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Das Skript als sprachliches Handeln

Eine Vergleichsstudie zu Vor- und Nachteilen verschiedener Darstellungsformen

Magisterarbeit 2011 52 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Die Fragestellungen und Zielsetzungen der Arbeit

2 Die methodische Vorgehensweise
2.1 Analyse einer Auswahl von Beiträgen aus pädagogischen Nachschlagewerken
2.1.1 Material
2.1.2 Analyseverfahren: Qualitative Inhaltsanalyse
2.2 Analyse einer Auswahl von Skripts aus Portfolios
2.2.1 Material
2.2.2 Analyseverfahren: Kategorisierung

3 Befunde
3.1 Befunde der pädagogischen Nachschlagewerke
3.2 Befunde der Skripts
3.2.1 Anforderungen an studentische Skripts
3.2.2 Befunde der studentischen Skripts

4 Diskussion der Befunde
4.1 Diskussion der Befunde zu den Nachschlagewerken
4.2 Diskussion der Befunde zu den Skripts

5 Vorschlag einer eigenen Skriptvorlage
5.1 Begr ü ndung der gewählten Darstellung
5.2 Vorschlag zur Darstellung eines Skripts
5.3 Checkliste zum Schreiben von Skripts

Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Einleitung

„ Pläne sind die Träume der Verständigen. “

Ernst Freiherr von Feuchtersleben, österreichischer Philosoph, Lyriker und Arzt, 1806 - 1849

Feuchterslebens Zitat lässt sich nicht nur auf individuelle Lebenspläne beziehen, sondern auch auf die Planung von Unterricht. Der Verständige, in diesem Fall der Lehrer, träumt von gelungenem Unterricht, weiß aber, dass er diesen Traum nicht dem Zufall überlassen darf. Gelungener Unterricht ist gut geplanter Unterricht. Eine gute Planung bereitet auf unterschiedliche Unterrichtssituationen vor und nimmt somit die Angst vor dem Unerwarteten.

Im Rahmen des Studiums zum Grundschullehrer wird man in Praktika, Vorlesungen und Seminaren immer wieder angehalten, sich im Planen von Unterricht zu trainieren. Das Schreiben einer rationalen Planung muss geübt werden, um eine Vorstellung real umsetzbarer Situationen zu entwickeln. Doch dafür benötigt man zunächst Richtlinien und Vorgaben, an die man sich halten kann. Diese könnte man u.a. in pädagogischen Nachschlagewerken finden. Doch gibt es dort eine einheitliche Vorstellung von Unterrichtsplanung? Oder muss man in mehreren Lexika nachschlagen, um umsetzbare Hinweise zu bekommen? Mit diesen Fragen wird sich der erste Teil der vorliegenden Magisterarbeit beschäftigen. Es ist anzunehmen, dass Nachschlagewerke, die schließlich das Wissen der jeweiligen Zeit repräsentieren und zugänglich machen sollen, mit einigen Abstufungen und Einschränkungen die gleiche Grundvorstellung von einer Unterrichtsplanung haben. Um diese Hypothese zu überprüfen, werden elf Nachschlagewerke untersucht.

Unterricht ist immer Kommunikation und somit wird Unterrichtsplanung auch zur Kommunikationsplanung. Doch wie plant man Unterrichtsgespräche? Eine Möglichkeit ist das Skript. Es ermöglicht die präzise Planung sprachlicher Interaktionen im Unterricht durch vorgegebene Regeln. Um es als Stütze im Unterricht verwenden zu können, soll es möglichst gut strukturiert und übersichtlich gestaltet sein. Studenten des Studiengangs Master Lehramt Grundschule der Universität Erfurt versuchten sich an solchen Skripts. Eine Auswahl davon soll in dieser Arbeit auf Übersichtlichkeit, Struktur und Nachvollziehbarkeit vergleichend untersucht werden. Welche Stärken und Schwächen weisen die Darstellungsformen auf und wie könnte man die Schwächen minimieren? Unter dieser Frage wird eine Skriptvorlage entwickelt, die versucht, die positiven Eigenschaften der unterschiedlichen Darstellungsformen zu verbinden. Um das Schreiben des Skripts zu vereinfachen, wird anschließend eine Checkliste erstellt, die die wichtigsten Regeln zum Erstellen eines Skripts enthält.

Um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten werden alle Begriffe, die sich sowohl auf männliche als auch weibliche Personen beziehen, in ihrer maskulinen Form verwendet.

1 Die Fragestellungen und Zielsetzungen der Arbeit

Die vorliegende Magister-Arbeit befasst sich mit dem didaktischen Verständnis von Unterrichtsplanung sowie dem Skript für sprachliches Handeln im Unterricht. Es soll in einer Lexikonanalyse untersucht werden, wie der Begriff ,Unterrichtsplanung‘ in einigen dieser pädagogischen Nachschlagewerke generell behandelt wird. Dabei sollen Antworten für folgende Leitfragen gefunden werden:

- Welche Strukturen und Regeln der Planung finden Erwähnung?
- Gibt es essenzielle Normen und Merkmale, die in mehreren Lexika genannt werden?
- Welche didaktischen Theorien werden genannt? Wie werden sie erläutert?
- Wird zwischen Rahmen- und Phasenplanung unterschieden?
- Welche Rolle spielen der Lehrplan und die Lehrziele?
- Wie detailliert soll verbale Kommunikation in einer Unterrichtsplanung dargestellt werden?
- Welche Hinweise werden für den Leser gegeben?
- Könnte mit Hilfe dieser Hinweise eine rationale Unterrichtsplanung angefertigt werden?

Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit dem Skript als Planungsvariante zur Präzisierung sprachlichen Handelns im Unterricht. Lehramt-Studenten der Universität Erfurt sollten Skripts für Unterrichtsstunden erstellen und umsetzen. Die Ergebnisse wurden in Portfolios dargestellt, die Grundlage dieser Vergleichsstudie sein sollen. Eine Auswahl der studentischen Arbeiten soll Aufschluss darüber geben, wie Unterrichtsplanung in Praktikumsberichten umgesetzt wird. Dabei soll folgendes untersucht werden:

- Wie wird in Skripts die Kommunikation im Unterricht dargestellt?
- Wie wird Übersichtlichkeit und inhaltliche Vollständigkeit erreicht?
- Welcher Aufbau erweist sich als nützlich?
- Spielt eine farbliche Gestaltung eine Rolle?
- Was sind Stärken und Schwächen der unterschiedlichen gewählten Darstellungsformen?

Am Ende soll mit Hilfe dieser Ergebnisse der Versuch eines eigenen Skripts erfolgen, das die Vorteile der Darstellungsformen in sich vereint. Außerdem wird eine Checkliste, die das Schreiben von Skripts in Zukunft erleichtern soll, erstellt.

2 Die methodische Vorgehensweise

2.1 Analyse einer Auswahl von Beiträgen aus pädagogischen Nachschlagewerken

Um die Fragen zum didaktischen Verständnis von Unterrichtsplanung zu beantworten, werden elf Einträge aus pädagogischen Nachschlagewerken analysiert.

2.1.1 Material

Bei dem ausgewählten Material handelt es sich um elf Einträge in pädagogischen Nachschlagewerken zum Begriff ,Unterrichtsplanung‘.

Die Bücher stammen aus den Katalogen der Bibliothek der Universität Erfurt, sowie aus anderen Universitätsbibliotheken, deren Bestand durch Fernleihe bezogen werden kann, und sind aus Jahrgängen von 1964 bis 2007. Insgesamt wird ein Textkorpus von 22,5 Seiten analysiert. Die durchschnittliche Seitenzahl beträgt zwei Seiten. Dabei hat der kürzeste Eintrag aus Meyers Lexikon 13 Zeilen und der längste von Hartwig Schröder in Grundwortschatz Erziehungswissenschaft: ein Wörterbuch der Fachbegriffe fünf Seiten.

Es wird immer der vollständige Eintrag der benannten Auflage inhaltlich analysiert. Da nur eine kleine Auswahl an Einträgen bearbeitet wird, kann die Analyse nicht als repräsentativ gelten.

2.1.2 Analyseverfahren: Qualitative Inhaltsanalyse

Die Auswertung erfolgt durch eine qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring. Im Gegensatz zu quantitativen Analysen ist die qualitative Inhaltsanalyse klassifikatorisch, d.h. sie bildet Klassennamen und -bezeichnungen für den jeweiligen Inhalt (vgl. Mayring, 2003, S. 16). Dadurch kann die Komplexität des zu analysierenden Gegenstandes erfasst werden, ohne den Inhalt der Übersicht wegen zu zerstückeln und Zusammenhänge zu verlieren (vgl. Mayring, 2003, S. 18).

Die Inhalte der Einträge in den Nachschlagewerken werden hierfür vorerst tabellarisch erfasst. Die Tabelle verfügt über fünf Spalten: Titel / Autor, Seiten, Paraphrase, Generalisierung und Reduktion. In der Spalte der Paraphrase wird der gesamte Inhalt der Lexikoneinträge stichpunktartig wiedergegeben. In der benachbarten Spalte wird dieser Inhalt generalisiert und verkürzt dargestellt. Aus diesen Generalisierungen wird schließlich in der letzten Spalte die Reduktion erstellt, sodass sich am Ende übersichtliche Kategorien bzw. Codierungen bilden lassen, mit denen weiter gearbeitet wird (vgl. Mayring, 2003, 60f). Diese Tabelle der Analyse der Einträge befindet sich im Anhang.

In diesem Fall heißt das, dass die Kategorien, die am verbreitetsten sind und in der Mehrzahl der Nachschlagewerke aufgeführt werden, gesucht und erläutert werden. Dies geschieht mit Hilfe einer weiteren Tabelle, in der man die Werke und gebildeten Kategorien erfasst und anhand der Zeilen- und Spaltensummen der Merkmale in einer absteigenden Rangordnung ausrichtet. Es wird somit zwar ein quantitativer Aspekt bearbeitet, jedoch nur um danach wieder inhaltlich-qualitativ die gefundenen Kategorien auszuwerten.

2.2 Analyse einer Auswahl von Skripts aus Portfolios

Um einen Vorschlag für die Darstellung eines Skripts entwickeln zu können, werden studentische Skripts nach ihrer Form und Darstellung vergleichend analysiert und anschließend diskutiert.

2.2.1 Material

Bei dem ausgewählten Material handelt es sich um 40 Skripts aus Portfolios, die Studenten des Studiengangs Master Lehramt Grundschule im Rahmen des Seminars zum erziehungswissenschaftlichen Blockpraktikum als Prüfungsleistung erstellten. Vorraussetzung war ein zweiwöchiges Hospitations-Praktikum an einer beliebigen Grundschule, während dem eine Unterrichtsstunde nach den Methoden der Direkten bzw. Indirekten Instruktion geplant und gehalten werden sollte.

Die Prüfungsleistung, das Portfolio, ist eine Form der Unterrichtsplanung. Es beinhaltet das Bild der Klasse mit einer Leistungspyramide für das spezielle Unterrichtsfach, eine Einordnung der geplanten Stunde in den Unterrichtszusammenhang und das Artikulationsmodell der zu haltenden Stunde. Ein Skript ist als Auszug aus dieser Artikulation zu verstehen, in dem detailgenau die Kommunikation einer definierten Unterrichtssequenz dargestellt wird. Skripts sind in Tabellenform gehalten, die den Studenten von der Seminarleitung vermittelt wurde. Jeder Student hatte jedoch die Möglichkeit sein Skript durch Strukturen, Markierungen und Anordnungen individuell zu verfeinern, um die gewünschte Übersichtlichkeit zu erreichen. Ein weiterer Teil des Portfolios ist ein ,Advance Organizer‘, der altes und neues Wissen der Schüler anschaulich verbindet. Außerdem sollte ein ,Opener‘ für eine beliebige Stunde mit ,Indirekter Instruktion‘ entworfen werden. Den Abschluss des Portfolios bildet die Reflexion der gehaltenen Stunde. Für diese Arbeit sind jedoch nur auf die Skripts von Bedeutung.

2.2.2 Analyseverfahren: Kategorisierung

Die Auswahl der Skripts ergab sich nach einer ersten Sichtung aller Skripts des Wintersemesters 2010. Diese wurden nach dem ersten Eindruck grob nach ihren formalen Eigenschaften geordnet. So entstanden zunächst zwei Gruppen, die nach eigenem Empfinden übersichtliche und unübersichtliche Skripts beinhalteten. Innerhalb dieser beiden Gruppen wurde dann nach Unterschieden in der Tabellenform sortiert. Am Ende wurde aus Gruppen ähnlicher Skripts jeweils vier bis zehn Repräsentanten ausgewählt und anhand ihrer Darstellung analysiert, verglichen und schließlich diskutiert.

Da nur eine kleine Auswahl von Skripts bearbeitet wird, kann auch diese Analyse nicht als repräsentativ gelten.

3 Befunde

3.1 Befunde der pädagogischen Nachschlagewerke

Tab. 1 : Befunde Nachschlagewerke

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Folgenden werden die Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse vorgestellt.

Bei der Analyse mit Hilfe der obigen Tabelle (Tab. 1) ergab sich, dass die Unterrichtsplanung nicht von allen Autoren gleich dargestellt wird. Wie zu erkennen ist, gibt es eine Gruppe von vier Autoren, bei denen neun oder mehr Kategorien übereinstimmen. Hier kann man von einer ähnlichen Auslegung des Begriffes sprechen. Außerdem gibt es ein Mittelfeld von fünf Nachschlagewerken, die sechs bis acht Kategorien bedienen. Bei zwei Autoren, die beide nur vier Kategorien in ihren Texten erwähnen, könnte man im Vergleich von ungenauen Darlegungen bzw. anderen Zielsetzungen sprechen.

Im diesem Kapitel sollen die entstandenen Kategorien - nach ihrer Häufigkeit absteigend sortiert - einzeln näher beleuchtet werden.

Aufgabe der Unterrichtsplanung

Bei der Kategorisierung der Lexikoneinträge fiel auf, dass jeder Artikel mit einer allgemeinen, definitionsartigen Erklärung der Unterrichtsplanung beginnt. Da man jedoch nicht bei allen Einträgen auf die typische Definitionsform mit der Verwendung eines darüber stehenden Gattungsbegriffs, dem ,genus proximum‘, und dem artbildenden Unterschied, der ,differentia specifica‘, stößt, werden diese einleitenden Sätze im Folgenden als die Beschreibung der ,Aufgabe von Unterrichtsplanung‘ verstanden.

Die Beschreibungen der Aufgabe von Unterrichtsplanung lassen sich grob in drei Gruppen einteilen. Dabei bedienen einige Autoren mehrere dieser Gruppen, sodass es bei der Zuordnung zu Überschneidungen kommen kann.

1. Auf der einen Seite steht das Verständnis von Unterrichtsplanung als zeitliche Einteilung von Unterricht. Achtenhagen erklärt Unterrichtsplanung als „angemessene, zeitliche Verteilung der Lehrplaninhalte auf das Schuljahr bzw. der Lernziele und Inhalte auf eine Unterrichtseinheit“ (Achtenhagen, 1976, S. 361). Auch in Meyers kleinem Lexikon Pädagogik stößt man auf diese Vorstellung: „Der Lehrer muss sich Gedanken machen, wie er im Lehrplan vorgegebene Lehrziele innerhalb zur Verfügung stehender Unterrichtszeit mit konkreten Klassen erreichen will.“ (Meyers kleines Lexikon Pädagogik, 1988, S. 392). Bei beiden Lexikoneinträgen überwiegt also die Aussage: Es steht eine bestimmte Unterrichtszeit zur Verfügung, auf die die Lehrziele schlüssig verteilt werden müssen. Unterrichtsplanung ist Zeiteinteilung.

2. Die zweite Gruppe sieht in der Aufgabe der Unterrichtsplanung das Treffen von Entscheidungen für den Unterricht. So formuliert Schaub etwa: „Unterrichtsplanung sind alle Maßnahmen und Überlegungen, die konkretem Unterricht vorausgehen“ (Schaub, 2000, S. 569). Der Lehrer muss im Vorfeld erziehungswissenschaftlich begründete Entscheidungen über die zukünftige Ausgestaltung der Interaktionsprozesse im Unterricht treffen, um letztere bestmöglich umsetzen zu können (vgl. Schaub, 2000, S.569). Die gleiche Aufgabe findet sich bei Roth, der Unterrichtsplanung als „prozesshaften und vieldimensionalen Entscheidungsvorgang“ bezeichnet. (Roth, 1980, S.52) Diese Erklärung spezifiziert er, indem er festlegt, dass die Planung als strukturelles Moment keine unveränderbare Schablone oder Vorschrift sei, sondern vielmehr nur eine Fixierung einer Möglichkeit von Unterricht, für die sich entschieden wird, weil sie im Moment der Planung als die Beste erscheint (vgl. Roth, 1980, S. 52). Auch Schröder bekennt sich zu dieser Auffassung: Planung ist für ihn eine zu treffende Entscheidung des pädagogisch Sinnvollen aus dem breiten Spektrum des unterrichtlich Möglichen (vgl. Schröder, 1985, S. 302). Keller und Novak, die Unterrichtsplanung als „längerfristige, umgrenztere Maßnahmen für künftige Unterrichtsvorhaben“ bezeichnen, sind ebenfalls der Entscheidungs-Gruppe zuzuordnen. (Keller/Novak, 1993, S. 355) Planung ist hier also eine vorläufige Entscheidung, um den Unterricht bestmöglich umzusetzen.

3. Bestmögliches Planen von Handlungen, die die Beteiligten des Unterrichts vollziehen, ist dagegen das Verständnis der dritten Einordnungsmöglichkeit der pädagogischen Nachschlagewerke. So beziehen sich Köck/ Ott auf Geißler, der eine Unterrichtsplanung mit der Entwicklung eines erziehungswissenschaftlich begründeten Handlungsentwurfs für didaktische Interaktionen gleichsetzt (vgl. Köck/Ott, 1994, S. 754). Homberger versteht Unterrichtsplanung als komplexes Geschehen mit dem Ziel der optimalen Vermittlung des Unterrichtsinhalts in einem Lehr-Lernprozess an eine konkrete Lerngruppe (vgl. Homberger, 2003, S. 415). Das Handeln der Lerner und des Lehrers in diesem Lehr-Lernprozess wird somit nur optimal, wenn es zuvor geplant wird und wird so eine Projektion, „ein Entwurf des Unterrichtsgeschehens unter Berücksichtigung der am Unterrichtsprozess beteiligten Faktoren“ (Schröder, 1985, S. 298). Auch nach Schaub lässt sich Erziehung und Lernen nur mit Hilfe einer Planung optimal ermöglichen (vgl. Schaub, 2000, S.569). Das Handeln des Lehrers soll somit vor Willkür und Zufälligkeit geschützt werden (vgl. Schröder, 1985, S.299). Nach Tippelt und Tenorth sei es wichtig, auch die Schüler verantwortlich am Unterricht und seiner Planung zu beteiligen. Nur, wenn man gehaltvolle Schülerpartizipation einplant, also die Handlungsmöglichkeiten der Lernenden integriert, kann Unterricht ihrer Meinung nach gelingen (vgl. Tippelt/Tenorth, 2007, S. 739). Die Schüler erwarten einen zielbewussten Unterricht des Lehrers und machen diesen zur Vorraussetzung für ihr arbeitsgerechtes Verhalten (vgl. Rombach, 1964, Sp.758). Nur wenn sie sich am Geschehen beteiligt fühlen, ist somit eine optimale Vermittlung möglich.

Rahmenplanung

Unterrichtsplanung wird in 64 Prozent der Einträge in eine Rahmen- und Phasenplanung unterteilt. Geht man also nach der Mehrzahl der Autoren, muss der Lehrer zunächst eine Planung für längere Zeiträume erstellen, um die Unterrichtsinhalte einordnen zu können. In Meyers Lexikon wird als längerer Zeitraum z.B. ein Schulhalbjahr, das es zu strukturieren gilt, verstanden (vgl. Meyers kleines Lexikon Pädagogik, 1988, S. 392). Für Achtenhagen dagegen scheint die Rahmenplanung die Verteilung der Lehrplaninhalte auf ein ganzes Schuljahr zu sein (vgl. Achtenhagen, 1976, S.361). Auch Schaub und Roth sprechen von einem Jahresplan, wobei laut Schaub auch ein Halbjahresplan und bei Roth ein Arbeitsplan einer Stoffeinheit zu einer Rahmenplanung gehören (vgl. Roth, 1980, S. 53; Schaub, 2000, S.569). Schröder, der nicht von Rahmenplanung sondern von ,Makrostruktur‘ spricht, lässt die genaue zeitliche Abgrenzung offen und beschreibt sie als die Auswahl und Anordnung von Lehreinheiten über einen bestimmten Zeitraum (vgl. Schröder, 1985, S. 298). Die Autoren Köck und Ott vermeiden ebenfalls genaue Zeitabgrenzungen für den Rahmenplan und sprechen nur von längeren Zeiträumen wie in Meyers Lexikon weiter oben im Text.

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Details

Seiten
52
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656144113
ISBN (Buch)
9783656143864
Dateigröße
5.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v189975
Institution / Hochschule
Universität Erfurt
Note
2,7
Schlagworte
Skript Unterrichtsplanung Direkte Instruktion Unterrichtsentwurf Artikulation Artikulationsmodell

Autor

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Titel: Das Skript als sprachliches Handeln