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Bedeutungswandel der Badereisen vom 16.-18. Jahrhundert

Seminararbeit 2012 11 Seiten

Geschichte - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

1. Einleitung
Forschungsliteratur, Arbeitsmethode, Fragestellungen

2. Reisen aus privaten Gründen
2.1. Ursprung und Entwicklung der Badereisen
2.2. Bedeutungswandel am Anfang des 18. Jahrhunderts – Kurorte als urbane Zentren.
2.2.1. Der Ort Pyrmont als exemplarisches Beispiel für einen Kurort

3. Zusammenfassung der Ergebnisse

4. Quellen- und Literaturverzeichnis
4.1. Primärquellen.
4.2. Sekundärliteratur

1. Einleitung

Forschungsliteratur, Arbeitsmethode, Fragestellungen

In der vorliegenden Seminararbeit werde ich mich dem Thema des Bedeutungswandels der Badereisen vom 16.-18. Jahrhundert widmen. Die Forschungsliteratur aus dem Bereich der Germanistik ist zu diesem Thema rar, jedoch gibt es zum Teil gut publizierte Kurorte wie Pyrmont und Wiesbaden. Einen Einstieg und gute Überblicksdarstellung für die Bedeutung der Badeorte des Spätmittelalters und dem Beginn der Frühen Neuzeit bietet der Aufsatz von Busch.[1] Im weiteren Verlauf der Entwicklung findet sich um 1700 dann eine bedeutende Zäsur die einen Bedeutungswandel der Badeorte einleitet und sich in der Dissertation von Burkhard Fuhs[2] gut, wenngleich auch etwas knapp, nachvollziehen lässt. Er hat sich in seiner Dissertation mit den mondänen Kurorten in der Zeit von 1700-1900 befasst. Allgemein ist für die Frühe Neuzeit und deren weiteren Verlauf zu konstatieren, dass es eine Vielzahl von unterschiedlichen Motiven für das Reisen gegeben hat. Und so unterschiedlich diese Anlässe waren, so unterschiedlich waren auch die Menschen, die sich auf Reisen gemacht haben. Einen ersten Anhaltspunkt für die Einordnung der Badereisen soll daher die Differenzierung von Gräf/Pröve bieten.[3] Sie gliedern die verschiedenen Motive für das Reisen in 1. Reisen aus beruflichen Gründen und 2. Reisen aus privaten Gründen. In diesem Kontext zählen die Badereisen eindeutig zum Punkt 2: Reisen aus privaten Gründen, weshalb der erste Punkt für meine Untersuchung auch nicht weiter relevant ist. Aus dieser ersten Differenzierung ergibt sich auch mein erster Gliederungspunkt (2.1.), indem dargelegt wird, woher die Tradition des Badens stammt, welcher Personenkreis sich solch private Badereisen leisten konnte und was man sich von diesen Reisen erhoffte. Des Weiteren soll geklärt werden, warum die mittelalterlichen Badeorte einen Niedergang zu verzeichnen hatten. Unter Punkt 2.2. soll darauf aufbauend die Betrachtung erfolgen, inwieweit sich die Kurorte, in Abgrenzung zu den Badeorten, auch zu Zentren urbanen Lebens entwickelt haben, da sich vor allem in der Frühen Neuzeit[4] ein gravierender Bedeutungswandel vollzogen hat.[5] Im letzten Abschnitt 2.2.1. soll der Ort Pyrmont als exemplarisches Beispiel für diese Entwicklung von einfachen Badeorten zu Kurorten vorgestellt werden, wobei ich mich an den Reiseberichten und Briefen aus der Weimarer Ausgabe von Johann Wolfgang von Goethe[6] orientieren werde. Den Abschluss wird ein Fazit bilden, wobei die Differenzierung zwischen Bade- und Kurort, wie sie auch von Fuhs vorgenommen wird, noch einmal näher erläutert werden soll, da diese doch einen wesentlichen Teil zum Verständnis dieser Entwicklung trägt.

2. Reisen aus privaten Gründen

So wie es Reisen aus beruflichen Gründen gegeben hat, hat es auch Reisen aus privaten Gründen gegeben, wobei diese Reisen nicht jeder antreten konnte, da die meisten Menschen sozial schlecht aufgestellt waren. Eine Vielzahl von Menschen mussten aber auch gezwungenermaßen, aus der Not heraus, reisen, da sie ihr Heim verloren hatten, Bettler, Deserteure, Invaliden oder Religionsflüchtlinge waren.[7] Doch welche Personengruppen unternahmen private Reisen und welche Motive hatten sie? Bei Gräf - Pröve bietet sich eine gute Darstellung jenes Personenkreises:

„So begegnet man auf der Straße dem jungen Adligen auf seiner Kavalierstour, dem Studenten, der die Universität wechselt oder in die Semesterferien geht, dem Wallfahrer[8] [bzw. Pilger] auf der Suche nach seinem Seelenheil, dem Badereisenden mit dem Bedürfnis nach körperlicher Heilung und geistiger Zerstreuung, dem Forschungs- und Bildungsreisenden[9] und dem Schlachtenbummler[10], der die bedeutenden Kriegsschauplätze besichtigt.“[11]

[...]


[1] Busch, Helmut (1992): Reisen zum Gesundwerden: Badereisen. S. 475-495, in: Ertzdorff von, Xenia - Neukirch, Dieter (Hrsg.) (1992): Reisen und Reiseliteratur im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Amsterdam/Atlanta.

[2] Fuhs, Burkhard (1992): Mondäne Orte einer vornehmen Gesellschaft. Kultur und Geschichte der Kurstädte 1700-1900. Hildesheim/Zürich/New York.

[3] Gräf, Holger Thomas - Pröve, Ralf (1997): Wege ins Ungewisse. Reisen in der Frühen Neuzeit 1500-1800. Frankfurt am Main. S. 17-46.

[4] Diese Betrachtung bezieht sich vor allem auf das 18. Jh., jedoch wird die Basis dafür bereits vorher geschaffen. Allgemein kann gesagt werden, dass gegen Ende des 16 Jhs. eine Stagnation stattfand, während sich vom 17.-18. Jh. ein Boom vollzog.

[5] Vgl. Lotz-Heumann, Ute (2003): Kurorte im Reich des 18. Jahrhunderts – ein Typus urbanen Lebens und Laboratorium der bürgerlichen Gesellschaft: Eine Problemskizze. S. 15-37, in: Eßer, Raingard - Fuchs, Thomas (Hrsg.) (2003): Bäder und Kuren in der Aufklärung. Medizinaldiskurs und Freizeitvergnügen. Berlin.

[6] Vgl. auch Schwedt, Georg (1999): Goethe in Göttingen und zur Kur in Pyrmont. Göttingen.

[7] Vgl. Gräf - Pröve 1997, S. 36ff.

[8] Vgl. hierzu den Pilgerbericht des Girnand von Schwalbach; vgl. Gräf/Pröve 1997, S. 41-42.

[9] Vgl. hierzu den Bildungsreisebericht des Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff; vgl. Gräf - Pröve 1997, S. 43-45.

[10] Vgl. hierzu Goethe, Johann Wolfgang von (1960): Berliner Ausgabe. Poetische Werke, Bd. 12, Berlin.

[11] Gräf - Pröve 1997, S. 40.

Details

Seiten
11
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656151128
ISBN (Buch)
9783656151401
Dateigröße
481 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v190648
Institution / Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Schlagworte
bedeutungswandel badereisen jahrhundert reiseliteratur frühe neuzeit

Autor

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Titel: Bedeutungswandel der Badereisen vom 16.-18. Jahrhundert