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Das Portfolio als Alternative der Leistungsmessung

Hausarbeit 2012 17 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Portfolio – ein Explikationsversuch

2. Die verschiedenen Formen des Portfolios

3. Die Arbeitsschritte bei der Portfolioarbeit

4. Portfolio als Instrument der Leistungsmessung

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Einleitung

„Ideen haben ihre Geschichte.

Portfolios erzählen davon Geschichten.

Ihnen zuhören zu können, das ist Bildungskunst.“[1]

„Portfoliotätigkeit ist die logische Konsequenz eines Verständnisses von Schreiben als Prozess“.[2]

Schreibkompetenzen zu entwickeln ist im gymnasialen Lehrplan schon ab der 5. Klasse ein wichtiger Bestandteil des Deutschunterrichts. Da Schreiben ein sich langsam entwickelnder Vorgang ist, muss nicht nur produkt-, sondern vor allem prozessorientiert gedacht und gehandelt werden. Gerade jüngeren Schülerinnen und Schülern[3] wird so bewusst gemacht, dass nicht nur das Produkt zählt, sondern es bereits auf dem Weg zu diesem viele Hürden zu meistern gilt, die Anerkennung verdienen.

Doch wie lässt sich solch ein Prozess bewerten und dokumentieren? Auf Grundlage der Kompetenzforderungen des Lehrplans bietet sich bei solch einem Prozess gerade im Deutschunterricht die Arbeit mit prozessorientierten Portfolios sehr an. Dies war auch der Grund, weshalb ich mich für ein Referat zum Thema „Lerntagebuch und Portfolio als Alternativen der Leistungsmessung“ entschied. In der folgenden Ausarbeitung soll der Themenbereich des Portfolios fokussiert werden: es wird ein Explikationsversuch des Terminus unternommen werden und anschließend die Arbeit mit Portfolios inklusive sich anschließender Bewertungsmöglichkeiten erläutert und diskutiert.[4]

1. Portfolio – ein Explikationsversuch

Etymologisch hergeleitet kommt der Begriff des Portfolios aus dem lateinischen „portafolium“ ab, was sich aus dem Verb „portare“ (tragen) und dem Nomen „folium“ (Blatt) zusammensetzt und bedeutet demnach „tragbares Blatt“, also ein Ausdruck, der deutlichen machen kann, dass es sich um etwas handelt, das weitergereicht und getragen werden kann.

Bereits in der Renaissance wurden Portfolios von Künstlern und Architekten geführt, wenn sie sich um Plätze an Kunstakademien oder um Bauaufträge bewerben wollten. Diese Mappen zeigten nicht nur Skizzen und Entwürfe ihrer qualitativ besten Arbeiten, sondern dokumentierten auch die Entwicklung ihres Könnens.[5] Als Lehr- und Lernmittel in der Schule werden Portfolios seit den 80er Jahren in den USA eingesetzt, damit die Schülerinnen und Schüler selbstkritisch ihren Lernweg zu reflektieren lernen und gleichzeitig eine überdauernde Arbeitsmappe für Abschlussklausuren erhalten.

Demnach ist ein Portfolio ursprünglich eine Mappe, um zielgerichtet und systematisch Dokumente zusammen zu tragen. Bekannt sind sie seit langem hauptsächlich in der Finanz- und Marketingwelt, sowie im Designbereich. Portfolios umfassen in diesen Bereichen Analysen, Zusammenstellungen der wichtigsten Projekte und Arbeiten, an denen man beteiligt war oder eine Sammlung von Ideen und Anregungen. Bei Firmen geben sie häufig Auskunft über Ausstattungen, Fähigkeiten und Interessenbereiche. „Was unter einem Portfolio genau zu verstehen ist, bestimmt in erster Linie sein Verwendungszweck“.[6] Eine allgemeingültige Definition ist daher nur schwer möglich.

Thomas Häcker spricht von einer weiteren und einer engeren Fassung des Portfoliobegriffs. Bei der engeren Fassung wird Portfolio als alternative Methode der Leistungsbeurteilung bezeichnet und somit als Beurteilungsinstrument, welches „die Beurteilungsgerechtigkeit erhöht und gestattet, angestrebte higher order cognitive skills und soft skills in einer ,ökologisch´ validen Weise zu beurteilen.“[7] Kritisch fügt er dazu an, dass dies jedoch den trügerischen Anschein erweckt, dass das Portfolio anderen Leistungsmessinstrumenten aufgrund der erhöhten Messgenauigkeit vorzuziehen sei und somit falsche Erwartungen und Ansprüche an das Portfolio gestellt werden. In der weiteren Fassung wird das Portfolio als „Lehr- Lern- und Entwicklungsinstrument betrachtet“[8] und zieht ein möglichst schülerorientiertes Unterrichtskonzept mit sich. Hier wird auch des häufigeren der Begriff der „Portfolio arbeit “ benutzt, welcher darauf hinweist, dass es sich um mehr als eine geläufige Unterrichtsmethode handelt und eine „Veränderung des Unterrichts in Richtung auf erhöhte Lernförderlichkeit und Schülerorientierung (die allerdings über die Veränderung der Leistungsbeurteilungsprozeduren initiiert werden)“[9] bewirken soll.

[...]


[1] Bräuer, Gerd (2002). Reformen durch Portfolios? Verfügbar unter http://www.ph-freiburg.de/schreibzentrum/didaktik [20. 02.2012].

[2] Bräuer, G. (1998): Schreibend Lernen. Grundlagen einer theoretischen und praktischen Schreibpädagogik. Studienverlag, S.178.

[3] In der folgenden Ausarbeitung wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit auf das generische Maskulinum zurückgegriffen. Schülerinnen und Schüler werden hierbei aber im gleichen Maße angesprochen.

[4] Der Bereich des Lerntagebuchs wird in der hier vorliegenden Arbeit aufgrund des abgesteckten Umfangs einer Ausarbeitung vernachlässigt werden. Stattdessen findet sich im Anhang ein kurzer Abriss zu dieser Thematik, um die Anknüpfung an das im Seminar gehaltene Referat nahtlos zu machen bzw. zu vervollständigen.

[5] vgl. Häcker, T. (2006): Wurzeln der Portfolioarbeit. In: Brunner,I./Häcker,T./Winter,F.: Das Handbuch Portfolioarbeit . Kallmeyer bei Friedrich in Velber, S.26f.

[6] Wiedenhorn, T. (2006): Das Portfolio-Konzept. Verlag an der Ruhr, S.11.

[7] Häcker, T. (2006): Vielfalt der Portfoliobegriffe. In: Brunner,I./Häcker,T./Winter,F.: Das Handbuch Portfolioarbeit . Kallmeyer bei Friedrich in Velber, S.36.

[8] Häcker, T. (2006): Vielfalt der Portfoliobegriffe. In: Brunner,I./Häcker,T./Winter,F.: Das Handbuch Portfolioarbeit . Kallmeyer bei Friedrich in Velber, S.36.

[9] ebd.

Details

Seiten
17
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656141273
ISBN (Buch)
9783656141501
Dateigröße
1.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v189863
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Psychologie
Note
1,0
Schlagworte
portfolio alternative leistungsmessung

Autor

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Titel: Das Portfolio als Alternative der Leistungsmessung