen und deren Kom- plexitätsgrad hin analysiert, sowie auf den Gebrauch von Konjunktionen. Umfassender wäre ein Vergleich der gesamten BIBEL oder von ganzen Büchern aus dem Neuen und Alten Testament. Doch der Umfang dieser Arbeit lässt leider nur eine Analyse mit möglichst repräsentativen Stichproben zu.

Dafür werden zunächst einmal die herangezogenen BIBELübersetzungen vorgestellt und die Intentionen ihrer Autoren erläutert. Der Vergleich der Stichproben erfolgt tabellarisch und wird nach einer Auswertung in einen sprachhistorischen Kontext gestellt. Um ein Fazit ziehen zu können, wird zudem kurz diskutiert, wie sich sprachliche Verständlichkeit auswirkt und ob diese im Widerspruch zu sprachlicher Komplexität steht. Zum Schluss wird die eingangs gestellte Hypothese auf Grundlage der Untersuchung und der sprachhistorischen Erkenntnisse überprüft und ein Ergebnis gestellt.

2. Vorstellung der untersuchten Bibelübersetzungen vom 16. Jahrhundert bis heute

Beim Übersetzen der BIBEL hat ein Autor sich zunächst eine Frage zu stellen. Und zwar, ob er wörtlich oder frei übersetzen möchte (vgl. Brock 1980: S. 161). Der Zweck von immer neuen BIBELübersetzungen ist, den Inhalt der Heiligen Schrift mit Hilfe moderner Sprache möglichst dem jüngeren Publikum näher zu bringen (vgl. Stolze 2009: S. 157). In Deutschland gibt es dafür 34 Versionen, die sich alle bemühen, das Spagat zwischen Verständlichkeit und Texttreue zu schaffen (vgl. Stolze 2009: S. 118).

Die nun folgenden Übersetzungen stellen sich zwar den Anspruch, in moderner Sprache verfasst worden zu sein, doch sie werden in der Untersuchung nicht einbezogen, weil sie nicht bei großen Teilen der Bevölkerung Verbreitung fanden. Dieser Punkt ist deshalb wichtig, weil er zum einen eine gute Verständlichkeit der Sprache bescheinigt und zum anderen kann eine populäre BIBEL in der Lage sein, die Sprache selbst mitzuverändern, wie es im 16. Jahrhundert bei LUTHER geschehen ist. Aus Gründen der Vollständigkeit werden hier dennoch drei der neueren Übersetzungen in aller Kürze vorgestellt: Die GUTE NACHRICHT BIBEL aus den 1960ern beziehungsweise von 1997 hat die Absicht, dem Leser verständlich den Grundtext der BIBEL näher zu bringen (vgl. Stolze 2009: S. 135f. und 138- 140). Dasselbe intendiert die NEUE GENFER ÜBERSETZUNG (1989-2003). Beide Fassungen sind bei der breiten Masse jedoch nicht gut angekommen und waren in ihrer Verbreitung somit nicht sehr erfolgreich (vgl. Stolze 2009: S 140-143). Die BIBEL IN GERECHTER SPRACHE von 2006 wird der Schwierigkeit gerecht, mittels der Sprache keine Menschen zu diskriminieren und wurde sowohl positiv, als auch negativ aufgenommen. Syntaktisch wird sich im Alten Testament jedoch oft ans Hebräische angelehnt, was die Sprache zum einen schwer verständlich macht (vgl. Stolze 2009: S. 148-153) und diese Übersetzung für die vorliegende Analyse ausschließt, da sie nicht die Ausdrucksweise ihrer Entstehungszeit widerspiegelt.

Für diese Arbeit wird zunächst die letzte von LUTHER selbst noch revidierte2 Übersetzung von 1545 herangezogen, jedoch ebenso die Revisionen von 19123 und 1984. Diese sind angefertigt worden, um der altertümlichen Sprache LUTHERs entgegenzuwirken (vgl. Stolze 2009: S. 120) und LUTHERs BIBEL in Gebrauch zu halten (vgl. Wootton 1980: S. 266). Die Revisionen modernisieren zwar die alte Sprache, entfernen sich damit jedoch vom Charakter der Übersetzungen aus LUTHERs Zeit (vgl. Wootton 1980: S. 267). Inwiefern sie sich in Hinblick auf die hier untersuchten Aspekte der Syntax unterscheiden, wird später erörtert. LUTHERs selbst überarbeitete Übersetzung hat die Prätention, die Sprache des 16. Jahrhunderts wiederzugeben (vgl. Sauer-Geppert 1980: S. 240f.). Dabei bedient er sich des Wortschatzes seiner Zeit, lehnt die Satzstellungen jedoch oft ans Griechische an (vgl. Stolze 2009: S. 119 und 121). Dennoch ist es sein Anspruch, eine BIBEL zu schaffen, die das deutsche Volk versteht (vgl. Stolze 2009: S. 119).

In der ELBERFELDER BIBEL von 18714 wird das Streben nach Wörtlichkeit deutlich durch ihre Worttreue zum griechischen Ursprungstext (vgl. Stolze 2009: S. 121 und Wootton 1980: S. 273). Sie ist deshalb die genaueste deutsche BIBELübersetzung, sprachliche Eleganz ist allerdings nur zweitrangig nach der Worttreue (vgl. Stolze 2009: S. 121f.). Aufgrund dessen ist die Sprache zwar nicht sehr flüssig, aber dennoch nicht altertümlich (vgl. Stolze 2009: S. 123). Sperrige Satzkonstruktionen wurden dann ab 1985 immer wieder revidiert (vgl. Stolze 2009: S. 123). Die ursprüngliche Fassung aus dem 19. Jahrhundert und die neueste Version von 2006 werden hier in die Analyse einbezogen.

Die reformierte ZÜRCHER BIBEL ist neu aus dem Urtext übersetzt worden und zeichnet sich durch eine gehobene und wohlklingende Sprache aus, die dem 21. Jahrhundert angepasst ist (vgl. Stolze 2009: S. 127). Syntagmatisch lehnt sich die Sprache, wie bei LUTHER, ans Griechische an (vgl. Stolze 2009: S. 128). Die anspruchsvolle Ausdrucksweise ähnelt der LUTHERs, ist aber mit modernen Wendungen und Begriffen verknüpft, sodass der Text flüssig zu lesen ist (vgl. Stolze 2009: S. 128).

In der KATHOLISCHEN EINHEITSÜBERSETZUNG von 1980 wurde der Urtext ebenfalls neu übersetzt, wobei sich recht eng an diesen gehalten worden ist (vgl. Stolze 2009: S. 130). Dabei ist die Sprache an heutiges Deutsch angepasst, sodass sich der Text fließend lesen lässt (vgl. Stolze 2009: S. 130f.).

Die VOLXBIBEL ist bei all diesen Versionen wohl die abenteuerlichste. Dieses Open Source Projekt wurde 2005 ins Leben gerufen und steht in der Tradition LUTHERs, denn die Autoren schreiben, wie der normale (vor allem der jugendliche) Mensch von heute spricht (vgl. Stolze 2009: S. 153f.) (siehe LUTHER, Martin: Sendbrief vom Dolmetschen (1530): „Man muss [dem Volk] auff das Maul sehen | wie sie reden | und darnach dolmetzschen | so verstehen sie es denn | und mercken | das man Deutsch mit jn redet“ (In: Pietsch 1996: S. 35)). Dadurch ist der Text leicht verständlich und unkompliziert lesbar. Der Urtext wird nur noch inhaltlich wiedergegeben, nicht mehr worttreu oder syntagmatisch an die griechische Sprache angelehnt. Diese BIBELversion ist unter Jugendlichen weit verbreitet und entwickelt sich stets mit der Sprache mit5 (vgl. Stolze 2009: S. 153f.).

Inwiefern sich diese verschiedenen Übersetzungen syntaktisch nun voneinander unterscheiden, wird sich im folgenden Kapitel zeigen. Alle Revisionen und Neu- übersetzungen haben den Anspruch, verständlich zu sein und einige halten sich dabei eng an den Urtext. Die LUTHERBIBEL von 1545 und die sprachlich gesehen neumodischste deutsche Fassung, die VOLXBIBEL, werden dabei den Rahmen, die anderen Versionen den Übergang dazwischen bilden.

3. Vergleich

3.1 Tabellarische Untersuchung von je drei Stichproben

In diesem Kapitel werden nun die BIBELstellen Mose 1, 1-5 (Schöpfungsgeschichte) aus dem Alten Testament, Matthäus 3, 13-17 (Taufe Jesu), aus dem Neuen Testament und Offenbarung 20, 7-10 (Der letzte Kampf) aus dem Neuen Testament auf ihre Nebensätze und Satzverknüpfungen hin untersucht. Diese Stichproben sind willkürlich ausgewählt ohne Vorauswahl.

Es folgen die untersuchten BIBELstellen, dabei werden die Nebensätze durch Unterstreichen, die Konjunktion und durch Fettsetzen, sowie die übrigen Konjunktionen durch Kursivsetzen hervorgehoben. Der Vergleich wird anschließend tabellarisch dargestellt.

Um herauszufinden, wie der syntaktische Aufbau dieser BIBELstellen aussieht, werden in der jeweils ersten Tabelle die jeweiligen Nebensätze der BIBELstichprobe herausgestellt. Die Form und die Funktion des Nebensatzes wird bestimmt, um einen Überblick zu haben, wie variabel die jeweiligen Übersetzer (oder Revisoren) in ihrem Sprachausdruck sind. Für eine allgemeine und schnelle Überschau wird die Anzahl der Nebensätze angegeben, sowie der Grad der Gliedsätze, um die syntaktische Komplexität zu erfassen. Ellipsen werden hierbei als eigenständige Sätze gezählt.

Die Konjunktionentabelle gibt an, welche Satzverknüpfungen allgemein in den BIBEL- stichproben vorhanden und welcher Art (koordinierend oder subordinierend) diese sind. Zudem wird ermittelt, wie viele Subjunktionen, sowie koordinierende Konjunktionen es gibt und wie viele unds, da diese, wie eingangs erwähnt, das auffälligste Element der klassischen BIBEL darstellen. Der Frage, ob dieses subjektive Empfinden stimmt, wird auf diese Weise empirisch nachgegangen. Es wird hier allerdings nur das und, das Sätze verknüpft, gezählt und keines, das nur einzelne Wörter miteinander in Verbindung setzt.

An die Gesamtauswertung der Tabellen schließt sich ein kurzer Vergleich der Revisionen von LUTHER und der ELBERFELDER BIBEL untereinander. So wird überprüft, ob die angestrebte sprachliche Modernisierung stattgefunden hat, beziehungsweise in den ausgesuchten Stellen nachweisbar ist.

3.1.1 Luther 1545

Mose 1, 1-5, Schöpfungsgeschichte, Altes Testament:

1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 2 Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebete auf dem Wasser. 3 Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. 4 Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis 5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.

Matthäus 3, 13-17, Taufe Jesu, Neues Testament:

13 Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließe. 14 Aber Johannes wehrete ihm und sprach: Ich bedarf wohl, daß ich von dir getauft werde, und du kommest zu mir? 15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß jetzt also sein; also gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da6 ließ er's ihm zu. 16 Und da Jesus getauft war, stieg er bald herauf aus dem Wasser; und siehe, da7 tat sich der Himmel auf über ihm. Und Johannes sah den Geist Gottes gleich als eine Taube herabfahren und über ihn kommen. 17 Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe.

Offenbarung 20, 7-10, Der letzte Kampf, Neues Testament:

7 Und wenn tausend Jahre vollendet sind, wird der Satanas los werden aus seinem Gefängnis 8 und wird ausgehen, zu verführen die Heiden in den vier Vrtern der Erde, den Gog und Magog, sie zu versammeln in einen Streit, welcher Zahl ist wie der Sand am Meer. 9 Und sie traten auf die Breite der Erde und umringeten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel das Feuer von Gott aus dem Himmel und verzehrete sie. 10 Und der Teufel, der sie verführete, ward geworfen in den feurigen Pfuhl und Schwefel, da das Tier und der falsche Prophet war; und werden gequälet werden Tag und Nacht von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Nebensatztabelle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.1.2 LUTHER 1912

Mose 1, 1-5, Schöpfungsgeschichte, Altes Testament:

1 Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 2 Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser. 3 Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht. 4 Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis 5 und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.

Matthäus 3, 13-17, Taufe Jesu, Neues Testament:

13 Zu der Zeit kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließe. 14 Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf wohl, daß ich von dir getauft werde, und du kommst zu mir? 15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt also sein! also gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er's ihm zu. 16 Und da Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf aus dem Wasser; und siehe, da tat sich der Himmel auf über ihm. Und er sah den Geist Gottes gleich als eine Taube herabfahren und über ihn kommen. 17 Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe.

Offenbarung 20, 7-10, Der letzte Kampf, Neues Testament:

7 Und wenn tausend Jahre vollendet sind, wird der Satanas los werden aus seinem Gefängnis 8 und wird ausgehen, zu verführen die Heiden an den vier Enden der Erde, den Gog und Magog, sie zu versammeln zum Streit, welcher Zahl ist wie der Sand am Meer. 9 Und sie zogen herauf auf die Breite der Erde und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel Feuer von Gott aus dem Himmel und verzehrte sie. 10 Und der Teufel, der sie verführte, ward geworfen in den feurigen Pfuhl und Schwefel, da auch das Tier und der falsche Prophet war; und sie werden gequält werden Tag und Nacht von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Nebensatztabelle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Leider gibt es aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert keine oder nur sehr wenige deutsche Bibel-

übersetzungen, weshalb hier ein großer Zeitsprung vom 16. zum 19./20. Jahrhundert gemacht werden muss. Dafür gibt es für das 20. Jahrhundert ein Fülle an deutschen Bibelversionen. Hier werden solche herausgesucht, die möglichst breit über das Jahrhundert verteilt sind und auch in der religiösen Welt in aktiv rezipiert werden.

2 Diese Revisionen leiten sich daraus ab, dass LUTHER seine Übersetzungen der gesprochenen, gängigen

Sprache, die sich im Laufe seines Lebens verändert, immer wieder anpassen will (vgl. Admoni 1990: S. 173).

3 Diese Fassung erneuert die Revision von 1892, die sich noch zu stark am alten LUTHERdeutsch orientiert hatte. Doch auch diese neuere von 1912 blieb „modernisierungsbedürftig“ (Wootton 1980: 269).

4 In diesem Jahrhundert der Bibelübersetzungen steht die wissenschaftliche Genauigkeit im Vordergrund. Doch das Hauptaugenmerk lag darauf, verständlich zu schreiben, damit jeder in der Gemeinde die Bibel erfassen konnte (vgl. Wootton 1980: S. 272).

5 Dadurch, dass die Sprache stetig angepasst und erneuert wird, entsteht ein wertvolles Korpus an

Sprachaufzeichnungen der ersten Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts. Es wird interessant sein, diese

Protokollierung von zeitgenössischer Sprache in einigen Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten linguistisch zu untersuchen und mit der dann vorherrschenden Alltagssprache zu vergleichen.

6 „Da“ wird hier im Sinne von „dann“, „darauf(hin)“, „plötzlich“ verstanden, stellt also ein Temporaladverb dar und keine Konjunktion.

7 Siehe Fußnote 6.

Details

Seiten
41
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656126249
ISBN (Buch)
9783656126751
Dateigröße
579 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v188785
Institution / Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Note
1,3
Schlagworte
Syntax Luther Bibel und sprachliche komplexität Sprachgeschichte Satzbau Konjunktion

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