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Angewandtes Coaching - Auflösung von Agressionen im beruflichen Umfeld

Seminararbeit 2010 19 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG
1.1. Grundlagenwissen
1.2. Problemstellung
1.2. Methodik

2. ANALYSEHILFEN, MODELLE UND TECHNIKEN
2.1. Setting
2.2. Rapport
2.3. VAKOG - die 5 Sinne
2.3.1. Eye Movements
2.3.2. Language Patterns
2.4. Emotionen
2.5. Das Drama Dreieck

3. DER LÖSUNGSWEG
3.1. Feedback
3.2. Die Auflösung des Dramas
3.2.1. ERkennen der Drama-Dynamik
3.2.2. ERraten der Drama-Rollen
3.2.3. ERfassen der Landkarte, Werte, Emotionen
3.2.4. ERöffnen der eigenen Landkarte, Werte, Emotionen
3.2.5. ERsinnen gemeinsamer Ziele
3.2.6. ERschaffen gemeinsamer Ergebnisse
3.3. Drama-Lösung vor Problem-Lösung
3.4. Ankern

4. PERSÖNLICHES FAZIT

REFERENZEN

Literaturverzeichnis

Internet

Abbildungsverzeichnis

Anmerkung: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit eine geschlechterneutrale Schreibweise verwendet und vorrangig maskuline Begriffe wie Klient, Kollege, usw. verwendet.

1. EINLEITUNG

1.1. Grundlagenwissen

Während unseres Seminars „Angewandtes Coaching“ vom 20. bis 25. November 2009 in Krems hatten meine Seminarkollegen und ich die Gelegenheit einige Grundlagen und Instrumente für die Durchführung eines Coachings kennen zu lernen. Um einen Überblick über die umfassende Bedeutung und die vielfältigen Anwendungsbereiche von Coaching zu erhalten, eignet sich die in der folgenden Auflistung dargestellte Definition von Christoph Rauen sehr gut, da sie, aufgrund ihrer Differenziertheit, als eine Art schulenübergreifende Definition bezeichnet wird.1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zusammenfassend kann laut dieser Definition der Begriff Coaching als eine Kombination aus individueller, unterstützender Problembewältigung und persönlicher Beratung auf Prozessebene für unterschiedliche Anliegen verstanden werden. Aus meiner Sicht etwas leichter nachzuvollziehen und für jeden auch ohne Vorkenntnisse verständlich, ist die einfache Bezeichnung eines guten Coaches als exzellenten Mitmenschen. Auf der Grundlage des Wiedererlernens und des Zeigens von Mitmenschlichkeit, die erfahrungsgemäß heutzutage vielfach abnimmt, kann gutes Coaching auch durchgeführt werden. Das bedeutet, durch ein Besserwerden als Mitmensch, ist auch ein Besserwerden als Coach gewährleistet. Deshalb sollten wir die erlernten Strategien und Techniken vielleicht einfach als Wegweiser begreifen, auf unserem Weg zum besseren Mitmenschen. Aufgabe eines Coaches ist es, sein eigenes Bewusstsein in den Dienst des Klienten zu stellen, mit der Maßgabe, dass dieser zusammen mit dem Coach Dinge und Situationen neu bewertet, wieder neu anfängt und sich selbst überrascht.2

Solche Überraschungen durften wir unter Anleitung von Thomas Schröck in unserem Seminar vielfach erleben. In dieser Hausarbeit werde ich versuchen mit Hilfe des Erlernten und einiger von mir als angenehm empfundenen Strategien und Techniken unseren vorgegebenen Fall auf einen zielorientierten Lösungsweg zu bringen.

1.2. Problemstellung

Die uns vorgegebene Situation, dass ein Kollege über Aggressionen klagt, die im beruflichen Umfeld vorkommen, ist nichts Ungewöhnliches, falls diese Emotionen nicht wie beschrieben regelmäßig vorkommen. Ein regelmäßiges Auftreten der negativen Emotion Aggressivität, ist ein Problem, für das es einer Lösung bedarf, bevor es zu ernsthaften Schäden, z. B. in Form von Mobbing- oder depressiven Gefühlen auf Seiten des betroffenen Kollegen kommt.

1.3. Methodik

In der folgenden Ausarbeitung werde ich aufbauend auf einigen Coaching- Grundlagen und dem damit verbundenen Schaffen einer gemeinsamen Arbeitsgrundlage mit meinem Kollegen darstellen, welche Optionen aus meiner Sicht bestehen, die von ihm als belastend empfundenen Situationen zu lösen. Meinen Kollegen werde ich weiteren Verlauf dieser Arbeit als Klient bezeichnen. Mein abschließendes persönliches Fazit bildet das Ende dieser Ausarbeitung.

2. ANALYSEHILFEN, MODELLE UND TECHNIKEN

Zur Durchführung eines Coachings verfügen erfahrene Coaches über eine große Anzahl von Analysehilfen, Modellen und Techniken, die vielfach erprobt die Arbeit mit dem Klienten erleichtern und eine erfolgreiche Zielerreichung fördern. Die aus meiner Sicht wichtigsten, bzw. diejenigen deren Einsatz ich für das Coaching mit meinem Klienten für am hilfreichsten halte, möchte ich unter diesem Punkt kurz vorstellen.

2.1. Setting

Die Ausgangsbasis für jedes Coaching ist die Formulierung und Vorgabe der gemeinsamen Grundlagen auf denen mein Klient und ich im Verlaufe des Coachings arbeiten werden. Dazu gehören u. a. in unserem Fall Elemente, wie Vertraulichkeit, gegenseitige Akzeptanz, Transparenz über die angewandten Techniken und Strategien, aufbauend auf einem Coaching-Konzept, das Aufschluss über meine Arbeitsweise, den Ablauf des Coachings und den zeitlichen Rahmen gibt, aber auch Elemente wie Pünktlichkeit, Handys ausschalten, usw., beinhaltet.

Eine Orientierung geben mir dabei die Coaching-Definition von Christopher Rauen, die Handouts und Aufzeichnungen aus unserem o. g. Seminar. Klar ist mir aber, dass ich noch ganz am Anfang meiner Coaching-Erfahrungen stehe. Aber auch darüber stelle ich mit meinem Klienten Transparenz her, so dass diese Tatsache im Vorhinein als einen Punkt unserer gemeinsamen Arbeit akzeptieren kann.

Ich halte es hier mit der treffenden Aussage von Philip Rosenthal: „Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein.“

Konsens sollte auch darüber bestehen, das wir um das Problem zu lösen am Verhalten meines Klienten arbeiten werden und nicht am Verhalten der anderen Beteiligten an seinem Arbeitsplatz. Unser Ziel ist es durch Verhaltensänderungen meines Klienten und durch Interaktionen, die er nach dem Coaching mit mir setzen kann, die empfundenen Aggressionen am Arbeitsplatz auflösen zu können.

2.2. Rapport

Die Qualität und den Erfolg unserer gemeinsamen Arbeit verbessern wir, indem wir unser Miteinander auf eine „gleiche Wellenlänge“ stellen, dieser Prozess wird aus therapeutischer Sicht als Rapport bezeichnet. Der Rapport kann in Elementen wie der Körperhaltung, der Stimmlage, der verwendeten Sprache und des Sprachinhaltes, der Kleidung, usw., liegen.3

Diese Wahrnehmungsfilter kann ich bei meinem Klienten erkennen und den Rapport herzustellen. Unterschieden werden im hierbei drei Phasen:

1. Pacing, bezeichnet das Spiegeln und schafft die Ausgangsbasis für guten Rapport. Hier nehme ich beispielsweise die gleiche Körperhaltung an oder verwende die gleiche sprachliche Kommunikationsform wie mein Gegenüber.
2. Outing, bezeichnet die bewusste Wahrnehmung der eigenen Befindlichkeit. Deshalb ist es hier wichtig, diese auch mitzuteilen.
3. Leading, wird dann eingesetzt, wenn ich durch die vorherigen Maßnahmen einen guten Rapport hergestellt habe und der aktuellen Situation eine neue Richtung oder Sichtweise geben will.

Beim Rapport nutze ich auch das Element der Paraphrasierung. Hierdurch teile ich meinem Klienten mit, wie ich seine Aussagen verstanden habe. Er hat dann die Möglichkeit etwas richtig zu stellen. Paraphrasieren bedeutet, dass ich den Inhalt der Aussage neu formuliere, ohne jedoch etwas hinzuzufügen. Das Gespräch wird erst dann fortgeführt, wenn mein Klient und ich inhaltlichen Konsens hergestellt haben.

2.3. VAKOG - die 5 Sinne

Ein Mensch nimmt nicht nur durch seine 5 Sinne wahr, sondern alle eingegangenen und eingehenden Informationen werden auch mit allen fünf Sinnen wahrgenommen. Diese fünf Sinne VAKOG sind im Einzelnen:4

Visuell: sehen

Auditiv: hören

Kinästhetisch: fühlen

Olfaktorisch: riechen

Gustarorisch: schmecken

Dieses Wissen erleichtert, wenn der Coach im Erkennen sensibilisiert und geschult ist, die Arbeit mit dem Klienten im Rapport sehr. Die physiologischen Muster mit denen die Menschen ihre bevorzugten Repräsentationssysteme nach außen zeigen und auf die der Coach dann reflektieren kann, sind ebenfalls fünf: B = Body Posture (Körperhaltung)

A = Accessing Cues (Zugangshinweise) G = Gestures (Gesten)

E = Eye Movements (Augenmuster)

L = Language Patterns (Sprachmuster)

Angewandtes Coaching

Die beiden Muster, bei denen ich gemerkt habe, dass mir die Arbeit mit Ihnen z. Zt. am leichtesten fällt, sind die Eye Movements und die Language Patterns, die ich deshalb unter den beiden folgenden Punkten kurz ausführlicher vorstelle.

2.3.1. Eye Movements

Bei den Eye Movements drücken die Bewegungsmuster der Augen automatisch und unbewusst häufig die Repräsentationssysteme des Menschen aus, wie im Schaubild dargestellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: eigene Darstellung in Anlehnung an Schröck, Thomas, MBA-Seminar Donau-Uni Krems „Angewandtes Coaching“, Abbildung: „Eye Movements“, 2009

2.3.2. Language Patterns

Bei den Sprachmustern lässt sich in der Kommunikation mit dem Klienten sowohl durch die Wahl des Vokabulars, als auch durch die Kommunikationsinhalte, sein bevorzugtes System gut erkennen. Sprachliche Beispiele sind:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eine sechste nicht sinnesspezifische Sprache ist die auditiv-digitale, die deshalb meist unpersönlich wirkt:

Auditiv-digital: „Das ist mir ein Rätsel!“

Alle fünf physiologischen Muster, mit denen der Coach zur Ermittlung der bevorzugten Repräsentationssysteme der Klienten arbeitet, haben gemeinsam, dass eine sichere Ermittlung der ständigen Übung bedarf. Dies kann erfahrungsgemäß auch sehr gut in der alltäglichen Kommunikation geübt werden.

[...]


1 vgl. Rauen, Christopher: Varianten des Coachings im Personalentwicklungsbereich, in: Rauen, Christopher (Hrsg.): Handbuch Coaching, Göttingen, 2005, S. 113

2 vgl. Braun, Christopher, Galwas, Helmut, Schmalz, Amanda, Dauz, Edgar: Die Coaching Fibel, 2004, S. 13 und 14

3 vgl. Schröck, Thomas, MBA-Seminar Donau-Uni Krems „Angewandtes Coaching“, 2009

4 vgl. Schröck, Thomas, MBA-Seminar Donau-Uni Krems „Angewandtes Coaching“, 2009

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