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Zur Förderung von Schreibkompetenz durch das Lehrwerk "Optimal A1"

Wissenschaftlicher Aufsatz 2012 6 Seiten

Didaktik - Germanistik

Leseprobe

Zur Förderung von Schreibkompetenz durch das Lehrwerk „Optimal A1“

Chaabani Mohamed

Abstract

Das Schreiben spielt neben den anderen Fertigkeiten im Fremdsprachenunterricht eine zentrale Rolle. Hauptanliegen dieser Untersuchung war es, die Fertigkeit Schreiben im Lehrwerk „Optimal A1“ zu beleuchten. Dabei wird fokussiert, ob dieses Lehrwerk den ausgewählten Kriterien entspräche. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden aufgezeigt und interpretiert.

Zum Begriff Lehrwerk

Im Folgenden ist darauf hinzuweisen, dass es einen Unterschied zwischen ein Lehrbuch und ein Lehrwerk gibt. Erste Annäherung an den Begriff Lehrbuch findet sich bei Neuner (1995), wo er folgende Definition des Lehrbuchs abgibt: „Das Lehrbuch ist ein in sich abgeschlossenes Druckwerk mit fest umrissener didaktischer Konzeption (Zielsetzung; Lernstoffprogression; Unterrichtsverfahren), in dem alle zum Lerner benötigten Hilfsmittel ‚zwischen zwei Buchdeckel’ enthalten sind“.[1] Das Lehrbuch ist nach bestimmten methodisch-didaktischen Prinzipien konzipiert. Unter der Berücksichtigung von Aspekte wie Zielsetzung, Lernprogression und Unterrichtsverfahren umfasst es Texte, Übungen, Grammatikdarstellung etc. Allerdings besteht das Lehrwerk laut Neuner aus verschiedenen Teilen wie dem Schülerbuch, dem Arbeitsheft, dem Glossar oder noch aus audiovisuellen Medien wie Bildkarten, Diaserien etc. In diesem Zusammenhang weist Neuner darauf hin, dass es seit dem 21. Jahrhundert drei Generationen von Lehrwerken gab. Diese Generationen waren mit der Entwicklung von Unterrichtsmethoden verbunden, z.B. in den 50er Jahren orientierten sich die Lehrwerke an dem Konzept der Grammatik-Übersetzungsmethode, wobei das Lesen und die Beherrschung von Grammatik und Übersetzung im Vordergrund standen. Mitte der 60er Jahre erfuhren die Lehrwerke vielfältige Veränderungen, wo sie der audiovisuellen Methode verpflichtet waren und dabei standen das Hören und Sprechen im Mittelpunkt des Lehrwerks. Mit der Entstehung des kommunikativen Ansatzes ab den 70er Jahren änderte sich das Lehrbuchkonzept in dieser Richtung, wobei die kommunikativ orientierten Alltagsgespräche im Vordergrund stehen.

Zur Rolle des Lehrwerks

Kast und Neuner (1994) erklären in ihrem Buch „Zur Analyse, Begutachtung und Entwicklung von Lehrwerken für den fremdsprachlichen Deutschunterricht“ die Stellung des Schreibens im Lehrwerk und wie diese Fertigkeit anhand spezifischer Übungen vermittelt werden sollte.[2]

In den Lehrwerken, die dem kommunikativen Ansatz verpflichtet sind, spielt das Schreiben nämlich eine untergeordnete Rolle, denn der FU ist stark an Alltagssituationen orientiert, d.h. das Sprechen steht im Vordergrund. Als Beispiel für die Vernachlässigung des Schreibens im Fremdsprachenunterricht führt Kast an, dass die Lernenden nach ihrer Schulzeit kaum in der Lage seien, formelle und informelle Briefe zu schreiben. Als Grund dafür, sei die große Konzentration auf die Beherrschung von Alltagssituationen. Dennoch weist er auf die wichtige Rolle hin, die das Schreiben im Unterricht spielt.

Um die Stellung des Schreibens im Lehrwerk zu stärken, hat er folgende Frage ans Lehrwerk gestellt: Gibt es Übungen, die schriftliche Kommunikation vorbereiten, aufbauen, strukturieren und simulieren? Diese schriftlichen Übungen lassen sich in vier Bereiche einordnen:

Als Erstes kommen die Übungen, die schriftliche Kommunikation vorbereiten, wie Clusters und Assoziogramme, Wortschatzerweiterungen, Konnektorenübungen sowie Referenzen (Unterstreichen von Verweisungen, Ordnen in einer Tabelle usw.).

Anschließend kommen die Übungen, die schriftliche Kommunikation aufbauen. Hierzu gehören Satzkonstruktionsübungen; Satzerweiterungen (Hauptsätze werden mit Hilfe von Konnektoren miteinander verbunden); Paralleltextübung (Ausgehend von einem Text wird ein Paralleltext mit variiertem Inhalt (aber mit den gleichen Struktur) erstellt.); Perspektivenwechsel (Eine Geschichte wird aus einer anderen Perspektive erzählt).

Des Weiteren kommen die Übungen, die schriftliche Kommunikation strukturieren wie das Schreiben anhand von Vorgaben.

[...]


[1] Gerhard Neuner, Hrsg. (1979), Zur Analyse fremdsprachiger Lehrwerke, Frankfurt a.M. In: Bausch/ Christ/ Krumm (Hrsg.), Handbuch Fremdsprachenunterricht, A. Francke Verlag, Tübingen und Basel, 1995.

[2] Kast, B. u a.: „Zur Analyse, Begutachtung, und Entwicklung von Lehrwerken für den fremdsprachlichen Deutschunterricht, Langenscheidt, Berlin und München, 1994.

Details

Seiten
6
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656145851
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v190066
Institution / Hochschule
University of Oran – Fremdsprachen
Note
Schlagworte
förderung schreibkompetenz lehrwerk optimal

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Titel: Zur Förderung von Schreibkompetenz durch das Lehrwerk "Optimal A1"