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Die Rolle der Frau im Dritten Reich

Hausarbeit 2011 26 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kurzbeschreibung des Dritten Reiches

3 NS-Rassenideologie

4 Vorstellung der idealen deutschen Frau

5 Rechtliche Durchsetzung des Frauenbildes
5.1 Juristische Durchsetzung des Frauenbildes
5.2 Rechtliche Stellung der Frau zwischen 1933 und 1945

6 Lebensborn
6.1 Allgemeines und Ziele
6.2 Alltag der Frauen

7 Fazit

Literaturverzeichnis

Monographien

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bäuerin aus Großarl (Quelle: Tidl 1984, S. 173)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

In der aktuellen politischen Tagesdebatte findet das Thema „Frauen“ immer wieder Einhalt. Insbesondere das Thema der gesetzlich festgelegten Frauenquote in Führungspositionen wird heiß diskutiert. Die Stellung der Frau ist bezüglich des angesprochenen Themenkomplexes sowohl rechtlich als auch gesellschaftlich intransparent, undefiniert und nicht nachvollziehbar. Welche Rolle die Frau in Zukunft in führenden Positionen in kleinen sowie großen Unternehmen einnehmen wird ist unklar. Ganz im Gegensatz zur heutigen Situation kam der Frau im Dritten Reich zwar vorerst nicht in der Berufswelt aber in politischen Belangen eine klar definierte Schlüsselrolle zu. Laut Hitler sollte das Dritte Reich mindestens 1000 Jahre bestand haben und dazu bedurfte es nicht nur quantitativem, sondern auch qualitativem Nachwuchs. In Verbindung mit der NS-Rassenideologie spielte die Bevölkerungspolitik eine entscheidende Rolle. Hierbei ist die Frau als oft genannte „Quelle der Nation“ ausschlaggebend. Ohne Frauen konnte es keinen arischen Nachwuchs geben und die Besiedlung des 1000 jährigen Reiches hing maßgeblich von einer hohen arischen Nachkommenzahl ab.

Die Fragestellung, welche dieser Hausarbeit zu Grunde liegt, lautet wie folgt: „Welche Rolle spielte die Frau zur Durchsetzung der NS-Rassenideologie im Dritten Reich?“. Diese Fragestellung wurde bewusst so ausgewählt, da der Krieg an sich und die überwiegend männlichen Soldaten häufig thematisiert werden. Vergleichsweise eher selten wird die bedeutende Rolle der Frau im Krieg dargestellt. Sie war entscheidender Kriegs- und Rassefaktor. Ferner war die Frau ein essentieller wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bestandteil und Rückhalt zu Zeiten des Dritten Reiches.

Damit sich der Fragestellung thematisch genähert werden kann, folgt in Kapitel 2 eine Kurzbeschreibung des Dritten Reiches. Es wird ein kurzer historischer Abriss gegeben, um ein grundlegendes Verständnis für die damalige Zeit zu erlangen. In Kapitel 3 wird die NS-Rassenideologie kurz vorgestellt, welche die Frauen- und Bevölkerungspolitik und somit auch die Rolle der Frau in hohem Maße bestimmten. Welches Idealbild der deutschen Frau sich aus der Rassenideologie ergab und wie sich dieses äußerte, wird in Kapitel 4 dargestellt. Hierzu wird auch ein Foto beschrieben und interpretiert. Damit sich die Vorstellung des Frauenbildes durchsetzen konnte, bedurfte es auch einer Durchsetzung auf juristischer Ebene, wovon das Unterkapitel 5.1 handelt. Die sich daraus ergebende rechtliche Stellung der Frau wird im Unterkapitel 5.2 erläutert. Im darauf folgenden Kapitel 6, wird der Lebensborn thematisiert. Die sagenumwobene und klischeebehaftete nationalsozialistische Institution wird in Unterkapitel 6.1 beschrieben und die Ziele der Organisation werden geschildert. Darauf folgt die Beschreibung des Alltags der Mütter bzw. der werdenden Mütter in den Lebensbornheimen im Unterkapitel 6.2. Abgeschlossen wird diese Ausarbeitung durch ein Fazit, in dem Kernaussagen und eigene Gedanken festgehalten werden.

2 Kurzbeschreibung des Dritten Reiches

Damit die nachstehenden Kapitel 3, 4 und 5 fundiert behandelt werden können, beschäftigen sich Kapitel 2 und 3 mit grundsätzlichem Wissen, welches als Basis für die Erarbeitung der Fragestellung dienen soll.

Das Dritte Reich ist ein viel verwendeter Terminus, welcher im Folgenden kurz beschrieben werden soll, damit ein Grundverständnis über die damals vorherrschenden Verhältnisse geschaffen wird. Das Dritte Reich ist ein Epochenbegriff, der für die Zeit zwischen 1933 und 1945 verwendet wird. Der Terminus stammt aus den 1920er Jahren und beschreibt ein Idealreich, welches nach dem Heiligen Römischen Reich und dem Kaiserreich 1000 Jahre Bestand haben sollte. Hitler blendete die Weimarer Republik als Reichsform bewusst aus (vgl. Benz 2008, S. 12 – 13). Genau genommen, beginnt die Ära des Dritten Reichs am 30. Januar 1933 mit der Machtergreifung Hitlers. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Hitler die Macht legitim per Wahl erlangte und von Hindenburg zum Kanzler des Deutschen Reiches ernannt wurde. Das Ende des Dritten Reiches lässt sich auf den 7. beziehungsweise (Künftig: bzw.) 8. Mai mit der Kapitulation der Wehrmacht in Reims und Berlin-Karlshorst datieren (vgl. Müller 2007, S. 259 – ff.). Mit der Errichtung des Dritten Reiches ging eine völlige Institutionalisierung des Lebens aller Deutschen einher. Vor allem die Jugend wurde früh erfasst und für den Nationalsozialismus geformt. Es war den Jugendlichen, egal ob männlich oder weiblich, kaum möglich Vereinen oder Organisationen wie zum Beispiel (Künftig: z.B.) der Hitlerjugend oder dem Bund Deutscher Mädel zu entgehen. Damit stellte das NS-Regime eine Sozialisation und Indoktrination mit nationalsozialistischem Gedankengut bereits im Kindesalter sicher (vgl. Neugebauer 2007, S. 234 – 235).

Die Machtergreifung Hitlers ist an dieser Stelle als Prozess zu verstehen, welcher sich über eineinhalb Jahre erstreckt. Wichtige Meilensteine zur alleinigen Herrschaft der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (Künftig: NSDAP) und zur Einrichtung eines totalen Regimes werden kurz genannt. Nach der Ernennung Hitlers zum Kanzler, folgte am 27. Februar 1933 der Reichstagsbrand. Dieser Brand veranlasste die „Verordnung zum Schutz von Volk und Staat“, welches die Grundrechte außer Kraft setzte und einen steten Ausnahmezustand begründete. Mit Hilfe des Ermächtigungsgesetzes vom 24. März 1933 wurden das Parlament und die verfassungsmäßigen Kontrollorgane ausgeschaltet. Dies hatte zur Folge, dass es ab Mitte 1933 nur noch eine Partei gab, die NSDAP unter der Führung Hitlers (vgl. Schulze 2002, S. 164 – 167). In den darauf folgenden Jahren wurden verschiedene Gesetze vor allem antisemitischer Art, wie z.B. die Nürnberger Gesetze, verabschiedet (vgl. Müller 2007, S. 272). Die Jahre zwischen 1933 und 1936 waren vor allem (Künftig: v.a.) durch einschneidende innenpolitische Veränderungen geprägt. Mit Beginn der Umsetzung des Vierjahresplanes zur Mobilmachung Deutschlands zeichneten sich die aggressiven Absichten Hitlers deutlich ab (vgl. Neugebauer 2007, S. 208). Im Zuge dessen wurde das Rheinland im Jahre 1936 besetzt, Österreich und die Tschechoslowakei wurden 1938 annektiert (vgl. Müller 2007, S. 277 – 278). Am 1. September 1939 entfesselten deutsche Truppen mit dem Einmarsch in Polen den zweiten Weltkrieg. Mit dem Angriff auf Russland unter dem Decknamen „Operation Barbarossa“ strebte Hitler nach einer Erweiterung des Lebensraums im Osten und einer ausgedehnteren Judenvernichtung. Um den neuen Lebensraum im Osten mit der „arischen Herrenrasse“ zu besiedeln, kam den deutschen Frauen eine entscheidende Rolle zu (vgl. Schulze 2002, S. 176 – 177). Das Dritte Reich bediente sich mehrerer Ideologien, wobei die Rassenideologie bezüglich der Thematik der Frau besonders zu berücksichtigen ist. Daher folgt im nächsten Unterkapitel eine Darstellung der NS-Rassenideologie.

3 NS-Rassenideologie

Eingangs ist zu erwähnen, dass der Rassenbegriff sich mitnichten nur auf den Nationalsozialismus beschränkt. Mit dem Begriff der Rasse wurde sich bereits im 17. Jahrhundert auseinandergesetzt, wobei sich diese Auseinandersetzung auf geographische und historische Gruppenzuweisungen limitierte. Fundamental für den Rassenbegriff hinsichtlich der Nationalsozialistischen Rassenideologie sind die Beiträge von Chamberlain und Gobineau. Sie typologisierten menschliche Rassen und an der Spitze der menschlichen Rasse stand der Arier. Schneider fasst zusammen, dass der Terminus Rasse vielmehr als politisch genutzter Kampfbegriff als ein wissenschaftlich konkret determinierter Begriff anzusehen ist (vgl. Schneider 2010, S. 123 – 124). Ebenso weist Zischka auf die Hierarchisierung der Rassen mit der Nennung der Rassenskala hin. Für ihn ist die Rassenskala, an derer Spitze die nordische bzw. arische Rasse stand, ein grundlegendes Merkmal der NS-Rassenideologie. Weiterhin verweist Zischka darauf, dass der Antisemitismus sowohl das ideologische Zentrum als auch das Kernstück der NS-Rassenideologie darstellt. Die Juden wurden demnach als gefährliche und parasitäre Erscheinungsform angesehen, welche es nach Auffassung der Nationalsozialisten zu entfernen galt. Aber nicht nur die Juden, sondern auch andere als minderwertig angesehene Rassen fielen der Rassenideologie zum Opfer. Ein weiterer entscheidender Aspekt dieser Ideologie ist es, dass bestimmte physische Merkmale stets mit gewissen psychischen Gesinnungen zusammenhängen. Aufgrund dieser Ansicht, war eine „Germanisation“ anderer Völker laut Hitler nicht möglich, da sich Menschen zwar physisch ähneln, aber die psychischen Dispositionen sich völlig unterscheiden (vgl. Zischka 1986, S. 23 – 29).

Weitere wesentliche Charakteristika der nationalsozialistischen Rassenideologie werden von Bauer festgehalten. Bauer fasst die Bedeutung der Rassenideologie in einem Zitat passend zusammen „Über allen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Fragen stand das unbedingte Primat des Rassismus“ (Zitiert in Bauer 2008, S. 109). Dieses Zitat verdeutlicht in kurzer Form die Bedeutsamkeit der NS-Rassenideologie. Folglich war der Erhalt und Ausbau der „arischen Herrenrasse“ für die Nationalsozialistische Rassenideologie elementar. Zur Erreichung dieses Ziels kam der Rassenhygiene oder auch Eugenik genannt ein hoher Stellenwert zu. Um die Rasse reinzuhalten wurden Zwangssterilisationen z.B. bei Kranken durchgeführt und geistig Behinderte wurden im Sinne der Euthanasie „beseitigt“. Ein weiteres Merkmal der Rassenideologie der Nationalsozialisten war der Kampf um den Lebensraum. Generell spielte für den sozialdarwinistisch überzeugten Hitler der Kampf als Vater aller Dinge eine maßgebliche Rolle für seine Gesinnungen. Vor allem sollte neuer Lebensraum im Osten erobert und mit Ariern besiedelt werden. Dazu war logischerweise rein arischer Nachwuchs notwendig (vgl. Bauer 2008, S. 109 – 113). Zur Umsetzung dieses Ziels war die Frau unabdingbar, was durch folgendes Zitat hervorgehoben werden soll „Das Kernstück nationalsozialistischer Frauen- und Geschlechterpolitik bildete die Rassen- und Bevölkerungspolitik“ (Zitiert nach Frevert in Benz/Graml/Weiß 1998, S. 224). Mit der NS-Rassenideologie wurde auch ein gewisses Bild der idealen deutschen Frau verfolgt. Wie dieses Bild aussieht und was die deutsche Frau mit sich bringen sollte, wird im nachstehenden Kapitel vorgestellt.

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Details

Seiten
26
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656125990
ISBN (Buch)
9783656126522
Dateigröße
679 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v188830
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,3
Schlagworte
rolle frau dritten reich

Autor

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Titel: Die Rolle der Frau im Dritten Reich