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Motivationsstrategien

Mittel der Motivierung

Ausarbeitung 2012 13 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Theoretische Grundlagen

2. Motivation als Kompetenz
2.1 Motivationale Kompetenz
2.2 Volitionale Kompetenzen
2.3 Selbstbewertungskompetenz

3. Motivationsförderung in der Schule
3.1 Nach der Interessenstheorie
3.2 Nach dem Erwartungs- Wert- Modell
3.3 Nach der Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan

4. Förderung der Lern- und Leistungsmotivation in der Schule

5. Schlussfolgerung

Literaturverzeichnis

Einleitung

"Richtige Motivation heißt nämlich richtige Motivationsstrategie. Wenn Menschen es nicht schaffen, sich f ü r etwas zu motivieren, obwohl sie das wirklich wollen, dann liegt das meist daran, da ß [!] sie eine uneffektive Strategie haben." 1

Diese vorliegende Arbeit, bei der ich mich mit Motivationsstrategien auseinandersetze, wurde durch dieses Zitat von Helmut Krusche angeregt.

Dabei soll der Schwerpunkt bei Schülerinnen und Schülern2 liegen, die sich in der Berufsausbildung befinden, da dies ein relevantes zukünftiges Berufsfeld für mich später als Pflegepädagogin darstellt.

Die Lernmotivation kann während der Schullaufbahn abnehmen, jedoch sollte meiner Meinung nach die Motivation bei der Berufsausbildung wieder steigen, da sich die Auszubildenden nach Möglichkeit diesen Beruf selbst ausgesucht haben. Ich möchte durch diese Arbeit, Motivationsstrategien aufzeigen, die ich in meinem Praxissemester in der Krankenpflegeschule anwenden und ausprobieren möchte. Ich möchte folgende Frage in dieser Arbeit beantworten:

- Welche Strategien kann ich später als Pflegepädagogin bei Schülern anwenden um ihre Motivation zu fördern?

Bevor ich auf die verschiedenen Motivationsstrategien eingehe, möchte ich zuvor im ersten Kapitel den Begriff Motivation definieren und die beiden Motivationsformen intrinsische und extrinsische Motivation kurz erläutern. Im zweiten Kapitel werde ich näher auf die Motivation als Kompetenz eingehen. Desweiteren wird im dritten Kapitel die Motivationsförderung in der Schule nach drei Theorien erläutert. Ich schließe diese Arbeit mit dem vierten Kapitel ab, bei dem ich auf die Förderung der Lern- und Leistungsmotivation nach Schlag eingehen werde um dann in einer Schlussfolgerung meine eigene Meinung zu erläutern.

1. Theoretische Grundlagen

Es gibt unzählige Definitionen von Motivation, dies hat die Suche nach einer klaren und einfachen Definition von Motivation um ein wesentliches erschwert. Im folgenden werden zwei Definitionen von Motivation zitiert, die klar und einfach sind.

„Das Wort „Motivation“ selbst ist abgeleitet von dem lateinischen Verb „movere“ = bewegen. Motivation hat insofern mit Bewegung zu tun, als der Begriff dasjenige bezeichnet, was uns zu einer Handlung veranlasst oder uns in Bewegung versetzt. Ein Mangel an Motivation führt dagegen dazu, dass wir eine Handlung unterlassen.“3

„Der Begriff der Motivation fasst Prozesse zusammen, welche an der Vorbereitung und Durchführung von Handlungen beteiligt sind, die Bedürfnisse befriedigen oder ihre Frustration vermeiden sollen.“4

Nun werden die beiden Motivationsformen intrinsische und extrinsische Motivation erläutert.

Als intrinsisch Motiviert werden Tätigkeiten bezeichnet, die der Mensch durch seinen eigenen Willen durchführt bzw. ausführt, die Tätigkeit kann z.B. Spaß machen oder der Schüler hat Freude am Lernen und auf den Lernerfolg.5

Die extrinsische Motivation ist der Gegensatz zur intrinsischen Motivation, wobei es sich nicht um die Befriedigung der basalen Bedürfnisse handelt, sondern um Belohnungen, die von außen gegeben werden. Durch Noten, Lob von Eltern oder Lehrern könnte die extrinsische Motivation der Schüler in der Schule angeregt werden. Rheinberg kritisiert diese Abgrenzung von intrinsischer und extrinsischer Motivation, weil nicht immer klar entschieden werden kann, wann ein Anreiz intrinsisch oder extrinsisch ist. Das Lob der Eltern könnte auch das Bedürfnis nach sozialer Eingebundenheit befriedigen und wäre somit intrinsisch motiviert.6

Die intrinsische und extrinsische Lernmotivation kann gleichzeitig vorhanden sein und somit ist im Schulkontext zu erwarten, dass sich die extrinsische und intrinsische Lernmotivation aufeinander beziehen.7

2. Motivation als Kompetenz

Motivation ist eine wichtige individuelle Voraussetzung für schulische Lern- und Leistungsprozesse und auch immer mehr Ziel schulischer Lernprozesse, denn es gehört zum Bildungsauftrag der Schule, auf lebenslanges Lernen vorzubereiten. Lehrer werden mit dem Problem einer Absinkenden Lernmotivation der Schüler konfrontiert, wobei die Bedeutung des lebenslangen Lernens stetig wächst, dies stellt eine hohe Herausforderung dar.8

Im folgenden Kapitel werden Motivationale und Volitionale Kompetenzen sowie Selbstbewertungskompetenzen erläutert.

2.1 Motivationale Kompetenz

Schüler sollten lernen einen Bezug zwischen Fähigkeitsniveau bzw. Bedürfnissen und situativen Anforderungen herzustellen. Dazu benötigen Schüler:

- ein realistisches Selbstbild
- die Fähigkeit, Aufgaben bzw. Situationen korrekt einzuschätzen
- die Fähigkeiten und Spielräume für Aktivitäten, die beides in Einklang bringen

Lehrer können Schüler dabei unterstützen, ein realistisches Selbstbild zu entwickeln, indem sie aufgabenbezogene, realistische Rückmeldungen geben. Es soll anhand der geleisteten Anforderungen aufgezeigt werden, welche Aspekte gut bewältigt wurden, was verbesserungsbedürftig ist und wie Verbesserungen erzielt werden können. Solche Rückmeldungen tragen dazu bei, dass die damit verbundene Wertung im positiven und im negativen nicht als Wertung der Person, sondern deren Handlung verstanden wird. Studien zeigen, dass das Erreichen von Zielen, die zu den eigenen Motiven passen, zu einer Steigerung des Wohlbefindens führt. Im Gegensatz zu erreichten Zielen, die zu ausdrücklichen Motiven passen, hat eine solche Steigerung nicht stattgefunden. Lehrer können den Erwerb der Fähigkeit, den Anreizcharakter und die Schwierigkeit von Tätigkeiten korrekt einzuschätzen unterstützen. In Form von Übungen und Klassengesprächen kann auf Möglichkeiten eingegangen werden, wie Personencharakter und Anforderungen in Übereinstimmung gebracht werden können. Aufgaben könnten gemeinsam mit anderen erledigt werden. Im Unterricht sollte die Möglichkeit zu Aufgabenwahl bzw. Aufgabenanreicherung gegeben sein. Daher sollten Lehrer verschiedene Angebote machen, aus denen die Schüler entsprechend ihres Lernstandes und ihrer Vorzüge auswählen können. Jedoch benötigen Schüler oft zu Beginn eine Anleitung bei der korrekten Aufgabenwahl, um zu vermeiden, dass sie ungeeignete Aufgaben auswählen oder ungeliebte Inhalte komplett vermeiden.9

2.2 Volitionale Kompetenzen

Lehrer sollten zu bewussten Zielvorstellungen auffordern und den Nutzen dieser erfahrbar machen. Zielsetzungen können mit der ganzen Klasse, in Kleingruppen oder individuell geübt werden (z.B. mit dem Einsatz eines Lerntagebuchs). Schüler können selbst Zielkontrollen durchführen (z.B. mit Hilfe von Vorher-Nachher-Vergleiche) und somit die eigenen Lernfortschritte wahrnehmen und den Nutzen solcher Zielsetzungen erfahren.

Ziele weisen bestimmte Eigenschaften auf, sie sollen spezifisch, messbar, anspruchsvoll, realistisch, termingebunden, eigeninitiativ erreichbar und rückmeldungsgebunden sein.

„Zielvornahmen, die diesen Kriterien entsprechen, werden mit höherer Wahrscheinlichkeit erreicht als unkonkrete, weniger durchdachte Ziele.“10 Ziele sollten nach Möglichkeit nicht an Noten festgehalten werden, da individuelle Verbesserungen dadurch nicht sichtbar werden. Besser sollten alternative Bewertungsmaßstäbe aufgezeigt werden, die sich aus der Aufgabe selbst ergeben (z.B. Verringerung der Fehlerhäufigkeit). Während des Zielsetzungs- und Kontrollprozesses werden die Schüler mit verschiedenen Schwierigkeiten konfrontiert. „Die Erfahrung, dass Schwierigkeiten durch eigene Anstrengung überwindbar sind, sollte langfristig den Glauben an den Nutzen von Anstrengung stärken.“11 Wurden die Ziele jedoch zu schwer gewählt, können Lehrer dies nutzen, um die Selbstbzw. Aufgabeneinschätzung der Schüler zu verbessern.12

2.3 Selbstbewertungskompetenz

Wie schon bei der Volitionalen Kompetenz erwähnt, eignen sich Noten nicht als Kriterium für die Bewertung individueller Fortschritte, demnach sollten Lehrer gemeinsam mit ihren Schülern aufgabenbezogene Kriterien für individuelle Lernfortschritte finden. Bei der Volitionalen Kompetenz, empfiehlt sich die Zielerreichung zu veranschaulichen, bei der Selbstbewertungskompetenz wird empfohlen die daraus resultierenden Selbstbewertungen zu visualisieren und damit zu verstärken, um somit positiv resultierende Emotionen zu erhöhen. Zu einer angemessenen Selbstbewertung gehört auch das Rückführen von Erfolg auf die eigene Anstrengung sowie Misserfolg auf kontrollierbare Faktoren. Lehrer sollten demnach häufig anstrengungs- und ergebnisabhängig loben.13

[...]


1 Krusche (2002), S. 243 (Hervorhebung nicht im Original)

2 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in der vorliegenden Arbeit nur die männliche Form benutzt, wenn beide Geschlechter gemeint sind.

3 Rudolph (2009), S.1

4 Kuhl (2010), S.22 (Hervorhebung im Original)

5 Vgl. Schlag (2006), S.21

6 Vgl. Vollmeyer (2009), S.340

7 Vgl. Schiefele; Streblow (2005), S.41

8 Vgl. Spinath (2005), S.203f

9 Vgl. Spinath (2005), S.209ff

10 Spinath (2005), S.210

11 Spinath (2005), S.212

12 Vgl. Spinath (2005), S.211f

13 Vgl. Spinath (2005), S.212f

Details

Seiten
13
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656153368
ISBN (Buch)
9783656153689
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v190650
Institution / Hochschule
Hochschule Ludwigshafen am Rhein
Note
1,3
Schlagworte
motivationsstrategien mittel motivierung

Autor

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Titel: Motivationsstrategien