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Der Kampf der Printmedien: Wie Zeitungen im Online -Zeitalter ums Überleben kämpfen

Hausarbeit 2011 14 Seiten

Medien / Kommunikation - Printmedien, Presse

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Das Rieplsche Gesetz

3. Das Manifest der toten Medien

4. Entwicklung der Online und Offline Nachrichtenvermittlung

5. Die Reaktion der Medienunternehmen auf das Internet
5.1.Ursachen für sinkende Auflagen
5.2. Chancen für die Printmedien

6. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1. Vorwort

Sterben Medien aus? Mit dieser Frage beschäftigen sich Verleger auf der ganzen Welt und haben dabei Angst ihr Medium, die Zeitung, könnte das nächste aussterbende Medium sein. Mit Bezug auf Riepls Gesetz und durch die Betrachtung bereits ausgestorbener Medien, sowie der heutigen Situation und Entwicklung der Zeitung in Konkurrenz oder im Zusammenspiel mit dem Internet, beschreibt diese Hausarbeit wie die Zukunft der Zeitung aussehen könnte um gleichzeitig zu zeigen wo ihre Chancen liegen. Vielleicht kann man in Zukunft die Zeitung nur noch auf dem iPad lesen. Würde das den Tod der Zeitung bedeuten? Von einer Konvergenz hin zum Internet als Universalmedium, alle bis dahin existierenden Medien der Nachrichtenverbreitung und -übermittlung vereinend sind wir noch weit entfernt, dennoch muss geklärt werden als was das Internet fungiert. Ob nun als neues Alles-Könner-Medium oder als Instrument den alten Medien zu neuem Schwung zu verhelfen.

2. Das Rieplsche Gesetz

Zunächst muss hier der Begriff des Nachrichtenwesens nach Wolfgang Riepl abgegrenzt werden. Unter diesem versteht Riepl „jede (eigene oder fremde) Tätigkeit, welche durch Wort oder Schrift, Bild oder Zeichen dem menschlichen Bewusstsein irgendeine Vorstellung aus dem Bereich der Außenwelt vermittelt, sei es eine Weisung und überhaupt ein Willensakt oder eine Tatsache, Begebenheit, Meinung usw. aus der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft.“ (Riepl 1913: 3)

Hier unterscheidet er zwischen der Nachrichtenverbreitung, der Nachrichtenvermittlung, sowie der Nachrichtenermittlung und der jeweiligen Art der Nachrichtenübermittlung: den Medien. Hierbei sind die Ansprüche im Laufe des Fortschreitens der menschlichen Kultur sowie der Weiterentwicklung der Technik enorm gestiegen. Daraus folgten und folgen verschiedene Wandlungen des Nachrichtenwesens, die eine Veränderung alter Medien, sowie innovative Medien mit sich bringen. Dennoch sind laut Riepl neben den höchstentwickelten Mitteln, Methoden und Formen des Nachrichtenverkehrs in den Kulturstaaten noch einfachste Mittel bei verschiedenen Naturvölkern in Gebrauch. (vgl. Riepl 1913: 4f.) So formuliert er „als ein Grundgesetz der Entwicklung des Nachrichtenwesens, dass die einfachsten Mittel, Formen und Methoden, wenn sie nur einmal eingebürgert und brauchbar befunden worden sind, auch von den vollkommensten und höchstentwickelten niemals wieder gänzlich und dauernd verdrängt und außer Gebrauch gesetzt werden können, sondern sich neben diesen erhalten, nur daß [sic] sie genötigt werden, andere Aufgaben und Verwertungsgebiete aufzusuchen.“ (Riepl 1913: 5)

Zur Begründung führt er als Beispiel die am Anfang der Entwicklungsreihe stehende mündliche Nachricht an, die zunächst durch die schriftliche und telegraphische Nachricht stark zurückgedrängt wurde, dann allerdings durch die Erfindung des Telefons wieder stark an Bedeutung gewann. Dabei habe sie die telegraphische und schriftliche Nachricht weder verdrängt, noch ihre Tätigkeiten verringert. Dies mag zu seiner Zeit gestimmt haben, heute wissen wir, dass kaum jemand noch telegraphiert, die schriftliche Nachricht allerdings vor allem durch Email, SMS und Chat wieder enorm an Bedeutung gewonnen hat.

Allgemein beschreibt Riepl die Entwicklung des Nachrichtenwesens nach mehreren Abschnitten. In der ersten Periode gibt es ausschließlich die mündliche Nachrichtenform. Dazu kam das Zeichen und als besondere Form des Zeichens das Bild. Im zweiten Abschnitt entwickelt sich aus dem Zeichen die Schrift während die vorherigen Nachrichtenmittel weiter existieren. Nebenher entwickelte sich die Arbeitsteilung in der Nachrichtenverbreitung, zunächst in Gestalt des Relais-Botenläufers, dann in Form der gedruckten Zeitung als zu seiner Zeit höchste Form der Nachrichtenverbreitung. Einen weiteren Abschnitt bildet demnach die Buchdruckkunst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, sowie die Einführung der Elektrizität und der Erfindung von Dampfmaschinen bis hin zum Flugzeug. „kaum ist ein neues Problem von der Technik gelöst, bemächtigt sich dessen sofort das Nachrichtenwesen. Einen Stillstand gibt es nicht mehr, und eine geringe Zahl von Jahren bringt durchgreifendere Umgestaltungen hervor als früher von Jahrhunderten.“ (Riepl 1913: 7)

3. Das Manifest der toten Medien

Obwohl Riepl inzwischen als widerlegt gilt, gibt es noch nicht viel Literatur über das Mediensterben, über gescheiterte und in Vergessenheit geratene Medien. Mit dem Aussterben der Medien und der Überprüfung von Riepls Gesetz beschäftigt sich Bruce Sterling im „Manifest der toten Medien“, das sich allerdings noch in der Entwicklung befindet. Er hat einen neuen Blick auf das Nachrichtenwesen und bezieht in seine Analyse auch das relativ neue Internet mit ein, von deren Entwicklung Riepl damals noch keine Ahnung hatte. Auch Sterling merkt zunächst an, dass es ein sehr seltenes Phänomen sei, wenn ein etabliertes Medium stirbt: „Das Radio hat die Zeitungen nicht umgebracht, das Fernsehen hat das Radio oder den Film nicht umgebracht, Video und Kabel haben die Fernsehsender nicht umgebracht - sie alle treiben sich herum und suchen nach einer besseren Anwendung.“ (Sterling 1995) Nur um daraufhin unzählige bereits ausgestorbene und sogar teilweise in Vergessenheit geratene Medien auf zu zählen:

„Das Phenakistoskop. Das Teleharmonium. Edisons Wachszylinder. Das Stereoptikon. Das Panorama. Elektrische Scheinwerferschauspiele zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Morton Heiligs frühe virtuelle Realität. Das Telephon Hirmondo. Die verschiedenen Arten der Laterna Magica. Pneumatische Rohrpostleitungen, die einst den Boden von Chicago durchlöcherten.“ (Sterling 1995)

Und aktuell den Zusammenbruch des Iridium-Satelliten-Telefons. Bei dieser Analyse muss allerdings bedacht werden, dass Sterling das Medium ausschließlich als Technologie sieht. Das bedeutet er betrachtet jedes Medium als eigenständiges Mittel eine Nachricht zu übermitteln. So sagt er, dass es, sollte ein Medium aussterben, nicht an der übermittelten Nachricht oder dem Medium selbst liegt, sondern vielmehr an vielen Begleitumständen sowie dem Umfeld der benutzten Medien.

Hier muss nun entschieden werden ob das Rieplsche Gesetz tatsächlich als widerlegt angesehen werden kann, nur weil es eine lange Liste der ausgestorbenen Medien gibt.

„So ist der Bote im 21. Jahrhundert längst kein Medium mehr, das als solches etabliert und in irgendeiner Weise gesellschaftlich dominant wäre. Und welche Rolle spielt heute noch der Telegraph für die Individualkommunikation? Vergleichbar fungieren auch zahlreiche andere frühere Menschmedien wie der Prediger oder der Ausrufer, Schreibmedien wie die Rolle und frühere Druckmedien wie der Kalender heute nicht mehr als Medium, obwohl sie früher einmal durchaus und nachweisbar Mediencharakter innehatten. Mit anderen Worten: Das sogenannte 'Unverdrängbarkeitsgesetz' ist überhaupt kein Gesetz und als These schlicht falsch.“ (Faulstich 2002)

Ist es denn nicht vielmehr so dass der Bote sich im Sinne Riepls weiterentwickelt hat und nun Zeitungen austrägt? Und wenn das oben erwähnte Iridium-Satelliten- Telefon nicht mehr in Gebrauch ist, bedeutet das noch lange nicht das Aussterben des Telefons an sich, geschweige denn der mündlichen Nachricht. Und sollte die Zeitung ab heute nur noch digital im Internet erscheinen, bedeutet das lediglich eine Anpassung an die Verhältnisse, an die Ansprüche der Gesellschaft sowie an die vorherrschende Technik. Es bedeutet auf keinen Fall ein Aussterben der Zeitung im Sinne der Redaktionellen Zeitung an sich, lediglich eine Veränderung ihres Erscheinungsbildes.

4. Entwicklung der Online und Offline Nachrichtenvermittlung

Der Begriff Zeitung kam erstmals im frühen Mittelalter auf und bezeichnete die Nachricht an sich. Durch die Erfindung des Buchdrucks, die es ermöglichte diese Nachrichten auf Papier zu drucken, entwickelte sich die Zeitung zu dem was sie heute ist: ein periodisch erscheinendes Druckerzeugnis. Heutzutage beschreibt der Ausdruck Zeitung demnach das Medium, welches Nachrichten verbreitet. (Vgl. Riepl 1913: 5)

Während zu Beginn des 17. Jahrhunderts die meisten Zeitungen nur einmal wöchentlich erschienen, verkürzte sich die Periodizität innerhalb weniger Jahre. Schon 1650 erschien die Einkommende Zeitungen fünfmal die Woche. (Vgl. Stöber 2000: 69) Im Laufe der letzten Jahrhunderte hat sich sich die Zeitung zum Kultmedium entwickelt. Die Gesamtauflagenzahl deutscher Tageszeitungen lag im Jahre 1999 bei rund 29 Millionen monatlich (vgl. IVW 1999).

Eine der weltweit meist verkauften und auflagenstärksten Zeitungen ist das deutsche Boulevardblatt Bild.

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Details

Seiten
14
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656146438
ISBN (Buch)
9783656146711
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v190195
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster – Institut für Kommunikationswissenschaft
Note
Schlagworte
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