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Häresie als politisches Delikt - Der Fall Farinata Degli Uberti

Essay 2008 30 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

1. Farinata degli Uberti, ein verdammter Held
1.1. Farinata zu seiner Zeit – ein Held
1.2. Das italienische Szenarium um 1283
1.3. Die Stellung der Nachwelt zum Ghibellinentum

2. Der Prozeß
2.1. Das Protokoll

3. Schlußfolgerung

Literatur
1. Primärliteratur
2. Sekundärliteratur

Vorwort

Am Fall von Farinata degli Uberti, dem Führer der Florentiner Ghibellinen zur Zeit Kaiser Friedrichs II., der postum 1283 als Ketzer verurteilt wurde, wird die These überprüft, daß Häresieprozesse prinzipiell politische Ursachen hätten.

Einleitung

1. Die vorliegende Studie erwuchs aus der Beschäftigung mit der These von Alexander Patschovsky, »that in the course of time the heresy par excellence had become disobedience instead of disbelief. From this it follows that the meaning of the term heresy shifted from a specific distinction in the realm of thought to a general pattern of behaviour within society«[1].

Demnach entspricht jeder öffentlich als ketzerisch qualifizierte Standpunkt einer Perspektive, deren Fluchtpunkt im Bereich politischer Konfliktlagen zu suchen ist, und wonach der Häresievorwurf von städtischen und anderen Gewalten als mehr oder minder kaschiertes politisches Werkzeug ge- und mißbraucht wurde.

In a society, in which politics takes the shape of religion, religion inevitably becomes a matter of politics. Both spheres are so inseparably interwoven with one another, that we cannot even differentiate between subject and object […][2].

2. Die Behauptung, es gebe eine Verbindung oder sogar ein förmliches Korrelat zwischen Häresie und bestimmter politischer Militanz, findet Belege in der Historiographie des vergangenen Jahrhunderts. Thesen dieser Art fanden indessen nicht allgemeine Akzeptanz[3].

In Italien verlieh dieser Position Raoul Manselli ein besonderes Gewicht, der in seiner Studie L’eresia del male das Phänomen als zum Teil politisch und zum Teil gesellschaftlich angelegt sah[4], doch nicht implizit fest zusammenverbunden hat[5].

Fast zur gleichen Epoche wurde seine Lehre von Eugenio Dupré Theseider übernommen und vertieft[6]. Der Ausdruck »politische Häresie« wurde überhaupt zum ersten Mal von Dupré Theseider verwendet.

Eine treffende Schilderung dieses gesellschaftlich-politischen Phänomens bietet außerdem Raniero Orioli. Er verfolgt akribisch diesen Aspekt: Es gebe ein wahrscheinliches Verhältnis zwischen Ketzern und Ghibellinen; es handle sich aber eher um zwei verschiedene Gesellschaftsbereiche, die miteinander von Mal zu Mal entweder in Konflikt gerieten oder kolludierten[7].

Kürzlich hat Philip Jones die Instrumentalisierung des Ghibellinismus wieder unterstrichen, indem er schreibt:

From an early stage, however, the whole anti-heretical offensive became infectiously politicized, anti-Ghibelline or counter-imperialist – though Ghibellines were not especially heretic nor Guelfs unfailingly papalist[8].

Die politisch-religiöse Parteinahme der Florentiner kann also von ihren Zwecken her gedeutet werden: Die Stadt wurde nicht aus Treue der Kirche gegenüber guelfisch, sondern weil diese die Angriffe absegnete, die die florentinischen Guelfen gegen die Festungen der Magnaten[9] führten, die vom Kaiser Investition und Macht bekommen hatten[10].

3. 1919 veröffentlichte Niccolò Ottokar die Akten des Uberti Verfahrens[11] und 1950 (wieder abgedruckt 1996) beschrieb Mariano D’Alatri die Lage des florentinischen Ketzer-Inquisitionsgerichts um 1284[12].

1. Farinata degli Uberti, ein verdammter Held.

1.1. Farinata zu seiner Zeit – ein Held.

Manente Uberti, der unter dem Spitznamen Farinata in die Geschichte einging, wurde um 1200 bei S. Romolo in Florenz geboren. 1239 wurde er Oberhaupt seines Geschlechts und mit der Zeit einer der einflußreichsten Bürger ghibellinischer Obedienz[13]. Im Leben Farinatas sind zwei Fakten für den gegen ihn erhobenen Ketzerei-Vorwurf ausschlaggebend: Auf direkte Weise offenbart das erste die ghibellinische Kollusion mit den Ketzern und das zweite ist nur der Hintergrund des Ketzereivergehens.

1. Was sich im Mai 1245 ereignete[14], bietet einen Grund zur Anklage auf eine vermutliche Ketzerzugehörigkeit der Ubertis[15]. Bei der politischen Debatte in Florenz unterstützten die Ubertis die Intervention des Kaisers gegen die städtische Inquisition: In Sachen Justizverwaltung erhob Friedrich Anspruch auf die Eigenständigkeit des Podestà der Inquisition gegenüber[16]. Ist Häresie als Ungehorsamkeitsphänomen zu verstehen, ist genau dies das Häresiemoment im Leben Farinatas: Aus guelfisch-kirchlicher Sicht war die Wahl, die er traf, nicht politically correct. Die Auswirkungen der Handlungen, die ihren Ursprung in dieser Stellungnahme haben, können als Schuldnachweise in Anspruch genommen werden[17].
2. Am 4. September 1260, nach mehreren Gefechten, kam es zwischen den Guelfen und den 1258 aus Florenz vertriebenen Ghibellinen zu der schicksalhaften Schlacht von Montaperti, bei der Farinata die ghibellinischen Truppen der florentinischen Exulanten befehligte[18].

Einige Wochen nach dem Triumph der Ghibellinen fand das Parlament in Empoli statt[19]. Zusammen mit dem Sienesen Provenzano Salvani, den Vertretern von Pisa und den anderen Anführern der Ghibellinen verlangte der Graf Giordano d’Anglano, König Manfreds Vikar von Tuszien[20], daß Florenz dem Boden gleich gemacht werde, wobei Farinata seine Heimatstadt apertis verbis verteidigte[21].

Mit dem Parlament in Empoli waren Farinatas Glanztage an ihr Ende gekommen; von da an manövrierte er hinter den Kulissen der großen Politik[22]. Dies wurde auch dadurch begünstigt, daß sein Gefährte Guido Novello in der Stadt Florenz – manchmal mit übertriebenen Herrschergelüsten – regierte.

Der lange Zeit ungewürdigte salvator patriae starb am 27. April 1264 in Florenz[23].

1.2. Das italienische Szenarium um 1283.

Das an Intrigen reiche politische Spiel erweiterte seine Schauplätze auf die ganze Halbinsel. Die Hauptrollen in diesem Spiel wurden unter den römischen Päpsten, den Königen von Frankreich und Aragon und dem Kaiser aufgeteilt.

1. Das Motto der römischen Päpsten: „ divide et impera[24]. Während des Pontifikats verschiedener Päpste verfolgte die Kurie eine konsequente Politik, die zum Ziel hatte, daß niemand auf der Halbinsel dominieren konnte. Die Durchtriebenheit des Heiligen Stuhls lenkte dann die mehr oder weniger blutigen Scharmützel zwischen aus- und inländischen Mächten auf der Halbinsel. Ziel der päpstlichen Politik war es, die Halbinsel in Schach zu halten, um das Patrimonium Petri unangefochten zu bewahren und es womöglich dank der Intervention ausländischer Heere auf Kosten angrenzender Kommunen oder zu mächtig gewordener Verbündeten zu erweitern.

Il Papa [Innozenz IV.] poteva contare sulle città italiane finché si trattava di aiutarle a resistere al potere centralizzatore di un Imperatore o di un Re. Ma se tentava di sottometterle al suo, se le trovava nemiche. (Montanelli, S. 19)

Sein Nachfolger, Urban IV., griff die altbewährte Politik der Kirche, die ausländischen Mächte gegeneinander auszuspielen – in gezielterer Weise – wieder auf, indem er Karl von Anjou, Bruder des französischen Königs, die Krone des ehemaligen staufischen Reiches anbot[25].

Einige Jahre nach der Schlacht von Tagliacozzo (1268), die das Ende der staufischen Herrschaft auf der Halbinsel darstellte[26], nahm Gregor X. wahr, daß er sich in einer gefährlichen Lage befand, denn Karl von Anjou hätte sein Gewicht als Regent Siziliens für die Kirche auch im Regnum Italiae durchsetzen können[27]. Um aus dieser Bedrängnis herauszukommen, hatte der Papst nur einen Ausweg. Er mußte an die alten Verbündeten der deutschen Könige appellieren, die gegen die Kirche gekämpft und verloren hatten: die Ghibellinen[28].

Somit bestimmten die Päpste, wer jeweils mit welchen Allianzen in Italien in den Ring treten durfte und wie lange. Ihre Wetterfahnenpolitik brachte die Mittel der aufsteigenden Monarchien, wie Aragon und Frankreich, ins Spiel, aber das Papsttum rechnete nicht mit der überheblichen Selbstgefälligkeit und dem Selbstbestimmungswillen dieser Länder.

[...]


[1] Patschovsky, Alexander, Heresy and Society: On the political Function of Heresy in the Medieval World, in: Bruschi, Caterina, Biller, Peter (Hg.), Texts and the Repression of Medieval Heresy, York Medieval Press Publication, 2003, S. 26.

[2] Patschovsky, Alexander, Heresy and Society…, o. a., S. 27.

[3] Die Krux wurde deutlich von Giovanni Grado Merlo in ihren zwielichtigen Aspekten erörtert. Vgl. Giovanni Grado Merlo, Contro gli eretici, Bologna, 1996, S. 114-115 und 119.

[4] Manselli, Raoul, L’eresia del male, Napoli, 1963, 19802.

[5] Ders., Ezzelino da Romano nella politica italiana del sec. XIII, in: Studi ezzeliniani, «Studi Storici», 45-47 (1963).

[6] Dupré Theseider, Eugenio, Gli eretici nel mondo comunale italiano, in: «Bollettino della Società di Studi Valdesi», 114 (1963), S. 3-23, nachgedruckt in: Ders., Mondo cittadino e movimenti ereticali nel Medio Evo, Bologna, 1978, S. 233-259.

[7] »L’esistenza di un possibile rapporto tra eresia e ghibellinismo è indubbiamente un’ipotesi tutt’altro che avulsa dal contesto sociale-religioso della prima metà del secolo XIII; ma […] trattasi di binomio, di sommatoria cioè di due distinte realtà che entrano in conflitto e in collusione e nulla più. Il catarismo infatti non fu capace di andare al di là di un’adesione numerica al ghibellinismo, rimanendo sostanzialmente estranei l’uno all’altro, senza possibilità di osmosi ideologicamente arricchente.« (Orioli, Raniero, Eresia e Ghibellinismo, in: Federico II di Svevia, Palermo, 2000, S. 425).

[8] Jones, Philip, The Italian City-State. From Commune to Signoria, Oxford, Clarendon Press, 1997, S. 429. Sehr wichtig für die hier vorgelegte Perspektive sind auch S. 288-296 und S. 438-440.

[9] Nachdem 1177 in Venedig ein Abkommen zwischen Kaiser Friedrich I. und Papst Alexander III. unterschrieben wurde, zog der Kaiser in die Toskana, um das Land wieder zu Ordnung und Gehorsamkeit zurückzubringen. Zu diesem Zeitpunkt bekannten sich die Uberti zur kaiserlichen Partei und von da an tritt der Reichsadler auf ihrem Wappen auf. Vgl. Robert Davidsohn, Forschungen zur älteren Geschichte von Florenz, Bd. 1, S. 555.

[10] »Firenze era stata guelfa non per devozione alla Chiesa, ma perché la Chiesa benediceva i suoi «gonfaloni» quando muovevano all’assalto dei manieri in cui si trinceravano i nobili, investiti dall’Imperatore dei loro feudi e privilegi.« (Montanelli, Indro, Storia d’Italia, Milano, Rizzoli Editore, 1967, dann ebda., RCS Libri, 1997, nachgedruckt in: Ders., Storia d’Italia, Bd. 2: L’Italia dei secoli d’oro, Milano, RCS Quotidiani, 2003, S. 38). Die Wahl von Montanellis Werk ist nicht zufällig. Sein Stil und sein Zuschnitt ähneln einer Chronik, wie sie der moderne Leser von Villani oder Compagni herkennt. Die Schärfe einer reifen und desillusionierten Überlegung und seine schlichte Sachlichkeit unterscheiden Montanelli von den alten Chronisten und machten sein Werk zu einem idealen Hilfstext für das Verstehen der Ereignisse, die zu Farinatas Prozeß geführt haben.

[11] Ottokar, Niccolò, La condanna postuma di Farinata II, in: »Archivio Storico Italiano«, 1919, S. 155-163. Beachtlich für diesen Thesenvorschlag sind die S. 157-158. Im Anhang sind die Prozeßakten beigefügt, S. 159-163.

[12] D’Alatri, Mariano, L’inquisizione francescana nell’Italia centrale del Duecento, in Bibliotheca Seraphico-Capuccina 49, Roma, Istituto Storico dei Cappuccini, 1996. Es handelt sich um die neu bearbeitete Edition der gleichnamigen Studie, die schon 1950 als »tesi di laurea« ans Licht kam. Die sogenannte »Tuscia imperiale« wird im Kap. IV behandelt, insbesondere auf S. 117-123.

[13] Davidsohn, Robert, Geschichte von Florenz, Bd. II, 1: Guelfen und Ghibellinen. Staufische Kämpfe, S. 277.

[14] Vgl. Raniero Orioli, Eresia e Ghibellinismo, o. a., S. 424-428. 17. Juli 1245 wurde Friedrich II. wegen Ketzerei abgesetzt, doch »l’eresia di cui è sospettato così fortemente non ha nulla a che vedere con quelle che venivano nel frattempo analizzate nei vari trattati e manuali o elencate stancamente nelle iterate e iterative legislazioni civili e religiose che stramemente ma significativamente contraddistinguono la piena era federiciana.« (Orioli, S. 424). Friedrich wollte sich aus den päpstlichen Schlingen befreien und nicht länger den »Papstesel« spielen. Sein crimen war dann eine Präsumtion von Selbständigkeit: Er verstand seine Macht als unabhängig von der Kirche, was einem crimen lesae maiestatis gleicht, also gleicht die Anklage aufgrund der Vermischung von Weltlichem und Geistlichem im päpstlichen Amt einer politischen Häresie.

[15] Vgl. Enciclopedia Dantesca, Roma, Istituto della Enciclopedia Italiana fondata da Giovanni Treccani, 1970-1978, sub vocem „Uberti“.

[16] Giuseppe Vatti, Montieri notizie storiche, 1930, ed. anast. 1970-1983, S. 17; Diacciati, Silvia, Popolo e regimi politici a Firenze nella prima metà del Duecento, in: »Annali di Storia di Firenze«, I -2006, S. 58-60; Manna, Jacopo, L’Albero di Jesse nel medioevo italiano. Un problema di iconografia, in: »Banca dati Nuovo Rinascimento«, 2001, S. 81-82. Was die Urkunde der antihäretischen Tätigkeit der florentinischen Inquisitoren Ruggero Calcagni und Pietro da Verona angeht, vgl. Felice Tocco, Quel che non c’è nella Divina Commedia o Dante e l’eresia, con documenti e ristampa delle questioni dantesche, Bologna, Zanichelli, 1899, S. 3-50 und 54-57.

[17] Obwohl Tocco beweist, daß Farinata das consolamentum bekommen hat, ist kein aktives Häresiemoment in den Biographien von Farinata aufzuspüren (e. g., vgl. Enciclopedia dantesca, o. a., sub vocem). Vertrautheit mit den patarenischen Entourages und ihren Bräuchen ist bestimmt nicht auszuschließen, denn unter dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ kolludierte das Ghibellinentum mit den Ketzern. Vgl. Felice Tocco, Quel che non c’è…, o. a., S. 7.

[18] Das nicht makellose Verhalten Farinatas als Anführer der florentinischen Ghibellinen ist in den Chroniken von Giovanni Villani und in den Einträgen der Stadtbücher und Urkunden von S. Gimignano zu lesen, und aus dem Caleffo vecchio von Siena zum Jahr 1264 wird ausführlich von seinen Auszahlungen, Sendschreiben an den Kaiser und an die anderen Ghibellinen der Toskana, sowie von seinen Kontakten in der Heimatstadt und von seiner Tätigkeit berichtet. Vgl. Giovanni Villani, Nuova cronica VII, 77; Robert Davidsohn, Forschungen zur älteren Geschichte von Florenz, Bd. 2: 13. und 14. Jahrhundert, Berlin 1900, Aus den Stadtbüchern und -Urkunden von San Gimignano.

[19] Empoli war keine zufällige Wahl: Dieser borgo auf dem contado war Lehnsgut der Grafen Guidi. 1255 verkaufte Guido Novello dei conti Guidi dem florentinischen comune Landgüter und Burgen von großer wirtschaftlicher und strategischer Bedeutung, darunter auch Empoli.

[20] Ders., Forschungen zur älteren Geschichte von Florenz, Bd. 4: 13. und 14. Jahrhundert, Berlin, 1908, S. 158.

[21] Villani, Giovanni, Nuova cronica VII, 81-82. Wenn in Villanis Text die Rede von Farinata ist, zitiert der Autor seine durch die Tradition erhaltenen Sprüche, und aus denen taucht eine gute Kenntnis der Volkskunde und einen kühnen Gebrauch des common sense, aber nichts weiter. Vgl. Ders. , Nuova cronica, VII, 74, 78, 86.

[22] Was das Engagement Farinatas für Florenz und seine Grafschaft betrifft, vgl. Robert Davidsohn, Forschungen zur älteren Geschichte von Florenz, Bd. 4: 13. und 14. Jahrhundert, o. a., S. 161-ff.

[23] Obituarium von S.ta Reparata, I 1113 n.2.

[24] Montanelli, Indro, Storia d’Italia, o. a., S. 18-19. Selbstverständlich ist das Motto nicht zu dieser Zeit entstanden, sondern es war eine gewagte Nutzanwendung einer römischen Staatslehre.

[25] »Papa Urbano IV si rese conto che l’Italia, divisa com’era, non sarebbe mai venuta a capo degli Hohenstaufen. E, riprendendo la vecchia politica della Chiesa di opporre straniero a straniero, si rivolse al Re di Francia, Luigi IX, offrendogli la corona delle Due Sicilie. Luigi [...] la diede al proprio fratello, Carlo d’Angiò.« (Montanelli, Indro, S. 19-20).

[26] Montanelli, Indro, Storia d’Italia, o. a., S. 23-24.

[27] Karl von Anjou war nicht nur Regent Siziliens, sondern auch das Haupt der Lega guelfo-angioina in Piemont, Lombardei, Tuszien und Umbrien. Er hatte die einmalige Chance die Halbinsel in seine Gewalt zu bringen, doch sein Ehrgeiz verführte ihn dazu, zuerst erfolgreich nach Albanien (1272), Akaien (1267-77) und dann in einen überheblichen Krieg (1282-1284) mit dem aragonischen König zu ziehen. Er trug auch den ehrenamtlichen Titel von König von Jerusalem (1270). Er hat sich eher als Krieger ohne besonders betonte politische Eigenschaften oder Raffinements erwiesen und hat seine Erfolgchancen verkannt, auf der Halbinsel ein eigenes Reich zu schaffen, indem er das ehemalige Staufenreich bloß als Sprungbrett für weitere Eroberungen sah. Seine Innenpolitik war aber nicht sehr aufgeklärt, eher repressiv und umsichtig.

[28] Montanelli kritisiert die päpstliche Politik, wie folgt: »Era la solita diplomazia del Papato, pronto ad allearsi col nemico vinto, quando l’amico vinceva troppo e minacciava di diventare padrone assoluto nella Penisola.« (Montanelli, Indro, Storia d’Italia, o. a., S. 24).

Details

Seiten
30
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783656141310
ISBN (Buch)
9783656141662
Dateigröße
607 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v189850
Institution / Hochschule
Universität Konstanz
Note
Schlagworte
Italien Recht Mittelalter Kirche Ketzerei Häresie Florenz Ghibellinentum Prozeß

Autor

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