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Ansätze und Konzepte der offenen Jugendarbeit

Hausarbeit 2012 16 Seiten

Zusammenfassung

Diese Arbeit stellt das Praxisfeld Jugendarbeit in der Sozialen Arbeit vor. Es wird der Versuch unternommen aus diesem komplexen und differenzierten Feld der Frage nachzugehen welche Voraussetzungen Jugendarbeit heutzutage haben muss um den Herausforderungen einer sich schnell verändernden Gesellschaft gewachsen zu sein.

Zunächst wird im ersten Kapitel eine Begriffsdefinition des Themas vorgenommen sowie die Entstehung der traditionellen Jugendarbeit beschrieben. Darauf folgt eine kurze Darstellung der gesetzlichen Grundlagen auf die sich das Jugendrecht in Deutschland begründet.
Das zweite Kapitel befasst sich zunächst mit dem Begriff der offenen Jugendarbeit um sich dann mit ihren verschiedenen Ansätzen progressive, emanzipatorische, antikapitalistische, bedürfnisorientierte und schließlich die sozialräumliche Jugendarbeit zu beschäftigen auf welche das Hauptaugenmerk gelegt werden soll. Die Sozialraumorientierung spielt in der Praxis der Sozialen Arbeit eine immer wichtigere Rolle.

Um die Sozialraumtheorie mit Leben zu füllen, wird im dritten Kapitel ein Beispiel aus dem sozialen Raum vorgestellt. An diesem Praxisbeispiel wird die Vernetzung mit anderen Einrichtungen wie z.B. der Schule verdeutlicht. Es soll klar werden welche Anforderungen an eine Einrichtung gestellt werden und wie Jugendliche auf Veränderungen reagieren.

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1 . Der Begriff der Jugendarbeit
1.1 Entstehung der Jugendarbeit
1.1.1 Rechtliche Grundlage
1.1.2 Das Feld der Jugendarbeit

2 . Die verschiedenen Ansätze der offenen Jugendarbeit
2.1 Progressive Jugendarbeit
2.2 Emanzipatorische Jugendarbeit
2.3 Die antikapitalistische Jugendarbeit
2.4 Bedürfnisorientierte Jugendarbeit
2.5 Das sozialraumorientierte Konzept der Jugendarbeit
2.5.1 Lebensweltanayse
2.5.2 Das Jugendhaus als Aneignungsraum
2.5.3 Entwicklung konzeptioneller Differenzierungen
2.5.4 Konzeptevaluation

3 . Praxisbeispiel – Kooperation zwischen offener Jugendarbeit und Schule im sozialen Raum
3.1 Kommunales Jugendzentrum mit Schülercafé
3.1.1 Gründe für die Kooperation
3.1.2 Rahmenbedingungen, Organisation und Finanzierung
3.1.3 Stellenwert und Aussichten der Kooperation

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Diese Arbeit stellt das Praxisfeld Jugendarbeit in der Sozialen Arbeit vor. Es wird der Versuch unternommen aus diesem komplexen und differenzierten Feld der Frage nachzugehen welche Voraussetzungen Jugendarbeit heutzutage haben muss um den Herausforderungen einer sich schnell verändernden Gesellschaft gewachsen zu sein.

Zunächst wird im ersten Kapitel eine Begriffsdefinition des Themas vorgenommen sowie die Entstehung der traditionellen Jugendarbeit beschrieben. Darauf folgt eine kurze Darstellung der gesetzlichen Grundlagen auf die sich das Jugendrecht in Deutschland begründet.

Das zweite Kapitel befasst sich zunächst mit dem Begriff der offenen Jugendarbeit um sich dann mit ihren verschiedenen Ansätzen progressive, emanzipatorische, antikapitalistische, bedürfnisorientierte und schließlich die sozialräumliche Jugendarbeit zu beschäftigen auf welche das Hauptaugenmerk gelegt werden soll. Die Sozialraumorientierung spielt in der Praxis der Sozialen Arbeit eine immer wichtigere Rolle.

Um die Sozialraumtheorie mit Leben zu füllen, wird im dritten Kapitel ein Beispiel aus dem sozialen Raum vorgestellt. An diesem Praxisbeispiel wird die Vernetzung mit anderen Einrichtungen wie z.B. der Schule verdeutlicht. Es soll klar werden welche Anforderungen an eine Einrichtung gestellt werden und wie Jugendliche auf Veränderungen reagieren.

1 . Der Begriff der Jugendarbeit

Die Jugendarbeit stellt insgesamt ein sehr umfangreiches, komplexes und konfuses sozialpädagogisches Arbeitsfeld dar. Wenn man dieses berücksichtigt dann ergibt sich folgende Definition des Arbeitsfeldes: Die Jugendarbeit umfasst alle außerschulischen und nicht ausschließlich berufsbildenden, nicht kommerziellen erlebnis- und erfahrungsbezogenen Sozialisationsfelder von freien und öffentlichen Trägern (vgl. Thole 2007, S.471/472).

In der Jugendarbeit haben Heranwachsende neben Familie, Schule und der Berufsausbildung die Möglichkeit Kompetenzen zu erwerben, gemeinsam mit Anderen Erfahrungen zu sammeln und sich in Organisationen und Projekten zu engagieren.

Dies vollzieht sich im Wesentlichen in nicht kommerziellen Freizeiteinrichtungen wie Jugendfreizeitzentren, Jugendhäusern und in Jugendcafés (vgl. Thole 2007, S.471).

1.1 Entstehung der Jugendarbeit

Die Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts hat dem Jugendalter eine neue soziale Struktur verliehen. Das moderne Verständnis der Jugend als Lebensphase eines umfassenden Bildungs- und Identitätsprozesses nahm hier seinen Ausgangspunkt. Durch die Verschulung der Jugendphase und den dadurch schwindenden Anteil der Jugendlichen im Erwerbsleben wurde die Sozialisation fortan stärker durch kulturelle und sozialisatorische Einflüsse der modernen Gesellschaft geprägt. Es entstanden somit die Voraussetzungen für neuartige jugendliche Handlungsräume und neue soziale Organisationsformen Jugendlicher. In den neuen sozialen Gruppen wie zum Beispiel Gymnasiasten oder Lehrlinge entstanden sowohl die Basis für eine neuartige Gleichaltrigengesellschaft als auch eine veränderte Form jugendlicher Selbstorganisation. Historisch entstand die Jugendarbeit genau an dieser Schnittstelle zwischen den neuen Bildungsprozessen im Jugendalter, den gesellschaftlichen Zumutungen der Industriegesellschaft und der Bildung eigenständiger Jugendgruppierungen als Ausdruck eines neuartigen Selbstbewusstseins (vgl. Chassé/Wensierski 2002, S.35).

1.1.1 Rechtliche Grundlage

Rechtsgrundlage für die Jugendarbeit bildet das Sozialgesetzbuch (SGB) VIII welches auch oft als Kinder- und Jugendhilfegesetz bezeichnet wird. Es ist das wichtigste Gesetz aus dem Bereich des Jugendrechts. In den §§11 und 12 SGB VIII werden die Aufgaben und Träger der Jugendarbeit wie zum Beispiel in Vereinen und Verbänden gemäß §11 Absatz III SGB VIII differenziert beschrieben. Es wird mit der Formulierung in §11 Absatz 1 Satz 1 SGB VIII dass „die zur Förderung der Entwicklung junger Menschen erforderlichen Angebote zur Verfügung zu stellen“ sind, deutlich gemacht, dass eine Absicherung der materiellen Ressourcen der Jugendarbeit erreicht werden soll. Der Gesetzgeber macht in §79 Absatz 2 Satz 2 SGB VIII deutlich, dass von den bereitgestellten Mitteln für die Jugendhilfe ein angemessener Anteil für die Jugendarbeit verwendet werden soll. Maßgebliches Instrument zur Umsetzung dieser Pflichten ist die Jugendhilfeplanung gemäß den §§ 80, 81 SGB VIII im Rahmen der Gesamtverantwortung des Jugendamtes nach § 79 SGB VIII. Sie stellt sicher, dass alle Schwerpunkte gemäß § 79 Absatz III SGB VIII vorzufinden sind. Diese allgemeinen juristischen Grundlagen werden durch Ausführungsgesetze in den Bundesländern konkretisiert und ergänzt (vgl. Otto/Thiersch 2005, S.1009).

1.1.2 Das Feld der Jugendarbeit

Gekennzeichnet wird das Feld der Jugendarbeit durch ein vielschichtiges und heterogenes Netz von Institutionen und Organisationsformen. Vom klassischen Jugendzentrum und der Jugendverbandsarbeit, über Ferienfreizeitmaßnahmen, soziokulturellen Zentren bis hin zu den mobilen Formen wie Fußballfanprojekte, Rockmobilen oder Streetwork. Eine Systematisierung des Feldes ist schwierig, weil die Organisationsformen nicht immer trennscharf voneinander zu unterscheiden sind. In den letzten Jahren führt der Trend hin zu einer wechselseitigen Durchdringung der verschiedenen Formen. Verfolgt man die Entwicklung der Organisationsformen in der Jugendarbeit so kann man seit ungefähr 20 Jahren einen Wechsel von einem einheitlichen Jugendkonzept hin zu einem das den Strukturwandel und die Pluralisierung der Jugendwelt berücksichtigt erkennen. Man unterscheidet zum einen zwischen der klassischen offenen Jugendarbeit und der mobilen Jugendarbeit wie der Straßensozialarbeit. Im folgenden Kapitel wird die offene Jugendarbeit vorgestellt (vgl. Chassé/Wensierski 2002, S.38).

2 . Die verschiedenen Ansätze der offenen Jugendarbeit

Das Prinzip der Offenheit in der Jugendarbeit bezieht sich auf verschiedene Ebenen: Die Jugendarbeit ist offen in der Zielgruppe, das bedeutet sie richtet sich an alle Jugendliche. Sie ist offen in der Zeitstruktur ihrer Angebote, was bedeutet das die Angebote niederschwellig sind und somit spontanen, unverbindlichen und sporadischen Charakter haben. Sie ist offen in den thematischen Inhalten, das heißt es gibt keine konkreten programmatischen oder thematischen Vorgaben. Sie ist offen in ihrer Methodik, was bedeutet das die Angebote vor allem sozialräumliche Infrastruktur und Gelegenheitsräume als unverbindliche Treffpunkte den Jugendlichen zur Verfügung stehen. Hier wären Jugendcafés, Discotheken oder auch Tischtennis, Kicker oder Billardräume zu nennen (vgl. Chassé/Wensierski 2002, S.38). Man unterscheidet in der offenen Jugendarbeit zwischen dem progressiven, emanzipatorischen, antikapitalistischen, bedürfnisorientierten und sozialraumorientierten Ansätzen welche im folgenden näher beschrieben werden (vgl. Klawe 2000, S.88).

[...]

Details

Seiten
16
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656139492
ISBN (Buch)
9783656139416
DOI
10.3239/9783656139492
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen – Bildungswissenschaften
Erscheinungsdatum
2012 (Februar)
Note
1,7
Schlagworte
Jugendarbeit Schulsozialarbeit Sozialraumtheorie

Autor

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