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Inwiefern ist nach Hannah Arendt die Internetseite www.regensburg-digital.de ein öffentlicher Raum?

Seminararbeit 2011 19 Seiten

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Das Internet und die Demokratie

2. Öffentlicher Raum bei Hannah Arendt
a. „für jedermann sichtbar und hörbar“
b. „das uns Gemeinsame“
c. Die Bedeutung des öffentlichen Raumes

3. Die Internetseite www.regensburg-digital.de als öffentlicher Raum?
a. Die Rahmenbedingungen
b. Die Schlagwörter und das soziale Schaufenster
c. Die Beiträge und die Kommentarfunktion

4. Das Blog regensburg-digital.de als digitaler öffentlicher Raum

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Das Internet und die Demokratie

Die repräsentative Demokratie befindet sich in einer Krise. Es sei nur exemplarisch verwiesen auf das Demokratiedefizit der EU, auf den Konflikt zwischen Bürgerrechten und Terrorgesetzen oder auf Stuttgart 21. Es stellt sich daher die fundamentale Frage, wie diese Staatsform neue Impulse erhalten kann. Ein wichtiger Bereich der Legitimation von Demokratie ist die öffentliche Diskussion und Debatte. Man erhofft sich an dieser Stelle viel vom Internet und seinen partizipatorischen Möglichkeiten. Dies wird deutlich an dem landläufigen Vergleich der Digitalisierung mit der Erfindung des Buchdruckes. Um sich dieser umfassenden Thematik im Rahmen dieser Arbeit anzunähern, bietet sich die theoretisch fundierte Untersuchung eines Fallbeispiels an.

Ein bedeutender Teil der Digitalisierung ist das Blog, laut wikipedia.org: „ein auf einer Website geführtes und damit – meist öffentlich – einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Web-Logger, kurz Blogger, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert oder Gedanken niederschreibt.“[1]In Regensburg, Bayerns viertgrößter Stadt mit etwa 130.000 Einwohnern, betreibt Stefan Aigner das Blog www.regensburg-digital.de, auch r_digital geschrieben.[2]Neben der „Mittelbayerischen Zeitung“ und dem „Regensburger Wochenblatt“ ist es das dritte große lokalpolitische Nachrichtenangebot mit etwa 100.000 Zugriffen monatlich.[3]Der Gegenstand der folgenden Überlegung ist, inwieweit das Blog einen eigenen öffentlichen Raum darstellt. Hannah Arendt kann aufgrund ihrer Auseinandersetzung mit dem Totalitarismus und dem tätigen Leben eine überzeugende Einschätzung anbieten, wie sich öffentlicher Raum definieren lässt und welche Bedeutung er für eine Gesellschaft hat. Die Leitfrage lautet demnach: Inwiefern ist nach Hannah Arendt die Internetseite www.regensburg-digital.de ein öffentlicher Raum?

Am Anfang der systematischen Beantwortung dieser Frage steht die Beschreibung des öffentlichen Raumes. Dies erfolgt mit den, wörtlich aus dem Werk „Vita activa“ von Hannah Arendt übernommenen, Kategorien „für jedermann sichtbar und hörbar“ und „das uns Gemeinsame“. Daran schließt sich ein Kapitel über die Bedeutung des öffentlichen Raumes an. Dieses bezieht sich vor allem auf die umfangreich vorhandene Sekundärliteratur. Zu nennen sind hier insbesondere die Werke von Seyla Benhabib „Hannah Arendt, Die melancholische Denkerin der Moderne“ und von Hans-Martin Schönherr-Mann „Hannah Arendt, Wahrheit, Macht und Moral“. Außen vor bleibt die Abgrenzung des öffentlichen Raumes hin zum privaten Raum. Mittels der theoretischen Bestimmungen lassen sich im Hauptteil die Rahmenbedingungen des Blogs, das soziale Schaufenster und die Schlagwörter, sowie die Beiträge und die Kommentarfunktion untersuchen.[4]Als Ideengeber hierfür verdient das 2010 erschiene Buch „Digitale Mediapolis, Die neue Öffentlichkeit im Internet“ von Stephan Weichert, Leif Kramp und Alexander von Streit eine gesonderte Erwähnung. Die Überlegungen basieren auf einer breiten Auswahl online verfügbarer Quellen. Der Archivierungsdienst webcitation.org garantiert das Wiederfinden dieser Quellen. Ein Fazit, dass die Leitfrage beantwortet, schließt die Arbeit ab. Die Begriffe öffentlicher Raum und Öffentlichkeit werden im Folgenden synonym verwendet. Die Arbeit beschränkt sich auf den Begriff der Öffentlichkeit bei Hannah Arendt und geht nicht auf dessen Weiterentwicklung bei Jürgen Habermas in „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ ein. An dieser Stelle weise ich als Autor darauf hin, dass ich selbst Leser und Kommentator des Blogs bin und im Rahmen des Konfliktes zwischen der Diözese Regensburg und dem Blog auch öffentlich als Anmelder der Unterstützerdemo in Erscheinung getreten bin.

2. Öffentlicher Raum bei Hannah Arendt

a. „für jedermann sichtbar und hörbar“

Hannah Arendt hat ihre theoretischen Überlegungen zu einer Zeit gemacht, als es noch kein Internet gab. Die ersten Auflagen der Vita activa erschienen in englischer Sprache 1958 und in deutscher Sprache 1967. Der öffentliche Raum ist ein fundamentaler Aspekt in ihrer politischen Theorie. Er hat einen zentralen Stellenwert in jedem demokratischen Projekt.[5]Er wird als regulatives Ideal verstanden, als Orientierungssinn des Gemeinwesens.[6]Die Öffentlichkeit ist grundlegend der Raum des Handelns und Sprechens und somit des Politischen. Ein einzelner Mensch kann einen solchen Raum eröffnen, indem er ihn initiiert und andere mitzieht.[7]

Um bei einem Raum, von einem öffentlichen Raum sprechen zu können, muss dieser frei zugänglich sein. Etwas ist öffentlich, wenn es für jedermann sichtbar und hörbar ist. Nur dann ist eine gemeinsame Wahrnehmung einer Sache möglich, was ihr innerhalb der Menschenwelt Wirklichkeit, also Realität verleiht.[8]Im allgemeineren Sinn gesprochen, verleiht der öffentliche Raum auf diese Weise auch dem Subjekt und der Welt im Ganzen Wirklichkeit, denn erst die Anwesenheit anderer, „die sehen, was wir sehen, und hören, was wir hören, versichert uns der Realität der Welt und unserer selbst.“[9]Betrachtung und Anhörung im öffentlichen Raum finden nur diejenigen Gegenstände, die die Anwesenden als relevant erachten.[10]Dieser Erscheinungsraum des Öffentlichen ist überall dort möglich, wo Menschen zusammen kommen und sich dann gemeinsamen mit einer Sache beschäftigen.[11]

b. „das uns Gemeinsame“

Das Gemeinsame, die gemeinsame Welt bezeichnet sowohl alle Angelegenheiten zwischen Menschen als auch den dinglichen Zwischenraum zwischen den Menschen. Diese gemeinsame Welt versammelt und verbindet Menschen, ist auf Dauer angelegt und Generationen übergreifend. Das Subjekt wird hineingeboren. Jeder Mensch hat die Möglichkeit darin etwas, über seine eigene Lebensspanne hinaus, bewahren zu lassen. Jeder Anwesende im öffentlichen Raum hat seinen subjektiven Standpunkt. Von diesem aus betrachtet und interpretiert er eine Sache. Wirklichkeit und damit Unsterblichkeit einer Sache oder eines Menschen entsteht so durch die Betrachtung, Anhörung und Interpretation aus einer Vielzahl von Positionen heraus. Der öffentliche Raum und damit das Gemeinsame löst sich auf, wenn sich nicht mehr alle mit den selbigen Gegenständen befassen oder wenn diese nur noch aus einem Blickwinkel heraus gesehen werden.[12]

c. Die Bedeutung des öffentlichen Raumes

Mit der Teilnahme am öffentlichen Raum geht die Ausbildung bestimmter und explizit menschlicher Eigenschaften einher. Aufgrund des Nachdenkens über eine Sache im Selbstgespräch kann ein Mensch einen anderen Menschen und dessen Sichtweise verstehen. Da der Mensch einen freien Willen besitzt, hat er Verantwortung im Umgang mit diesem Verständnis. Auf dieser Basis versucht er zu unterscheiden zwischen wahren und unwahren Positionen um sich ein Urteil zu einer Sache zu bilden. Aus diesem Urteil heraus entwickelt er eine Meinung, von der er wieder rum andere argumentativ zu überzeugen versucht. Wenn es nun zu einem Ausgleich verschiedenster Meinungen kommt, fern von Gewalt und Stärke, basierend auf gemeinsamer rationaler Entscheidung bildet dies die Legitimation für gemeinsames Handeln.[13]Dieses Machtpotenzial zur gemeinsamen Handlung ist es, das den öffentlichen Raum erhält und gestaltet.[14]Eine Handlung im öffentlichen Raum ist in ihren Folgen unüberschaubar. Lediglich die menschlichen Eigenschaften des Versprechens und Verzeihens lassen bestimmte Einschätzungen in dieser Hinsicht zu. Gewisse Grenzen und Regeln für Handlungen, etwa die Gewaltfreiheit sind notwendig, da diese erst einen Rahmen für Öffentlichkeit im Sinne Hannah Arendts eröffnen.

Der öffentliche Raum ist ein ethischer Raum. Technische Rationalität, also eine Zweck-Mittel-Relation, zerstört das Politische und den öffentlichen Raum.[15]Ein Ziel-, und Zweckstreben läuft dem freien Abgleich von Meinungen zuwider. Die Öffentlichkeit hat einen Selbstzweck, indem sie politische Sphären eröffnet und Dinge und Menschen in Beziehung zueinander setzt.[16]Diese Pluralität betont Hannah Arendt im Sinne einer aktiven Zuhörerschaft, eines Aufmerksamkeit gewährenden und teilnehmenden Publikums.[17]Nach Seyla Benhabib hat der öffentliche Raum bei Hannah Arendt zwei Funktionen. Eine holistische Funktion, das Erkennen des Was und Wer einer Handlung im Rahmen seiner Umwelt.[18]Erst wenn ein Mensch vor einem Publikum handelnd in Erscheinung tritt, offenbart sich seine Persönlichkeit, das wer er ist.[19]Oder wie Hannah Arendt es selbst schreibt: „Handelnd und Sprechend offenbaren die Menschen jeweils, wer sie sind, zeigen aktiv die personale Einzigartigkeit ihres Wesens, treten gleichsam auf die Bühne der Welt […].“[20]Die zweite Funktion ist eine epistemische, das gemeinschaftliche Generieren von Wissen und Zielen.[21]Dies erzeugt gesellschaftlichen Zusammenhalt. Hierfür braucht es den gemeinsamen Boden der Wirklichkeit. Der öffentliche Raum bewahrt diesen, indem er Ungerechtigkeiten sichtbar macht.[22]

Es gilt den zeitlichen und technischen Abstand seit dem Verfassen der Texte durch Hannah Arendt zu berücksichtigen. Wenn es weniger auf die genaue Form des Raumes und des Erscheinens des Menschen im Raum ankommen sollte, sondern eher auf Pluralität, Inhalt, Partizipation und gemeinsames Handeln, so ließe sich vielleicht das „Handeln und Sprechen“ deranalogen Welt interpretieren als „Handeln und Schreiben“ in der digitalen Welt. Wenn zudem ein Einzelner einen öffentlichen Raum initiieren kann, deuten diese zwei Punkte bereits darauf hin, dass im vorliegenden Fall von regensburg-digital.de ein, in einer noch zu bestimmenden Art, öffentlicher Raum identifizierbar ist.

3. Die Internetseite www.regensburg-digital.de als öffentlicher Raum?

a. Die Rahmenbedingungen

Seit 2007 betreibt Stefan Aigner als Herausgeber und Redakteur die Internetseite www.regensburg-digital.de. Zuvor arbeitete er als Lokaljournalist beim „Regensburger Wochenblatt“ und beim Monatsheft „Der Leserbrief“. Etwa 90 bis 95 Prozent der Einträge auf dem Blog schreibt er selbst.[23]Administratorrechte besitzen Stefan Aigner, der Webmaster und eine freie Mitarbeiterin.[24]Das Blog ist heute ein bundesweit beachtetes Beispiel für lokalen Online-Journalismus. Zum einen liegt dies an den gerichtlichen Auseinandersetzungen mit der Diehl Stiftung Nürnberg, dem Möbelhaus XXXLutz Passau und der Diözese Regensburg.[25]Und zum anderen gründet die Bekanntheit auf der Auszeichnung mit dem Deutschen Social Media Preis 2010.[26]Blogger wie Stefan Aigner „[…] experimentieren mit dem Medium und seinen multimedialen Möglichkeiten oder sind schon dabei, eine ernst zu nehmende Gegenöffentlichkeit zu den etablierten lokalen Medien zu bieten. Und zwar gratis für den User. Davon allein leben können sie nicht.“[27]Laut Stefan Aigner hat das Blog nicht den Zweck des Geldverdienens, sondern den Selbstzweck, „[…]vernachlässigte (im weitesten Sinne) politische Themen aufzugreifen, zu thematisieren und kritisch zu beleuchten.“[28]

Der öffentliche Raum von Hannah Arendt ist ein Raum, in dem die Teilnehmer physisch anwesend sind. Der Zugang zu diesem Raum ist frei, also auch kostenlos. Verglichen damit ist, hinsichtlich der finanziellen Mittel für Geräte und Anschluss, die für den Zugang zum Internet notwendig sind, eine Unterscheidung zu machen. Jedoch nutzen bereits 70% der deutschen Bevölkerung das Internet gelegentlich, mit steigender Tendenz.[29]Bei den 14 bis 19 Jährigen nutzen bereits annähernd 100% das Internet.[30]Wenn die Öffentlichkeit bei Hannah Arendt für jeden sichtbar und hörbar ist, so ist sie im Internet für jeden sichtbar, zum Teil hörbar und in spezieller Weise lesbar.

Auf dem Blog geht es in erster Linie um Lokalpolitik. Der Herausgeber veröffentlicht dort „kritische Schlaglichter auf Regensburg und Umgebung.“[31]Themen sind zum Beispiel der Umgang mit Flüchtlingen, Korruption, Rechtsextremismus, Arbeitsbedingungen, Bau- und Planungsvorhaben, die katholische Kirche und die Berichterstattung der Mittelbayerischen Zeitung.[32]Stefan Aigner schreibt dazu: „Solche Fragen greift regensburg-digita.del [sic] auf, ermöglicht eine Debatte darüber und bezieht Stellung, […].“[33]Das Gemeinsame in Form der Angelegenheiten zwischen Menschen bezieht sich demnach auf vorwiegend regionale, soziale und politische Themen. Der gemeinsame dingliche Zwischenraum, das Blog, ist auf Dauerhaftigkeit angelegt. Zur Finanzierung und Bestandssicherung trägt vor allem der Förderverein von regensburg-digital.de, der Verein zur Förderung der Meinungs- und Informationsvielfalt e.V., mit seinen momentan circa 150 Mitgliedern, bei.[34]Der Förderverein und damit auch das Blog versammelt und verbindet Menschen. Aufgrund der Dauerhaftigkeit und der in der Einleitung erwähnten hohen Zugriffszahlen, erfahren Sachen die hier veröffentlicht werden, eine Wirklichkeit und sind vor Vergänglichkeit relativ geschützt.

b. Die Schlagwörter und das soziale Schaufenster

Einen schnellen und umfangreichen Überblick über die Themen des Blogs bieten die Schlagwörter, auch Tag-Cloud genannt. Sie befinden sich in der rechten Spalte an deren Ende und zeigen an, mit welchen Wörtern die Artikel kategorisiert werden. Sie geben durch die unterschiedliche Größe der einzelnen Schlagwörter an, zu welchen Themen die Autoren häufiger und zu welchen sie weniger häufig Artikel veröffentlichen. Die auf den Wörtern hinterlegten Links führen zu den entsprechenden Archiven. Somit ist eine genaue Übersicht über die in diesem Raum diskutierten Themengebiete gegeben. Mit dem sozialen Schaufenster unterstützen Regensburger zivilgesellschaftliche Organisationen das Blog finanziell. Im Gegenzug erscheint auf dem Blog ein Banner mit hinterlegtem Link zu einer Kurzbeschreibung der Organisation. Hier erkennt man, welche Interessensgruppen den Blog mit ermöglichen. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass diese Gruppen die Diskussionen zu den Beiträgen mitgestalten. Davon deutlich getrennt ist der Bereich der kommerziellen Anzeigen. Im Sinne Hannah Arendts erkennt ein Anwesender in diesem Raum auf einen Blick, welche gemeinsamen Sachen man in diesem Raum diskutiert und welche organisierte Teilnehmergruppen hier in Erscheinung treten.

c. Die Beiträge und die Kommentarfunktion

Der zentrale Teil von regensburg-digital.de sind die Beiträge und die Kommentare. Mit jedem dieser Beiträge öffnet sich ein neuer, thematisch festgelegter, Raum. Allein der Herausgeber selbst veröffentlicht die Beiträge. Jede Person kann Gastbeiträge einreichen. Zu jedem Thema können Kommentare veröffentlicht werden. Der Blog stellt sich nun als ein Raum dar, innerhalb dessen sich wieder rum einzelne Diskussionsräume befinden. Circa 200 Kommentare sind das bisherige Maximum zu einem Thema.[35]Auch kommentieren die Leser fast jeden Artikel. Das Blog zeichnet sich durch die Vielzahl und Pluralität der Teilnehmer aus. Mitunter entstehen sehr kontroverse und ausführliche Diskussionen. Die Beiträge werden automatisch auch auf den Plattformen facebook.com, twitter.com und spin.de veröffentlicht. Auch dort finden zum Teil Diskussionen zu den Beiträgen statt.[36]

Die Artikel auf regensburg-digital.de veröffentlichen die Autoren unter ihrem Namen, Artikel mehrerer Personen veröffentlicht die Redaktion. Um einen Kommentar zu veröffentlichen, genügt lediglich die Angabe eines Benutzernamens und einer E-Mail Adresse. Es gibt die, kaum genutzte, Möglichkeit diese Adresse mit einem Foto zu verknüpfen. Die meisten Personen diskutieren hier anonym. Einzelne Menschen treten unter ihrem Klarnamen auf. Zum Teil bringen die Teilnehmer durch die Wahl ihres Namens eine gewisse Haltung zu einem Thema oder eine bestimmte Identität zum Ausdruck. So zum Beispiel bei dem Thema „Verhütung verhüten: Auf Odyssee durch Regensburger Krankenhäuser“ durch die Namenswahl von „Katholik“ und „Ex Katholikin“.[37]Ob dies jedoch der holistischen Funktion des öffentlichen Raumes bei Hannah Arendt genügt, ist zu bezweifeln. Immerhin scheint es so zu sein, dass die Teilnehmer einen Namen während einer Diskussion und auch über mehrere Diskussionen hinweg beibehalten. Auch ist davon auszugehen, dass sich einige der Personen untereinander, trotz der Verwendung von erfundenen Benutzernamen, identifizieren können. Nimmt man diejenigen hinzu, die unter ihrem Klarnamen auf regensburg-digital.de veröffentlichen ergibt sich in Ansätzen das Bild einer Nutzergemeinschaft dieses Raumes.

[...]


[1]Anonymous: Blog, in Wikipedia.org, http://de.wikipedia.org/wiki/Blog, Zugriffsdatum 31.05.2011, Archiviert mit WebCite: http://www.webcitation.org/5z5wN0QEF.

[2]Vgl. Aigner, Stefan: r_digital, in twitter.com, http://twitter.com/#!/r_digital, Zugriffsdatum 06.04.2011, Archiviert mit WebCite: http://www.webcitation.org/5zBayq1hO.

[3]Vgl. Aigner, Stefan: Werbung schalten, in regensburg-digital.de, http://www.regensburg-digital.de/werbung-schalten/, Zugriffsdatum 04.06.2011, Archiviert mit WebCite: http://www.webcitation.org/5zBaeNm5p.

[4]Beiträge in Blogs bezeichnet man auch als Artikel, Einträge, Postings oder kurz Posts.

[5]Vgl. Benhabib, Seyla: Hannah Arendt, Die melancholische Denkerin der Moderne, erweiterte Auflage, Frankfurt am Main 2006, S. 309.

[6]Vgl. ebd. S. 325 – 327.

[7]Vgl. Sun, Lei: Handeln, Urteilskraft und die republikanische Politik. Überlegungen zu Hannah Arendts kommunikativer politischer Philosophie, Hamburg 2010, S. 170.

[8]Vgl. Arendt, Hannah: Vita activa oder Vom tätigen Leben, 8. Auflage, München 2010, S. 62 – 65.

[9]Ebd, S. 63.

[10]Vgl. Ebd., S. 64.

[11]Vgl. D`Entr→ves, Maurizio Passerin: The Political Philosophy of Hannah Arendt, London, New York 1994, S. 76.

[12]Vgl. Arendt: Vita activa, S. 65 – 73.

[13]Vgl. D`Entr→ves: Political Philosophy, S. 76.

[14]Vgl. Arendt: Vita activa, S. 251 und 252.

[15]Vgl. Sun, Lei: Republikanische Politik, S. 5 und 6.

[16]Vgl. Schönherr-Mann, Hans-Martin: Hannah Arendt, Wahrheit, Macht und Moral, München 2006, S. 122ff.

[17]Vgl. Swift, Simon: Hannah Arendt, New York 2009, S. 54.

[18]Vgl. Benhabib: Arendt, S. 312 und 313.

[19]Vgl. Sontheimer, Kurt: Hannah Arendt. Der Weg einer großen Denkerin, München 2005, S. 107.

[20]Arendt: Vita activa, S. 219.

[21]Vgl. Benhabib: Arendt, S. 313 – 315.

[22]Vgl. Schwan, Gesine: Die Macht der Gemeinsamkeit (Aus Politik und Zeitgeschichte, 39/2006), S. 3 – 7.

[23]Vgl. Krasser, Senta: Begeistert arbeiten für wenig Geld, Blogger, die im Internet verdienen sind die Ausnahme, in: Bayerischer Journalisten-Verband e.V., BJVreport: Geld verdienen im Internet, Was Verlage und Journalisten alles ausprobieren, Nürnberg 5/2009, S. 24 und 25; Vgl. Aigner, Stefan: Fragen zum Blog, E-Mail Konversation (siehe Anhang), 06.06.2011, Antwort 4.

[24]Vgl. Aigner: Fragen zum Blog, Antwort 2.

[25]Vgl. Anonymous: Stefan Aigner, in: re-publica.de, http://re-publica.de/11/blog/person/stefan-aigner/, Zugriffsdatum 12.06.2011, Archiviert mit WebCite: http://www.webcitation.org/5zNjZ5SBv.

[26]Vgl. Anonymous: Regensburg Digital, in: twittwoch.de, http://socialmediapreis.twittwoch.de/regensburg-digital/, Zugriffsdatum: 11.06.2011, Archiviert mit WebCite: http://www.webcitation.org/5zMICR2Hj.

[27]Krasser: Blogger, S. 24.

[28]Aigner: Fragen zum Blog, Antwort 1.

[29]Vgl. ARD/ZDF-Onlinestudien 2008 bis 2010: Entwicklung Onlinenutzung, http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=onlinenutzung0, Zugriffsdatum 12.06.2011, Archiviert mit WebCite: http://www.webcitation.org/5zNiEWqvD.

[30]Vgl. ARD/ZDF-Onlinestudien 2008 bis 2010: Internetnutzer in %, http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=onlinenutzungprozen, Zugriffsdatum 12.06.2011, Archiviert mit WebCite: http://www.webcitation.org/5zNiY5mxC.

[31]Aigner: Fragen zum Blog, Antwort 1.

[32]Vgl. Aigner, Stefan: Drei Jahre unabhängiger Journalismus, in: regensburg-digital.de: Sonderausgabe, Mai 2011 Regensburg, S. 8, http://www.regensburg-digital.de/wp-content/uploads/2010/04/maiausgabe_2011-A4_Layout-1-1.pdf, Zugriffsdatum 12.06.2011, Archiviert mit WebCite: http://www.webcitation.org/5zNlkzfEq.

[33]Ebd., S. 8.

[34]Vgl. Aigner: Fragen zum Blog, Antwort 3.

[35]Vgl. Aigner: Fragen zum Blog, Antwort 7.

[36]Vgl. Aigner: Fragen zum Blog, Antwort 10 und 11.

[37]Vgl. Aigner, Stefan: Verhütung verhüten: Auf Odyssee durch Regensburger Krankenhäuser, in: regensburg-digital.de, 31.05.2011, http://www.regensburg-digital.de/katholische-fundis-evangelische-„padagogen“-und-weltliche-feiglinge/31052011/, Zugriffsdatum 12.06.2011, Archiviert mit WebCite: http://www.webcitation.org/5zOBIhhUB.

Details

Seiten
19
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783668671799
ISBN (Buch)
9783668671805
Dateigröße
592 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v190022
Institution / Hochschule
Universität Regensburg – Insitut für Politikwissenschaft
Note
1,7
Schlagworte
Internet Blog Öffentlichkeit Hannah Arendt Öffentlicher Raum Regensburg Bayern Digitalisierung Demokratie Blogger

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