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Propaganda Heute

Alter Bekannter in Neuem Gewand

Hausarbeit 2011 18 Seiten

Politik - Sonstige Themen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärung Propaganda

3 Propaganda im Wandel
3.1 Früher - Antike bis 1. Weltkrieg
3.2 Früher - 1. Weltkrieg bis 2. Weltkrieg
3.3 Früher - 2. Weltkrieg bis „Heute“

4 Propaganda Heute - Ab dem zweiten Irakkrieg
4.1 Propaganda seitens der Amerikaner
4.2 Propaganda seitens der Iraker

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Monographien

Aufsätze

Internetquellen

1 Einleitung

„ Der Krieg beginnt nicht mit seinem Ausbruch. Er beginnt mit dem Gebrauch der Worte [ … ] Die Sprache bereitet den Krieg vor. Sie bezieht sich auf Vorgefallenes, auf Ereignisse, auf Geschichte und Geschichten “ (Zitiert in Iten 2005, S. 13).

Darüber hinaus wird mit Sprache an Hass und an feindliche Gefühle erinnert. Der Mensch kann durch Sprache in die Irre geführt und seine Meinung kann dadurch beeinflusst werden. Die Propaganda bedient sich neben den Bildern, an der Sprache um Worten bewusst eine Deutung und Sinnzuschreibung zu verleihen. Auf der Sprache basierend nutzt Propaganda diese zur Streuung ihrer Botschaften. Durch Worte entstehen Bilder und Bilder sind wiederum ein starkes Medium zum Transportieren von Botschaften. Wie im Zitat erwähnt, wird der Krieg durch Worte präpariert und dies war auch der Fall im Zweiten Irakkrieg, welcher durch Propaganda vorbereitet und im Jahre 2003 begonnen wurde. Den Medien kam in diesem Konflikt ein völlig neuer Stellenwert zu, wobei die Politik sich ihrer in mannigfaltiger Weise bediente. Die Medien sind Propagandainstrument und Blutkreislauf der Politik zugleich, was weitreichende Konsequenzen hat, da Propaganda häufig in der Politik ihren Ursprung hat (vgl. Loquai 2007, S. 56 ff.). Durch Propaganda werden Informationen gezielt verändert und durch die Veränderung von Informationen erlangt man Macht, denn Informationen sind Macht. Damit wird der Stellenwert und die Aktualität der Propagandathematik untermauert (vgl. Beham 2007, S. 39).

Die zentrale Fragestellung, mit der sich diese Hausarbeit beschäftigt, lautet wie folgt: „Wie hat sich Propaganda seit ihren Anfängen im Laufe der Zeit verändert?“ Damit einhergehend soll herausgearbeitet werden, ob es heutzutage schwieriger oder sogar einfacher ist Propaganda zu betreiben. An dieser Stelle wird angenommen, dass Propaganda noch existiert und nicht völlig in public relations übergegangen ist, auch wenn manche Autoren dieser Auffassung sind. Dazu wird in Kapitel 2 eine Begriffsklärung stattfinden, damit überhaupt ersichtlich wird, was unter dem Propagandabegriff zu verstehen ist. Im darauf folgenden Kapitel 3 wird die Geschichte des Terminus der Propaganda näher beleuchtet. In Unterkapitel 3.1 wird die Zeitspanne von der Antike bis zum 1. Weltkrieg, sozusagen die Geburtsstunde des Propagandabegriffs, thematisiert. Wie Propaganda im 1. Weltkrieg verstanden und praktiziert wurde, wird in Unterkapitel 3.2 dargestellt. Hierauf liegt auch der Schwerpunkt bei der geschichtlichen Betrachtung, da hier elementare Veränderungen zu verzeichnen sind, die auch für den 2. Weltkrieg maßgeblich waren. Abgeschlossen wird das Kapitel mit einem kurzen Anriss der Zeit ab dem 2. Weltkrieg bis zum 2. Irakkrieg seit 2003. Im vierten Kapitel wird herausgearbeitet was unter Propaganda während des zweiten Irakkrieges zu verstehen ist und wie diese praktiziert wurde. Hierzu erfolgen in zwei Unterkapiteln die Erläuterungen der jeweiligen Propagandamaßnahmen, welche durch die Konfliktparteien ergriffen wurden. Abgeschlossen wird die Hausarbeit durch ein Fazit, in welchem die eingangs gestellte Frage und die damit verbundene These beantwortet bzw. bearbeitet werden.

2 Begriffsklärung Propaganda

Im nachstehenden Teil wird versucht den schwer greifbaren Terminus der Propaganda fassbar zu machen, da dieser grundlegend für das Verständnis dieser Hausarbeit ist. Vorab ist zu erwähnen, dass der Propagandabegriff stark differierende Erwartungen und Interpretationen aufweist. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass der Begriff in unterschiedlichen Epochen grundverschieden aufgefasst und verwendet wurde (vgl. Bussemer 2005, S. 24 - 25). Hierbei ist vor allem der Verweis auf die Zeit des Nationalsozialismus zu tätigen. Vor und während den Zeiten des Dritten Reiches war die Propaganda ein entscheidendes Macht- und Beeinflussungsinstrument der Nationalsozialisten. Aufgrund dessen wird der Propagandabegriff heute häufiger weise negativ wahrgenommen (vgl. Schumann 2003, S. 29). Ebenso weist O'Shaughnessy darauf hin, dass es schwierig ist einen so stark historischen geprägten Begriff zu definieren und sich bei dem Versuch sprichwörtlich in ein Minenfeld begibt. Allerdings ist Propaganda auch ein soziales Phänomen, welches nicht losgelöst von der Geschichte betrachtet werden kann (vgl. O'Shaughnessy 2004, S. 14 ff.). Im Gegensatz dazu fordert Ronneberger sogar die Streichung des Wortes Propaganda aus dem wissenschaftlichen Wortschatz (vgl. Ronneberger 1977, S. 100). Ursprünglich stammt das Wort vom lateinischen Verb „propagare“ ab, was so viel heißt wie ausstreuen, ausbreiten oder fortpflanzen. Papst Gregor XV. prägte den Terminus erstmals zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges mit der Gründung der Vereinigung „sacra congregatio de propagande fide“, deren Auftrag es war, die katholische Missionierung voranzutreiben. Propaganda polarisierte bereits als damalige Form der Kommunikation Katholiken und Protestanten (vgl. Bussemer 2005, S. 25). Weitere Meilensteine zur Geschichte des Propagandabegriffs werden in Kapitel 3 näher erläutert.

Oftmals wird der Terminus Propaganda synonym mit anderen Worten wie Lüge, psychologische Kriegsführung, public relations1, Manipulation und Gedankenkontrolle verwendet (vgl. Jowett/Jowett/O´Donnell 2006, S. 3). Allerdings ist Propaganda klar, wenn auch nicht immer möglich, von solchen Synonymen zu unterscheiden. Vielmehr sind die eben genannten Begriffe Maßnahmen, Methoden und Instrumente über die Propaganda wirken kann (vgl. Rose 2007, S. 92 ff.). Der Begriff der Überredung wird auch häufig als ein Synonym für Propaganda verwendet, jedoch ist Überredung vielmehr eine Strategie bzw. Technik der Propaganda, verfolgt andere Ziele und versucht andere Zielgruppen zu erreichen (vgl. O'Shaughnessy 2004, S. 17). Außerdem ist Propaganda von der Werbung abzugrenzen, da unter Werbung jegliche Form der Beeinflussung zu verstehen ist, was bei Propaganda nicht der Fall ist (vgl. Schumann 2003, S. 29). Da es viele Definitionen von Propaganda gibt, diese jedoch sehr im Kontext der gegebenen zeitlichen Umstände zu sehen sind, werden im Folgenden Merkmale vorgestellt, die eine Schnittmenge der verschiedenen Begriffsprägungen darstellen. Propaganda ist immer systematisch, dass heisst sie geht von bestimmten Personen oder Institutionen aus. Demnach ist sie auch fast immer beabsichtigt und entsteht nicht per Zufall. An dieser Stelle ist einzuwenden, dass es in der Moderne durchaus Beispiele gibt, bei der Propaganda unbeabsichtigt ist.2 Weiterhin ist Propaganda zielgerichtet auf eine bestimmte Gruppe von Menschen und versucht die Meinungen und Einstellungen der Zielgruppe zu verändern. Dabei soll der vom Propagandisten erwünschte Effekt bei den Empfängern der Propaganda erzielt werden. Des Weiteren arbeitet Propaganda mit Informationskontrolle. Soll heißen, dass sie gezielt Informationen mit eigenen Botschaften überschreibt und als feststehenden Sachverhalt wiedergibt (vgl. Schwendinger 2011, S. 21). Bussemer fügt hinzu, dass sich Propaganda an den Gewinn oder den Erhalt von Macht orientiert und sich dazu die Medien teilweise durch Zwang gefügig macht. Darüber hinaus ist Propaganda absolut, Handlungsoptionen, die offen gelegt werden, werden bei Nichtbefolgung oder Verstößen bestraft (vgl. Bussemer 2005, S. 30 - 31).

Ferner macht Bussemer darauf aufmerksam, dass es zahlreiche Unterformen der Propaganda wie Kriegspropaganda, Politikpropaganda und viele mehr gibt (vgl. Bussemer 2005, S. 31 - 32). Zudem lässt sich Propaganda je nach der Beziehung zu der Bekanntheit der Quelle und der Zuverlässigkeit der Information unterscheiden. Weiße Propaganda geht von einer bekannten Quelle aus, die sich selbst als korrekt identifiziert und deren Informationen in der Botschaft zuverlässig erscheinen (Bsp.: „Voice of America“). Ferner zielt weiße Propaganda darauf ab, Glaubwürdigkeit beim Publikum zu erzeugen. Im Gegensatz dazu wird von schwarzer Propaganda gesprochen, wenn die Quelle der Information bzw. Botschaft verheimlicht oder einer falschen Autorität zugeschrieben wird. Sie setzt gezielt Lügen und Desinformation ein (Bsp.: sowjetisch betriebener Radiosender „Freies Ungarn“). Graue Propaganda ist zwischen der weißen und schwarzen Propaganda anzusiedeln. Die Quelle kann, muss aber nicht korrekt identifizierbar sein und die Richtigkeit der Information ist ungewiss bzw. unsicher (vgl. Jowett/Jowett/O´Donnell 2006, S. 16 ff.).

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es nicht die eine Propaganda gibt, sondern verschiedene Formen von Propaganda vorhanden sind, die ja nach Intention der Propagandisten unterschiedliche Ausprägungen annehmen.

3 Propaganda im Wandel

Dass sich das Verständnis, die Verwendung und der verfolgte Zweck von Propaganda je nach Geschichtsepoche unterscheiden, ist bereits in Kapitel 2 angeklungen. In den drei folgenden Unterkapiteln wird genauer darauf eingegangen, was in den verschiedenen Epochen von früher bis heute unter Propaganda verstanden wurde.

3.1 Früher - Antike bis 1. Weltkrieg

Früher bezieht sich, wie bereits der Überschrift entnommen werden kann, von den Anfängen der Propaganda in der Antike bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001, da die Propaganda seit dem neue Formen annahm. Genau genommen ist es schwierig bereits in der Antike von den Ursprüngen der Propaganda zu reden, da wesentliche Strukturelemente heutiger Gesellschaftsformen nicht vorhanden waren. Darunter fallen beispielsweise die relativ statische Gesellschaft und das kaum ausgebaute Informations- sowie Kommunikationsnetz. Demnach können als Grundbedingungen für die Verwendung des Propagandabegriffs ein Massenpublikum und Massenmedien, egal in welcher Form, angesehen werden (vgl. Schwendinger 2011, S. 11 - 12).

[...]


1 „Public relations ist the planned effort to influence opinion through good character and responsible performance, based upon mutually satisfactory two-way communication“ (Zitiert in Heath 2005, S. 31)

2 Vgl. hierzu Georg Bushs Besuch auf dem Flugzeugträger „Abraham Lincoln“ (O'Shaughnessy 2004, S. 21)

Details

Seiten
18
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656125891
ISBN (Buch)
9783656126423
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v188843
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,7
Schlagworte
propaganda heute alter bekannter neuem gewand

Autor

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Titel: Propaganda Heute