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Exklusion - Geschichte und Ursachen

Hausarbeit 2011 14 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsangabe

1. Einleitung

2. Exklusion
2.1 Definition Exklusion
2.2 Geschichte der Exklusion
2.3 Ursachen
2.4 Betroffene Personengruppen

3. Exklusion im Ausland
3.1 USA
3.2 Frankreich
3.3 Großbritannien

4. Resümee

Quellenverzeichnis

1. Einleitung und Vorwort

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der sozialen Erscheinung der Exklusion ,die seit Jahrzehnten ein wichtiges Thema darstellt und mit unterschiedlichen Methoden durch die Politik angegangen wird.

Inhalt dieser Arbeit sollen Geschichte und Ursachen von Exklusion aufzeigen sowie den Versuch des Staates diese Problematik zu bewältigen und die Zukunftsaussichten kritisch beleuchten.

2. Exklusion

2.1 Definition

Der Begriff der Exklusion hat sich bereits sehr lange etabliert,so dass mittlerweile viele Definitionen existieren. So lautet die von der Europäischen Kommission im Jahr 2004 herausgegebene :

„Prozess, durch den bestimmte Personen an den Rand der Gesellschaft gedrängt und durch ihre Armut bzw. wegen unzureichender Grundfertigkeiten oder fehlender Angebote für lebenslanges Lernen oder aber infolge von Diskriminierung an der vollwertigen Teilhabe gehindert werden“

Eine weitere Definition besagt,dass Exklusion „ einen Entzug von Lebenschancen,der die Betroffenen unter die Armutsgrenze drückt oder ihre Eignung für unbefangene Kommunikation aufhebt.“ (Lautmann,2007,S.185).

Wansing interpretiert 2005 die soziale Exklusion als „ Ausschluss von Personen oder Personengruppen von grundlegenden politischen, ökonomischen und sozialen Leistungen und Prozessen der Gesellschaft.“

2.2 Geschichte der Exklusion

Exklusion ist kein neues Thema. Schon immer gab es von der Gesellschaft ausgeschlossene Personenkreise, so im Mittelalter,als viele Menschen sich als z.B.Tagelöhner verdingten. Aufgrund der ländlichen Armut setzte eine Stadtflucht ein, die jedoch zu keiner Teilhabe an der Gesellschaft führte. Obwohl der Ausbau der Armenfürsorge und auch die Wohlfahrt für Arbeitende vorangetrieben wurde, gab es „Armenviertel“ und Häuser der oberen Gesellschaft.

Die Ungleichheit setzte sich mit Beginn der Industrialisierung Anfang des 19.Jahrhunderts fort.(vgl. Häußermann).Dies betraf zumeist Fabrikarbeiter,die durch die Industrialisierung ausgebeutet wurden.

Die beiden Weltkriege im Laufe des 20.Jahrhunderts hatten weitreichende Konsequenzen. Zum einen durch den Sturz der Monarchien nach dem 1.Weltkrieg und der Einleitung erster sozialer Reformen(Bismark,etc.). Zum anderen durch den Wandel hin zu modernen Sozialstaaten nach dem 2.Weltkrieg Allerdings ist der Begriff Exklusion zum ersten Mal in den 60'er Jahren aufgetreten, damals noch in anderer Auslegung als heutzutage. Gemeint waren damals „Menschen,die nicht am materiellen und wirtschaftlichen Aufschwung in einer Phase der Vollbeschäftigung teilhatten“(Zesewitz,Tauch,2006).

In den 70'er Jahren wurde Exklusion dann durch das Buch von René Lenoir „Les exclus, un Francais sur dix“bekannt,das sozial Unangepasste wie Drogenabhängige,etc. beschrieb.

Während und nach den 80'er Jahren wurde Exklusion als reiner Armutsbegriff verdrängt.Der Fachbegriff etablierte sich und es kam zu seiner bis heute gültigen Bedeutung.

Der Grund hierfür lag in einer neuen Massenarbeitslosigkeit,von der weite Personengruppen und nicht nur noch Einzelne betroffen waren.

2.3 Ursachen

Wie oben genannt gibt es die soziale Exklusion oder soziale Ungerechtigkeit schon sehr lange.Während im Mittelalter Exklusion primär nicht wirtschaftliche Mittellosigkeit, sondern vor allem Ausschluss von sozialen Beziehungen und Systemen bedeutete, sind diverse Wissenschaftler der Meinung,dass die Exklusion in der Neuzeit erst durch den bedingungslosen Kapitalismus,der in weiten Teilen der Welt vorherrscht, immer mehr zum Problem wird. (vgl.Kronaur,2010)

Die Ursachen für die Herausbildung von problembeladenen Quartieren liegen in einer wachsenden sozialen Ungleichheit der Bevölkerung,in einem steigenden Distanzbedürfnis der Integrierten gegenüber den Marginalisierten und in einer gleichzeitigen Deregulierung der Wohnungsversorgung“(Häußermann,2007) Eine weitere Ursache ist nach Häußermann die Tatsache, dass es eine wachsende Anzahl von Stadtbewohnern gibt,die ein sehr hohes Einkommen beziehen und es so zu einer Spreizung in der Einkommensverteilung kommt.

Seit 2000 gibt es in über 350 Stadtteilen Deutschlands das Programm „ Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - die Soziale Stadt“. Lt. Häußermann „sind die heutigen Probleme Resultate eines sozioökonomischen und sozialräumlichen Strukturwandels der Großstädte“

Anlass für diese Programme waren nicht nur die Zunahme der Armut,sondern auch die Spaltung der Stadt in „arm“ und „reich“.

„Ausgrenzungsprozesse durch eine stärkere soziale Segregation in den Großstädten ergeben sich aus dem Zusammenwirken von drei Veränderungen,die aus dem ökonomischen und sozialen Wandel der Großstädte resultieren“:

1. Unqualifizierte Arbeiter haben durch die Industrialisierung keine Chancen auf Arbeitsplätze und der wachsende Dienstleistungsbereich kann nicht alle Arbeiter aufnehmen
2. Durch die Finanznot der Städte werden Sozialleistungen entweder ganz gestrichen oder aber nicht im erforderlichen Maße bereitgestellt.
3. Durch den Abbau von Sozialwohnungen gibt es immer weniger gemischte Wohnviertel. Es erfolgt eine Einstufung nach Einkommen,Lebensstil und Nationalität.Was wiederum zur Folge hat,dass Orte mit sozialer Exklusion entstehen und Viertel einen schlechteren Ruf haben und andere einen besseren.Dadurch resultieren hohe Mieten in guten Wohnlagen,die nicht jeder finanzieren kann und somit in „Armutsviertel“ ziehen muss.

Beispiele hierfür sind in Frankfurt am Main beispielsweise Stadtteile wie Bonames und das Gallusviertel mit schlechtem Ruf und Stadtteile wie das Westend, in dem sich nur Menschen mit einem hohen Einkommen niederlassen können.So herrscht gerade in Bonames hohes Gewaltpotential,das eine häufige Polizeipräsenz erforderlich macht,wohingegen das Westend als ruhiges und sichereres „Pflaster“ gilt.

2.4 Betroffene Personengruppen

Die soziale Exklusion betrifft Gruppen wie Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende,Obdachlose, AIDS-und Suchtkranke, alte Menschen, Behinderte, Migranten oder Menschen mit andersgläubigem Hintergrund,wie in der Vergangenheit die Juden.

Im Allgemeinen bewegen sich heute mehr Menschen am Rande der Armut und wie in vielen Statistiken belegt, verschwindet allmählich die Mittelschicht.Wir bewegen uns also hin zu einem Zweiklassensystem.Dieses System offenbart einen großen Graben zwischen der Ober- und der Unterschicht..

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Details

Seiten
14
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656140023
ISBN (Buch)
9783656140528
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v189695
Institution / Hochschule
Hochschule Fulda
Note
1,0
Schlagworte
Exklusion

Autor

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Titel: Exklusion - Geschichte und Ursachen