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Asterix als Comic im Geschichtsunterricht?

Hausarbeit 2010 17 Seiten

Zusammenfassung

Asterix und Obelix – kaum ein historischer Comic ist bei Jung und Alt wohl so bekannt wie dieser. Scheinbar günstigste Vorraussetzungen für einen Einsatz im Geschichtsunterricht möchte man meinen; schließlich reisen Asterix und Obelix doch nahezu durch alle Epochen unserer Zeit und bieten somit genug thematische Vorgaben für einen gelungenen, anschaulichen und interessanten Geschichtsunterricht! Doch ist ein Einsatz wirklich so ohne weiteres möglich oder bergen die einzelnen Geschichten und Zeichnungen doch Gefahren in sich, die eine Verwendung im Schulunterricht kritisch erscheinen lassen?

Auf diese Fragestellung werde ich im Einzelnen nach einer allgemeinen Einführung in die Anfänge und die Thematik der Asterix-Comics eingehen. Ebenso erhält der Leser einen Einblick in die Lebensläufe und die berufliche Entwicklung der beiden Autoren René Goscinny und Albert Uderzo.
Des Weiteren werden in einem gesonderten Kapitel die formalen Besonderheiten, wie das stereotype Grundmuster, ausgewählte karikierte Persönlichkeiten, sowie die Panelgestaltung in einem kurzen Anriss thematisiert.

Die beiden letzten Kapitel behandeln schließlich den historischen Wahrheitsgehalt, der in den Comics steckt [oder auch nicht] und versuchen, ein Konzept aufzuzeigen, inwieweit die Asterix-Comics im Geschichtsunterricht Verwendung finden können. Dabei werden im speziellen die Unterpunkte der thematischen Verwendungsmöglichkeit, der in Frage kommenden Schülergruppen und die Förderung von Kompetenzen näher untersucht.

Dieser Aufbau der Arbeit, nämlich von einer allgemeinen Einführung in die Asterix-Thematik hin zu der speziellen Fragestellung, ob Asterix als Comic im Geschichtsunterricht sinnvoll eingesetzt werden kann, soll dem Leser die Möglichkeit bieten, sich selbst mit dieser Frage auseinander zu setzten und sich dazu eine eigene Meinung zu bilden.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Anfänge

III. Die Autoren
1. René Goscinny
2. Albert Uderzo

IV. Die Thematik der Asterix-Comics

V. Formale Besonderheiten
1. Das stereotype Grundmuster
2. Karikaturen als beliebte Form der Darstellung bekannter Persönlichkeiten
3. Die Panelgestaltung

VI. Historischer Wahrheitsgehalt

VII. Die Verwendung im Geschichtsunterricht
1. Thematische Verwendungsmöglichkeiten
2. In Frage kommende Schülergruppen
3. Die Förderung von Kompetenzen

VIII. Schluss

IX. Literatur

I. Einleitung

Asterix und Obelix – kaum ein historischer Comic ist bei Jung und Alt wohl so bekannt wie dieser. Scheinbar günstigste Vorraussetzungen für einen Einsatz im Geschichtsunterricht möchte man meinen; schließlich reisen Asterix und Obelix doch nahezu durch alle Epochen unserer Zeit und bieten somit genug thematische Vorgaben für einen gelungenen, anschaulichen und interessanten Geschichtsunterricht! Doch ist ein Einsatz wirklich so ohne weiteres möglich oder bergen die einzelnen Geschichten und Zeichnungen doch Gefahren in sich, die eine Verwendung im Schulunterricht kritisch erscheinen lassen?

Auf diese Fragestellung werde ich im Einzelnen nach einer allgemeinen Einführung in die Anfänge und die Thematik der Asterix-Comics eingehen. Ebenso erhält der Leser einen Einblick in die Lebensläufe und die berufliche Entwicklung der beiden Autoren René Goscinny und Albert Uderzo. Des Weiteren werden in einem gesonderten Kapitel die formalen Besonderheiten, wie das stereotype Grundmuster, ausgewählte karikierte Persönlichkeiten, sowie die Panelgestaltung in einem kurzen Anriss thematisiert.

Die beiden letzten Kapitel behandeln schließlich den historischen Wahrheitsgehalt, der in den Comics steckt [oder auch nicht] und versuchen, ein Konzept aufzuzeigen, inwieweit die Asterix-Comics im Geschichtsunterricht Verwendung finden können. Dabei werden im speziellen die Unterpunkte der thematischen Verwendungsmöglichkeit, der in Frage kommenden Schülergruppen und die Förderung von Kompetenzen näher untersucht.

Dieser Aufbau der Arbeit, nämlich von einer allgemeinen Einführung in die Asterix-Thematik hin zu der speziellen Fragestellung, ob Asterix als Comic im Geschichtsunterricht sinnvoll eingesetzt werden kann, soll dem Leser die Möglichkeit bieten, sich selbst mit dieser Frage auseinander zu setzten und sich dazu eine eigene Meinung zu bilden.

II. Die Anfänge

Die Abenteuer von Asterix und Obelix begannen am 29. Oktober 1959 in der Erstausgabe der wöchentlich erscheinenden Jugendzeitschrift Pilote mit Asterix le Gaulois (Asterix der Gallier).[1] Entstanden ist der Wunsch nach einem französischen Thema als Antwort auf die amerikanischen Comic-Strips. Der Herausgeber des Pilote, Jean-Michel Charlier, beauftragte daher Ende der 50er-Jahre den Zeichner Albert Uderzo und den Autor René Goscinny ein französisches Pendant zu erfinden. Das Thema Gallien hatte seine besondere Faszination, obwohl es mit Alix[2] bereits eine realistische Serie von Jacques Martin gab. Uderzo und Goscinny besannen sich auf Ihren Humor und entschieden sich, eine eigene Serie zu kreieren. War beiden in ihrer Erinnerung zuerst nur Vercingetorix (82-46 v. Chr.), der Keltenfürst aus dem Stamm der Arvener als Gallier ein Begriff, so kann er als der Grund für die Namensendungen der Charaktere auf -ix gesehen werden. Die Entscheidung für den Namen Asterix, in Anlehnung an den französischen Begriff astérisque gewählt, das sprachwissenschaftliche Zeichen für das (*), fiel aus ganz einfachem Grund: bei alphabetischen Aufstellungen steht er immer an erster Stelle.[3] Zwei Jahre nach dem Debüt in der Zeitschrift Pilote wurde das erste Abenteuer als kartonierte Ausgabe angeboten, von dem 6000 Exemplare einen Käufer fanden. 1966 erschien Asterix chez les Bretons (Asterix bei den Briten) bereits in einer Erstauflage von 600.000 Exemplaren, die wenige Tage später bereits vergriffen war.[4] Danach setzte für die Comics ein Siegeszug in Belgien, Deutschland, Großbritannien, in den skandinavischen Ländern, Italien und schließlich in ganz Europa ein.[5] Die erste deutsche Übersetzung erschien in dem Kindermagazin „ Lupo “ von Rolf Kauka, der jedoch die Namen und Charaktere der Figuren soweit verfälschte, dass Goscinny und Uderzo schließlich die Nachdruckrechte entzogen.[6] Am 16. Dezember 1968 publizierte der Verlag Ehapa in Deutschland das erste große Asterix-Buch in einer Auflage von 50.000 Exemplaren. Inzwischen wurden in Deutschland weit über 100 Millionen Exemplare verkauft, insgesamt wanderten weltweit mehr als 310 Millionen Bücher über die Verkaufstheken. Die Mundart-Bände runden seit 1995 dabei das Angebot ab.[7]

III. Die Autoren

1. René Goscinny

René Goscinny wurde am 14. August 1926 in Frankreich geboren. Seine Eltern wanderten zwei Jahre später nach Buenos Aires aus, wo er die nächsten siebzehn Jahre verbrachte.[8] In Buenos Aires besuchte er das französische College und machte dort auch sein Abitur. Daraufhin wurde Goscinny als Hilfsbuchhalter in einer Gummiwarenfabrik eingestellt. Doch schon ein Jahr später waren sein Arbeitgeber und er der einhelligen Meinung, sich doch besser wieder zu trennen, worauf Goscinny als Zeichner zu einer Werbeagentur ging. 1945 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus und wurde dort bei einem Exportkaufmann als Sekretär eingestellt.[9] Im Jahre 1946 musste er in Frankreich seinen Militärdienst ableisten, wo er besonders wegen seiner Sprachkenntnisse als Gebirgsjäger 2. Klasse in einem Infanterie Bataillon aufgenommen wurde. Nach seiner Rückkehr in die USA arbeitete er wieder als Zeichner, dann als künstlerischer Leiter bei einem Kinderbuchverleger, bis er schließlich nach dessen Konkurs wieder als Buchhalter angestellt wurde. Während einer Frankreichreise ließ er sich von einer franco-belgischen Presseagentur einstellen, die ihn zweimal als

[...]


[1] Knigge, Andreas C.: 50 Klassiker Comics. Von Lyonel Feininger bis Art Spiegelmann, Hildesheim 2004, S.158-163, hier S.158.

[2] Feige, Marcel: Das große Comiclexikon, Berlin 2001, S.42-46, hier S.42.

[3] ebd., S.42f.

[4] Feige: Das große Comiclexikon, S.43.

[5] Stoll, André: Asterix. Das Trivialepos Frankreichs. Die Bild- und Sprachartistik eines Bestseller-Comics, Köln 1974, S.14.

[6] Feige: Das große Comiclexikon, S.43.

[7] „Die spinnen, die…“. Mit Asterix durch die Welt der Römer, hrsg. v. Westfälisches Römermuseum Haltern, Stuttgart 1999, S.14.

[8] Knigge: 50 Klassiker Comics, S.163.

[9] Andrieu, Olivier: Asterix. Das Kultbuch, Egmont Ehapa Verlag GmbH 2000, S.132.

Details

Seiten
17
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656146872
ISBN (Paperback)
9783656146933
DOI
10.3239/9783656146872
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Institution / Hochschule
Universität des Saarlandes
Erscheinungsdatum
2012 (März)
Note
1,9
Schlagworte
asterix comic geschichtsunterricht

Autor

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Titel: Asterix als Comic im Geschichtsunterricht?