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Der demographische Wandel - Herausforderungen für Unternehmen

Seminararbeit 2011 22 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Aktualität des Themas
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit

2 Der demographische Wandel
2.1 Begriffserklärung
2.2 Der demographische Wandel in Deutschland

3 Bedeutung des demographischen Wandels für Unternehmen
3.1 Personalmanagement
3.1.1 Anzahl der Erwerbstätigen
3.1.2 Alter der Erwerbstätigen
3.2 Neue Absatzmärkte
3.3 Fallbeispiel an der BMW Group

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bevölkerung nach Altersgruppen 2008-2060 in Deutschland

Abbildung 2: Absolute und relative Verteilung der erwerbsfähigen Altersgruppen in Deutschland von 1960 bis 2040

Abbildung 3: Veränderung der menschlichen Leistungsvoraussetzungen

1 Einleitung

1.1 Aktualität des Themas

Der demographische Wandel wird in den Medien oft als „die Mär der unproduktivenAlten“ dargestellt, Unternehmen fürchten die „Vergreisung der Belegschaft“Deutschlands Bevölkerung wird zur „Prothesengesellschaft“. Tatsache ist, dass dieBevölkerung Deutschlands immer älter und weniger wird und darausHerausforderungen für Politik und Wirtschaftsgeschehen. Ab 1. Mai 2011 werden dieTüren für Osteuropäer aus Ländern, die 2004 der EU beigetreten sind, offen stehen.Polen, Tschechen, Slowaken, Slowenen, Ungarn und Balten können dann nachDeutschland kommen, ohne lange Wartezeiten, in denen früher geprüft wurde, obdieser Arbeit nicht ein deutscher Erwerbstätige zur Verfügung stehe. DieseMaßnahme ist eine Reaktion auf den Mangel an jungen und vor allem qualifiziertenFachkräften, der uns in Deutschland bevorsteht. Leider kommt diese Maßnahmeetwas zu spät. Die qualifizierten und hochqualifizierten Arbeitskräfte haben schonandere Länder nach der EU-Osterweiterung 2004 umworben und für sichgewonnen.1 Diese gesetzliche Maßnahme reiht sich ein zur debattierten„Frauenquote“ und Regelung der Rente ab 67. Auf politischer Ebene wird reagiert,jedoch scheint die Wirtschaft etwas zu zögern. So unterscheidet sich die Aussagevon 2000: „Gegenwärtig wird das Problem des demographischen Wandels in denBetrieben unzureichend wahrgenommen.“2 nicht sonderlich von der 2007: „DieBedeutung demographischer Veränderungen für das eigene Unternehmen ist nochgar nicht erkannt worden“3. Kurzum müssen die Probleme hinsichtlich der älter undweniger werdenden Erwerbstätigen erkannt werden, und die Chancen die die älterenKonsumenten auf dem Absatzmarkt bieten genutzt werden, um positiv gegen dendemographischen Wandel zu steuern.

1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit

Ziel der Arbeit ist es, Chancen und Herausforderungen die aus dem demographischen Wandel resultieren auf der personalpolitischen und produktpolitischen Ebene darzustellen und aufzuzeigen.

Neben der Einleitung und dem Fazit ist die Arbeit wie folgt gegliedert: Um dieAuswirkungen des demographischen Wandels zu erörtern wird im zweiten Kapitelzunächst der Begriff erläutert und abgegrenzt. Darauf folgt die Darstellung derdemographischen Entwicklung in Deutschland. Im dritten Kapitel wird auf dieseGrundlagen aufgebaut und der Aspekt der Auswirkungen auf die Unternehmendiskutiert. Hierbei wird der Rückgang der Erwerbstätigen, die quantitative Bedeutungdes Wandels, erläutert und Instrumente als Gegenmaßnahmen vorgestellt. Daranschließt sich die Erklärung zu den qualitativen Veränderungen, d.h. die Alterszu-sammensetzung der Belegschaft in den Unternehmen. Daraus wird geschlossen,dass die Belegschaft stetig älter wird, die Firmen Probleme bei der Rekrutierungjunger qualifizierter Fachkräften haben und haben werden. Auch hier werdenmögliche Lösungen aufgezeigt. Daraufhin werden Chancen der Unternehmen aufdem Absatzmarkt, der sog. Silver Market, für die Generation 50 Plus veranschaulicht.

Zum Schluss werden all diese Erkenntnisse in einem Fallbeispiel der BMW Groupaufgezeigt. Abschließend wird im Fazit die Thematik nochmals zusammengefasstund die einzelnen Aspekte hinsichtlich einer effektiven Demographiepolitik bewertet.

2 Der demographische Wandel

2.1 Begriffserklärung

Die Demographie (griechisch=“Volk beschreiben“) ist eine Wissenschaft, die sich mitder Bevölkerung beschäftigt.4 „Demographie beschreibt mit Zahlen und Kennziffern,wie sich die Bevölkerungszahl und ihre Strukturen (Alter, Geschlecht, Familienstand,Lebensform, Nationalität, Kinderzahl, Region, Gesundheitszustand u. ä.) durch demographische Verhaltensmuster/Ereignisse (Kinderhaben, heiraten, sich scheidenlassen, umziehen, sich gesund erhalten oder sterben) verändern.“5In dieser Arbeit wird aber lediglich auf die Zusammensetzung der Bevölkerungszahldurch die unten genannten Faktoren eingegangen, dabei wird nicht näher aufdemographische Verhaltensmuster und Ereignisse eingegangen. Vielmehr wird aufbevölkerungswissenschaftliche Aspekte eingegangen. In dieser Arbeit wird dabei dieVerbindung zwischen der Bevölkerung und der Wirtschaft aufgezeigt.6

Der demographische Wandel ist daher insbesondere die Lehre über „dieVeränderung der Alterszusammensetzung in einer Gesellschaft“7. DieAlterszusammensetzung wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Dies ist zumeinen die Geburtenhäufigkeit (Fertilität) eines Landes, hinzu kommen dieSterblichkeitsrate (Mortalität) oder Lebenserwartung und die Wanderung.8 UnterWanderung versteht man den Saldo der Zu- und Fortzüge in einem Land.9 Graphischkann man die die Alterszusammensetzung in einer Alterspyramide darstellen. Beihoher Geburtenrate und einer abnehmenden Mortalität zeigt sich die Alterspyramideals ein kompaktes Gebilde. Wohingegen sie bei einer niedrigen Geburtenrate undeiner steigenden Mortalität sich als sehr unausgewogen und zerklüftet darstellt.10

In dieser Arbeit wird der demographische Wandel als eine Entwicklung angesehen, die zunächst von einer Veralterung einer Gesellschaft, des Weiteren von einer Schrumpfung ausgeht. Dies bringt nicht nur die Angst vor „schwindendem Wohlstand oder sinkender Lebensqualität“11 mit sich, sondern „es sind nachhaltige Auswirkungen auf nahezu alle Bereiche des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens zu erwarten“12. Jedoch birgt der demographische Wandel nicht nur Herausforderungen sondern auch Chancen und Möglichkeiten.

2.2 Der demographische Wandel in Deutschland

Derzeit Leben ca. 82 Millionen Menschen in Deutschland. Die Einwohnerzahl wirdaber voraussichtlich auf mindestens 65 Millionen im Jahr 2060 zurückgehen.13 Dabeisteht Deutschland sinnbildlich für die Gesamtbevölkerung in Europa14. Die Analysedes demographischen Wandels in Deutschland ist deshalb so wichtig, da späterdaran die Konsequenzen und Herausforderungen für Wirtschaft, speziell fürUnternehmen aufgezeigt werden können. Der Rückgang und die Alterung derBevölkerung und den daraus resultierenden demographischen Wandel inDeutschland ist an drei Einflussgrößen erkennbar. Zunächst wird die Wanderungbetrachtet, darauf folgt eine Erläuterung zur Geburtenhäufigkeit und zum Schlusswird auf die Lebenserwartung und den Altersaufbau der Gesellschaft eingegangen.

Die Wanderungsbilanz in Deutschland lag 1991-2007 bei ca. 248 000 Personen pro Jahr, heute geht man von einem Wanderungssaldo bis 2014 mit 100 000 Personen pro Jahr, ab 2020 mit 200 000 aus. Jedoch lässt sich, anders als bei der Fertilität und der Mortalität, „aus den bisherigen Wanderungssaldo kaum ein Trend ableiten.“15 Selbst wenn die Saldi positiv bleiben, wird sich die Situation des demographischen Wandels kaum ändern, da theoretisch 17,2 Millionen Menschen zuwandern müssten, damit die Bevölkerungszahl unverändert bleibt, 25,5 Millionen um die Erwerbsquote zu erhalten.16 Daher ist der Aspekt der Wanderung in dieser Arbeit nicht ausschlaggebend für die Lösung der Problemstellung.

Der Geburtenhäufigkeit, oder auch Fertilität, bekommt bei der Betrachtung desdemographischen Wandels einen besonderen Stellenwert, denn sie hat „längerfristigeinen genauso hohen Einfluss auf die Entwicklung wie die beiden anderen Faktorenzusammen.“17 Die Geburtenhäufigkeit liegt zurzeit bei durchschnittlich 1,4 Kindern jeFrau18 wobei für eine Reproduktion der deutschen Bevölkerung ca. 2,1 Kinder proFrau notwendig wären.19 Diese Reproduktionsrate wurde schon seit langen nicht mehr in Deutschland erreicht, somit ist „das Prinzip der demographischen Nachhaltigkeit‘ verletzt, da dauerhaft weniger Kinder geboren werden, als Menschen sterben.“20 Damit „fällt jede neue Generation um ein Drittel kleiner aus als die ihrer Eltern.“21. Gründe für die wenigen Kinder und das späte Eltern werden sind unter anderem die Anitbabypille22, gesellschaftliche Aspekte (z.B. sind Eltern im Alter nicht mehr unbedingt auf die Versorgung/Pflege der Kinder angewiesen), aber auch wirtschaftliche Gründe (entgangene/kürzere Erwerbszeiten).23 Insbesondere ist ein Wertewandel und ein Umdenken in der Lebensplanung zu beobachten: „So sorgt ein Kind heute, als „Kostenfaktor“, für entsprechende Einschränkungen in der Lebensplanung. Aufgrund der Erwerbsquote bei den Frauen, steht diese Gruppe zunehmend vor der Entscheidung „Kind oder Karriere“.24

Zu dem Geburtenrückgang kommt noch eine längere Lebenserwartung hinzu. Das istzunächst einmal positiv zu bewerten, doch birgt es auch viele wirtschaftlichenHerausforderungen. So gehen mit einer immer länger werdenden Lebenserwartungder Rückgang der Erwerbstätigen und eine ältere Gesellschaft einher. DieLebenserwartung lag bei Männern die 2006/2008 bei 77,2 Jahren und 2060 werdenes bis zu 10,6 Jahre mehr sein. Bei Frauen lag sie 2006/2008 bei 82,4 Jahren und2060 rechnet man mit bis zu 8,8 Jahre mehr.25 Diese Entwicklung ist das „Ergebnisdes medizinisch-technischen Fortschritts und der besseren gesundheitlichenVersorgung der Bevölkerung, verbunden mit allgemeinen Verbesserungen in denLebens- und Arbeitsbedingungen.“26

Zusammenfassend kann man sagen, dass „die Kombination beider Faktoren, zumeinen eine sinkende Geburtenrate und zum anderen eine kontinuierliche Steigerungder Lebensdauer, führt zu einer erheblichen Veränderung der Altersstrukturen inEuropa“27 Deutschland wird in den nächsten Jahren gesellschaftlich undwirtschaftlich mit den Veränderungen des Altersaufbaus zu kämpfen haben.

[...]


1 vgl. Amann, M./ Nienhaus, L., 2011 (Internetquelle), Stand: 17.04.2011.

2 Hübner, W./ Wahse, J., 2002, S. 69.

3 Brandenburg, U./ Domschke, J., 2007, S. 89.

4 vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 2004, S.9.

5 Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 2004, S.9

6 vgl. Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 2004, S.9.

7 Pack, J.,2000, S. 8.

8 vgl. Statistisches Bundesamt, 2009, S. 9.

9 vgl. Sporket, M., 2011, S.31.

10 vgl. Pack, J., 2000, S. 8.

11 Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, kA (Internetquelle), Stand: 27.03.2011.

12 Langguth, S./Kolz, H., 2007, S.262.

13 vgl. Statistisches Bundesamt, 2009, S. 5.

14 vgl. Brandenburg, U./ Domschke, J., 2007, S. 20.

15 Statistisches Bundesamt, 2009, S. 31.

16 vgl. Bruch, H./ Kunze, F./ Böhm, S., 2010, S. 26.

17 Bruch, H./ Kunze, F./ Böhm, S., 2010, S. 26.

18 vgl. Bruch, H./ Kunze, F./ Böhm, S., 2010, S. 26.

19 vgl. Statistisches Bundesamt, 2009, S. 13.

20 Sporket, M., 2011, S. 27 (mit einem Zitat von Kaufmann, F.-X., 2005, S. 25).

21 Statistisches Bundesamt, 2009, S. 13.

22 vgl. Sporket, M., 2011, S. 27

23 vgl. Brandenburg, U./ Domschke, J., 2007, S. 23.

24 Magdanz, J., 2007, S. 11.

25 Datenquelle: Statistisches Bundesamt, 2009, S. 31. Erläuterung: Die Angaben erfolgten unter der Annahme L2 der Bevölkerungsentwicklung.

26 Sporket, M., 2011, S. 29.

27 Pack, J., 2000, S. 8.

Details

Seiten
22
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656141280
ISBN (Buch)
9783656141495
Dateigröße
694 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v189860
Institution / Hochschule
Hochschule Heilbronn, ehem. Fachhochschule Heilbronn
Note
2,0
Schlagworte
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