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Web 2.0 - Instrumente des Web 2.0

Seminararbeit 2009 15 Seiten

Informatik - Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Entstehung und Herkunft der Definition Web 2.0
1.1. Einleitung
1.2. Bedeutung: Was ist Web 2.0?
1.3. Ursprünge, Hintergründe und Initiatoren des Web 2.0

2.0 Kennzeichen einer Web 2.0-Applikation
2.1. User contra Autor
2.2. Lokal contra entfernt
2.3. Privat contra öffentlich

3.0 Anwendungen und Bereiche von Web 2.0
3.1. Technik hinter Web 2.0: Was ist Ajax?
3.2. Die Blogosphäre: Was ist ein Blog?
3.3. Was sind Wikis?
3.4. Social Software und Communities
3.5. Was ist ein Podcast?
3.6. RSS (Real Simple Syndication)
3.7. Was sind Mashups?

4.0 Kritische Betrachtung zur Nutzung des Web 2.0

1.0 Entstehung und Herkunft der Definition Web 2.0

1.1. Einleitung

„Web 2.0 is the network as platform, spanning all connected devices; Web 2.0 applications are those that make the most of the intrinsic advantages of that platform: delivering software as a continually-updated service that gets better the more people use it, consuming and remixing data from multiple sources, including individual users, while providing their own data and services in a form that allows remixing by others, creating network effects through an ‘architecture of participation’, and (…) deliver rich user experiences.”[1]

Der Begriff des Web 2.0 ist ein Schlagwort, der mittlerweile in vielen Geschäftsbereichen und vor allem im sogenannten Social Networking Anwendung findet. Nicht allein die technische Weiterentwicklung wird damit beschrieben. Die Bedeutung ist unter anderem in den Veränderungen des Umfelds des Internets zu suchen. Mit einzubeziehen sind hier vor allem die neuen wirtschaftlichen und sozialen Aspekte, die sich in den letzten Jahren rund um das World Wide Web gebildet haben.

Die Bezeichnung 2.0 kommt aus der Entwicklung von Software. Zwischenschritte kleineren Ausmaßes werden mit Zehntelschritten bezeichnet. Ein Schritt in der Softwareentwicklung von 1.6 auf 1.7 würde somit nur kleinere Veränderungen suggerieren. Ein Sprung auf die nächsthöhere Zahl vor dem Komma kennzeichnet eine merkliche Veränderung.[2] Somit wird ersichtlich, dass dieser Sprung auf Web 2.0 eine entscheidende Veränderung mit sich bringt.

Trotz der Etablierung dieses Synonyms für die Weiterentwicklung des Internets in den verschiedensten Belangen, herrscht auch heute noch oft Uneinigkeit über die Bedeutung dieses Modewortes. Welche Bereiche zu Web 2.0 zu zählen sind, ist oftmals schwer zu definieren. Es gibt jedoch Kriterien, Kennzeichen und Definitionen die eine Eingliederung verschiedenster Anwendungen und Applikationen ermöglichen. Einige davon werden in dieser Seminararbeit diskutiert und sollen dem Leser einen grundlegenden Einblick in das Thema Web 2.0 geben.

1.2. Bedeutung: Was ist Web 2.0?

Die Entdeckung des Internets und dessen unbegrenzte Möglichkeiten in der Marketingkommunikation beflügelten die Unternehmen diese neuen Kommunikationsstrukturen für sich zu nutzen. Die Unternehmen erstellten Websites als Werbeplakat, Bannerwerbung und viele andere Werbeprodukte als „alter Wein in neuen Schläuchen“. Die Werbebotschaften wurden an die Kunden adressiert ohne eine vorangegangene Nachfrage, ob diese auch wirklich daran Interesse hätten.[3]

Der Begriff Web 2.0, oft auch als Social Net bezeichnet, definiert keine neue Version des Internets sondern verkörpert vielmehr eine veränderte Nutzung der neu bereitgestellten Dienste durch die Anwender. Diese stark veränderte Wahrnehmung des World Wide Webs wurde vor allem durch die Verwendung einer Reihe neuer, interaktiver Applikationen wie Blogs, RSS Feeds oder Social Networks wie zum Beispiel Facebook hervorgerufen. Schlagwörter wie „User generated content“ (nutzergenerierte Inhalte) begrenzen diese Evolution des Internets genau. Die Empfänger werden zu Sender und es findet somit eine Wandlung vom früheren passiven Konsumenten zum aktiven „Autor“ von Webinhalten statt.[4]

Das Produzieren und Publizieren von Medieninhalten, die aktive Teilnahme und vor allem das Mitwirken lösen die ursprüngliche Verwendungsweise des Internets ab. Es werden somit nicht mehr nur Inhalte von Medienunternehmen erzeugt, sondern von einer Vielzahl einzelner Menschen, die sich mit Hilfe von sozialer Software miteinander vernetzen.[5]

Diese Kernidee des Web 2.0, den Konsumenten Raum zu geben, sich zu präsentieren und miteinander zu kommunizieren, erfreut sich sowohl nutzer- als auch angebotsseitig zunehmender Beliebtheit. Portale wie „Youtube“ oder „Flickr“ bei denen die User ihre persönlichen Videos oder Filme verfügbar machen, wechseln für hohe Summen den Eigentümer. Weiters sind auch Social Networks wie die Studentenplattform „studiVZ“ oder das Businessportal „Xing“ bei den Mitgliedern, den Eignern, wie auch bei potenziellen Interessenten sehr populär.[6]

Jedoch auch das Umfeld des Internets hat sich neben den Weiterentwicklungen in den Technologien geändert. Diese technischen, wie auch gesellschaftlichen Entwicklungen sind unabdingbar für den heutigen Stellenwert von Web 2.0. Die Verfügbarkeit von schnelleren Breitbandzugängen stellt eine grundsätzliche Ebene für die Verbreitung und die einwandfreie Funktionsweise neuer Anwendungen dar. Ein wichtiger gesellschaftlicher Aspekt sind die fallenden Verbindungskosten und die somit steigende Zeitdauer, in der die User das Internet nutzen.

Als Folge davon ergibt sich eine steigende Erfahrung im Umgang mit der Software und der Bedienung des Internets. Einhergehend mit diesen Entwicklungen wird das Vertrauen in die Internetbranche wieder geweckt. Internetfirmen verdienen Geld und Firmen aus der „Old Economy“ nutzen das Internet als eigenen Wachstumsmotor. Somit entwickelt sich das Web als Ganzes immer mehr zur Selbstverständlichkeit und wird oft auch immer mehr zur Notwendigkeit neuer Geschäftsmodelle und Distributionswegen.[7]

1.3. Ursprünge, Hintergründe und Initiatoren des Web 2.0

Erstmalig wurde der Begriff des Web 2.0 bei einer Medienkonferenz des O’Reilly Verlags im Jahr 2004 erwähnt. Diese Definition wird vor allem Dale Dougherty (O’Reilly Verlag) und Craig Cline (Media Live) zugeschrieben. Dogherty und Cline betrachteten ursprünglich Web 2.0 als Sammelbegriff neuer Anwendungen zur Publikation, Kommunikation und zum Community-Building im World Wide Web. In dieser Konferenz meinte Dougherty, dass sich das Internet einer Renaissance unterzieht, bei der sich die Regeln der Geschäftsmodelle verändern werden.[8] Er zeigte diese Veränderung anhand einer Reihe von Beispielen auf: „DoubleClick“ ist dem Web 1.0 zuzuordnen, „Google Ad Sense“ dem Web 2.0. „Ofoto“ war Web 1.0, „Flickr“ ist Web 2.0. Beide Angebote, sowohl „DoubleClick“ als auch „Google AdSense“, dienen der Vermarktung von Internet-Werbung. Unterschiedlich ist jedoch die Auswertung der Besucher und der damit zusammenhängenden Aussagekraft für weitere erfolgreiche Marketingmaßnahmen. Während „DoubleClick“ nur den Zweck der klassischen Werbepräsenz erfüllt, geht „Google AdSense“ einen Schritt weiter und ermittelt nur die Anzahl der erfolgreichen Weiterleitungen auf das Angebot der Werbetreibenden („Cost per Click“).[9]

Anhand solcher Beispiele werden einige der Kernkompetenzen des „neuen Internets“ sichtbar. Tim O’Reilly entwickelte in einer Brainstorming-Session im Jahr 2004 eine Auflistung einiger solcher Schlüsselprinzipien für eine eindeutige Charakterisierung der neuen Applikationen:[10]

- Nutzung des Webs als Plattform anstatt des lokalen Rechners
- Datenbetriebene Inhalte (Inhalte wichtiger als das Aussehen)
- Vernetzung wird durch die Architektur der „Mitwirkens“ verstärkt
- Das Ende des Softwarelebenszyklus, da sich solche Projekte immer im Betastadium befinden
- Einbeziehung der kollektiven Intelligenz der Nutzer
- Zugang zu Daten, die schwer oder teuer zusammenzustellen sind und somit umso wertvoller werden, je öfter sie genutzt werden
- Innovationen beim Aufbau von Systemen und Seiten durch die Verwendung von Komponenten verschiedener Entwickler
- Die Software geht über die Fähigkeiten eines einzelnen Verwendungszwecks hinaus

2.0 Kennzeichen einer Web 2.0-Applikation

2.1. User contra Autor

Laut dem „alten“ Web 1.0 Schema ist die Unterscheidbarkeit zwischen Autor und Rezipient klar gegeben. Im Normalfall ist man hier der Konsument und hat keine Rechte oder Möglichkeiten der Gestaltung von Inhalten oder der Inhaltsmodifikation. Diese Grenze verschwimmt zusehends im Web 2.0. Der Nutzer übernimmt immer öfter die Funktion des Autors und generiert aktuelle Inhalte auf unterschiedlichste Art und Weise. Somit leistet er seinen Beitrag für eine sich ständig ändernde und aktuelle Website. Das klassische Sender-Empfänger Verhältnis schwindet zusehends.

Ein stark wachsendes Angebot an Webservices, in denen Inhalte von den Usern selbst eingestellt werden können, z.B. eigenständige Anwendungen wie Wikipedia oder Kommentarfunktionen auf kommerziellen Websites (Bsp. Amazon), erreichen immer größere Reichweite. Der „user generated content“ wird damit zu einem wesentlichen Kanal der gesellschaftlichen Kommunikation.[11]

2.2. Lokal contra entfernt

Die Evolution in der Informationstechnik beinhaltet auch die Entwicklung der Datenhaltung. Anfangs wurden die Daten auf entfernten Großrechnern (Mainfames) gesichert und bei Bedarf geladen. Diese Ablage der digitalen Daten wanderte von diesen Großrechnern auf den eigenen Heim-PC. Somit war eine Grenzziehung zwischen lokal und entfernt immer gegeben.

Diese Grenze verschwimmt nun immer stärker. Zur besseren Nutzung der eigenen Inhalte auf den verschiedensten Endgeräten ist oft eine entfernte Speicherung der Daten auf externen Servern von Vorteil. Durch die breitbandigen Internetzugänge ist auch die Frage des aufkommenden Datentransfers obsolet. Selbst die Verarbeitung der Daten erfolgt dezentral auf dem Server. Meist werden diese Verarbeitungsschritte durch Applikationen durchgeführt, die ausschließlich im Internetbrowser ablaufen und keine Auskunft darüber geben, wo sie die Datenverarbeitung abwickeln. Das frühere „lokale“ und „private“ in der Informationstechnologie wandert in Richtung öffentliche Datenhaltung und –verarbeitung.[12]

2.3. Privat contra öffentlich

Ein wesentliches Kennzeichen von Web 2.0 ist zunehmende Veröffentlichung privater Daten durch die Anwender selbst. Jede Person hat die Möglichkeit in variierendem Umfang sich selbst darzustellen.

Problematisch hingegen kann die freie Meinungsäußerung im Internet werden, wenn eine getätigt Aussage von dessen Autor wieder getilgt werden möchte. Selbst bei Löschung der Ursprungsdatei ist die Entfernung solcher Daten fast unmöglich. Es wäre hier sinnvoll, seine persönlichen Aussagen und Meinungen vor der Publikation noch zu überdenken.[13]

Die Veröffentlichung eigener, persönlicher Fotoalben und Informationen in den Online Communities wie Facebook oder studiVZ birgt auch Gefahren hinsichtlich des Eindringens in die eigene Privatsphäre durch Dritte. Die so erlangten Informationen können dadurch missbraucht werden.

3.0 Anwendungen und Bereiche von Web 2.0

3.1. Technik hinter Web 2.0: Was ist Ajax?

Ajax (Asynchronous Java-Script and XML) ist keine einzelne Technologie oder Programmiersprache sondern wird sehr oft als „Rückgrat“ vieler Web 2.0 Anwendungen gesehen. Das Grundprinzip von Ajax ist die unabhängige Veränderbarkeit einzelner Teile einer Website ohne dass die Site erneut geladen werden muss. Es beinhaltet mehrere verschiedene, länger existierende Technologien, die miteinander kombiniert in der neuen Form AJAX auftreten.[14] Einige dieser Techniken wurden bereits in den 90er Jahren entwickelt und eingesetzt. Der Einsatz von AJAX hat beispielsweise zur Folge, dass die Interaktion mit dem Server asynchron abläuft (laden einzelner Bestandteile der Website) und somit eine Blockade des Browsers verhindert wird.[15]

Die Anfrage wird clientseitig mittels Javascript an den Server übermittelt. Nach der Abarbeitung durch den Server werden die Ergebnisse mittels in XML-codierten Nachrichten an den Client zurückgesandt. Die zwingende XML-Codierung ist hier nicht gegeben, sondern es ist auch die Übermittelung der Ergebnisse als normales Textfile denkbar.[16] Für die Erstellung von AJAX-Anwendungen stehen im Internet eine Reihe von vorgefertigten Frameworks zur Verfügung. Die serverseitige Implementierung kann mit einer beliebigen Skript- oder Programmiersprache erfolgen, zum Beispiel PHP. Durch die Verwendung von Javascript ist auch kein „Reload“ der Website von Nöten. Dieses Verhalten wird gerne verwendet um die Website wie eine herkömmliche Desktopapplikation anmuten zu lassen.

[...]


[1] O’Reilly, Tim: Web 2.0 (2006), Online im WWW unter URL: http://radar.oreilly.com [6.1.2010],

(zit. nach: Knappe/Kraklauer, 2007, S. 17.)

[2] Vgl. Kaul Kaul, Kristina: Web 2.0/Phantom oder Phänomen? (28.11.2005), Online im WWW unter URL: http://www.dw-world.de/dw/article/0,,1790308,00.html [5.1.2010]

[3] Vgl. Knappe/Kraklauer, 2007, S.7.

[4] Vgl. Gehrke, 2007, S. 7.

[5] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0 [2.12.2009].

[6] Vgl. Hass/Walsh/Kilian, 2008, S. 4.

[7] Vgl. Gehrke, 2007, S. 7.

[8] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0 [2.12.2009].

[9] Vgl. Hass/Walsh/Kilian, 2008, S. 5f.

[10] Vgl. Alby, 2008, S. 15.

[11] Vgl. Gehrke, 2007, S. 41.

[12] Vgl. Gehrke, 2007, S. 41f.

[13] Vgl. Gehrke, 2007, S. 43.

[14] Vgl. Gehrke, 2007, S. 17.

[15] Vgl. Alby, 2008, S. 147.

[16] Vgl. http://www.admin-wissen.de/eigene-tutorials/webentwicklung/ajax-tutorial/einfuehrung-in-ajax/ [5.1.2010]

Details

Seiten
15
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656129226
ISBN (Buch)
9783656130239
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v188972
Institution / Hochschule
FH OÖ Standort Steyr
Note
1
Schlagworte
instrumente

Autor

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